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Dämmdicken bei Neubau-Niveau07.01.08
Hallo!
Wir haben von einem Energieberater eine Vor-Ort-Energieberatung machen lassen. In dem Vorab-Bericht kam heraus, dass unser EFH Bj. 1976 mit neuen Fenstern (Ug 1,1), 10 cm Aufparrendämmung (PUR?), 20 cm Wanddämmung WLG 035 und Wärmepumpe (Erdwärme in Kombination mit Radiatoren) das Neubau-Niveau nach EneV erreichen kann.
Wir möchten aber die komplette Sparrenhöhe (15 cm) mit Zellulose (Flocken oder Platten, WLG 040) dämmen. Auf die Sparren soll noch eine Holzweichfaserplatte - wir hatten an 2,2 cm Dicke oder etwas mehr gedacht. Mit diesen Materialien möchten wir einen besseren sommerlichen Hitzeschutz erreichen.
Die vorgeschlagene Dicke der Wanddämmung ist uns aus ästhetischen Gründen viel zu dick. Ich hatte daher an 12 cm WLG 035 gedacht. Das alles hatte ich dem Energieberater geschrieben. Der meinte jetzt, dass das Neubau-Niveau so nicht erreicht werden wird. Wir bräuchten 16 cm Außenwanddämmung WLG 031 und das Dach müsste mit 15 cm MiWo WLG 035 gedämmt werden plus 10 cm Holzweichfaserplatte WLG 050. Ist das wirklich so? Mir kommen die Dämmdicken sehr hoch vor - auch weil ich im Internet schon Beispiele gesehen habe, wo mit geringeren Dicken das Neubau-Niveau bei einem Altbau erreicht wurde.
Die Wärmepumpe soll sich beim Erreichen des Neubau-Niveaus wegen dem geringeren Primärenergiebadarfs laut Energieberater vorteilhaft auswirken.
Viele Grüße
Tanja
Name: Tanja
Da kann...07.01.08
...Ihnen Ihr Energieberater wohl am besten weiterhelfen. Der hat das nämlich (hoffentlich!) alles gerechnet. Die 20 cm 035 WDVS erscheinen mir zwar etwas viel, es stellt sich aber die Frage, wie der Boden gegen Keller/Erdreich gedämmt ist bzw. wird. Wenn da nichts möglich ist, muss das an anderer Stelle ausgeglichen werden. Das kann dann zu entsprechend höheren erforderlichen Dämmstärken führen.
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Prinzipiell bilanziert die EnEV zwei Faktoren:
* Jahres-Primärenergiebedarf Qp’’
* Spezifischer, auf die Wärme übertragende Umfassungsfläche bezogener Transmissionswärmeverlust HT’
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Je besser die Dämmung, desto geringer ist HT'.
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Qp'', der Primärenergiebedarf, wird durch den Wärmeerzeuger/die Heizungsanlage beeinflusst. Holz hat z.B. einen niederen Primärenergiefaktor, elektrischer Strom einen sehr hohen.
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Es kann also sein, dass ein und dasselbe Haus mit der einen Heizung die EnEV erfüllt, mit der anderen nicht.
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Prinzipiell kann die Heizungsanlage (hier die Wärmepumpe) umso kleiner dimensioniert werden, je besser die Außenhülle gedämmt ist.
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Name: Christian WolzE-Mail-Adresse anzeigen
Ja, der Energieberater hat gerechnet. Aber irgendwie habe ...07.01.08
Ja, der Energieberater hat gerechnet. Aber irgendwie habe ich Zweifel, ob das alles so richtig ist. Einen schriftlichen Bericht haben wir noch nicht.
Was hat es denn mit dem Anteil der beheizten Fläche auf sich? Angenommen, der Energieberater schlägt Bereich, die in Wirklichkeit beheizt sind, der unbeheizten Fläche zu. Bei uns waren das Flure bzw. ein offenes Treppenhaus. Da meinte er, dass die ja nicht geheizt werden müssen. Er hat irgendetwas gesagt, dass er auf einen Anteil von 40% kommen muss. Ich habe dann gesagt, dass man in einem offenen Wohnbereich alle Heizkörper aufdrehen muss, weil es sonst einen kalten Luftzug gibt. Daher sind die Flure und ein Treppenhaus mitbeheizt, bei ihm in der Rechnung aber wohl als unbeheizte Flächen aufgeführt.
Der Boden/Keller ist auf dem Standard von 1976. Der Keller ist komplett unbeheizt und wird auch nicht gedämmt.
Gruß
Tanja
Name: Tanja
Nichts verkehrt machen!07.01.08
Nicht wegen der Optik die Dämmstärke reduziern.
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Was Christian geschrieben hat stimmt, ist aber für den Laien möglicherweise nicht deutlich genug.
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1. Es gibt keinen "Neubaustandard"
2. Die Enev ist eine "Mogelpackung"
Es war schon vor 10 Jahren möglich Häuser mit einem Wärmebedarf von 75kwh pro qm und Jahr zu bauen. Angeonommen es liegt keine falsche Heizungseinstellung und kein falsches Nutzerverhalten vor, braucht das Haus wenn mit Öl beheizt bei angenommenen 200qm etwa 1500 l Öl pro Jahr.
(plus ggf noch ein paar liter für die Warmwasserbereitung, da meistens zusammen). Kostenpunkt bei Öl ca 1050Euro p.a. zu derzeitigen Preisen.
Dieses Haus erfüllt die Kfw60 Bedingungen (wahrscheinlich) knapp nicht, mit Solaranlage schon eher und mit einer Pelletheizung gehts wirds wohl schon fast ein Kfw40 Haus. Die Anlagekosten der Pelletheizung ist aber deutlich teurer dafür die Heizkosten etwas geringer als bei öl oder Gas.
Beheizt du dieses Haus mit Luftwärmepumpe und einem Kaminofen (statt mit öl oder Pellets) wird daraus auch kein kfw60 Haus.
Aber bei guter Abstimmung kommst du mit geschätzt weniger als 800 Euro Heizkosten pro Jahr hin...
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Ausgangspunkt sollte in eurem Fall vielleicht eine Wärmebedarfsberechnung sein. Je nach Dämmdicke würde die dann aufzeigen wie sich die unterschiedlichen Dämmstärken auf den Energiebedarf auswirken.
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Name: Bernhard FurchE-Mail-Adresse anzeigen
Wenn wir die Wände so dick (16 oder ...07.01.08
Wenn wir die Wände so dick (16 oder 20 cm) dämmen müssen, um auf EneV Neubau-Niveau zu kommen (wegen Kredit übers CO2 Gebäudesanierungsprogramm und Tilgungszuschuss), dann werden wir uns wohl dagegen entscheiden. Denn eine Schießscharten-Optik bei den Fenstern wollen wir vermeiden. Und wenn man die Fenster in die Dämmebene versetzt, müssten wir die schon ausgetauschten Fenster wieder herausreißen und neue Innen-Fensterbänke einbauen lassen (= Mehrkosten von einigen tausend Euro). Für solche aufwändigen und teuren Maßnahmen ist bei uns kein Geld da. Dann verzichten wir lieber auf einige Zentimeter Dämmung. Denn ich habe gelesen, von den Heizkosten her macht es keinen großen Unterschied, ob die Wände mit 12 cm oder 16 cm gedämmt sind. Aber für die komplizierte EneV-Rechnung macht es wohl einen Unterschied. :-(
Gruß
Tanja
Name: Tanja
Wenn wir die Wände so dick (16 oder ...07.01.08
Wenn wir die Wände so dick (16 oder 20 cm) dämmen müssen, um auf EneV Neubau-Niveau zu kommen (wegen Kredit übers CO2 Gebäudesanierungsprogramm und Tilgungszuschuss), dann werden wir uns wohl dagegen entscheiden. Denn eine Schießscharten-Optik bei den Fenstern wollen wir vermeiden. Und wenn man die Fenster in die Dämmebene versetzt, müssten wir die schon ausgetauschten Fenster wieder herausreißen und neue Innen-Fensterbänke einbauen lassen (= Mehrkosten von einigen tausend Euro). Für solche aufwändigen und teuren Maßnahmen ist bei uns kein Geld da. Dann verzichten wir lieber auf einige Zentimeter Dämmung. Denn ich habe gelesen, von den Heizkosten her macht es keinen großen Unterschied, ob die Wände mit 12 cm oder 16 cm gedämmt sind. Aber für die komplizierte EneV-Rechnung macht es wohl einen Unterschied. :-(
Gruß
Tanja
Name: Tanja
Ich habe gehört, dass niedrigere Wärmeleitgruppen beim Dämmmaterial ...08.01.08
Ich habe gehört, dass niedrigere Wärmeleitgruppen beim Dämmmaterial viel teurer sind.
Weswegen ist bei WDVS eine bauaufsichtsrechtliche Zulassung nötig bzw. wichtig?
Gruß
Tanja
Das Gebäude als ganzes betrachten10.01.08
Hallo Tanja,
Dein Energieberater muss für die Inanspruchnahme von KFW Förderkrediten bestimmte Nachweise erbringen. Unabhängig davon ob KFW 60 oder KFW 40 angetrebt werden soll, wird er das ganze Bauwerk betrachten. Massgebend ist aber immer das schwächste Glied einer Kette. Das scheint hier die Kellerdecke zu sein. Wenn diese nicht gedämmt wird, muss an anderer Stelle mehr gedämmt werden. Das kann sowohl im Dach als auch bei den Wänden sein. Eine Aufsparrendämmung in Verbindung mit Twischensparrendämmung (Holzweichfaser auf`s Dach und Zelluloseeinblasdämmung zwischen die Sparren hilft viel, auch im Sommer wegen des guten Speichervermögens.
Wärmepumpe in Verbindung mit Radiatoren ist auch nicht optimal. Die Wärmepumpe hat sein Optimum bei Fußbodenheizung weil diese mit Niedertemperatur betrieben wird. Ein Radiator mit 30 Grad zu betreiben bringt nichts. Was wäre ein Kostenvergleich zwischen Pumpe und Pelletheizung? Natürlich muss die Lagerung berücksicht werden.
mit dämmenden Grüßen
L. Hunziger
Name: Lothar HunzigerE-Mail-Adresse anzeigenhttp://www.oeko-logisch-bauen.info