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Frust mit den Architekten (vorsicht lang!)13.04.05
Hallo!
Seit vielen Monaten bin ich fleissige Leserin dieses Forums,und ich schicke ein dickes Kompliment an alle, die sich hier so stark engagieren! Ihr macht es gut!
Nun aber zu meiner Geschichte, denn ich habe eigentlich keine richtige Frage sondern nur Frust, den ich hier ein wenig erleichtern will:
Vor ca. einem Jahr haben wir ein Grundstück samt altem Holzhaus gekauft. Es liegt in hervorragender bester Stadtlage am Grüngürtel, mit Ausblick, hat alles und war noch dazu relativ billig. Wir sind total glücklich, haben das Haus erstmal (gewinnbringend) befristet vermietet und wollen in ca. 2 Jahren das alte Gebäude wegreißen und ein neues Haus bauen. Selbstverständlich hat das Grundstück einen Hacken, sonst wäre es ja nicht so billig gewesen: es ist ein sehr starker Hang, nordseitig, an dessen höchstem Punkt, süseitig neben der Straße der zukünftige Bauplatz ist. Aber uns stört das nicht, wir sind als Österreicher gewohnt, am Berg zu leben...:)
Nun, ich bin also zu einem Architekten aus unsrere Gegend gegangen, den ich nach ausgiebiger Recherche im Internet gefunden habe. Wir haben mit ihm das Grundstück besichtigt, als es zum Kauf stand, um sicher zu sein, daß es überhaupt möglich ist, dort neu zu bauen.
zur Info: Unser haus wird ca. 350 m2 groß (Wohnhaus mit Büro) und die erforderichen Aufwendungen (Hanglage!)für die Außenanlagen werden nochmals ca. 100000 verschlingen (meine Freundin ist eine erfolgreiche Landschaftsarchitektin, sie möchte diese Aufgabe übernehmen)Unsere Idee ist ein sehr modernes Niedrigenergie Holzhaus auf einem Fertigbetonkeller und Flachdach.
Für die Planung und Vorbereitung des Baus unsres Hauses sind 2 Jahre veranschlagt. Wir haben uns entschlossen, mit dem Entwurfskonzept zu beginnen, einen 6 Seiten Anforderungskatalog zusammengeschrieben und waren nach dem ersten Skizzen (Wartezeitraum 3 Monate) eigentlich guter Dinge. Nun ist aber folgendes merkwürdiges passiert: Je öfter wir mit dem Archi zusammenkommen, desto mehr wird klar, daß er überhaupt nicht auf unsere Bedürfnisse eingeht, sondern eher seiner Selbstdarstellung nachgeht. Er versucht uns Dinge anzudrehen, die für uns nicht passen und auch im Haus nicht funzen.
Ich habe mittlerweile versucht, seine Pläne auf Arcon nachzuzeichnen und aus purer Neugier auch selbst begonnen ein Haus so zu planen, dass es unseren Bedürfnissen entspricht. (Habe im Studium Architektur als Beifach gehabt)Nun kam es so, wie es kommen musste: Ich ging mit meiner ziemlich ausgefeilten Plan zum Archi und der hat es zu 90 % übernommen! Möchte aber trotzdem die volle "Marie" für die Planung. Die restlichen 10 % machen schicke gefärbte Sichtbetonwände und eine Vollverglasung der Nordfassade aus, sein Entwurf ist mehr eine Plastik als ein bewohnbares Haus.
Mittlerweile ist mein Gatte schon der Meinung, wir sollten auf den Archi pfeiffen und meinen Plan selbst bauen. Das ehrt mich, dennoch habe ich ein ungutes Gefühl, da ich das nicht gelernt habe und nicht irgendwelche kostspieligen Fehler machen möchte.
Ich bin nunmehr überhaupt nicht mehr glücklich mit unserem Architekten, ich kam mir bei unseren Gesprächen mit ihm immer klein und schäbig vor, da er mir klar machte, daß meine Vorstellungen nicht üblich oder schön wären,(außerdem bezweifelt er anscheinend insgeheim, daß wir es uns leisten können) dann übernimmt er meinen Entwurf faktisch 1:1, und tut so, als wäre alles auf seinem Mist gewachsen.
Nun haben wir auch schon Kontakt mit anderen aufgenommen, mußten aber nach 4 Versuchen feststellen, daß es anscheinend niemanden gibt, der es nach dieser Schlappe schafft, mit uns eine Vertrauensbasis aufzubauen. Am schlimmsten ist es, wenn einem großzügig "Rabatte" gewährt werden, und man durch zufall (einem an die falsche Adresse gesendetem fax) erfährt, daß die Berechnung des Honorars faktisch getürkt war: da werden vorher großzügig Rabatte (20-30%!!!) eingeräumt, nach denen man gar nicht gefragt hat(!), am Schluß kommt doch immer die selbe Zahl heraus: 10 % der Bausumme.
Eine Frage nun: Wie kann ich mit jemanden, ders versteht, meinen Plan so bearbeiten, daß das bestmögliche planerische und vorallem ästhetische Ergebnis herauskommt? Der archi wirds wohl nicht, wir werden ihm die vereinbarten Teuros fürs konzept bezahlen, das war dann "Lehrgeld"
Ich dachte daran, mit den verschiedenen Anbietern im Holzbau Kontakt aufzunehmen, und vielleicht direkt mit dem Hersteller die erforderlichen Planungen zu bewerkstelligen. Doch ästhetisch fehlt da wahrscheinlich noch das gewisse etwas, ich habe ja nur den Grundriß entworfen, beim "look" des hauses zerreisst es mich regelmäßig, ich weiß jetzt schon, daß ich jemanden brauche, der es richtig elegant macht. Außerdem ist die Bauleitung auch so eine Sache, die ich mir nicht ganz zutraue.
Wie sollte ich also weiter vorgehen?
Liebe Grüße aus Oberösterreich, Smile
Name: Smile
richtig elegant?13.04.05
das kann doch kein problem sein?
in österreich schon garnicht :-)
ich komm zwar bestenfalls bis va und oö - aber da gibt´s beides:
elegante architektur .. und elegante architekten ;-)
selbst aus graz wurde solches schon glaubhaft berichtet ..
wenn die ansprüche hoch sind, ist es doch naheliegend, "chemisch"
geeignete fachleute zu beauftragen - oder doch lieber nordfassadenverglaser? ;-)
Name: Markus L. SollacherE-Mail-Adresse anzeigen
hm13.04.05
... ich verstehe nicht ganz.
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Einerseits stellen Sie einen 6(!!!) Seiten Anforderungskatalog auf, beklagen sich das nicht drauf eingegangen wird.
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Dann malen Sie was nieder von dem Sie glauben es ist der Stein der Weisen, es wird übernommen (aus welchen Gründen auch immer) es wird also nun auf die Anforderungen eingeangen, aber das ist nun auch nicht mehr recht.
Zumindest nicht zum verhandelten Preis, ist das in Österreich uneingeschränkt verhandelbar? Ich weiß es nicht.
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Vielleicht haben Sie ihn zermürbt, vielleicht hat er auch erst jetzt Ihre Anforderungen begriffen. Auch das weiß ich nicht.
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Was ich aber glaube ich weiß ist das Sie "Ihren" Grundriss bereits bei der AUfstellung des 6(!!!) Seiten Kataloges im Kopf hatten is ja auch klar bei so ner Bibel und der Archi Ihnen einfach nicht den gemalt hat den Sie im Kopf hatten, kann das sein?
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Name: Herr Ulr-372-Ree
Chemie - Bauherr - Architekt14.04.05
Hallo smile,
irgend etwas passt wohl hier nicht ganz zusammen - meiner Meinung nach ist die Chemie zwischen Architekt und Bauherr wohl einer der wichtigsten Faktoren um ein gutes Resulat zu erzielen.
Anscheinend hat Sie Ihr Bauchgefühl wohl etwas verlassen, als Sie Ihren Archi gewählt haben - war hoffentlich nicht nur der eine.
Vielleicht ist es das beste, alles über Bord zu schmeißen und ganz von vorne zu beginnen. Natürlich auch den Kopf freimachen.
Ich denke im zweiten Anlauf wird es sicher gelingen.
Mit freundlichen Grüßen aus Bayern
Name: Stephan RiederE-Mail-Adresse anzeigen
Zwei Dinge...14.04.05
Werte Fragestellerin
1.) Wie oben schon mehrfach gesagt, die Chemie muss stimmen.
2.) Ist es eine der vornehmsten - und schwierigsten - Aufgaben des Architekten IHRE Wünsche und Vorstellungen in GUTE Architektur zu verwandeln.
Aber eine Bitte: 6 Seiten - womöglich eng beschrieben - Programm sind zuviel!!!!
Das wesentliche Herausziehen und dem Archi ein wenig Vertrauen auch in Punkto Gestaltung entgegen bringen.
Wichtiger als z.B. die Lage des Gartenwasserhahns (z.B. ;-)) ist, dem Archi auch mitzuteilen, was Sie NICHT wollen.
Wie finden Sie den nächsten Archi? Viel suchen und aufs Bauchgefühl vertrauen.
Das ist wie nach jeder Trennung ;-(. Die nächsten Partner wecken sehr schnell die schlechten Gefühle der letzten Beziehung.
Wenn Sie noch so viel Zeit haben, lassen Sie sich noch ein wenig davon, um das alte aufzuarbeiten und in Ruhe einen Archi zu finden.
Zum Thema Honorar sei gesagt, das so was oft an beiden Seiten liegt. Wenn der Archi das Gefühl hat, er soll gedrückt werden, greift er zu solchen Mittel - evtl.
MfG
Name: Ralf DühlmeyerE-Mail-Adresse anzeigenhttp://www.duehlmeyer-architektur-planung.de
Ich danke euch für die Antworten Tja 6 ...14.04.05
Ich danke euch für die Antworten.
Tja, 6 Seiten Anforderungskatalog sind viel. Das war auch nicht das Problem. Wir mußten so detailliert schreiben, da mein Mann sehr genaue Anforderungen an sein Büro hat und sich aus der schwierigen Lage des Grundstückes einige Notwendigkeiten ergeben und ich in einem bestimmten Raum den Blick über die Stadt haben wollte. Aber wir haben nur die ungefähre Lage der Räume angefordert + m2 Zahl, keineswegs hatte ich schon vorher eine Ahnung, wie das Haus später aussehen könnte. Diese Ahnung fehlt mir immer noch, wobei es jetzt eigentlich schon mehr um die ästhetische Seite geht, da ich nach 4 komplett verschiedenen Grundrißentwürfen nun einen ziemlich perfekten Ausgearbeitet habe.
Ich hatte von Anfang an ein Gefühl von nicht ernst genommen werden - nun, ich habe halt versucht, in dem Archi einen Verbündeten zu sehen. Aber mein Mann hat es schnell überrissen: der hatte eigentlich nur vor uns schnell abzufertigen, da seine Entwürfe nicht wirklich sehr durchdacht waren und aus rein ästhetischen Gründen mein wichtiger Blick auf die Stadt zugemauert wurde. Seine zwei bisherigen Vorschläge waren beide male sehr stylisch, aber schlicht unbewohnbar (und genausowenig finanzierbar!)
nach einem Rabatt haben wir bei keinem Archi gefragt, zugesichert wurden uns aber jedesmal einige Prozente, welche aber in der Gesamtsumme die magische Zahl 10% der Bausumme ergaben. Das scheint also der inoffizielle Satz zu sein...hat man es notwendig vorher so großzügig zu tun? Ich führe selbst ein Unternehmen, würde ich solche Kostenvoranschläge vorlegen, würde ich von den Kunden nicht mehr ernst genommen!
Nun, ich glaube auch, daß man viele Frösche küssen muß, um seinen Prinz zu finden. Ich habe auch noch fast 2 Jahre Zeit dazu.
Wenn ich das technisch auf die Reihe kriege, werde ich versuchen, die Zeichnungen von ihm und von mir ins Netz zu stellen. Allerdings sei zu bedenken, daß wir in ein wenig anderen Dimensionen denken, weil ein vollständiges 80 m2 Büro ins Haus muß + Lager und wir auch nicht bauen um, von unserer großzügigen Dachgeschoßwohung in ein kleines Knusperhäuschen zu ziehen...;)Und elegant ist mein Haus nun äußerlich noch nicht wirklich, es möchte gern und kann net, wie man bei uns sagt...
Also, ein wenig Geduld und Danke einstweilen...
Liebe Grüße aus OÖ