Grundstückssuche / Standortoptimierung

  1. Entwickeln Sie ein Standortprofil für das gesuchte Grundstück ...

    Entwickeln Sie ein Standortprofil für das gesuchte Grundstück. Wo soll es liegen?
    Wie weit darf es von der Arbeitsstelle entfernt liegen?
    Welchen landschaftlichen Charakter soll es haben?
    Soll es eine sehr ruhige Lage sein?
    Welche Infrastruktur (Schulen, Ärzte, Geschäfte, Anbindung) wird gewünscht?
    Welche Bebauung soll realisierbar sein?
    Muss das Grundstück freistehend bebaubar sein?

  2. Wenn ich in einem bestimmten Ort bauen möchte ?

    Haben Sie besonders favorisierte Standorte, erkunden Sie diese intensiv Vor-Ort. Erwandern Sie die Baugebiete und halten Sie Ausschau nach Baulücken. Machen Sie sich Notizen. Sprechen Sie Nachbarn von Baugrundstücken an und fragen Sie nach den Besitzern. Rufen Sie die Besitzer an und winken Sie mit Barzahlung. Fragen Sie z.B. in der Kneipe, dem Lebensmittelladen, beim Pfarramt oder im Rathaus nach Baugrundstücken, die zum Verkauf stehen. Die besten Baugrundstücke werden auf diese Weise schon verkauft, bevor es überhaupt zu Verkaufsinseraten kommt.

  3. Haben Sie die Bebaubarkeit des Grundstücks geprüft ?

    Von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche Nutzung eines Baugrundstückes ist seine Bebaubarkeit . Es ist sehr wichtig, dass Sie im Vorfeld hierzu klare Vorstellungen entwickelt haben. Es hat schon manchen Bauherren gereut, wenn er in der Hektik der Grundstücks-Kaufverhandlungen hier Kompromisse eingeht, die eigentlich nicht vertretbar sind. Wer immer von einem freistehenden Haus träumte, sollte nicht plötzlich ein Reihenhausgrundstück kaufen,weil es als ganz besonderes Schnäppchen erscheint.

  4. Kennen Sie die geologischen Risiken Ihres Grundstückes?

    Bevor letzt endlich die Entscheidung zu einem Baugrundstück getroffen wird, sollten die geologischen Baugrundverhältnisse geklärt sein, um mögliche Mehrkosten für die spätere Bebauung abschätzen zu können. Liegt ein Bodengutachten vor (in neuen Erschließunggebieten oft der Fall) oder nicht (sollte ein Bodengutachter herangezogen werden)? Aus dem Bodengutachten oder aus eigenen Feststellungen (z.B. Schürfe, Baugrube Nachbarn, Bebauung Nachbarn oder Befragungen der Nachbarn etc.) können wesentliche kostenintensive Maßnahmen zur Baugrube oder Gründung durch den erfahrenen Bauingenieur erkannt werden. Denn diese Maßnahmen können zum Wermutstropfen jeder sorgfältig durchgeführten Kostenschätzung werden. Eine verbaute Baugrube mit erforderlicher Wasserhaltung wegen Grundwasser und/oder einbrechendem Oberflächenwasser ist wesentlich teurer als eine Baugrube ohne Wasserhaltung und ohne Verbau. Hanglagen sind in der Gründung meist teurer als ebene Grundstücke zu bewerten; aber in der Hanglage ist die Lage des Bauwerkes schon besonders wichtig, wenn die Frage für Geländeauftrag und Geländeabtrag zu bewerten ist können unterschiedliche Tragfähigkeiten im Boden zu Gründungsmaßnahmen zu hohen Kosten führen. Auch die Frage der Anschütthöhen muß in der Hanglage besonders beachtet werden. Möglicherweise muss zur Hangsicherung eine Stützwand erstellt werden oder sind vielleicht Blindkeller erforderlich. Wenig tragfähige Böden führen zu großen Fundamentabmessungen. Es gilt in diesem Fall zu erfahren in welcher Tiefe eine tragfähigere Schicht anzutreffen ist. Wenn Pfahlgründungen, Brunnengründungen oder Bodenaustausch erforderlich werden stehen immer erhebliche Kosten für den Bauherrn im Raum. Die Frage nach dem Grundwasserspiegel sollte nicht unbeachtet bleiben; denn ein Keller, der im Grundwasser oder in einer Wasserwechselschicht (auch Hochwasser) ausgeführt wird, muss mit besonderen abdichtenden Maßnahmen hergestellt werden. Wannen sind auch gegen Auftrieb zu sichern. Weiterhin sollte darauf geachtet werden, ob sich Hindernisse auf dem Grundstück oder im Boden befinden: Leitungen (Elektro, Telefon etc.), Rohre (Wasser, Abwasser, Gas, Fernheizung etc.), Fundamente früherer Bauwerke, Brunnen, Maste etc.. Gerade in der Gründung stecken oft Kosten, die den Grundstückswert weit überschreiten können. Es ist daher in jedem Fall zu empfehlen, einen erfahren Bodengutachter und/oder erfahrenen Ingenieur zu diesen Fragen zu hören.

  5. Ist das Grundstück ökologisch unbelastet?

    War das Grundstück schon immer am Ortsrand, mit Hanglage(?)und unbebaut, lohnt es sich, zu überprüfen, ob dort nicht Jahrzehnte lang der "Müll "des Ortes abgelagert wurde. Oft wurden alte Lehm- oder Sandgruben aus dem 17./18. Jahrhundert später zugeschüttet und bis in die Anfänge des 20. Jahrhundert als Schutthalde benutzt. Auch gab es bis vor wenigen Jahrzehnten Orte, deren Abwässer gesammelt in eienem Bach in einen Teich liefen, den es nun, nachdem der Ort schon vile Jahre eine Kläranlage hat, schon "lange "nicht mehr gibt. Immer wieder begegnen mir bei Reisen (nicht nur in den neuen Bundesländern!) an Ortsrändern in schönster Lage die tollsten Abraumhalden. Nach 10 Jahren und mit ein bißchen Mutterboden ist es höchstens noch an dem vermehrten Brennesselbewuchs zu erkennen.

    Name:

    • Christoph Kumpe
  6. DSL-Anschluß vorhanden?

    Ein für viele wichtiges Standort-Kriterium: Will man aufgrund der Grundstückspreise weiter ins Umland rausziegen, dann sollte man bei der Wahl des Bauplatzes darauf achten, ob und welche DSL- und ISDN-Anschlüsse für diese Wohngegend vorhanden oder zumindest fest geplant sind. Die Auskunft hierüber erhällt man bei der Telekom. Auch Kosten und vorhandensein von Kabelanschluß, bzw. - noch besser - Möglichkeiten und Empfangsqualität für Sateliten- und Antennenempfang abchecken. Das ist gerade in Talsenken und im Hinterland nicht immer selbstverständlich und fehlende TV- und Internet-Zugänge können die Wohnqualität und die Freude am Eigenheim erheblich trüben. Also gleich abchecken, bevor man sich in den "falschen "Bauplatz verliebt.

    Name:

    • Anke Merau
  7. Checkliste für Planung und Vorbereitung beim Bauen

    Diese Entscheidungshilfe hilft bei der richtigen Grundstücksauswahl und Gebäudeplanung, wie Hausart, Zimmeranzahl, -größe, Heizung, Infrastruktur uvm.

  8. Läßt der Bebauungsplan überhaupt mein Wunschhaus zu?

    Informieren Sie sich vor Kauf welche Bebauung laut Bebauungsplan (soweit vorhanden) überhaupt zulässig ist. Sonst ist vielleicht Geschossigkeit oder ähnliches zwingend vorgeschrieben, Ihnen schwebt aber was ganz anderes vor!

  9. Zukünftige Nebenkosten

    Werden zusätzliche Gebühren für Abwasser / Regenwasser für das bebaute Grundstück erhoben. Kann das Regenwasser versickert werden oder muß es teuer in die Kanalisation abgeleitet werden. -> Anschlußzwang. Ist bei Baugebieten mit Fernwärmeangebot ein Anschlußzwang vorhaben, oder kann über die Heizungsart frei entschieden werden? Hat z.B. das Klein-Blockheizkraftwerk eine Holzfeuerung, kann im Liefervertrag u.U. eine Anpassung an den Ölpreis vorgesehen sei. Achtung, die Kostenersparnis zwischen Holz und Öl erzeugten Energie fließt nur dem Betreiber zu!

    Name:

    • Karl
  10. In welche Richtung können Sie bauen?

    Bevor Sie ein Grundstück erwerben, sollten Sie sich vorher erkundigen in welche Richtung die Bebauung erfolgen darf. Das ist besonders wichtig, wenn Sie eine Solaranlage auf Ihrem Haus platzieren möchten.