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Holzbau

Wandaufbau Holzhaus ohne klassische Dampfsperre?

Hallo Holzbau Profis,
ich plane mit einem Zimmerer ein Holzhaus zu bauen, das keine herkömmliche Dampfsperre (Folie - bin Laie...) benötigt!
Aufbau von innen nach aussen:
12 mm GK, 16 mm Livingboard Platte(soll die Dampfsperre sein, sieht aus wie eine gewöhnliche Press-Span-Platte)
Holzständer 160 mm, dazwischen Zellulose Dämmung, auf den Ständer
60 mm Holzfaser Platte von Inthermo, darauf teilweise Lärchenholzverschalung sowie Caparol Spezial Putz.
Ist so ein Wandaufbau möglich? Bisher dachte ich, dass man stets eine Plastik Folie als Dampfsperre nutzt. Für Ihre zahlreichen Antworten schon mal vielen Dank.
Susanne G.

Name:

  • Susanne G.
  1. Mich würde interessieren:

    Wie soll die Lattung für die Lärchenschalung eigentlich auf einer 60 mm starken Weichfaserplatte bzw. durch sie hindurch stabil befestigt werden? Und 180 mm Ständer mit Dämmung waren zu teuer? Achten Sie auch auf die Wärmeleitzahl der verwendeten Zellulose. 0,35 sind besser als 0,40. Welcher U-Wert wird für die Wandkonstruktion angegeben?

  2. Berechnung

    lassen sie sich die feuchtetechnische Berechnung für diesen Aufbau zeigen. Mit Spanplatte(= Livingboard) dürfte das nicht so einfach sein, da SDA-Wert innen dadurch meist zu klein.
    Nichts desto trotz auf eine einwandfrei luftdichte Ausführung achten und die Antwort auf die Frage von meinem Vorschreiber nicht vergessen.

  3. Hallo Herr Stodenberg erstmal vielen Dank für Ihre ...

    Hallo Herr Stodenberg,
    erstmal vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!
    zu 1)
    Die Lärchenschalung wird vorab in die Aussenwand eingelassen, eingepasst. Also nicht auf die Weichfaserplatte befestigt.
    zu2)
    160 mm Ständer sollen genügen - lt. Aussage Zimmerer
    zu3)
    Zellulose stammt von Fa.Isofloc
    Wärmeleitzahl (DINA 4102) 0,040 W/mK
    zu4)
    kenne leider nur den kWert
    k Wert Aussenwand 0,206
    Susanne G.

  4. Re Susanne

    Zu 1) Lärchenschalung in die Wand eingelassen? Da fehlt mir das Vorstellungsvermögen. Wo bleibt denn dort die Wärmedämmung, die ja zur notwendigen Hinterlüftung zusätzlich Platz benötigt? An den Stellen, die holzverschalt werden, wird möglicherweise die Weichfaserplatte weggelassen. Das passt dann auch in der Höhe mit den Übergängen zum verputzten Bereich besser. Aber dann sollte erst recht die zentrale Wärmedämmung im Ständerwerk besser sein, eben z.B. 180 mm mit einer Wärmeleitzahl von 0,35. U- oder K-Wert von mehr als 0,2 ist im Holzbau heute eher ein schwaches Bild.Da wird auf Teufel-komm-raus gespart. Haben Sie den Zimmerer derart preislich geknechtet, dass er sich nicht traut, etwas Besseres anzubieten?
    Ich würde auf jeden Fall mindestens zwei weitere Angebote einholen, und zwar gezielt mit besserem Wandkonzept. Ziel: Jemanden zu finden, der bei besserer Leistung auch nicht oder nicht wesentlich teurer ist. Da kann es nützlich sein, sich nicht auf das ganz enge Umfeld zu beschränken.
    p.s.: Können Sie den Querschnitt der Wandbezirke mit Lärchenschalung genauer beschreiben? Sie haben doch vom Anbieter eine Zeichnung bekommen? Können Sie die evtl. hier einstellen?

  5. Mal hier ein anderer Aufbau..

    so wurde es bei uns gemacht. Können Sie ja bei sich beliebig variieren. (Aufbau von innen nach aussen, auch ohne Folie).

    • 12,5 m Fermacell (könnte man ggf. auch 2-lagig machen, ggf. besserer Schallschutz)
    • 4 cm Installationsebene (ggf. Isolierung rein)
    • 3-Schicht-Platte als Luftdichte ebene (ggf. Stöße abkleben)
    • 16 cm Ständer (heute, siehe Kommentare oben, auch mehr), ausgefüllt mit Rockwohl Dämmkeilen
    • 6 cm Pavatex mit Isolair (könnte man heute auch mit 8 cm nehmen)
    • Konterlattung
    • Lärchenholzschalung

    Taupunkt lag lt. Berechnung ausserhalb, aber wäre unter Putz gewesen, daher kein Putz, sondern Holzverschalung.
    Das sollte auch der Zimmermann hinbekommen.
    Bilder gibts im Link ganz unten (Bilder).
    Und das liese sich heute sicherlich noch verbessern (damals war nur WSV95 gefordert).

  6. Nachtrag

    hallo Herr Stodenberg, hallo Herr Düwel,
    Es handelt sich um ein Pultdach Haus mit 9,5 m x 12,5 m Grundfläche.
    Der Holzständer kann auf 18 cm abgeändert werden, jedoch bleibt Isofloc als Dämmung, die Livingboard Platte, die an Stössen verklebt wird als Dampfsperre bestehen. Inthermo Weichfaserplatte als Aussenbeplankung.
    Bei der Lärchenschalung handelt es sich um einen "Lärchenfecher", der aus 5x5x3 cm grossen Lärchen Leisten, mit einer gesamt Fläche von ca. 8qm je Hausseite in die Fassade eingelassen wird, mit Isolierung, Hinterlüftung etc.
    Aber was ist bitte der SDA-Wert? Wie sollte der für eine Platte die als Dampfsperre dient sein? Kann man nach Stand der Technik so einen Wandaufbau empfehlen?
    Vielen Dank,
    Susanne G.

  7. livingboard?

    lassen sie sich von "ihrem" zimmerer erklären, wie lange es diese platte gibt,
    wann die unter der bezeichnung "livingboard" neuerfunden wurde - und warum.
    ferner lassen sie sich einen rechnerischen diffusionsnachweis (feuchteschutznachweis)
    für die wand vorlegen, so sie den nicht selber prüfen können, lassen sie den
    (und noch ein paar details ihres wunschhauses mehr) von einem herstellerunabhängigen
    fachmann prüfen.
    solche und ähnliche wandkonstruktionen wurden oft genug diskutiert - lesen sie
    mal ältere beiträge, um ein gespür zu bekommen. suchbegriffe gibt´s ja
    auch genug .. nur "installationsebene" fehlte noch - weil die fehlt eben ;-)

  8. Nachtrag

    hallo Herr Stodenberg, hallo Herr Düwel,
    Es handelt sich um ein Pultdach Haus mit 9,5 m x 12,5 m Grundfläche.
    Der Holzständer kann auf 18 cm abgeändert werden, jedoch bleibt Isofloc als Dämmung, die Livingboard Platte, die an Stössen verklebt wird als Dampfsperre bestehen. Inthermo Weichfaserplatte als Aussenbeplankung.
    Bei der Lärchenschalung handelt es sich um einen "Lärchenfecher", der aus 5x5x3 cm grossen Lärchen Leisten, mit einer gesamt Fläche von ca. 8qm je Hausseite in die Fassade eingelassen wird, mit Isolierung, Hinterlüftung etc.
    Aber was ist bitte der SDA-Wert? Wie sollte der für eine Platte die als Dampfsperre dient sein? Kann man nach Stand der Technik so einen Wandaufbau empfehlen?
    Vielen Dank,
    Susanne G.

  9. gut, gut

    haben wir verstanden.
    Den SDA-Wert und die Größenordnung Aussen- bzw. Innenseite für ein dauerhaft funktionsfähiges Bauteil lassen sie sich von ihrem Zimmermann nochmal erklären. Am besten gleich am Beispiel der geplanten Wandaufbauten(1x mit WDVSA (geputzte HWF-Platten) und 1x mit vorgehängter, hinterlüfteter Fassade).
    Der Unterschied sd-Wert(wasserdampfdiffusions-äquivalente-Luftschichtdicke) aussen zu innen sollte irgendwo beim 8-fachen liegen(übern Daumen)
    Die für die Berechnung angesetzen Werte mal extern prüfen lassen(evtl. auch hier einstellen) und dann schauen obs immer noch ok ist.
    Der prinzipielle Aufbau ist nicht der schlechteste, nur alle Materialien müssen zur dazugehörigen Funktion passen, angefangen von der richtigen(funktionsfähigen) Hinterlüftung(Zu-/ Abführung, Dicke?) bis zur Dampfbremse(sd-Wert).

  10. @All

    Vielen Dank meine Herren!
    Susanne G.


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