Keller
WW Fugen Abdichtung
Unser Keller sollte als Weiße Wanne (wasserundurchlässiges Bauwerk) nach DAfStb-Richtlinie "Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton" für Beanspruchungsklasse 1 und Nutzungsklasse A, Bauweise ohne unkontrollierte Trennrisse aufgeführt werden. Die Kellerausführung ist für den Lastfall aufstauendes Sickerwasser und zeitweise Druckwasser nach DINA 18195 - 6 als wasserdichtes Bauwerk ausgelegt.
Leider haben, nach dem Betonieren die Arbeitsfugen zwischen Bodenplatte und aufgehender äußerer Kellerwand, sowie die senkrechten Arbeitsfugen im Bereich der Gebäudeecken offene Fugen (über 4 cm) aufgewiesen. An einigen Stellen war das Pentaflex-Fugenband nicht von Beton umschlossen.
Der Bauträger hat die äußere Fugen mit Ardex B10 verspachtelt und dann mit Prima 1K, 1-lagig beschichtet. Die Dicke der Beschichtung beträgt ca. 2 mm. Die Abdichtung wurde nur im Fugenbereich aufgetragen. Dann wurden sofort die Dämmplatte eingeklebt und das Delta-Teraxx aufgebracht und wieder eingefüllt. Ist die Ausführug fachgerecht?
Die Innenfugen sind noch nicht zu gemacht. Meine Frage ist, ob man Vandex nehmen könnte um die Fugen druckwasserdicht zu schließen. Der Keller ist ein Wohnkeller, d.h. das Produkt sollte keine gesundheitlich Gefährdungen verursachen oder das Raumklima beeinträchtigen. Oder sind andere Produkte besser geeignet? Wird danach der Keller richtig dicht?
Sanierung Die Sanierung von nicht fachgerecht einbetonierten Fugenbändern erfolgt eher durch Verpressen. Das kann von Innen erfolgen, wird nicht ganz billig und sollte durch externen SV/Planer geplant und überwacht werden. Das wird ein Spaß für den GUA/GÜ.
Das bisher erfolgte Zuspachteln ist wohl eher für die Kosmetik.
Was ich nicht verstehe: Wenn Sie schon Begriffe wie "DAfStb-Richtlinie, Beanspruchungsklasse 1, Nutzungsklasse A, ohne unkontrollierte Trennrisse" verwenden, dann muss sich doch schon jemand deutliche Gedanken darum gemacht haben, wie eine weisse Wanne zu planen und zu bauen ist, weil "herkömmlichen" GU/GÜ und Bauträger selten solche Begriffe verwenden.
Nur leider nützen diese Begriffe nichts, wenn sie nicht Eingang in Ausführungspläne, Arbeitsanweisungen und in die Bauüberwachung finden. Vermutlich haben die Arbeiter auf der Baustelle von Dingen wie einer Anschlussmischung noch nie gehört.Fugenverpressung Vielen Dank für die schnelle Antwort. Bei Ardex B10 hatte ich auch das
Gefühl, dass es eher Kosmetik ist. Ich habe gedacht, dass man mit Vandex
schon weiter kommt. Was wäre die richtige äußere Abdichtung?Bezüglich verpressen bin ich etwas unsicher, weil fast überall die Fugen
offen sind. Ich dachte das Verpressen ist etwas Punktuelles und man sollte
es nicht übertreiben, weil die Gefahr von weiteren Risse sehr groß ist,
oder?Eine Anschlussmischung wurde gemacht (8 mm Größtkorn). Allerdings wurde aus
über 2,5 m Fallhöhen einbetoniert und die Wände wurden vorher nicht genässt.
An dem Tag war es auch ziemlich kalt (0 Grad). Könnte das der Grund sein
warum der Beton nicht geflossen ist? Verdichtet wurde schon in kleinen
Abständen - jedenfalls soweit ich das als Laie beurteilen kann.Fugen "überall offene Fugen"
Das hört sich ja erstmal wild an. Es sollte sich ein von Ihnen beauftragter SV anschauen, was dort tatsächlich los ist und vorschlagen, wie zu sanieren ist.
Natürlich können Sie auch ein paar Bilder hochladen (Dateigröße klein halten).
Äußere bituminöse Abdichtungen an weißen Wannen über Fugen können nur als zusätzliche Maßnahme, sozusagen als Hosenträger zum Gürtel, gesehen werden. Wenn weiße Wannen von Außen irgendwie schwarz gemacht werden, dann messe ich dieser Schicht nur die Funktion einer Grundierung zum Ankleben der Dämmplatten bei, aber keine abdichtende Funktion.
Das heißt, erstmal muss der Gürtel angezogen werden, also Fehlstellen und Fugen, wo das Fugenband nicht richtig einbetoniert ist, sind durch Verpressen zu füllen. Dazu kann dann als Hosenträger draußen noch eine Schicht Bitumendickbeschichtung drüber, muss aber nicht.
Nachfolgendes Bildchen zeigt, wo ich vermute, dass verpreßt werden muss:
http://www.adicon.at/images/6-adicon/6-6verpressung001.jpgKatastrophe in Bilder anbei ein paar Bilder.
Ist die Hose noch zu retten oder nicht?
Verdichtung Sie haben Doppelwände aus Teilfertigteilen.
Man hat die Vertikale Plattenfuge vermutlich nicht ordentlich genug zugeschalt und in dem Bereich nicht genug verdichtet, evtl. gerade weil die Schalung beim Betonieren drohte nachzugeben.Die Fuge von Außen mit Mörtel zu schließen ist hier sicher erstmal kein verkehrter Gedanke. Es ergibt sich aber der Verdacht, dass in diesem Eckbereich Verdichtungsfehler vorliegen und der Betonkern nicht ausreichend wasserundurchlässig ist. Das lässt sich ggf. durch eine Bohrkernentnahme feststellen.
Auch dieser vertikale Eckbereich kann, falls er sich später als undicht heraus stellt, durch Verpressen saniert werden. Es ist dann die Frage, ob man das Verpressen schon während der Bauphase präventiv durchführt, oder abwartet, ob es tatsächlich zu einem Wasserdurchtritt kommt. Für den Fall könnten Sie die zu erwartenden Verpresskosten absichern, durch Einbehalt o.ä. Aber dazu greifen Sie auf die Dienste eines SV und ggf. eines Anwalts zurück.
Verpresskosten Vielen tausend Dank.
Der Bauträger hat sich bereit erklärt die Gewährleistung auf 10 Jahre zu verlängern. Kann es sein, dass auch nach 10 Jahren noch Probleme auftreten?
Welche Bürgschaft ist sinnvoll für diese Mängel?
Sollte ich für die horizontalen Fugen (Bild Mitte) weitere Maßnahmen verlangen, oder reicht Ardex B10 und Prima 1K Dickbeschichtung?
Fragen sind zu detailiert Ihre Fragen sind für eine Beantwortung im Forum nun schon zu detailliert. Sachverständige Tätigkeiten und Planung über das Forum ohne Detail- und Ortskenntnis wäre unseriös. Sie haben die Hinweise zu einem externen SV und Anwalt erhalten. Genau das sind die Leute, die sie zu den Fragen zur Gewährleistungsverlängerung und Bürgschaft beraten können.
Next Step Ja, Sie haben völlig Recht. Ich bedanke mich vielmals. Sie haben mir sehr weitergeholfen.
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