Modernisierung / Sanierung / Bauschäden

Tauwasser in der Zwischensparrendämmung

hallo experten!
wir haben unserem alten haus ein neues dach verpaßt. es handelt sich hierbei um ein sparrendach. das dach wurde mit mineralwolle zwischen den sparren gedämmt. auf der innenseite wurde eine danpfsperre angebracht. die dämmung ist hinterlüftet, mit einer luftspaltenbreite von 2 cm.
der bauherr hat aber die unterspannbahn direkt auf die wärmedämmung von der dachseite her angebracht. nun fällt eine menge tauwasser an un durchfeuchtet die dämmung. was kann man nun machen ohne die gesamte dämmung und dampfsperre wieder zu entfernen? und was ist der unterschied zwischen einer hinterlüfteten dachdäämung und einer vollsparrendämmung? würde es ausreichen die dampfsperre mit profilhölzern oder noch einer weiteren dämmung (styropor auf der innenseite)zu verkleiden?
ich danke ihnen im voraus.

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  • christian
  1. Tauwasser fällt dann an, wenn

    ... Feuchtigkeit in die Dämmung gelangt. Ich tippe auf eine nicht ordentlich verklebte oder beschädigte Dampfbremse. Diese muss absolut luft- und dampfdicht sein, und das auch an allen Übergängen zum Mauerwerk, Fussboden, Durchdringungen. Wenn das nicht gegeben ist, gelangt feuchtwarme Luft in die Dämmung, kühlt ab und kondensiert. Fällt das Kondenswasser nur partiell an oder überall?

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    • Werner
  2. partieller anfall!

    das wasser fällt nur an einigen stellen und besonders auf der westseite an. hat die aufgebrachte unterspannbahn einen einfluß darauf?
    das tauwasser fällt aber auch jetzt bei sehr hohen außentamperaturen an.
    vielen dank für die schnelle antwort.

    Name:

    • christian
  3. Zusatzinfo

    Die Feuchtigkeit, die ich angesprochen hatte, gelangt vom Innenraum durch Risse/Löcher etc. der Dampfsperre in die Dämmung. Wenn dem so ist, würde ich in den Bereichen, wo das Kondenswasser anfällt, mal die Dampfbremse auf Risse oder Löcher oder mangelnde Dichtigkeiten bei den Anschlüssen untersuchen.
    Ob es sich nachteilig auswirkt, dass die Unterspannbahn auf der Dämmung aufliegt, kann ich nicht genau sagen. Meiner Meinung nach macht das keinen Unterschied. Wichtig ist nur, dass die Unterspannbahn diffusionsoffen ist, damit eventuell aufgetretene Feuchtigkeit nach aussen weg kann.
    Ich verweise Sie nun an die Experten. MB, übernehmen Sie...

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    • Werner
  4. MB hat kaum Zeit

    Erst heute abend wieder. Aber bis jetzt war ja alles richtig. Es gibt noch Rettungsmöglichkeiten. Bitte mal den genauen Aufbau von innen nach außen beschreiben.

  5. aufbau!!!

    es handelt sich um eine zwischensparrendämmung. Sparrenabstand 80 cm.
    von innen 1. dampfsperre 2. mineralfaserdämmung d = 16 cm 3. unterspannbahn 4. luftschicht 2 cm 5. dachschalung 6. Dacheindeckung mit bitumendachschindeln

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    • christian
  6. aufbau?

    was für eine Dampfsperre, ist sie luftdicht untereinander und mit Mauerwerk verbunden?
    was für eine Unterspannbahn, Typ, ist es eine 'diffusionsoffene'
    war eine Überlüftung der Dämmung unter der Unterspannbahn vorgesehen, und/oder die Unterlüftung der Dachdeckung?

  7. Welche Nutzung

    ist unter dem befallenen Bereich untergebracht? Ich tippe auch auf schadhafte oder nicht korrekt verklebte Dampfsperre. Hast Du die selber verlegt oder kannst Du den Unternehmer in Regreß nehmen? Den Unterschied zwischen Vollsparrendämmung und hinterlüfteter Dämmung gibt es nicht, da auch Vollsparrendämmung belüftet sein kann ;-)
    Ich tippe auf Badezimmer oder Küche ohne Dunstabzug...:-)
    schöne Grüße

    Name:

    • Herr Zack
  8. Ist die Dämmung denn naß oder feucht?

    Wenn die nur feucht ist, drinlassen (Voraussetzung, die Hinterlüftung funktioniert). Wenn die naß ist, Dampfsperre raus und erstmal durchtrocknen lassen, bevor sich Pilze und/oder Schimmel breit macht.
    Ansonsten zweite Luft- und Dampfdichte Schicht anbringen, dann die eigentliche Innenbekleidung. Bei Gipskarton kann die Luftdichtigkeit auch durch Verspachtelung erreicht werden. Problempunkte sind Durchdringungen und Anschlüsse, dafür gibt es aber spezielle Klebebänder.

  9. weitere angaben!

    die Dämmung ist feucht. es handelt sich um eine diffusionsoffene unterspannbahn von tyvek. am mauerwerk ist die dampfsperre mit dem mauerwerk luftdicht verbunden.
    eine hinterlüftung der dämmung sollte vorgesehen werden aber es wurde die dämmung fälschlicherweise direkt auf die unterspannbahn angebracht. also keine direkte belüftung der dämmung.
    aber an der kehle und an der pfette gibt es noch ein paar undichte stellen. wenn wir die schließen müßte das reichen?
    Was ist der Unterschied zwischen dampfsperre und dampfbremse?
    sind 2 cm luftraum zwischen dämmung und dachhaut genug?
    ich danke ihnen für die bisher gegebenen tips.

    Name:

    • christian
  10. Da haben wir ja die Lösung

    Streng genommen sind 2 cm zu wenig, könnte in der Praxis aber gerade eben reichen. Ja, die Lücken müssen Sie abdichten. Dampfbremse und Dampfsperre unterscheiden sich in ihrem Sperrwert ab SDA = 1500 m spricht man von Dampfsperre. sd = µ x s wobei µ ein dimensionsloser Stoffwert und s die Dicke ist.
    Die vorhandene Feuchte muß jetzt durch die Unterspannbahn ausdiffundieren, was die im Sommer auch tut. Das die Bahn aufliegt, ist nicht so tragisch, denn dafür wurden die Diffusionsoffenen (ist nur ein Marketingebriff) entwickelt.
    Lassen Sie zur Kontrolle einen Blower-Door-Test machen.

  11. wirklich die lösung?

    Hallo zusammen,
    die Löcher müssen zu, klar. Die Erscheinung der Feuchtigkeit auf der Raumseite der WDA wird noch einige Zeit erhalten bleiben. Im Winter werden Sie die Feuchtigkeit an der Unterdeckbahn finden, im Sommer auf der Dampfbremse. Das kann u. U. jahrelang so hin- und hergehen.
    Ist denn der Dachstuhl auch erneuert worden?
    MfG
    stefan ibold

  12. Wieso Raumseite?

    Die Dämmung ist feucht, und wir haben Sommer. Das kann locker ausdiffundieren und neues kommt ja nicht rein, wenn der Blower-Door-Test bestanden wird.

    Name:

    • MB
  13. da irrt ...

    ... der Fachmann ;-)). Habs ja selber nicht geglaubt, aber ist so. Was da an feuchte drinn ist, wandert bei der ersten Wärmeentwicklung nach unten, in den dann kühleren Bereich. Die Voraussetzungen sind bei Sonneneinstrahlung ja umgekehrt. Dann ist nicht die Seite der Unterspannbahn die kühlere sondern die der Dampfbremse.
    Und was ich von diffusionsoffenen und denkenden Folien halte, weist Du;-)))
    si

  14. Ne Frage der Durchfeuchtung

    Wenn die naß0 ist das klar, dann klappt das nicht. Ich gehe aber von Feuchte aus. Und die eben unmittelbar unter der
    Unterspannbahn. Der Diffusionsstrom geht dann tagsüber nach außen, wenn vorhanden, von der hinterlüftung unterstützt. Entscheidend ist weniger die Temperatur als die rel. Feuchte. Nur wenn es nachts stark abkühlt, fällt tauwasser aus, aber oberhalb der USP. Ist bei mir auch so.

    Name:

    • MB
  15. ne menge tauwasser ...

    ... fällt aus hat der Fragende geschrieben. Da is nix feucht, da is naß. Und wenn denn der Dachstuhl ebenfalls neu erstellt wurde, dabei das Holz auch noch so frisch war, das in der Vorwoche die Spatzen noch auf demBaum gesessen haben, dann Mahlzeit.
    si

  16. Feucht

    Hat er geschrieben. Nämlich bei weitere Angaben. Nur ist jetzt die Frage: was ist feucht? Siehe auch weiterführender link, das ist auch feucht :-)

    Name:

    • MB
  17. neuer dachstuhl!

    der Dachstuhl ist komplett neu. und das mit der feuchte muß noch genau überprüft werden. an der dampfsperre sieht man von innen tropfen. man muß nun noch nachsehen ob die dämmung nur feucht ist oder schon naß. ich informniere sie dann noch weiter. aber danke schon im voraus.

    Name:

    • christian
  18. von Innen?

    Also raumseitig der Dampfsperre Tropfen? Hmm, dann könnten wir daneben liegen. Gerade Estrich gelegt worden oder Putz?

    Name:

    • MB
  19. nee MB

    ich glaub er meinte, dass man die Tropfen, die an der Dampfsperre hängen, von innen sehen kann. Aber sitzen tun die wohl auf der Seite der Dämmung.

    Name:

    • Werner
  20. recht gehabt!! *jubel*;-))))

    Hallo zusammen,
    es ist genauso, wie ich es beschrieben habe. Vermutlich liegt die Restfeuchte des Holzes auch über 20%.
    Dann jibbet nur eins, raus mit der Dämmung und der Dampfbremse und austrocknen lassen:(((.
    Ich fürchte sonst wird das nix.
    MfG
    stefan ibold

  21. Nööö

    Nicht, wenn die Tropfen raumseitig der Dampfsperre sind. Dann braucht er nur Löcher flicken. Aber wenn die Dämmung naß ist, raus damit. Steht ja auch ganz am Anfang so.

    Name:

    • MB
  22. Ätsch,

    da haben wir sie wieder, die absaufende Dämmung. Nach Fischer wär das nicht passiert, da gäb´s keine Dämmung zwischen den Sparren. Diese sind sollgemäße Feuchtefallen, auch wenn die getürkte Bauphysik das anders haben will. Natürlich muß die Chose raus, anders wird es nicht. Und mein Tipp: Blower door am i m m e r bewegten Dach ist der größte Blödsinn aller Zeiten. Weiß denn hier niemand, daß Kunststoffklebebänder und Kleber verspröden und gerade im Belastungsfall Dach über sehr kurz und gar nicht lang ihren Geist aufgeben m ü s s e n?

  23. dann man los, Herr Fischer

    und rann an die Lösung. Bitte hier und öffentlich, ohne Linkangaben und für Jedermann verständlich. Natürlich auch beweisbar.

  24. Da bin ich auch mal gespannt...

    aber dann bitte so, dass auch ich als Bauherr das verstehen kann, was ich gerade mit meiner Dachdämmung alles falsch mache...

    Name:

    • Werner
  25. Und ich erst mal

    Wo haben Sie denn das "Wisen" her, daß Kunststoffbänder spröde werden? Oder das die Verklebung nicht hält. Siga-Bänder haben Sie wohl noch nie verwendet?

    Name:

    • MB
  26. Bauherrnwissen

    muß er sich schon selbst anlesen. Baustoff- und Konstruktionsvorlesungen kann ich hier nicht abliefern. Wer führt denn Ihren Schadensprozeß umsonst im Web bzw. schneidet Ihren Blinddarm virtuell? Was hier passiert sind Anstöße zur Eigenrecherche. Nicht mehr und nicht weniger. Hinterfragung a la `68. Und: Daß Kunststoff mittels giftig ausgasendem bzw. korrodierendem Weichmacher nur begrenzte Zeit elastisch bleibt, ist Grundwissen. Tipp: "Weichmacher" in Suchmaschine eingeben.

  27. Kunststoff?

    Welcher Kunststoff? Nicht alle Kunststoffe haben
    "Weichmacher". Da gibt es schon so ein bis tausend verschiedene Kunststoffe. Kaum zu glauben, aber es gibt mehr als PVC (weich). POCB ist auch ein Kunststoff, da gast nix aus und da wird auch nix spröde.
    Pauschalisieren ist hier fehl am Platze.

    Name:

    • MB
  28. Und der Kleber?

    Wo sind hier die praktisch belegten Erfolge unter Dauerlast einer langfristig bewitterten Holzbude/Dachkonstruktion? Die Schäden sind Legion, nicht die Erfolge. Das ist Risikobau für Apothekengehilfen - nicht bewährte Technik.

  29. Wie lange ist Langzeit?

    In der Tat ist Regel der Technik z.B. Klemmschienen an Anschlüssen. Und eben nicht Klebeband. Nur, die Leute, die Klebebänder entwickeln, sind nicht alle mit einem IQ unter Zimmertemperatur beschlagen. Die Verklebungen in der Fläche werden ja keinen klimatischen Schwankungen und auch keinem UV ausgesetzt.
    Aber wie lange ist nu Langzeit?

    Name:

    • MB
  30. bei SIGA 5 Jahre

    zumindest hab ich noch keine längere Gewährleistungszeit vereinbaren können. Bei der EMPA wurde das Langzeitverhalten von Thermoplasten untersucht, Ergebnis: zeitraffende Alterungsversuche führen zu keinen zwingenden Verhersagen hinsichtlich einer realistischen Gebrauchsdauer. Fazit: Abwarten, ob es wirklich soviele Jahre wie das Gebäude halten soll, hält. Die freiflatternden Klebebandverbindungen zwischen den Folienbahnen halte ich auch für einen besseren Witz, das kann natürlich nicht funktionieren und führt auch insbesondere bei Hallenbauten immer wieder zu richtig gravierenden Schäden. Nicht nur deswegen bin ich immer noch ein Fan der ( richtig ausgeführten, Herr Ibold ! ) Überlüftung der Wärmedämmung. Mich würden übrigens die Mikroskop Bilder der durch Bio - Materialien zugestaubten 'diffusionsoffnenen Unterspannbahnen', die mir schon von vielen Seiten beschrieben wurden, die ich aber noch nie gesehen habe, interessieren, Herr Fischer, die werden offenbar zurückgehalten, hab Sie zumindest auf Anfrage nicht bekommen.

  31. Die Schreckens-Bilder

    habe ich gesehen. Sie wurden mir sogar für meine Website versprochen. Daß sie nun nicht rausgerückt werden, kann ich irgendwie sogar verstehen. Damit würde man einer ganzen Branche den Garaus machen. Sollen die sich nun alle aufhängen oder vor den ICE werfen? Na sehen Sie.

  32. Ein Link v. K. Fischers Homepage hat mich direkt zu diesem Beitrag geführt, Danke!.

    Was ist denn nun aus diesem Fall hier geworden, Dämmung abgesoffen? Muss ich bei mir dasselbe befürchten?

    Name:

    • ein Bauherr
  33. das ist natürlich ...

    NICHT der normalfall, daß die dämmung absäuft.
    wenn man allerdings genug falsch macht, dann passiert´s.

  34. Was dämmen Dämmstoffe?

    Kann man sich fragen, wenn man die Ergebnisse des Lichtenfelser Experiments mal anguckt. Demnach pfeift durch Dämmstoff die Wärme durch wie sonstwas. Testaufbau und -Ergebnis der Untersuchung siehe Link.

  35. Jetzt erzählen Sie mir noch Herr Fischer

    ,dass eine ungedämmte Wand weniger Wärme durchlässt als eine gedämmte.Bitte so,dass ein Normalsterblicher das auch versteht und nach 100 Treads nicht mer weiss wo hinten u. vorne ist. Ich glaube man sollte das mal einfach darstellen.

    Name:

    • Jupp
  36. Ernüchternd, das Lichtenfelser Experiment

    kann ich mich auf diese Ergebnisse berufen und meinen Planer schlimmstenfalls haftbar machen, wenn meine künftigen Heizkosten mir zu hoch erscheinen - bin mal gespannt, wie hoch der Verbrauch nach meiner ersten Heizperiode sein wird. Habe schon Sorgen, auch Opfer der Dämmstofffanatiker geworden zu sein, vor allem wenn dann noch Schäden wie absaufende Dämmung zu befürchten sind, oder kann man sich auf die Dauerhaftigkeit von Klebebändern, Dampfsperre, diffusionsoffene Unterpsannbahn wirklich verlassen?

    Name:

    • ein Bauherr
  37. @K. Fischer: haben Sie die Diskussion im Forum Baupyhsik verfolgt?

    man hat den Eindruck, da haun sich welche die Köpfe ein - und wo bleibt man da als Bauherr? Wenigstens wurde da einem Zimmermann vom alten Schlag das letzte Wort erteilt. Mir ist immer noch nicht klar, ob ich bei mir unterm Estrich (Fußboden gegen Erdreich) Dämmplatten einlegen soll oder besser weglassen, weil da die Wärme eh nur durchpfeift?

    Name:

    • ein Bauherr
  38. K-Frage geklärt...

    ..k-wert-Frage aber noch nicht, leider. Wir arbeiten gemeinsam dran.

  39. Neue URL Knrad Fischer

    Bitte beachten - die hier angegebenen Links zu meiner T-online-Homepage sind aktuell auf http://www.konrad-fischer-info.de
    Die Dateistruktur ist beibehalten, so daß die Endungen nach ...home/konrad-fischer/... nun ...fischer-info.de/... lauten.
    Und die unten angefügten neuen Links passen auch gut zum Thema.

  40. Pardon - neues Profil erst jetzt eingegeben

    Nun muß das aber Profil passen ...


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