Kamin und Kachelofen
Fragen zu Brunner Kaminkessel 38/86 02.03.10
Hallo!
Ich hätte ein paar Fragen zu dem Brunner Kaminkessel 38/86.
Ich würde diesen Kamin gerne in einem 61qm Wohnbereich (L-Form) mit einer Doppeltüre zum Flur(zusätzlich 15qm)in unserem geplanten Neubau aufstellen. Die Nennwärmeleistung beträgt 14,5 KW, wovon 60% in den Wärmetauscher und 30% über die Doppelglasscheibe verteilt werden.
Nun meine Fragen:
Hatt jemand Erfahrung mit diesem Ofen und kann mir sagen, ob mein Wohnbereich, wenn ich den Ofen den ganzen Tag in Betrieb habe, überhitzt wird?
Kann man mit so einem System (Kessel beträgt 96 Liter) sein Obergeschoss (insg. 70qm) über die Fussbodenheizung mit heizen?
Sollte man sich eine elektronische Ofensteuerung dazu kaufen?
Ich wäre euch für Antworten sehr dankbar, da ich schon des längeren an einem geeigneten Ofen plane.
Name: Andi
- Wärmeverteilung hin oder her .... 02.03.10
Wenn 30% über das Sichtfenster abgegeben werden soll, dann müßten 4,35 kW über die Scheibe dem Raum zugeführt werden. Wie soll das bei Doppelverglasung gehen? Wir messen bei unseren Heiztüren eine Oberflächentemperatur im Mittel um 300 - 330 °C. Ist der Raum 20°C warm, dann haben Sie eine Temperaturdifferenz von 280°C - 310°C. Die Größe der Brunner-Scheibe liegt rund bei 0,33 m² - grob geschätzt bei Doppelverglasung rund 1 kW Wärmeabgabe. - Wobei ich mich gerne eines besseren belehren lasse, wenn jemand weiß, wie Brunner auf das Ergebnis kommt. Vielleicht ist das über die Zeit gerechnet.....
Wichtig wäre jetzt noch die Temperaturdifferenz im Mittel der gesamten Stahloberfläche des Heizeinsatzes und deren Größe. Darüber läßt sich errechnen wieviel Leistung letztlich an den Raum wirklich abgegeben wird.
Mein Tip wäre hier einen vernünftigen Grundofen mit Absorber zu installieren. So ein Ofen läßt sich von Größe und Oberfläche genau auf Ihr Haus anpassen. Stangenware hat eine Einheitsgröße, welche ein Kompromiß sein kann - aber nicht sein muß.
Vom Prinzip her ist Brunner mit seinen Geräten sicherlich mit an vorderster Front. Verbauen wir auch hin und wieder, wenn der Kunde unbedingt richtig Asche ausgeben will. Aber dafür kriegt er auch eine Rundumversorgung. Wenn wir den Stubenkessel 4.1 SK verbauen, dann bleibt der Ofen um den Heizeinsatz im Prinzip kalt oder zumindest lau. Erst wenn die Elektronik auf die Züge umschaltet wird wenigstens der Teil des Ofens warm.
Ich persönlich will einen richtig warmen Ofen im Raum und nicht ein Gerät das mir Wohnraum wegnimmt. Sie müssen ja immer noch daran denken, daß wenn der Ofen nicht richtig warm wird Sie trotzdem den ganzen Dreck im Wohnzimmer haben. Ansonsten wird der Kaminkessel bestens funktionieren und die paar Quadratmeter von der Wasserseite wunderbar erwärmen können. Eine Ofensteuerung ist immer sinnvoll, aber auch preisintensiv.
Grüße aus Memmingen Walter Haussmann OSA
Weiterführende Links:
- http://www.grundofen.de
- http://www.osa-vertrieb.de
- http://www.osana.de
Name: Herr Wal-2132-Hau
- Kaminkessel 02.03.10
Hallo!
Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ca. 6KW Müssten an den Raum abgegeben werden. Wären somit die Quadratmeter ausreichend?
Was meinen sie mit "Ich persönlich will einen richtig warmen Ofen im Raum und nicht ein Gerät das mir Wohnraum wegnimmt"
"Sie müssen ja immer noch daran denken, daß wenn der Ofen nicht richtig warm wird Sie trotzdem den ganzen Dreck im Wohnzimmer haben"
- So - jetzt kann ich antworten ... 02.03.10
Hatte gerrade Kundschaft die auch einen Ofen mit Wasseraufbereitung wollen. Die kriegen aber von mir einen vernünftigen, hinterlüfteten Grundofen mit Wassertasche. Ist sanierter Altbau der nach und nach Vollwärmeschutz und noch Solarthermie erhält.
Aber nun zu Ihnen....
Wenn ich Sie wäre, dann würde ich eben auch einen Grundofen einbauen ... und da Sie Fußbodenheizung haben mit Absorbertechnik arbeiten. Schauen Sie sich mal http://www.toby.at an. Wenn Sie sich den Kessel von Brunner holen und der gedämmt eingebaut wird, dann bleibt die Oberfläche des Mauerwerks im Prinzip kalt. Da is dann nix mit warmem Ofen - über die Scheibe ja - aber der Rest macht dann die Fußbodenheizung. Die Energie was das Haus braucht muß ja in Form vopn Holz aufgelegt werden und das mehrmals am Tag. Wenn ich nur Feuersehen kann und kaum Wärme an den Raum bekomme, dann würde ich mir lieber eine Keller-Kombianlage von Brunner oder einem anderen Hersteller einbauen. Dann ist der Dreck der anfällt nicht im Wohnraum sondern im Keller.
So komme ich jetzt wieder zurück zum Grundofen. Ein Grundofen mit seinem massiven Speicher ist im heutigen Haus aus meiner Sicht das vernünftigste. Denn.... Stahl ist gewillt seine Wärme schnell und rasant abzugeben während ein ordentlicher Schamottespeicher die Wärme aufnimmt und nur so an den Raum abgibt, wie dieser diese benötigt. Wird dem Haus mehr Wärme entzogen, gibt auch der Ofen mehr Wärme aus seinem Speicher an den Raum ab und umgekehrt.
Und was noch wichtig ist ... da der Grundofen selbst die Wärme speichert und entsprechend abgibt, ist die Zentralheizung in diesen Räumen in der Regel nicht notwendig. So kann die erzeugte Wasserwärme über den Pufferspeicher konzentrierter und sparsamer den Räumen zugeführt werden, die nicht direkt vom Ofen geheizt werden. So sparen Sie Energie - also Holz und haben dann auch weniger Heizvorgänge und weniger Dreck vor dem Ofen.
Noch ein Tip am Rande ... auch wenn es toll aussieht - die Heiztüre nicht zu groß wählen.
Grüße aus Memmingen
Walter Haussmann
OSA
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Name: Herr Wal-2132-Hau
- Grundofen 03.03.10
Wir haben viel überlegt ob Grundofen oder nicht, sind aber letzt endlichst doch zu dem Entschluss gekommen, das wir auch was von unserem Feuer haben wollen. Wir wollen nicht nur drei mal am Tag einheizen und durch ein kleines Fenster unser Feuer erspähen.
Im Prinzip müsste es doch reichen, wenn der Ofen den ganzen Tag laufen würde. Dann könnte ich im EG die Fußbodenheizung ausmachen und nach ca. vier Stunden im OG mittels meinem Wärmetauscher die Zimmer über die Fußbodenheizung aufwärmen.
Was meinen sie mit der Aussage:
"Wenn ich nur Feuersehen kann und kaum Wärme an den Raum bekomme"
Das zu wenig Wärme über die Ofentüre in den 61qm Raum kommen wird?
- Neulich hatten wir hier schon die Diskussion.... 03.03.10
Wie schon gesagt - mir stellt sich die Frage wie Brunner auf die Verteilung der Leistung kommt. Dies gilt es zu hinterfragen, was alles reinaddiert wird in die 30%. Alleine die Türe ... weiß nicht?!
Wenn der Kessel wie Brunner auf der Seite schreibt gedämmt wird, dann erreicht man noch eine höhere Leistung ins Wasser und weniger an den Raum. Die Wärme kommt natürlich wieder im Raum an -aber eben über den Umweg Puffer bzw Heizkörper. Ich würde die Strahlungswärme nicht missen wollen. Klar bekommen Sie über die Scheibe auch Strahlungswärme ab, aber das langanhaltende ist nicht ganz so da. Feuer aus - Wärme weg... in der Art schaut das dann nach meinem Verständnis aus.
Was ich damit ausdrücken will ist, daß Sie den Charakter eines Ofens je nach Bauweise natürlich nciht mehr so haben. Im Prinzip eben die massive Wärme über die Scheibe - aber wenn der Rest für die höhere Wasserleistung gedämmt ist, dann weiß ich nicht, ob ich dann noch einen Ofen habe. Für mich wäre es dann die Heizungsanlage statt im Keller platzwegnehmend im Wohnraum. Das ist mein Gefühl und hat jetzt nichts damit zu tun, daß ich hauptsächlich Grundöfen verkaufe. Aber eine Kellerkombianalge von Brunner was hier sicher auch super wäre, läßt Sie das Feuer nicht sehen.
Und dann bin ich eben wieder beim Grundofen mit einer adäquaten Scheibegröße z.b. 41x68 oder 50x57cm. Und ein Grundofen läßt sich um Feuer zu sehen auch öfters heizen - nur es lohnt dann nicht unbedingt, wenn er aufgeladen ist.
Dies wäre für mich persönlich in Ihrer Lage die Kompromißlösung.
Grüße aus Memmingen
Walter Haussmann
OSA
Der Beitragsersteller hat versichert, dass der Anhang selbst erstellt wurde und keine Rechte verletzt.
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