Suchefunktion BAU.DE Forum Bauwissen von Herbert Fahrenkrog 21: Silikonfugen und Naturstein

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Silikonfugen und Naturstein 16.01.07
Was bedeutet dauerelastisch, elastisch oder plastisch
Das Wort "dauerelastisch" wird zwar oft für Silikonfugen genommen, ist aber falsch, da auch Silikone ihre Elastizität
im Laufe der Zeit verlieren. Deshalb spricht man von elastischen Fugmaterialien. Acryldichtstoffe sind im Gegensatz
zum Silikon nur plasto-elastisch. Die Elastizität ist geringer als beim Silikon. Bei Überlast kann eine bleibende
Verformung entstehen.
Wie weit läßt sich Silikon eigentlich Zusammendrücken ?
Der sogenannte ZGV - Wert gibt an, wie weit das Silikon Bewegungen aufnehmen kann. Bei einem Wert von "20%"
bedeutet es 10 % Zug- und 10 % Druckaufnahme. Bei einer Breite von 10mm sind es dementsprechend nur +- 1mm.
Wie breit muß die Silikonfuge sein ?
In dem Merkblatt "Abdichtung von Bodenfugen mit elastischen Dichtstoffen", herausgegeben vom Industrieverband
Dichtstoff (http://www.ivd-de.de) sind die Mindestfugbreiten in Abhängigkeit von der Temperaturdifferenz und dem
Fugenabstand festgelegt. Ein Beispiel: Fugenabstand 6m, Temperaturschwankungen 40°, ZGV 20% ergibt sich eine
Mindestbreite von 14mm. In Außenbereichen mit einer Differenz von 80° sind es 25mm.
Silikon und Schimmel, worauf muß man achten ?
Sanitärsilikon oder die Ottoseal - Produkte für Naturstein sind i. d. R. fungizid ausgerüstet. Das bedeutet, das durch
die Zutaten eine mikrobiologische Besiedlung reduziert wird. Mit der Zeit wird der Effekt geringer. Je nach
Umgebungsbedingungen (Reinigungsmittel, Feuchtigkeit, angrenzende Baustoffe usw.) kann der Verlust der
fungiziden Wirkung beschleunigt werden. Deshalb ist Schimmel i. d. R. kein "Problem" des Verlegers.
Wie entstehen eigentlich die Randverfärbungen bei Natursteinen ?
Es gibt drei Hauptgründe:
1) Das Silikon ist für Naturstein nicht geeignet. Billige oder ungeeignete Silikone enthalten oft "fettige" Füllstoffe, die
in den Naturstein einwandern können. Diese Fettflecken können oft mit Ölentfernerpaste reduziert werden.
2) Es wurde Spülmittel zum Glätten benutzt. Ein Tropfen auf 10l Wasser reicht völlig aus. Meistens wird Spülmittel
"pur" verwendet. Dann wandern die darin enthaltenen Reinigungsaktiven Stoffe (Tenside) in den Stein ein und
führen zu einer "fettig" aussehenden Verfärbung. Bei unimprägnierten Flächen hilft es oft, wenn man einen
nassen Lappen mehrere Tage auf der Stelle liegen läßt. Dann können sich die Tenside im Stein "verteilen" und
fallen nicht mehr auf.
3) Auf unpolierten Flächen entsteht durch die Glättung der Fugen öfter auch eine dünne Silikonschicht, die einen
Nasseffekt erzeugt. Das kann man nur mechanisch entfernen, z. B. mit einem Messer und einem
Ceranfeldhobel. Durch ordentliche Abklebung ist es vermeidbar.
Ersetzt eine Silikonfuge eine Abdichtung ?
Eindeutig nein. Silikon ist zwar ein Dichtstoff, ersetzt aber nicht eine vernünftige Abdichtung unter dem
Natursteinbelag in Nassbereichen. Naturstein ist noch nicht einmal ein Dichtstoff.
Muß die Silikonfuge bis zum Mörtel durchgehen ?
Nein, im Gegenteil. Es ist die sogenannte "Dreiflankenhaftung" nicht geeignet. Das bedeutet, das der Dichtstoff nur
an zwei nebeneinander liegenden Natursteinplatten haften soll, ohne am Mörtel zu "kleben". Deshalb ist ein
entsprechende Rundschaumstreifen einzulegen. Lt. IVD - Merkblatt sind Dichtstoffdicken > 20mm zu vermeiden.
Name: HF  

  1. der 16.01.07
    funzt besser.
    http://www.ivd-ev.de/
    Name: Uwe Michael Filusch  

  2. Herzlichen Gromyk 17.01.07
    Stimmt, das war der richtige Link zum IVD.
    Danke
    Name: Herbert Fahrenkrog   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.bau.de/forum/bauwissen/fahrenkrog
 

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