Dach
Verwirrung durch U-Wertrechner
Liebe Experten,
quasi als kleiner Nachtrag zu 16093:
zu meinem aktuelle Aufbau (18 cm ZKF 035 zw. 20x4 cm -Sparren, darauf Dampfbremse SDA 150) hab ich mal einen U-Wertrechner (http://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/) wegen der Optionen für das weitere Vorgehen befragt. Zu meinem großen Erstaunen kam dabei Folgendes heraus:
Wenn ich zwischen die für die Beplankung mit Gipskarton noch erforderliche UKA aus Latten eine Untersparrendämmung (z.B. 4 cm dick) einsetze, erhöht sich zwar der Dämmwert geringfügig, der sommerliche Hitzeschutz wäre aber ziemlich schlecht.
Verzichte ich aber auf diese zusätzliche Dämmschicht und beplanke einfach die UK mit Gipskarton, verbessert sich der sommerliche Hitzeschutz DRASTISCH, dann wäre ich sogar im "grünen Bereich".
Wie kann das sein? Wenn das wirklich so wäre, welchen Grund gibt es dann für eine (teure) Untersparrendämmung?
Ratloser Didi
vorab die Grobantwort vom Laien: Der Hitzeschutz ... ... vorab die Grobantwort vom Laien:
Der Hitzeschutz ist abhängig von der im Weg stehenden Masse, (deren Erwärmung ja dann länger dauert, so dass frei ausgedrückt, die Sonnenstunden, die erforderlich sind, um innen einen Temperaturanstieg von x Grad zu bekommen mehr werden).Gipsplatten haben, wenn ich das richtig sehe, einen nicht schlechten Hitzeschutz, aber sicher keine besonders gute Wärmedämmung.
Mageblich für den Hitzeschutz ist also, _welches_ Material zur Wärmedämmung verwendet wird, eher weniger wieviel Wäremschutz dies hat. Mineralfaser(wolle) hat wenig Masse, also bringt wenig im Hitzeschutz, aber dämmt ganz vernünftig; feste Dämmstoffe bringen da mehr; es gibt da soviel Auswahl an Dämm-Materialien, dass Du bestimmt was findest, womit beides möglich ist. Meist ist der Preis dann das Problem.
Markert
im grünen Bereich? Das Berechnungsblatt stellen Sie mal online...
Lieber Herr Markert, lieber Herr Tilgner, erst ... ... Lieber Herr Markert, lieber Herr Tilgner,
erst mal vielen Dank für die schnelle Antwort- komme leider selbst erstheute dazu, Ihnen zu antworten.
Ich habe zwischenzeitlich sicherheitshalber den Rechner noch einmal bemüht. Es kommt nach wie vor Folgendes raus:
Fülle ich den Zwischenraum zwischen der geplanten UKA (Latten 4x6 cm im Abstand von 50 cm)unter der Beplankung mit Rigipsplatten 12,5 mm mit Glaswolle WLG 032 (4 cm dick), erhöht sich der U-Wert leicht von 0,19 auf 0,16. Beim Hitzeschutz beträgt die Phasenverschiebung 6,2 h und die Amplitudendämpfung 5,4.
Lasse ich aber - bei sonst gleichem Aufbau - die zusätzliche Untersparrendämmung weg, habe ich den etwas schlechteren U-Wert von 1,9 aber einen doch drastisch besseren Wert bei der Amplitudendämpfung, nämlich 15,6 (statt 5,4)bei einer Phasenverschiebung von 7,0.
Ich hab das so verstanden, dass die höhere Amplitudendämpfung auch einen deutlich besseren Hitzeschutz darstellt (wird in dem Balkendiagramm auch so schön in leuchtendem Grün dargestellt).
Wie gesagt: Der übrige Aufbau ist einschließlich Dampfbremse schon vorhanden. es geht mir nur darum, ob ich den Raum der durch die erforderliche Latten-UK entsteht, mit der zusätzlcihen Dämmung füllen soll oder nicht. Wenn ich ohne nicht nur Geld spare, sondern auch noch einen besseren Hitzeschutz im Sommer habe, wäre mir das natürlich recht. Der U-Wert von 1,9 würde mir ja reichen.
Beste Grüße
Ddi
Ein Weglassen von Dämm-Material kann in ... ... meinen (Laien)Augen keinen besseren Hitzeschutz bewirken, da hat wohl der Rechner seine Grenzen erreicht. Man soll nicht alles glauben, was so ein einfaches Programm ausspuckt. Beispiel von annderem Gebiet: Um Solargewinne durch Solarthermie auszurechnen, hatte ich vor einigen Jahren auch so einen Rechner, der bundesweit von den meisten Energieberatern eingesetzt wird. Nach meiner Erinnerung gab die damals neue Version einen um mehr als 40% höheren Wärme-Ertrag in kWh aus wie die ein Jahr ältere Version bei identischer Eingabe. Die Effizienz der gesamten Solarthermie in Deutschland stieg also wie von Zauberhand um einen zweistelligen Wert, nur weil da jemand seinen Algorithmus geändert hat. Ich befürchte, der konservative Wert war realistischer. Also Papier ist sehr geduldig- und Software hat noch mehr Schwächen- auf den gesunden Menschenverstand sollte man sich immer mehr verlassen. Ggf. anderen Rechner bemühen oder einen Experten fragen, der andere Software einsetzt.
Markert
LOGIK ist logisch Klare Sache, sommerlicher Wärmeschutz ist dann gut, wenn Sie innen Speichermasse haben, die nachts abgekühlt wird und die durch AUSSEN liegende Dämmung lange vor Erwärmung geschützt wird. Es handelt sich also um ein 2-Komponenten-System. Rechnen Sie mal folgendes Beispiel:
Variante A:- innen: 10 cm Stahlbeton
- aussen: 20 cm Mineralwolle 040
Variante B:
- innen 10 cm Mineralwolle 040
- aussen 20 cm Mineralwolle 040
also insgesamt sogar 30 cm MiWo
Welches System schaft es wohl länger kühl zu bleiben???
Klar der Beton!!! Obwohl Variante B 10 cm mehr Dämmung aufweist, fehlt es ihr an Speichermasse. Variante B wärmt schneller durch, da MiWo eine geringere spezifische Wärmekapazität aufweist.Mit Ihrem Rechenmodell ist es ähnlich. Die Sparren bieten ein gewisses Maß an Speichermasse. Wenn Sie diese zur Raumseite dämmen, dann können Sie von außen schneller aufgewärmt werden. Sie müssen also einen Kompromiss eingehen mit der Dämmung der Installationsebene - sommerlicher oder Winterlicher Wärmeschutz optimiert. Mein Tip: Inst.-ebene dämmen und Ziegeldeckung gut unterlüften, das hilft.
Vielen Dank für die zusätzlichen Hinweise ... ... - jetzt komme ich der Sache schon näher. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, kommt bei der Variante ohne Dämmung der Inst.-Ebene der bessere Hitzeschutz dadurch zustande, dass die Wärmeleitung zwischen der Zwischensparrendämmung und dem Gipskarton durch die Luftschicht unterbrochen wird, richtig?
Bei der Belüftung der Ziegeldeckung sieht es im Moment so aus, dass keine Konterlattung existiert, sondern die Dachlatten direkt auf die Sparren genagelt sind (Bj.'58). Für Belüftung habe ich in soweit gesorgt, dass ich in jedem Sparrenfeld aus der Mitte den obersten Ziegelstein der Drempelwand (keine statische Funktion) herausgenommen habe. Dadurch kann Luft von unten zwischen Unterspannbahn und Dämmung einströmen und oben durch die Lüftungsöffnungen im First wieder entweichen (Abstand zwischen Unterspannbahn und Dämmung 4 cm). Würde das im Sinne Ihres Vorschlags als belüftung der Ziegeldeckung ausreichen, oder dann doch besser ohne Dämmung der Inst.-Ebene?
Für den "finalen" Ratschlag wäre ich dankbar!
Beste Grüße
Didi
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