Suchefunktion BAU.DE Forum Fertighaus 104: Kauf Okal-Haus Typ 169 von 1977

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Kauf Okal-Haus Typ 169 von 1977 10.11.03
Hallo!
Ich habe mir o. g. Fertighaus - leider zu kurz - angesehen und würde es evtl. kaufen wollen.
Worauf sollte ich bei der nächsten Besichtigung achten?
Aufgefallen ist mir der muffige Geruch und Risse in den Tapeten an den Wand- und Deckenecken.
Sind die Wände bei so einem Haus aus Spanplatten oder Rigipsplatten?
Bin als Laie für alle Tips dankbar.
Gruss
Uwe
Name: Uwe Sauer   E-Mail-Adresse anzeigen  

  1. Kauf Holzhaus älteren Datums 18.11.03
    Zum Zeitpunkt des Baues dieser Häuser waren die Hersteller verpflichtet die damals üblichen Holzschutzmittel zu verwenden - diese enthielten vielfach PCP, welches sich zwischenzeitlich allmählich zersetzt (muffiger Geruch, = u.a. Tetrachloranisol).
    Vor dem Kauf und damit verbundenen etwaigen nachträglichen aufwändigen Sanierungen empfiehlt sich daher vorweg eine entsprechende Raumluftprüfung durch ein entsprechend akkreditieres Institut oder Fachbetriebe -
    dabei sollte neben den Geruchsursachen wie angeführt auch der Formaldehydwert sowie auf Holzschutzmittelbelastungen untersucht werden.
    Den Zeitpunkt der Prüfung bestimmen auf jeden Fall Sie, um auszuschließen, daß die Räume unmittelbar zuvor ausgiebig gelüftet wurden, bzw. die Geruchsbelästigung zu einem späteren Zeitpunkt ( Heizperiode) sich wesentlich stärker darstellt.
    (Dazu gibt es genaue Richtlinien über "seriöse" Prüfvorgehen.)
    Das Entfernen / bloße Austauschen des zwischenzeitlich stark riechenden Dämmstoffes (= lediglich Sekundärbelastung) reicht jedenfalls nicht aus .
    Für eventuelle Saniervorschläge stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung - bei Interesse bitte anfragen.
    Weiterführende Links:
      - http://www.agoef.de/
      - http://www.torre-deutschland.de
    Name: Josef Spritzendorfer   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.spritzendorfer.de

  2. Modergeruch, Fertighaus 24.11.03
    Hallo Uwe,
    der Modergeruch in einem Fertighaus sitzt in den Wänden in der Glas-/Steinwolle. Das die Hinterlüftung hinter den Asbestzementplatten nicht richtig funktioniert, kann die Feutigkeit nicht richtig abtrocknen. Dadurch entsteht der Geruch.
    Man kann die Wand gut sanieren - ich bin selber gerade dabei. Es kostet allerdings ein paar Euro. Wenn das Haus günstig ist (normalerweise kann man gut handeln bei Fertighäusern) kann man kaufen uns sanieren. Hab eine Seite rund ums Fertighaus erstellt:
    http://www.modergeruch.de und dort meine Erfahrungen eingestellt.
    Grüße
    Michael
    Name: Michael Nier   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.modergeruch.de

  3. Modergeruch in älteren Holzhäusern 24.11.03
    Zum Modergeruch, soferne er nicht auf Schimmel beruht:
    Ursache für muffigen Geruch in älteren Holzhäusern kann das Vorhandensein von Schimmel sein - in diesem Falle gilt es in der Regel, die entsprechende Wärmebrücke als Ursache zu finden und technisch zu beheben -
    in holzschutzbehandelten Fertighäusern des genannten Alters kann es sich aber auch sehr oft um das
    Zerfallsprodukt Tetrachloranisol handeln - in diesem Falle empfehlen wir ein spezielle Sanierung.
    Tetrachloranisol stellt in diesen Fällen ein Zerfallsprodukt aus dem damals - vorgeschriebenen Holzschutz - konkret PCP statt -
    dieser Zerfall kann ausgelöst werden - entweder ebenfalls wieder durch Schimmel -
    in zahlreichen Fällen konnten wir allerdings weder Schimmel noch Feuchtigkeit feststellen und es wird daher angenommen, das das- in diesen Häusern in der Regel aus den damals verwendeten Spanplatten ebenfalls emittierende Formaldehyd Auslöser für den Zerfallsprozess von PCP ist.
    Hauptgeruchsträger
    aber nicht Verursacher !!!!
    ist zwischenzeitlich in diesen Häusern die verwendete Dämmung ( es handelt sich dabei allerdings nur um eine Sekundärbelastung) - ein Auswechseln dieser Dämmung ist unumgänglich. (Bei der Mineral/Steinwolle dieser Herkunftszeit sind beim Ausbau die entsprechenden Arbeitsschutzmaßnahmen striktest einzuhalten)
    Das alleinige Austauschen des Dämmstoffes bewirkt zwar eine
    wesentliche Verbesserung - der eigentliche Geruchsverursacher bleibt aber erhalten.Auch die neue Mineralwolle wird in einiger Zeit wieder den Geruch annehmen.
    Situiert ist die Gesamtbelastungsquelle in den Holzteilen der Außenwände/ incl. der Träger bzw. in sämtlichen Hohlräumen der Außenwände.
    Unser Saniervorschlag:
    a) Entfernen der Spanplatten der Außenwände raumseits
    b) Entfernen und Entsorgung der MIneralwolle
    c) sämtliche nunmehr sichtbaren Holzteile mit alkalischer Lösung (Biophil) bestreichen ( damit Versalzen der Phenole und Vermeiden von weiterem Ausgasen aus diesen
    Holzteilen) - in den meist mit Holzschutzmittel am meisten bestrichenen erdnahen Teile mehrmaliges Behandeln mit Biophil
    d) Einbau von 8 cm Dämmstoff "doschaPLus" - eine preiswertere Abart des Schadstoffvlieses kairatin für den
    Einsatz von größeren Stärken - Produkt zum Schadstoff und Geruchsabbau (http://www.kairatin.de)
    e) Dampfbremse (Proclima von Moll)
    f) Verkleiden mit Gipsfaserplatte - alternativ - besondere Raumqualität: claytec Lehmbauplatte ( gleiche Verarbeitungsrichtlinien/Größen/Stärken/ wie Gipsfaserplatten)
    mit den besonderen baubiologischen Eigenschaften des Lehmes
    g) bei gleichzeitig auftretender sehr hoher Belastung der Räume durch Formaldehyd: fugendichtes Beschichten sämtlicher restlicher verbleibender Spanplatten mit 4 mm kairatin Vlies (Innenwände und Decke) und ebenfalls Verkleiden mit Gipsplatten oder Lehmbauplatten
    Sollte der Hauseigentümer eine solche Sanierung mit einer Gesamtsanierung des Gebäudes verbinden wollen ( energetische Verbesserung in Richtung Niedrigenergiehaus - mit Fördermöglichkeiten...........)
    so bietet sich alternativ eine Entfernung/Entsorgung der Außenwände - Austausch des Dämmstoffes, Bestreichen der Holzteile mit Grundierung an -
    anschließend Anbringen eines Vollwärmeschutzes - für Fertighäuser vorteilhaft Produkte von "Inthermo".
    Um eine Schadstoffmessung kommen Sie aber auf keinen Fall herum,
    um die wirklichen Geruchsverursacher
    Schimmel ( in diesem Fall nützt der Einsatz von kairatin/ doschaPLus nicht !)
    oder
    Tetrachloranisol zu ermitteln.
    Voraussetzung für eine erfolgreiche Sanierung ist das Vorhandensein entsprechender Feststellung der Geruchs/ Belastungsursache -
    grundsätzlich ist festzustellen daß sowohl
    PCP Belastung, Formaldehydbelastung - aber auch alternativ Schimmelbelastung als gesundheitsschädlich einzustufen ist und bei hoher Dauerbelastung auch zu chronischen Erkrankungen führen kann.
    Beim Nachweis derart verursachter Krankheiten kann - soferne der Hausarzt schriftlich auf die Notwendigkeit der Sanierung verweist - der gesamte Prüf und Sanieraufwand von der Steuer abgesetzt werden.(Gerichtsurteile...)
    Name: Josef Spritzendorfer   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.spritzendorfer.de

  4. der link ... 24.11.03
    zu kairatin führt zur eher nichtssagenden seite eines baustoffhändlers (momentan jedenfalls).
    ebenfalls nichts, das aber mit mehr worten, steht hier: http://www.vital-systeme.de/luft/KAIRATIN/kairatin.htm
    +
    ich wär neugierig, welche versprechen wirklich eingehalten werden und wie das
    abgesichert werden kann...
    +
    das "auskalken" ist keine erfindung der neuzeit, damit wurden vor 50 jahren
    (oder noch früher) ställe desinfiziert.
    vielleicht liest ein chemiker mit, der was zur wirkung von ungelöschten kalk auf pcb
    oder formaldehyd zu sagen weiss ;-)
    Name: Markus L. Sollacher   E-Mail-Adresse anzeigen  

  5. Link zu kairatin 27.11.03
    Zum Produkt Kairatain - Einsatz zum Formaldehydabbau - gibt es umfangreiche wissenschaftliche Beiträge, die auf Wunsch gerne zugesandt werden (u.a. Untersuchungen des deutschen Wollforschungsinstitutes);
    die alkalische Lauge dient bei den Geruchssanierungen nicht zum Formaldehydabbau sondern zur Verhinderung von weiteren Phenolausgasungen;(aus PCP - dabi "versalzen" die Phenole)
    bei Belastungebn mit PCB helfen beide Produkte nichts - hier hilft nur eine Totalsanierung (Entfernung der belasteten Produkte, zumeist Dichtungsmassen)
    Das Formaldehyd selbst wird im Produkt kairatin umgewandelt; dieses Produkt ist seit Jahren im Einsatz bei Sanierung von Schulen und Kindergärten. Bei Interesse bitte ich, das Infomaterial anzufordern.
    Name: Josef Spritzendorfer   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.spritzendorfer.de
 

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