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Keller

Gelbes Drainagerohr - nachträglich zu retten?

Bei uns wurde ein gelbes Drainagerohr (überall perforiert) ums Haus verlegt. Das Rohr ist mit Vlies umwickelt, darum eine Kiespackung, ebenfalls mit Vlies. Feuchter Hangkeller, Lastfall vermutlich aufstauendes Sickerwasser.
Kann man das offensichtlich falsche Drainagerohr nachträglich retten, z.B. indem man ein anderes Rohr mit Sohle reinzieht oder mit irgendeinem Kunstoff eine Sohle nachträglich herstellt?
Wir wollen halt nicht freigraben.

  1. Wieso falsch?

    Hallo,
    das ist ein sog. Vollsickerrohr. Warum soll das falsch sein?
    Ich habe folgendes gelernt:
    Eine Sickerleitung soll Wasser vom Bauwerk fernhalten, das von unten aufsteigt.Wasser von oben, durch Regen, Oberflächenwasser, etc. soll "durchfallen" und versickern. Das ist natürlich abhängig vom Boden.
    Sie haben einen feuchten Keller, am Hang, durch "aufstauendes" Sickerwasser. Ich glaube nicht, dass da das "gelbe Rohr" verantwortlich ist.
    Wo sind die feuchten Stellen? Gibt´s Fotos?

  2. Dränagerohre

    Generell sind die Gelben Endlosrohre auf der Rolle keine Dränagerohre.
    Diese sind technologisch überhaupt nicht in das, von der DINA geforderte, präzise Gefälle zu verlegen.
    Ferner sind an jeder Hausecke, sowie an jedem Vorsprung durch Erker oder ähnliches, ein Kontroll- und Spülschacht vorgeschrieben.
    Diese dienen, wie der Name schon sagt, auch zum regelmäßigem Spülen der Dränleitungen.
    Grüße aus Schönebeck

  3. erster Schritt

    wäre zunächst die tatsächliche Wasserbeanspruchung zu klären (Bodengutachten!) Falls Stauwasser vorliegt kommt es darauf an, wie groß der Lochanteil ist. Es gibt gelbe Schläuche, die die Anforderungen nach der Drän-Norm DINA 4095 erfüllen. Etwas problematisch schätze ich die Vliesummantelung des Rohres ein, weil dadurch auch der Abfluß behindert wird. Die Gefällegebung der Rohre ist zwar schwierig - aber nicht unmöglich. Wesentlich ist auch die Sickerpackung um die Rohre. Sie sollten sich vor Ort einen Fachmann hinzuziehen.

  4. Ein Bausachverständiger sowie ältere Beiträge in ...

    ... diesem Forum und anderswo im Internet befassen sich mit dem gelben Dränrohr und kritisieren u.a. Stabilität, geringen Lochanteil, schwierig zu erstellendes Gefälle und die fehlende Rohrsohle (Wasser wird dadurch angeblich nur verteilt, nicht abgeleitet). Teilweise wird sogar behauptet, die Rohre seinen seit 1996 zur Gebäudedränierung verboten.
    Bin nun total verunsichert, ob das gelbe Rohr bzw. dessen Vliesmantel eine Ursache für den nassen Hangkeller sein kann und falls ja, ob ich meinen Bauunternehmer (ist auch Bausachverständiger) in Gewährleistung nehmen kann.
    Habe von einem Hersteller der gelben Rohre zwischenzeitlich eine Bestätigung der DINA 1187 und 4095 erhalten. Ob dieses Produkt jedoch meinem gelben Rohr entspricht/ähnelt wäre noch zu prüfen.
    Kann man die Funktionsfähigkeit einer Drainage bzw. bestimmte Aspekte testen? Also z.B. ob das Gefälle stimmt oder die Wasseraufnahmefähigkeit ausreichend ist?
    Danke & Gruß
    Baulaie

  5. Dränagerohre

    Nach meinem Kenntnisstand ist für Dränleitungen nur Stangenware zulässig.
    Alles andere Endlosrohrgedöns ist definitiv nicht in das geforderte Gefälle von 0,5% zu verlegen.
    Wer was anderes behauptet hat die Dinger noch nie verlegt.
    Grüße


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