Suchefunktion BAU.DE Forum Modernisierung / Sanierung / Bauschäden 3501: Vorgehensweise bei Bauschäden

Modernisierung / Sanierung / Bauschäden

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Vorgehensweise bei Bauschäden 08.12.05
Liebe Forumsteilnehmer,
wir sind vor ca. 1 1/2 Monaten in unser neues Fertighaus eingezogen. Unsere Freude über das Haus wird durch einen vermutlichen Bauschaden überschattet.
Und zwar sieht es nach mehreren Wochen Ursachenforschung danach aus, dass entweder feuchte/nasse Bauwolle in den Boden integriert wurde oder dass die Folie, die zwischen Estrich und Dämmwolle steckt nicht wichtig abgedichtet/verlegt wurde.
Ersichtlich wird das Problem durch nasse Stellen im Estrich. Rohr/Wasserschaden ist absolut ausgeschlossen (haben wir zweimal überprüfen lassen).
Auch unsere Baufirma tat dies nun erkannt. Und wir gehen davon aus, dass wir die Angelegenheit im Sinne aller lösen werden.
Nun zu meiner Frage: Wie gehen wir die Sache als Bauherren am besten an? Welche Schritte müssen wir einleiten? Brauchen wir einen unabhängigen Gutachter? Wo kann man sich über Entschädigungen informieren? Wie können wir zeitlichen Druck ausüben (unsere Baufirma ist nicht gerade die Schnellste).
Vielen Dank für Ihre Antworten.
Grüße
Diana
Name: Diana  

  1. Estrichschaden ? 08.12.05
    Wie vorgehen, zunächst mal die Ursache eindeutig feststellen lassen.
    -
    Hört sich bisher sehr schwammig an.
    -
    Wo ist der Estrich, EG, OG?
    -
    Aufbau, Stärke, schwimmender Estrich auf Mineralfaser ?
    -
    Woher wissen Sie, dass ein Rohrbruch, undichte Lötstelle etc. mit Sicherheit ausgeschlossen ist. Estrich geöffnet an den Feuchtigkeitsstellen?
    -
    Fußbodenheizung vorhanden?
    -
    Stehen die nassen Stellen in einer Beziehung zu einander?
    -
    Was sagt die Baufirma ?
    -
    Einvernehmliche Lösung, wie sieht diese aus?
    -
    MfG
    Name: Jens-Peter Volquardsen   E-Mail-Adresse anzeigen  

  2. Entschädigung.... 09.12.05
    wofür.
    Das Wort besagt das man/frau von einem Schaden befreit wird (Ent-schädigt).
    Welcher Schaden ist Ihnen entstanden?
    Die Kosten für Trocknung, Lecksuche usw. muss der Verursacher tragen.
    Mobiliar usw. geht erstmal über Ihre Versicherung, nur wen die fehlt/nicht zahlt, kömmt der Verursacher.
    Nutzungausfall für die Räume???? Naja, man kann auch übertreiben.
    Klingt für mich so - sorry, falls ich Ihnen Unrecht tue - juchhe, wir können refinanzieren.
    MfG
    Name: Ralf Dühlmeyer   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.duehlmeyer-architektur-planung.de

  3. vielen Dank für Ihre Nachrichten. Nur der Estrich ... 12.12.05
    vielen Dank für Ihre Nachrichten.
    Nur der Estrich im DG ist von dem Feuchtigkeitsproblem betroffen. Im Erdgeschoss ist (Gott sei Dank) alles trocken. Der Boden ist wie folgt aufgebaut (von unten nach oben): Bauwolle/Granulat + Folie + Estrich (5cm Stärke). Eine Fußbodenheizung ist nicht vorhanden.
    Die Flecken haben (fast immer) eines gemeinsam. Sie entstehen in Wandnähe (an Innen - und Außenwänden). Das ist bei ca. 80% der Fall. Nun sind aber auch schon Flecken in der Mitte des Zimmers aufgetaucht.
    Die Ursachenforschung gestaltet sich schwierig. Zuerst wurde vermutet, dass ein Wasserschaden vorliegt. Die Installationsfirma hat den Boden an den nassen Stellen geöffnet und festgestellt, dass mit den Rohren alles o.k. ist. Dann haben sie den Haupthahn abgedreht und meinten, wenn innerhalb der nächsten Stunde kein Druckverlust ersichtlich ist, ist alles absolut dicht. Es ist nichts passiert - daher meine Annahme, dass da wirklich alles in Ordnung ist.
    Die zweite Vermutung unserer Baufirma war Schwitzwasser, dass durch fehlendes Heizen und durch zu wenig lüften entsteht. Die Heizungen laufen aber ständig und es wird mind. 2 Mal täglich "Stoßgelüftet". Außerdem ist selbst an den Fenstern kein Schwitzwasser ersichtlich.
    Die Baufirma meinte daraufhin, dass sie uns eine Trockungsfirma vorbeischickt.
    Und diese war letzte Woche auch da. Der Mitarbeiter der Firma hat den Estrich noch weiter geöffnet - Granulat + Bauwolle war sehr nass. Jedenfalls liegt es nicht an fehlenden Lüften/Heizen und nach Rücksprche mit der Baufirma gibt es folgende Alternativen:
    (1) Estrich kommt raus/Bauwolle + Granulat wird ausgetauscht + Estrich wird neu verlegt.
    (2) Trocknung der Räume (Geräte müssten ca. 8 Wochen laufen).
    Nachdem die Baufirma das Problem m.E. erst nicht ernst nahm sind sie mittlerweile sehr kooperativ. Heute ist "Krisensitzung" bei der die beiden Alternativen diskutiert werden.
    Die Baufirma präferiert Alternative 1.
    Grundsätzlich habe ich das Gefühl, dass uns die Baufirma nun unterstützt. Ich möchte mich nur dahingegen absichern, wenn später etwas nachkommt. Z.B. Folgeschäden, die erst nach Ablauf der Gewährleistung auftreten oder dass nicht die beste (sicherste) Alternative gewählt wird, sondern die kostengünstigste.
    Muß der gesamte Schaden nicht dokumentiert werden? Reicht eine Dokumentation unsererseits oder braucht man dazu einen Sachverständigen?
    Wir haben schon Laminat verlegt + Wände tapeziert. Darin steckt vorallem Arbeitszeit. Muss die Baufirma uns dies wieder verlegen?
    Wenn die Alternative 1 zu Tragen kommt, können wir nicht mehr im Haus wohnen. Das Problem ist, dass sich außer dem Wohnzimmer+ Küche alles im DG befindet (also auch Bad). Außerdem haben wir keinen Keller. D.h. das Wohnzimmer würde auf jeden Fall mit den ganzen Sachen, die sich im Moment im DG befinden zugestellt sein (Kisten, Möbel - Gott sei Dank haben wir davon nicht so viel).
    Herr Dühlmeyer, ich gehe davon aus, dass Sie nun verstanden haben, dass es sich hier nicht um eine "Abzocke" unsereseits handelt.
    Ich glaube, solche Vermutungen sollten im Forum tabu sein - auch der Zusatz "sorry, falls ich Ihnen Unrecht tue" relativiert die Aussage in meinen Augen nicht.
    Es geht hier lediglich darum, dass uns durch Fehler der Baufirma keine Zusatzkosten entstehen.
    Des weiteren sind wir absolute Laien und wissen nicht recht wie wir mit der Situation umzugehen haben (sollte ja auch Sinn und Zweck des Forums sein).
    Vielen Dank für Ihre Antworten im Voraus.
    Diana

  4. Vor der Sanierung... 12.12.05
    muss die Ursache gefunden werden!
    1) Ein Haupthahn zudrehen und ne Stunde warten ist absoluter Blödsinn zur Lecksuche. Leitungen abdrücken oder durch Leckageortungen die Leitungen auf Dichtigkeit prüfen lassen.
    Auch die ABWASSER-Leitungen + Heizung!
    2) Sinds dann die Leitungen wirklich nicht fällt mir als nächstes, Dusche/Badewannenrandanschluss als "Quelle" ein.
    3) Estrich raus + neu ist sicher nicht die billigere, aber auch nicht unbedingt die bessere Alternative, da der Abbruch mit mech. Zerstörung erfolgt, die bisher heile Leitungen beschädigen kann.
    Eine Trocknung ist techn. durchaus machbar. Ob sinnvoll, hängt an der Schadenursache.
    4) Dokumentation durch Sie oder durch SV im Einvernehmen beider Seiten. Aber nicht zwingend nötig.
    5) Alle entstehenden Schäden auch an Ihrer Eigenleistung sind vom Schadenverursacher zu tragen. Aber auch daher BITTE ERST URSACHE SUCHEN.
    Ist ja schliesslich möglich, dass durch Ihre Eigenleistung der Schaden verursacht wurde. (Wäre nicht das erste Übergangsprofil, dessen Dübel in einer Leitung steckt.) Und dann wirds beim Estrichabbruch festgestellt - und Sie zahlen!.
    ***
    Sie glauben gar nicht, wie oft Anleitungen zur Abzocke erfragt werden. Daher sind solche Gedanken hier auch nicht grundsätzlich fehl am Platze - auch wenn in Ihrem Falle unbereechtigt. Sorry for that.
    ***
    MfG
    Name: Ralf Dühlmeyer   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.duehlmeyer-architektur-planung.de

  5. Vorgehensweise bei Feuchtigkeit im DG-Estrich 15.12.05
    Liebe Diana!
    Habt ihr euer Haus aus einer Hand bekommen, d.h. mit nur einem einzigen Bauvertrag mit einer einzigen Firma, oder habt ihr mehrere Firmen verschiedener Gewerke beauftrag? Du spricht von Installationsfirma und Baufirma.
    Wenn ihr alles aus einer Hand habt und die anderen Firmen nur Subuntermehmer euer Baufirma sind, bedarf es aus eurer Interessenlage keiner genauer Nachforschung, welche der beteiligten Firmen an dem Mangel "schuld" ist.
    Auch wenn eure Baufirma sich z.Zt. kooperativ zeigt, setzt der Firma schriftlich und mit Zugangsbeweis eine Frist (z.B. 4 Wochen), um den Mangel einschließlich seiner Ursachen ordnungsgemäß, fachgerecht, dauerhaft und den anerkannten Regeln der Technik entsprechend zu beheben. Das ist wichtig, falls aus den Bemühungen wider Erwarten doch nichts werden sollte.
    Wenn ihr selbst einen Gutachter einschaltet, obwohl die Firma sich bemüht, den Mangel zu beseitigen, habt ihr i.d.R. keine Chance, die SV-Kosten erstattet zu bekommen. Ist eine Geldfrage.
    Lasst der Baufirma bei der Entscheidung, auf welche Art der Mangel zu beseitigen ist, freie Hand. Besteht nicht auf die eine oder andere Methode. Das muss die Firma selber wissen. Erklärt euch aber auch nicht mit der einen oder anderen Methode ausdrücklich einverstanden, unterschreibt diesbezüglich nichts.
    Wenn die Methode fehlschlägt, bekommt ihr sonst u.U. Schwierigkeiten, wenn ihr noch andere Methode verlangt.
    Über die Frage, ob euch eine Entschädigung (oder Minderung) zusteht, kann man erst sprechen, wenn die Mangelursache feststeht und wenn klar ist, ob der Mangel vollständig beseitigt werden konnte.
    Falls ihr die Räume zeitweise nicht nutzen konntet und der Mangel auf einem sogen. groben Verstoß gegen die anerkannten Regeln der Technik beruhte, käme u.U. eine Nutzungsentschädigung für jene Zeit in Betracht.
    Vorsorglich alles gut dokumentieren (Tagebuch der Ereignisse, Fotos, ggf. Materialproben behalten, unabhängige Zeugen).
    Viele Grüße
    Ralf
    Name: Ralf Wortmann   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.baurechtstipps.de

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