Suchefunktion BAU.DE Forum Außenwände und Fassaden 2445-1: Fassade mit Riemchen aud Styropor oder Sytem-Klinker Feuchtigkeit??

Außenwände und Fassaden

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  1. Schreibe ich nicht klar genug? 26.05.05
    Nochmals: Dampfdiffusion spielt an der Fassade keine Rolle - Ausnahme: Kondensat kommt rein - es kommt nur auf die Kapillartrocknung an. Und wie hält der Klinker auf dem "Dämm"-Stoff? Magnetisch? Geschraubt? Gezwickt? Na also. Außerdem: Wie ist die thermische Dehnung von Klinker und dann vom Kleber und dann vom Dämmstoff? Darauf kommt es nämlich auch an bei frei bewitterten Fassadenbauteilschichten. Und da sieht es ebenso besch... aus.
    Name: Konrad Fischer   http://www.konrad-fischer-info.de

  2. Lesen könnte hilfreich sein... 26.05.05
    wäre da meine Empfehlung. Denn bei diesen, schon seit langen üblichen Klinkersystemen, wird die Verbindung zwischen Klinker und Trägerdämmstoff nicht durch irgendwelche Klebstoffe herbei geführt, sondern der Dämmstoff wird bereits in der Fertigung serienmäßig miteinander verbunden. Beim Haacke-Isolierklinker werden Riemchen mit sogenannten Schwalbenschwanz direkt mit Styropor (patentiert) verbunden, beim Böger-Systemklinker wird PUR in einem Spezialverfahren hinter den Riemchen erst maschinell geschäumt. Bei beiden Systemen gehen Klinker und Dämmung eine schlüssige Verbindung ein, ohne mit zusätzlichen Stoffen o.ä. belastet zu werden. Diese großflächigen Elemente werden in der Montage dann nur noch miteinander verzahnt und mechanisch befestigt. Auf ein Kleben kann verzichtet werden. Formteile für Öffnungen gibt es ebenfalls, Dämmstoffdicke ist variabel. Wie ich meine eine gute Alternative zum konventionellen Verblenden, da gerade auch Altbauten oder Fertighäuser in den Genuss einer echten Klinkeroberfläche kommen können.
    Ich verstehe offengestanden diesen pauschalen "Exorzismus" gegen WDV-Systeme nicht ganz, ich bin kein Verfechter der Dämmstoffindustrie, bin aber der Meinung, dass es mitunter lohnenswerte Anbieter von ausgeklügelten Produkten geben kann. Eindimensionale Sichtweisen wie "WDV-Systeme sind alle Schrott", kann ich nicht teilen. Einer solchen Denkweise könnte man auch unterstellen, dass innovative Produkte wie Fermacell, Rigips usw. ebenfalls fragwürdig sein könnten, ergo: mineralischer Putz sollte das Maß aller Dinge sein.
    Gerade die Nachkriegsbausubstanz bringt eine besondere Problematik mit, minderwertige Baustoffe, z.T. zu dünn bemessen, schlechter Wärmeschutz. Mit Putzausbessern ist den Bewohnern nicht gedient, eine Lärchenverkleidung ist auch nicht jedermanns Sache. Konstruktive Ideen sind gefragt, Pauschalabsagen sind langweilig und nutzlos.
    Name: Kurt Brück  

  3. Lesen nützt nur bedingt, 26.05.05
    denn wo es drauf ankommt, ist die Frage des Kapillartransports im Schichtsystem. Und da wird wohl niemand behaupten - und tut es ja auch nicht - daß über solch ein ausgeklügeltes System die eingedrungene Feuchte kapillar heraustransportiert werden kann. Und darauf kommt es doch sehr an bei einer bewitterten und kondensatbelasteten Fassadenbeschichtung.
    Über Dämmstoffe nur so viel: Seit 1983 weiß das Fraunhofer-Institut, daß Dämmstoffe nicht bzw. arg schlechter dämmen als Massivbaustoffe (vgl. Link). Und seit den Ergebnissen des Therma-Wettbewerbs und der Gewos-Untersuchung, spätestens aber seit den Fehrenberg-Nachweisen weiß man das auch konkret von Vergleichswohnbauten in wirklich ausreichend großen Dimensionen.
    Seit vielen Jahren hat Meier die Rechenirrtümer der falschen Dämmstoffphysik aufgedeckt. Das kann man freilich alles vom Tisch wischen - nur nutzt das dem Bauherren gar nichts. Und darauf käme es doch an.
    Um "pauschalen Exorzismus" geht es hier also keinesfalls, diese Unterstellung muß ich zurückweisen. Es geht ganz im Gegenteil um die hier allernotwendigste Aufklärung. Und wer soll die machen? Die werbeabhängigen Baumedien? Die an den Kosten profitierenden Planer und Handwerker? Die drittmittelabhängige "Wissenschaft"? Die Lobbykratie in Politik und Administration? Schön wäre es ja.
    Weiterführende Links:
      - http://www.konrad-fischer-info.de/7fehrtab.htm
    Name: Konrad Fischer   http://www.konrad-fischer-info.de

  4. Ansichten 27.05.05
    Der kapillare Feuchtetransport, bzw. das Märchen der "atmenden Wände" wird ohnehin schon bei Maurerazubis im 1. Lehrjahr abgehandelt. Daran glaubt eh nur der Laie. Eine quantitative Prüfung der kapillaren Feuchtigkeitswanderung durch Außenwände findet max. bis zu 2% statt.
    Bei meinen Bewertungen basieren 85% der Mängel bei WDV-Systemen auf schlechte Ausführungen, wie z.B. mangelnde Dachüberstände, Verarbeitung von nicht geprüften Materialien oder unsachgemässe Konsistenz/Mischungsverhältnisse der Trockenbaustoffen.
    Z.T. sind gerade die Systeme der großen WDVS Hersteller anfang der 70er Jahre auch nicht frei von Fehlern gewesen, lackähnliche Oberflächenputze versiegelten die Flächen hermetisch, die Putze zogen Moos und bildeten Schmutzplakate, südwest ausgerichtete Fassaden sahen nach nur 2 Jahren Standzeit unansehnlich aus.
    Sicherlich ist es für Neubauten empfehlenswert bereits in der Planungsphase mit wärmespeichernden Baustoffen zu arbeiten um auf teure Dämmmaßnahmen verzichten zu können, aber die hier vom Fragesteller geschilderte Situation benötigt eine andere Erklärung als nur die bloße Ausbesserung.
    Und da sehe ich den Klinker als Oberflächenschutz als die beste Möglichkeit an. Gesinterte Erzeugnisse i.V. mit einem guten Dämmstoff, die Fugenflanken mit einer Mischung aus Traßzement nach DIN 51043 ohne Zusätze. Keine Silicone o.ä.
    All denen, die dennoch eine herkömmliche WDV Putzfassade favorisieren, sollte man herstellerseits noch ein Stoßlüftungsverhalten ans Herz legen.
    Prof. Erich Cziesielski hat dazu Interressantes geschrieben.
    Weiterführende Links:
      - http://www.crp-berlin.de/veroeffentlichungen/veroeffentlichungen.html
    Name: Kurt Brück  

  5. Der Feuchtetransport 27.05.05
    durch die nicht atmenden Wände - ich bin auch hier kein Märchenerzähler und diese Binsenweisheit betrifft mich nicht - ist ca. 1000 zu 1 kapillar. Wenn es nennenswerte Dampfdiffusion gäbe - also Transport in Dampfform - also gasförmig - würde die Wand ja atmen - was sie nicht tut.
    Da verheddern Sie sich aber ganz schön in Widersprüche, sehr geehrter Herr Brück.
    Erst erzählen Sie von geprüfter Dampfdiffusion, als ob das was bedeuten würde, dann sagen Sie, atmende Wände sind ein Märchen, usw. usf.
    Worauf es doch ankommt ist die gute Trocknung der bewitterten Fassade, in die immer Feuchte reinkommt und eine wärmespeicherfähige Oberfläche, um nächtliche Einkondensation von Luftfeuchte bei abkühlender Außenluft mit nachfolgender befrostung und Veralgung sicher zu verhindern. Beides können weder WDVS noch WD-Riemchen leisten - seien sie auch noch so vergiftet (Fungizide/Algizide). Da beißt die Maus kein Faden ab.
    Name: Konrad Fischer   http://www.konrad-fischer-info.de

  6. Genauer gesagt 27.05.05
    sind die genannten Klinkersysteme dampfdiffusionfähig, die Prüfunterlagen des MPA Hannover und FIW München liegen mir seit einer konkreten Planung bereits vor. Also nachvollziehbare Ergebnisse, die zweifelsfrei sachgemäß ermittelt worden sind.
    Meine Aussage zum Märchen der atmendenden Wände soll bedeuten, dass der Großteil der im inneren enstehenden Luftfeuchte eben nicht den Weg durch die Aussenwand sucht, maximal 2%, sondern durch das Öffnen von Fenster, Türen und durch Lüftung (gewollte und ungewollte) entweicht. Erst wenn der Bauherr zum Frischluftverweigerer wird, läuft er Gefahr das Raumklima zu verschlechtern, unabhängig davon ob die Außenwand mit einem WDVS bekleidet worden ist oder nicht.
    Bei diesen Klinkersystemen gibt es Langzeitstudien, bzw. Objekte mit einer Standzeit >20 Jahren, es sind keine nenneswerten Schäden an diesen Häusern aufgetreten die ein bauphysikalisches Versagen o.ä. zur Ursache hätten. Eine "gute" Trocknung der Klinkeroberflächen ist gewährleistet, Festigkeit von 28, Scherbenrohdichte von min. 1,9 kg/cbdm, Prüfung nach DIN 105, in Süddtschl. wohl scheinbar unbekannt, klimatisch bedingt häufig an Nord- und Ostsee anzutreffen. Klinkeroberflächen sind dort ein Teil der Bautradition.
    Anders als bei den WDVS-Putzprodukten aus dieser Zeit, bei denen infolge von Schlagregen, Risse und Abplatzungen sich gebildet haben, sicherlich auch nicht alle, jedoch ein gewisser Teil. Im beschädigten Anstrich sitzen zumeist Sandkörner aus der Putzoberfläche, die eine Bikarbonatbildung durch die Kohlensäure des eingedrungenen Regenwassers gebildet haben. Fazit: Abriß-Baumischabfall!
    Name: Kurt Brück  

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