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Einsatz von Heizleisten in Zusammenhang mit Holzwänden15.09.04
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Ich habe versucht, auf die Frage des Herrn Fischer einzugehen.
Deshalb hier meine etwas tiefergehenden Antworten ...
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Das war 1.
>... inwieweit ist "Masse" zur Wärmespeicherung und
>Wiederabgabe der Wärme in den Wänden nötig?
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Die Wärmespeicherung selbst ist für die Wiedergabe der Wärme der Heizleisten in dem Sinn nicht "nötig", sie ist vorteilhaft für die Gleichmässigkeit des Klimas im Haus (generell). Bei sehr dichten Mauern (z.B. Altbau) bzw. relativ hohem U-Wert kann zur besseren Luftströmungsentwicklung eine Reflektionsfolie hinter der Heizleistenkonstruktion vorgesehen werden.
Deshalb habe ich geschrieben, dass Holz im Vergleich zu z.B. Ziegel, insbesondere auch wegen der Oberflächeneigenschaften eher Vorteile als Nachteile bewirkt.
Den Wärmeeindringungskoeffizienten b habe ich als bekannte Größe angeführt. Dennoch: Messwerte sind gut und praktisch, aber die sensible Empfindsamkeit unseres Körpers können sie nur ansatzweise übermitteln.
Daher habe ich zusätzlich meine eigene Erfahrung mit den beiden Werkstoffen Holz und verputzte Oberfläche als Beispiel (!) hinzugefügt. Die Sensibilität unseres Körpers kann nie so gut ersetzt/dargestellt werden wie es die eigene Erfahrung übermitteln kann. Etwas selbst auszuprobieren ist immer noch die beste Möglichkeit, sich für oder gegen etwas zu entscheiden. Immer noch (und Gott sei Dank) können bestimmte Empfindungen wie am bekanntesten, der Geruchsinn, nicht von Meßinstrumenten nachempfunden werden.
Der technische Wert dazu ist eben der Wärmeeindringungskoeffizent b, der den Wärmeentzug beschreibt.
Gut wird ein Wert von b<5,8 , kalt ein Wert von b>23,2 genannt (Stoffkennwerte siehe vorherigen Beitrag von mir).
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und 2. Frage
>Könnte es da nicht unter Umständen sinnvoll sein in
>diesem stets nur schwach beheizten Raum deshalb Heizleisten
>zu verwenden, um hier durch die Abgabe von Strahlungswärme
>in die Wände der (vermuteten) erhöhte Feuchtigkeit in den
>Wänden entgegen zu wirken?
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Zudem bereits gesagten kann ich noch hinzufügen, dass gerade Heizleisten bei feuchten (Alt-)Bauten verwendet werden, da
durch das höhere Temperatur- bzw. Dichtegefälle im Heizleistenbereich eine eventuelle Feuchtigkeit besser abgeführt werden kann. Ebenso werden Heizleisten gerne in Wintergärten eingesetzt um die Gläser im unteren Bereich beschlagsfrei zu halten (je nach Nutzung des Wintergartens).
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Deshalb ist ein Einsatz der Heizleisten in diesem Fall durchaus vorteilhaft, insbesondere gegenüber Heizkörpern.
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Zur Walze:
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Je nach Leistung der installierten Heizleiste pro Laufmeter, auch relativ zum erforderlichen Wärmebedarf entwickelt sich eine Luftströmung hinauf (da die erwärmte Luft eine geringere Dichte hat).
Da die Heizleiste die für den Raum erforderliche Wärmeleistung auf eine längere Länge aufteilt als z.B. ein Heizkörper, ergibt sich eine relativ geringere Luftströmung (auch abhängig von der Luftführung, der Ein- und Auslaßöffnungen und der Übertemperatur [Vorlauftemperatur zur vorhandenen Raumlufttemperatur]) im Vergleich zu Konvektoren oder Heizkörpern.
Die Luftströmung kann sich durch die gemässigte Differenz an die Oberfläche der darüberbefindlichen Wand "anlehnen", diese teilweise Sogwirkung wird auch Coanda-Effekt genannt (Auch im Flugzeugbereich bekannt).
Beim Hinaufstreichen der warmen Luft entlang der Wand wird diese auch teilweise erwärmt (je nach Eindringtiefe und unterschiedlicher Geschwindigkeit und mit unterschiedlichem subjektivem Empfinden wie die Wärmeeindringwirkung zeigt).
Dabei kühlt sich diese vormals warme Luft immer mehr ab, bis keine Differenz der Dichte der Strömung zur "umgebenden" Raumluft mehr vorhanden ist. D.h. die Strömung ist nicht mehr wärmer und ist aufgelöst.
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Eine Walze würde sich nur ergeben, wenn die heraufströmende Luft noch mehr Energie (noch immer eine geringere Dichte) enthält, so weiter entlang der Decke streicht, evtl. oben eine warme Luftschichtung (unerwünscht, da unnütz und mehr Energieverbrauch durch die Decke bewirkt), bis sie dann endlich doch abgekühlt ist und die kühlere (dichtere) Luft absinkt und gleichzeitig der nachströmenden wärmeren (leichteren) Luft Platz macht.
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Die Bauart der Heizleisten ist so konstruiert, das sie bei richtiger Dimensionierung eben "nur" den "Wärmeschleier" erzeugt.
Die Wirkungsweise der Heizleisten ist also nicht direkt eine Strahlungswärme wie die der Wandheizung sondern das Ausschalten des kalten Einflusses der Außenwand: Da Energie immer vom höheren zum niedrigeren Energieniveau fließt, entsteht bei kalten Innenoberflächentemperaturen der Außenwände ein Energieabfluß durch - in diesem Fall - Wärmestrahlung des Menschen zu diesen Flächen.
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Durch die hinaufströmende warme Luft und die wärmebeinhaltende Eigenschaft (siehe oben Wärmeeindringungskoeffizient und "schwarzer" [oder realgrauer ...] Strahler) des Holzes kannen dieser Energieabfluß vermieden werden.
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Natürlich kann eine Heizleiste auch als Konvektionsheizung (über-) dimensioniert werden, doch dies wird nur in speziellen Anwendungsfällen gemacht.
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Im Vergleich zu (meist punktuell bzw. nur unter Fensterflächen installierten) Heizkörpern sind hier mehrere Vorteile zu erkennen.
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Möchten Sie gerne eine höherprozentige Strahlungsheizung, so ist die Wandheizung das ideale Heizsystem.
Doch gerade im Zuge eines Hauses mit einer Innenoberfläche aus Holz bietet sich die Heizleiste an, die die gewünschten Effekte durchaus erzielen kann.
Die Heizleisten funktionieren natürlich auch bei verputzten Wänden z.B. im Altbau sehr gut, wie ich bei dem Altbau meiner Großmutter feststellen konnte, als alter Blockhausfan muss ich sagen, dass der Werkstoff Holz auch seine (eigenen) Vorteile hat.
Beide Häuser lassen sich selbst bei längerer Abkühlung (z.B. wegen Abschalten der Heizung während tageweiser Abwesenheit) durch die Heizleisten binnen kurzer Zeit angenehm beheizen.
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Anbei noch ein Link mit Diagrammen und Zeichnungen über die Funktionsweise der Heizleisten und ein FAQ-Link der Firma, von der ich die Heizleisten installiert habe.
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Mit sonnigen Grüßen
Angelika Fischer
Weiterführende Links:
- http://www.variotherm.at/03_produkte/033_hl/00_fs_33_schleier.htm
- http://www.variotherm.at/08_faq/00_fs_8_003.htm
Name: Angelika FischerE-Mail-Adresse anzeigen
Korrekturen16.09.04
Ein so langer Beitrag mit vielen Fehlern erfordert natürlich auch eine lange Antwort, die aber nicht in 5 min geschrieben ist.
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> Die Wärmespeicherung selbst ist für die Wiedergabe der Wärme
> der Heizleisten in dem Sinn nicht "nötig", sie ist vorteilhaft für die
> Gleichmässigkeit des Klimas im Haus (generell).
Es ist nicht klar ob die zeitliche oder örtliche Gleichmäßigkeit gemeint ist. Die örtliche Gleichmäßigkeit verändert sich dadurch nicht, für die zeitliche Gleichmäßigkeit ist sie nicht nötig, da das auch durch Regelung erreicht werden oder ggf. verhindert werden kann.
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> Bei sehr dichten Mauern (z.B. Altbau) bzw. relativ hohem U-Wert kann zur
> besseren Luftströmungsentwicklung eine Reflektionsfolie hinter der
> Heizleistenkonstruktion vorgesehen werden.
Das ist falsch. Durch die Reflexionsfolie an der Wand wird die Wärmestrahlung reflektiert, die Wand bleibt kühler und der Wärmeverlust durch die Wand wird geringer. Aber wegen der geringeren Wandtemperatur wird die Luftströmung eher behindert.
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> Daher habe ich zusätzlich meine eigene Erfahrung mit den beiden
> Werkstoffen Holz und verputzte Oberfläche als Beispiel (!) hinzugefügt.
Für die Wohnqualität ist das Anfassen der Wände nicht notwendig, denn das macht man nur zum Ausprobieren. Die Wärmeempfindung des Menschen ist gut untersucht und birgt keine Geheimnisse mehr.
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> Zudem bereits gesagten kann ich noch hinzufügen, dass gerade Heizleisten bei
> feuchten (Alt-)Bauten verwendet werden, da durch das höhere Temperatur- bzw.
> Dichtegefälle im Heizleistenbereich eine eventuelle Feuchtigkeit besser
> abgeführt werden kann.
Das ist ein gefährlicher Vorschlag. Wenn die Isolierung des Hauses nicht in Ordnung ist, so daß laufend Feuchtigkeit nachströmt, kommt es zu einer Versalzung des Mauerwerks mit anschließender Zerstörung, da mit dem Flüssigkeitsstrom Salze transportiert werden. Durch das Verdampfen der Flüssigkeit wird der Feuchtestrom beschleunigt und damit auch die Salzanreicherung - das Wasser verdunstet, aber das Salz nicht.
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> Zur Walze:
und
> Die Luftströmung kann sich durch die gemässigte Differenz an die Oberfläche der
> darüberbefindlichen Wand "anlehnen", diese teilweise Sogwirkung wird auch
> Coanda-Effekt genannt (Auch im Flugzeugbereich bekannt).
Daß die Luftströmung an der Wand entlang geht, hat nichts mit dem Coanda-Effekt zu tun. Warme Luft steigt senkrecht nach oben, ob da eine Wand vorhanden ist oder nicht. Der Coanda-Effekt besteht darin, daß die Luftströmung ohne Wand eine andere Richtung als die Wand hätte: hat sie Wand einmal erreicht, kann sie sich nicht mehr von der Wand lösen, weil beim Lösen von der Wand in die eigentliche Blasrichtung zwischen Wand und Luftströmung ein Abstand entstehen müßte. Damit dieser Abstand aber entstehen kann muß in diesen Abstand Luft einströmen können. Da kein Weg für das Einströmen der Luft vorhanden ist, tritt die Ablösung nicht ein. Wegen der gleichen Richtung von Wand und Freilufströmung ist der Coanda-Effekt zur Erklärung unnötig, wenn nicht sogar falsch, denn der Coanda-Effekt tritt bei hohen Luftgeschwindigkeiten auf - und die sind nun gerade nicht vorhanden.
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> Dabei kühlt sich diese vormals warme Luft immer mehr ab, bis keine Differenz
> der Dichte der Strömung zur "umgebenden" Raumluft mehr vorhanden ist. D.h.
> die Strömung ist nicht mehr wärmer und ist aufgelöst.
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> Eine Walze würde sich nur ergeben, wenn die heraufströmende Luft noch mehr
> Energie (noch immer eine geringere Dichte) enthält, ....
Die Luft strömt weiter, auch wenn keine Temperaturdifferenz mehr besteht (bzw. richtiger sehr klein wird), denn die Luft hat erstens Ihre Bewegungsenergie, die sie weiter in der alten Richtung treibt und zweitens entsteht unterhalb der Heizleisten ein Sog durch die aufsteigende Luft. In dem angegebenen Link ist eine Darstellung mit dem Luftkreislauf - falsch an der Darstellung ist die unmittelbare Nachbarschaft von aufsteigender warmer und kalter Luft weil das so nicht auftritt: die aufsteigende warme Luft und die abfallende kühlere Luft haben einen großen Abstand - und das ist die sogenannte "Walze". Ein unmittelbares Nebeneinander würde zur Vermischung führen.
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> Die Bauart der Heizleisten ist so konstruiert, das sie bei richtiger Dimensionierung
> eben "nur" den "Wärmeschleier" erzeugt.
Eine Wärmeschleieranlage wird z.B. bei offenen Türen (z.B. Kaufhäusern) eingesetzt. Dazu wird durch Gebläse eine Walze erzwungen, wo warme (innen) und kühle (außen) Luftströmung tatsächlich dicht aneinander liegen - aber wie gesagt, dazu sind leistungsstarke Gebläse erforderlich, die nun bei Heizleisten gerade nicht vorhanden sind.
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> Durch die hinaufströmende warme Luft und die wärmebeinhaltende Eigenschaft
> (siehe oben Wärmeeindringungskoeffizient und "schwarzer" [oder realgrauer ...]
> Strahler) des Holzes kann dieser Energieabfluß vermieden werden.
Da warme Luft strahlungsmäßig völlig unbeteiligt ist, kommt es nur auf die Wandtemperatur an. Bei allen Heizungsarten hat die Wandtemperatur (wenn die Wand ausreichend gedämmt ist) nur einen geringen Unterschied zur Lufttemperatur im Raum (ca. 1 K - 2 K). Bei umlaufenden Heizleisten und Wandheizung wird es leicht über, bei anderen Heizungen leicht unterhalb liegen - aber die Differenzen sind praktisch unmerklich.
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> Beide Häuser lassen sich selbst bei längerer Abkühlung (z.B. wegen Abschalten
> der Heizung während tageweiser Abwesenheit) durch die Heizleisten binnen
> kurzer Zeit angenehm beheizen.
Das trifft für jede Heizung zu, wenn die Oberfläche einen geringen Wärmeeindringkoffizienten (b-Wert, z.B. Holz) hat, da sich die Wandoberflächen relativ schnell erwärmen und ist kein besonderes Kennzeichen der Heizleisten.
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Mit diesen Ausführungen will ich nicht gegen Heizleisten polemisieren, wer gerne welche haben will - warum nicht. Aber jeder sollte übertriebene Werbeaussagen als das betrachten, was sie sind: Werbeaussagen. Praktisch ist mit jedem richtig!!! dimensionierten Heizsystem ein angenehmes Innenraumklima zu erzeugen.
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Name: Ebel