Dach

Anpresslatte notwendig?

Hallo zusammen,

bin gerade dabei das Dachgeschoss zu dämmen. Bisher war ich der Annahme, dass ich die Dampfbremse (Vario KM Duplex) einfach mittels VarioDoubleFit auf dem Ziegel-Mauerwerk bzw. auf dem Glattstrich befestigen kann.

Nun habe ich etwas von einer Anpresslatte gelesen. Ist diese zusätzlich noch notwendig, oder reicht der oben genannte Klebstoff?
Wenn ja, wann muss die Anpresslatte angebracht werden?
Erst nach Aushärtung des Klebstoffes oder direkt nach dem aufbringen des Klebstoffes.

Außerdem würde mich interessieren, ob ich die Ytong-Innenwände auch mit einem Glattstrich versehen muss(wie die Ziegel-Außenwände), oder ob der Klebstoff ohne Glattstrich auf diesen hält?

Vielen Dank für eure Antworten

  1. Datenblatt lesen...

    • Untergrund muss trocken, sauber und tragfähig sein.
    • Untergrund und/oder Dampfbremsfolie muss saugfähig oder Diffusionsoffen sein
    • Bei Unsicherheit bezüglich der Untergrundhaftung Probeverklebung durchführen, ggf. optionale Anpresslatte verwenden.

    Wenn Anpresslatte verwendet wird, dann macht es natürlich sinn, diese sofort anzubringen. Dies ist überall dort sinnvoll, wo die Haftung allein nicht sicher ist und dort wo evtl. Zug auf die Klebung ausgeübt werden könnte (was ohnehin sehr schlecht wäre).

    In der Praxis wird spritzbarer Dichtstoff oftmals direkt auf Porenbeton aufgebracht. Das kann funktionieren - muss aber nicht. Die Norm empfiehlt vorher zu putzen, weil das MW sonst nicht ausreichend luft- und dampfdicht ist und es zu hinterströmungen der Klebefuge kommen kann.

    Da es sich hier um eine kritische Fuge handelt - Fläche spachteln/putzen und ggf. zusätzlich mit Klemmlatte ausführen.

  2. Vielen Dank. Soweit ich es verstanden habe ...

    ... Vielen Dank. Soweit ich es verstanden habe soll die Kleberaupe aber nicht komplett zusammengedrückt werden, sondern es soll ein kleiner "Hügel" stehen bleiben.
    -> Die Klemmlatte kann erst nach Aushärtung angebracht werden, oder? Sonst kann ich doch den "Hügel" nicht gewährleisten, oder?

  3. Nein - falsch verstanden

    Klemmlatte anbauen, solange der Dichtstoff noch fließfähig ist. Das sichert einen gleichmäßigen Andruck über die gesamte Länge der Latte, selbst wenn der Untergrund leichte Unebenheiten aufweist.

  4. Geht wahrscheinlich beides!

    Aber der Fragesteller hat natürlich Recht, der Hersteller sagt, dass eine Restdicke des Klebstoffes erhalten bleiben muss. Wenn die Anpresslatte direkt drauf kommt, ist die Platt. So soll das aber nicht sein. Die Verwahrung mit der Anpresslatte ist allerdings dennoch zu empfehlen, da der Hersteller des Klebstoffes nur eine begrenzte Zeit haftet und das sind meist nur 5 Jahre, das Gebäude soll aber dauerhaft dicht sein. Da wird derzeit noch gestritten, was ist dauerhaft bzw. wie lange ist in dem Fall dauerhaft (bei Ziegeln 30 Jahre, bei Beton 80 bis 100 Jahre, das gesamte Gebäude 70 bis 100 Jahre etc. ..., eine Anpresslatte macht also Sinn!)?

    Eine so lange andauernde Mangelhaftungsdauer wird Ihnen der Klebstoffhersteller sicher nicht anbieten, auch wenn Primur z. B. mittlerweile schreibt, keine Anpresslatte "notwendig"!

    http://www.siga.ch/f...eitung_de_KM9883.pdf

    Eine andere Möglichkeit besteht natürlich zusätzlich darin, wenn Sie schon nachher verputzen, wenn es denn dann andem so ist, die Folie ein wenig länger herab baumeln zu lassen und dort dann mit dem später aufzubringenden Putz einzuputzen.

    Und nicht vergessen, die Folien werden oftmals mit einem Trennmittel beaufschlagt, damit Sie die von der Rolle auch wieder abwickeln können. Also immer schön säubern, auch die Folie! (ich hab noch niemals jemanden mit dem Lappen gesehen, der die Kleberkontaktflächen der Folie säubert!)

    Achso, und stellen Sie sich vor, Sie verputzen nicht zuerst (wird denn überhaupt dieser Bereich verputzt oder ist das unverputzter Dachbodenbereich?) und der Putzer kommt hinterher und "rasiert" die Folie mit seiner scharfkantigen Gättekelle, was dann!?

    Guckst Du auch ....

    Anschluss der Luftdichtheitsebene an massive Wände:

    http://www.luftdicht.de/hgf.htm

    und

    http://www.bauhandwe...lastisch_968543.html

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz

  5. man sollte sich..

    ..diesen Dämm/alles Dichtwahn überlegen ob das zu dem Gesamtkonzept des Hauses überhaupt passt. in vielen "Modernen" Gebäuden sind Problemen schon vorprogrammiert, da wird mehr Geld verpulvert in viel zu viel Dämmung,Lüftungsanlagen die Gesundheitsprobleme erst produzieren kostenintensive Wärmepumpen, teure Erdbohrungen, ... und und. Die ganzen Probleme werden ja in den Bauvoren beschrieben.


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