Modernisierung / Sanierung / Bauschäden

Feuchtigkeit unter der Duschwanne

Hallo zusammen, ich habe unter einer vor 16 Jahren eingebauten Acryl-Duschtasse massive Feutigkeitsschäden entdeckt. Die Duschtasse steht auf 5 Stützen auf einem Estrich mit Fußbodenheizung. Die angrenzenden Wände sind teils Gasbeton, teils Trockenbauwand aus Rigips.

Bemerkt hatte ich, daß da was nicht stimmt, weil die Duschtasse in den letzten Wochen/Monaten nicht mehr stabil stand, d.h. der Boden mittig der Tasse war fast schwammig, instabil.

Im Randbereich waren die Silikonfugen aber augenscheinlich noch intakt, was aber ein Trugschluß war, sie saugten durch kleinste Risse Wasser rein und nach unten.

Als ich jetzt den Raum gewaltsam geöffnet habe (eine Revisionsöffnung gabs nicht), sah ich zunächst in eine Tropfsteinhöhle, teilweise tief schwarz, teilweise auch nur braun sandig.

Also erst mal die Tasse komplett rausgerissen, zum trocknen offen gelassen. Eine Neue "aus Stahl" ist bestellt. Was ich jetzt feststelle ist, daß der Estrich oberflächlich sandet, sich mit einem Schraubenzieher richtig löchern läßt.

Was ist hier zu tun?, reicht eine Estrich-Versiegelung?, wenn ja womit?
Da mir der Untergrund nicht mehr so ganz stabil vorkommt, denke ich an eine neue Tasse mit Styroporunterbau, wie seht ihr das?

Name:

  • Ernst
  1. Offenbar

    gab es keine ordentliche Badabdichtung, wie man Sie sich zumindest heute entsprechend ZDBA-Merkblatt "Fliesen und Platten im Verbund mit Abdichtungen...." wünschen würde.

    Willste die Streichdichtung unter der Duschtasse bei der Sanierung jetzt auch wieder weglassen und nur "die Randfuge der Duschtasse mit Silikon abdichten"?!?!?!

  2. NEIN, natürlich nicht !!

    Natürlich möchte ich es jetzt so machen, daß ich länger Ruh habe. Daher ja auch mein Hilfeersuchen hier im Forum.

    Frage also, wie gehe ich mit dem Estrich um, er bröckelt stellenweise so, das ich mit dem Staubsaugerrohr über 1 cm tiefe Krater rauskratzen kann.

    Mit einer dünnflüssigen Ausgleichmasse auffüllen, oder vorher noch was konservierendes direkt auf die Schadstellen tun?

    Und ganz am Ende eine Streichdichtung/Schlämme drüber, an der Wand eine Gummimatte/folie hochgezogen bis unter die erste Fliesenreihe, denke ich.

    Name:

    • Ernst
  3. Estrich mit Fußbodenheizung sanieren?

    Also wenn in dem Estrich unter der Duschtasse auch Heizschleifen liegen, dann würde ich einen solche Sanierung nicht von Laienhand ausführen lassen.

  4. Warum nicht selbst ?

    Danke Herr Tilgner, das klingt aber jetzt etwas nach Lobbyarbeit für die Saniererbranche.

    Ob ich mich unbedingt unter die Laien einreihen lasse, sei dahingestellt, auch ich habe einen so klingenden Titel wie sie ihn tragen, wenn auch nicht direkt im Bauwesen. Und ich informiere mich gerne gründlich, bevor ich selbst Hand anlege, aber auch wenn ich Fachleute damit beauftrage.

    Diese Dusche wurde vor Jahren von "Fachleuten" eingebaut, und keiner hat hingeschaut, was die machen. Genau das möchte ich jetzt vermeiden. Und daher meine blöden Fragen.

    Und warum soll ich das nicht selbst können? Ich möchte halt nur zu den mehr oder weniger qualifizierten Auskünften im Baustoffhandel eine unabhängige qualifizierte Auskunft dazugesellen

  5. Welche Art Estrich ist es denn?

    Zementestrich, Anhydrithestrich, oder... Danach richtet sich auch die Sanierung

  6. Antworten

    Hallo Ernst,

    anbei ein paar Antworten:
    zu 1) "Reicht eine Estrich-Versiegelung?" Nein

    zu 2) "Wenn ja, womit?" erübrigt sich, siehe 1

    zu 3) "Neue Tasse mit Styropor-Unterbau - wie seht ihr das?" Wenn der Unterbau (-> Estrich) nicht ausreichend tragfähig ist nützt auch der Einbau eines Styrodur-Duschträgers langfristig nicht, da das eigentliche Problem nicht behoben wird. Aus der Ferne vermag ich aber auch nicht beurteilen, wie schlimm es um den Estrich denn bestellt ist - das müssen Sie selbst einschätzen. Ich würde immer die 100%-Lösung wählen, auch wenn es etwas aufwändiger ist.

  7. @Uwe Welche Art Estrich ist es denn? ...

    ... @Uwe
    Welche Art Estrich ist es denn? -> ganz normaler Zementestrich

    @Alexander
    Styropor Unterbau?

    Also ich möchte den Zustand des Estrich nochmal beschreiben:

    Es ist offensichtlich so gewesen, daß über längere Zeit Wasser durch die Fugen in den Bereich unter der Tasse gelangt ist, dieses Wasser - teilw. wieder verdampft - kondensierte von unten an der Duschtasse und tropfte dann wieder auf den Estrich. Hier bildeten sich kleine braune Stellen, die weggekratzt kleine Krater bildeten. D.h. hier ist oberflächlich der Beton "zersetzt" worden. Den teilw. gefundenen schwarzen Belag kann ich mit der Bürste entfernen.

    Der Estrich sieht also oberflächlich etwas angegriffen aus, scheint aber im Kern durchaus noch stabil und fest zu sein. Risse sind nicht zu sehen. Wenn ich mit dem Meissel versuche etwas tiefer einzudringen, ist da schon ein deutlicher Widerstand, fast so wie bei frischem Zementestrich. Den jetzt rauszuhämmern und möglicherweise den Kreislauf der Bodenheizung zu beschädigen, wäre m.E. kontraproduktiv.

    Er ist halt - wenn man die Oberfläche mit der Drahtbürste säubert - sehr porenoffen, wenn man das so sagen kann, und das ist denke ich keine gute Ausgangsbasis fürs weitere Leben.

    Sicher muß man davon ausgehen, daß Feuchtigkeit auch unter den Estrich gelangt ist, allerdings sind im Geschoß darunter noch keinerlei Feuchteflecken sichtbar, sodaß ich denke, daß sich die Menge in Grenzen hielt.

    Wie kann ich diesen Estrich "retten" ?

    Name:

    • Ernst
  8. Estrich

    Der Vorschlag mit dem Styropor-Unterbau kam in Deiner Ausgangsfrage vor.

    Genauso wie die Aussage, das man den Estrich mit einem Schraubenzieher ganz leicht löchern kann. Jetzt ist der Estrich plötzlich wieder stabil und setzt einem Meißel erheblichen Widerstand entgegen. Das ist schon ein bisschen was anderes.

    Eine Reparatur der Oberfläche kann mit geeignetem Material funktionieren. Die Voraussetzung ist aber unter anderem, dass der Estrich an sich solide genug ist. Also er darf nicht schon beim Ansehen zerbröseln und auch nicht aussehen wie ein Schweizer Käse.

    Viel Erfolg und frohes Schaffen!

  9. Logisch, Kanone und Spatzen, oder wie war das

    Man kann auch alles übertreiben. Zementestrich sandend aber keine Risse. Tiefgrunddrauf, dann die Abdichtung drauf und gut iss. Was soll denn da weiter passieren, unterhalb der Duschwanne, sei es nun mit Styroporwannenträger oder mit Füssen, wenn alles dicht ist von oben. Der haut sich doch die Fußbodenheizung in Stücke, beim heraus stemmen. Die Wandhalter an der Wand nicht vergessen, falls Füsse verwendet werden.

    Bei google eingeben ...

    merkblatt_wannen_10_2009_2

    oder

    http://www.bosy-onli...wannen-10-2009-2.pdf

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz

  10. vernünftig

    OK, das hört sich doch ganz vernünftig an, dann kratze ich - nachdem das 2-3 Wochen zum Trocknen offen gestanden hat - alles Lose mit der Drahtbürste ab, dann den Tiefengrund drauf. Nach meinem Gefühl würde ich darauf aber die kraterartigen Löcher wieder ausfüllen mit so einer fast flüssigen Ausgleichmasse. Und darauf die abschliessende Dichtmasse.

    Wenn ich mir jetzt die ausgebaute Acrylwanne von der Rückseite ansehe, habe ich den Eindruck, daß die stellenweise angefressen, angeweicht, vielleicht sogar angefault ist. Kann das jemand erklären, hat man das schon mal gesehen?

    Ich danke allen für ihre Ratschläge !!

    Name:

    • Ernst
  11. Fotos

    Hallo Ernst, wie wäre es denn mal mit ein paar Fotos vom Estrich und der Acrylwanne?

  12. Hau da D24 Reaktivabdichtung drauf!

    Auf den abgebürsteten und tiefgrundierten Untergrund. Die kannste mit der Glättekelle/dem Glättspan spachteln und glätten. Ein Arbeitsgang, fertig.

  13. Fotos

    Hallo zusammen, hab mal ein paar Fotos gemacht (anbei), und die Acrylwanne zerschnitten, damit sie in die Mülltonne passt. Die hat einen doppelten Boden, mit so einer Isolierschicht (zur Schalldämmung?) dazwischen, keine Ahnung was das mal war, jetzt ist es nur noch eine braune modrige Masse. Da muß auf irgend einem Wege von unten Wasser dran gekommen sein. Die Stützfüße sitzen natürlich unter diesem unteren Boden, was den Boden zuletzt leicht federn ließ. Als Randstützung zu den Wänden waren nur 3 Randhalter installiert, die in den Leichtbauwänden (Rigips bzw. Gasbeton) nicht sehr stabil fixiert waren. Die zwei freiliegen Seiten der Wanne waren einfach ins Mörtelbett auf einem kleinen Sockel gelegt, keine weitere Befestigung.

    Jetzt wundert es mich nicht mehr, daß sich die Wanne bewegen mußte, das kann keine Silikonfuge ausgleichen.

    Anhang:

    Der Beitragsersteller hat versichert, dass der Anhang selbst erstellt wurde und keine Rechte verletzt.

    Name:

    • Ernst
  14. Untergrund vorbereiten und Abdichten

    Hallo Ernst, die Substanz sieht auf den Fotos doch recht solide aus. Ich würde den Untergrund gut vorbereiten, also reinigen, lose Stellen entfernen, ggf. tiefe Krater ausgleichen wenn sich zeigen sollte, das zu viele vorhanden sind. Trocknen lassen und dann eine geeignete Abdichtung aufziehen und diese entsprechend an den Wänden hochführen. Optional kannst du die Kehle zwischen Boden und Wand noch etwas mit Mörtel angleichen, so dass der Übergang nicht mehr scharfe 90 Grad aufweist und evtl. mechanische Belastungen der Abdichtung reduziert werden.


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