Suchefunktion BAU.DE Forum Modernisierung / Sanierung / Bauschäden 3282: Holzbalkendecke mit 1,10m Balkenabstand

Modernisierung / Sanierung / Bauschäden

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Holzbalkendecke mit 1,10m Balkenabstand 27.04.05
In einem sehr "leicht" gebautes Haus Bj. 1928 muß die Decke über dem EG saniert werden.
Der Estrich-Fußboden ist an einigen Stellen durchgetreten und eine wirksame Trittschalldämmung ist nicht vorhanden.
Nach Öffnen der Decke ergab sich folgendes:
Die Balken 10/20 liegen im Abstand von 1,10m (Achsmaß) bei einer Überspannweite von 4,50m. Mit einem sehr seltenem Aufbau: Zwischen den Balken sind aller 45cm senkrechte 24er Bretter als Wechsel eingebracht, diese stützen sich auf Latten 24/48, die seitlich an die Balken angenagelt sind. Auf diesen Wechseln liegen 5cm HWL-Platten bündig mit der Balkenoberkante als Untergrund für einen ca. 3,5cm starken Zementestrich.
Der gesamte Aufbau, von oben nach unten:
Bodenbelag
3,5cm Zementestrich
5cm HWL-Platten (zwischen den Balken, aufliegend auf den Wechseln)
10/20cm Balken, Luftraum nicht ausgefüllt
3cm HWL-Platte
1,5cm Verputz
Einen Zwischenbalken einziehen oder die Balken verstärken ist nicht möglich. Die Wechsel können nicht entfernt werden, da hängt die untere HWL-Platte mit Verputz dran. Die Wohnung darunter ist bewohnt. Ebenso darf die Aufbauhöhe wegen vorhandener Heizkörperleitungen maximal 70mm über den Balken sein. Und zu guter Letzt hat die Decke noch ein Gefälle von fast 4cm, welches ausgeglichen werden soll.
Variante 1
Zuerst dachte ich auf Grund des großen Balkenabstandes an einen FB-Aufbau mit LEWIS-Schwalbenschwanzplatten. Zum Ausgleichen des Gefälles müssten die Balken mit Keilen vesehen werden. Darauf dann Dämmstreifen (20mm), die Schwalbeschwanzprofile (16mm) und 34mm Zementestrich.
Zur Schalldämmung bekommt der Hohlraum eine Lage Mineralwolle (80mm) auf die untere HWL-Platte.
Variante 2
Auf der Seite von K.-H. Ries (http://www.khries.de/boden.htm) bin ich auf den Artikel "Schallhemmende Balkendeckenkonstruktion" gestoßen.
Diese Konstruktion würde ich folgendermaßen modifizieren:
Die vorhandenen Wechsel werden mit einer Latte 24/48 aufgedoppelt, seitlich an die Balken werden als Auflager Latten 24/48 angeschraubt. Beide tragen eine 25mm Spanplatte, eingepasst zwischen die Balken, bündig mit der Balkenoberkante. Darauf Rieselschutz und Perlite-Schüttung zum Ausgleich des Gefälles. Auf diese dann eine Trittschalldämmplatte und eine 22mm Trockenestrichplatte. Zur Schalldämmung bekommt der Hohlraum ebenso eine Lage Mineralwolle (80mm) auf die untere HWL-Platte.
Fragen:
Sind beide Varianten schlüssig?
Welche Variante ist vorzuziehen unter Beachtung der Tragfähigkeit der Deckenbalken und zur Erzielung einer größtmöglichen Tritt- und Raumschalldämmung?
Gibt es weitere Möglichkeiten?
Name: ArnimW  

  1. warum .. 27.04.05
    .. "muss" saniert werden?
    Name: Markus L. Sollacher   E-Mail-Adresse anzeigen  

  2. weil... 27.04.05
    ... der Estrich mehrfach gebrochen ist und die darunterliegenden HWL-Platten weich geworden sind. Ausserdem ist die Trittschalldämmung mangelhaft.

  3. Klar..... 27.04.05
    Werter Fragesteller
    bricht der Estrich. Da fehlt die Tragschicht. Bei 1,1 m Abstand dürfte eine 25er Spanplatte auch reichlich Durchbiegung kriegen .
    unter 38 würd ich da nicht beigehen. Ungerechnet nach Gefühl mit Angstzuschlag ;-).
    MfG
    Name: Ralf Dühlmeyer   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.duehlmeyer-architektur-planung.de

  4. gegen die Angst... 27.04.05
    haben die Altvorderen die Wechsel im Abstand von 45cm zwischen die Balken verbaut. Ist dem werten Forum schon mal eine solche Deckenkonstruktion untergekommen?
    Kann auch ein Foto liefern falls die obige Beschreibung nicht bildfaft genug ;-)
    Name: ArnimW

  5. Holzbalken mit 1,1 m Balkenabstand 27.04.05
    Wenn der Estrich mehrfach gebrochen ist liegt das daran, dass die gesamte Deckenkonstruktion sich durchbiegt. Ein Zementestrich ist zu starr um diese Durchbiegungen mitzumachen. Als Estrich/Lastverteilungsschicht brauche Sie eine flexible Lösung die wenig Gewicht auf der Deckenkonstruktin aufbringt. Es stellt sich die Frage was als Oberbeleg auf der Lastverteilungsschicht verlegt werden?
    Schauen Sie bei http://www.lazemoflex.de herein. Dort finden Sie bestimmt eine Lösung.
    Name: Josef Erhardt   E-Mail-Adresse anzeigen  

  6. Den Brettchen.. 27.04.05
    die Sie als Wechsel bezeichnen ist rechnerisch sowieso nichts abzugewinnen. Und praktisch würd´ich da auch nicht viel drauf geben. Bei dem Verhaltniss b/h in Verbindung mit der Spannweite weichen die ungehalten glatt aus. Und zum Halten kriegt man die auch mit ner Latte dran nicht sicher.
    Das ist für mich eine Brücke, über die ich nicht gehen würde.
    MfG
    Name: Ralf Dühlmeyer   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.duehlmeyer-architektur-planung.de

  7. Lassen wir die Brettchen 27.04.05
    aussen vor. Wenn man seitlich an den Balken ein Auflager (Latte 24/48?) anschraubt, darauf dann 40mm Span- oder OSB-Platten (oder auch Bohlen) zwischen die Balken einpasst, ist das als tragfähiger Unterbau ausreichend?
    Zur Frage von Josef Erhardt: als Oberbelag ist Teppichboden vorgesehen.
    Name: ArnimW

  8. Ich würde 27.04.05
    als Laie einfach zusätzliche Balken zwischen die vorhandenen setzen.
    Name: Markus Knoll   E-Mail-Adresse anzeigen  

  9. Lassen wir die Brettchen 27.04.05
    aussen vor. Wenn man seitlich an den Balken ein Auflager (Latte 24/48?) anschraubt, darauf dann 40mm Span- oder OSB-Platten (oder auch Bohlen) zwischen die Balken einpasst, ist das als tragfähiger Unterbau ausreichend?
    Zur Frage von Josef Erhardt: als Oberbelag ist Teppichboden vorgesehen.
    Name: ArnimW

  10. Foto ? 27.04.05
    Hallo ArminW,
    .
    Ein Foto wäre vielleicht nicht schlecht zum Verständnis.
    .
    Mit viel Geschick und Hilfskonstruktionen könnte man vielleicht doch zusätzliche Balken einziehen. Denke dabei wie folgt: pro Balkenfeld diese Wechsel zu weiter entfernt liegenden Balken mit Latten abfangen, in die Wechsel den Ausschnitt für den neuen Balken sägen (... hoffen das die Vibrationen dabei nicht die HW-Decke der Wohnung darunter schädigt), Balken einsetzen und an im die Wechsel mit befestigen.
    .
    Nur so ne Idee....
    .
    Grüße von
    Name: Thomas Haas   E-Mail-Adresse anzeigen  

  11. Hallo Herr Haas, ein Foto sende ich Ihnen ... 27.04.05
    Hallo Herr Haas,
    ein Foto sende ich Ihnen gern per mail zu. Die Idee, neue Balken einzuziehen war auch meine erste. Bisher schreckte mich der hohe Aufwand und die Außenwandkonstruktion ab. Alle Außenwände bestehen aus einem Fachwerk aus 10/10 Balken, beplankt mit 5cm HWL-Platten und Verputz.
    Die neuen Balken sollten eine Höhe von 20cm haben, was bedeutet dass die Wechsel komplett durchtrennt werden müssen. Die untere HWL-Platte als Putzträger ist nur 3cm dick, da sollte nicht arg dran gerüttelt werden. Ich hab da einige Bedenken...
    Name: ArnimW

  12. Balkendecke 28.04.05
    Hallo Armin W.
    nach Ihre Beschreibung zufolge, könnte man es auch mit einer
    Holzbetonverbunddecke versuchen. (Timco-decke) heißt heute anders.
    Vorteil. Statische Tragfähigkeit der Decke wird erhöht,Brand-und
    Schallschutz um ein wesentliches verbessert.
    Auskünfte und Berechung erfolgen durch den Statiker.
    Mit freundlichen Grüßen
    Name: Stephan Rieder   E-Mail-Adresse anzeigen  

  13. nicht schlecht ;-) 28.04.05
    aber bevor ich an e. hbv-decke denke, kommen erst ein paar andere,
    zumeist einfachere lösungen wie o.g., zusatzbalken oder hws-platte
    oder bretter + dünne hws-platte.
    hbv ist ultima ratio - die alternative, tragfähigkeit und schwingungsverhalten
    in den griff zu bekommen, wenn die einzige alternative ein abriss
    und kompletter deckenneuaufbau ist.
    wie gesagt: vorher die anderen lösungen untersuchen lassen - dann wird´s was :-)
    ein statiker mit sanierungserfahrung sollte das in den griff kriegen.
    Name: Markus L. Sollacher   E-Mail-Adresse anzeigen  

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