Holzbau

Holzhaus mit Styropor dämmen?

Mein Nachbar möchte sein Holzhaus mit Styropor dämmen. Bedeutet Styropor für ein Holzhaus nicht Tod?

  1. Nicht unbedingt

    Aber ein Bauphysiker sollte sich das ganze ansehen und einen detailierten Aufbau planen.

    Trotzdem ist es fraglich ob Styropor beim Holzhaus sinnvoll ist, seit man die Brandfälle mit dicken Styroporschichten kennt.

    Im Ausland gilt Styropor nicht als schwer antflammbar.

    Name:

    • Pauline Neugebauer
  2. Nein

    Hallo Frau Richter, Ihr Nachbar soll so einen Unfug besser lassen und sein Haus nicht in eine Plastetüte stecken. Warum will er überhaupt dämmen? Sind die Wände zu dünn? Besser wären als Alternative Dämmsysteme mit Steinwolle da diese atmen können.

  3. "Plastiktüte" und "atmende Wände"

    sind Polemik der 80er und 90er Jahre. Eigentlich sollte man langsam so aufgeklärt sein, zu wissen, dass Wände nicht "atmen", sondern allenfalls ein geringer Diffusionsstrom durch die Wand auftritt, der dem Temperaturgefälle (Dampfdruckgefälle) folgt.

    Je nachdem wie alt das Haus ist und welche Art der raumseitigen Dampfsperre die Außenwände aufweisen is es empfehlenswert Holzweichfaserdämmstoffe als Außendämmung aufzubringen. Es gibt einige Firmen, die sich auf bauphysikalisch sinnvolle Lösungen spezialisiert haben. Polystyrol ist da sicher keine gute Wahl, denn hier kann es zu Kondensatbildung kommen, wenn die alte Dampfsperre nicht überall wirklich dicht ist.

  4. Zuviel ungeklärt

    Hier müssen aber erstmal mehr Einzelheiten der Konstruktion bekannt sein, ehe man konkrete Ratschläge erteilen kann, finde ich, z.B.:

    1. Was heißt "sein Holzhaus"? Soll das noch gebaut werden, und wenn ja, von wem (Eigenleistung, Zimmermann, Fertighausfirma)? Oder handelt es sich um ein schon bestehendes Haus?

    2. Von welchem Holzhaustyp ist die Rede (Holzrahmenbau, -skelettbau, Brettstapelbau, Blockbau ...)?

    3. Betr. der Frage von Sven Sieradski: Ja, wie düNNA oder dick ist denn die Holzwand (an den dünnsten Stellen)?

    3. Falls es sich um einen Altbau handelt, wo denkt sich Ihr Nachbar die Dämmung hin, innen, außen, irgendwo dazwischen? Und gibt es bereits irgendwo eine Art Zusatzdämmung?

    4. Existiert auf der Innenseite eine Dampfsperre oder -bremse?

    5. Passen Fenster und Außentüren zu den angestrebten neuen U-Werten (Wärmedurchlasswerten)?

    6. Dto. bei der Decke zum Dachboden hin - wie ist die gedämmt?

    Habe ich was vergessen?


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