Suchefunktion BAU.DE Forum Modernisierung / Sanierung / Bauschäden 4210: Fassade dämmen

Modernisierung / Sanierung / Bauschäden

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Fassade dämmen 08.01.08
Wir haben ein Altbau gekauft mit einer 30 cm dicken Wand (zweischaliges Ziegelmauerwerk mit ca. 5 Luftschicht). Nun wollen wir die Fassade dämmen. Meine Frage ist nun, ob ich die Fassade hinterlüften muss oder ob ich einfach Styropor auf das Außenmauerwerk luftdicht kleben kann. Wie sieht es mit dem Tauwasserausfall aus ?

  1. Bitte nicht ohne Nachweis 10.01.08
    Ich mache seit 13 Jahren Wärmeschutzberechnung und freue mich jedesmal, wenn mein Fassadenbauer wieder mit einer "Badewanne" kommt. Die kann genau in diesem Fall entstehen. Styropor luftdicht ist wie Jogging im Gummianzug- unangenehm und feucht.
    Fazit: Wärmebedarfsberechnung erstellen lassen und danach verfahren. Das bedeutet eine Aussenisolierung WDVS (Wärmedämmverbundsystem) Hohlmauerwerk ausblasen lassen.
    Alles andere bedeutet Pokern und erhebliche Mehrkosten.
    mit dämmenden Grüßen
    L.Hunziger
    Name: Lothar Hunziger   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.oeko-logisch-bauen.info

  2. einseitige Panikmache unerwünscht 10.01.08
    es ist schlicht und einfach einseitige Stimmungsmache und keine objektive Beratung, was der gute Herr Hunziger hier von sich gibt. Er tut gerade so, als wäre es prinzipiell falsch, ein Haus von aussen mit Polystyrol zu dämmen. Da muß man schlicht dagegenhalten, daß Polystyrol das am längsten benutzte und bewährte Material bei Wärmedämmverbundsystemen ist und Millionen Quadratmeter gedämmte Fläche nicht zum reihenweisen Ertrinken der Bewohner geführt hat. Also halblang mit plakativen Behauptungen ohne Hand und Fuß. Wenn es im Bereich der aussenliegenden Wärmedämmung zu Kondenswasserausfall kommt, dann ist ein Problem der Gebäudehülle vorhanden und es kommt durch Luftundichtigkeiten zur schadensverursachenden Konvektion von Raumluft in den Außenbereich, wo dann Tauwasser ausfällt.
    Nur mal nebenbei erwähnt: einem WDVS aus Polystyrol oder Mineralwolle schadet der Tauwasserausfall nicht - bei einem Holzweichfaserdämmstoff im Außenbereich wäre ich da nicht so sicher - da kann es schon zum Totalschaden bei Durchfeuchtung kommen.
    Und wer glaubt, daß er bei Verwendung eines "diffusionsoffenen" WDVS nicht mehr lüften muss, weil die Wand atmet ja, der hat irgendetwas nicht ganz richtig verstanden...
    Name: Martin Kempf   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.maler-kempf.de

  3. Aber, aber Herr Kempf: >>Da muß man schlicht ... 29.02.08
    Aber, aber Herr Kempf:
    >>Da muß man schlicht dagegenhalten, daß Polystyrol das am längsten benutzte und bewährte Material bei Wärmedämmverbundsystemen ist und Millionen Quadratmeter gedämmte Fläche nicht zum reihenweisen Ertrinken der Bewohner geführt hat.<<
    Das längst benutzte Wärmedämmverbundsystem ist Styropor ganz sicher nicht ;-) Vergessen Sie bitte nicht, dass mit Stroh oder Schilf mit Lehm schon seit tausenden von Jahren "Wärmedämmverbundsysteme" hergestellt werden - nun gut sicherlich nicht exakt das was wir heute unter dem Begriff WDVS kennen und verstehen aber im Prinzip ist die Sache genau das gleiche. Selbst Dämmungen mit Kork, Hobelspähnen, Hanf, Flachs oder Heu sind weitaus älter. Polysteroldämmung gibt es erst seit ca. 40 Jahren (soweit ich das jetzt ohne Nachschlagen berichten kann). Das mit den Millionen von Quadratmetern ist schlußendlich auch nur auf den günstigen Materialpreis und emenze Werbemaßnahmen zurückzusführen die nicht zuletzt von einem immer wieder staatlich geförderten Aktienkonzern begonnen wurde.
    Polysterol kann - wohlgemerkt KANN - schadensfrei verbaut werden. Aber die Bauschäden durch eine nicht ganz saubere Verarbeitung oder bei Verstößen in Punkto Bauphysik sind unzählig. Ich möchte schon fast behaupten, dass jede 1,5 -te Baustelle mit einem WDVS-Schaden Polysteroldämmungen sind.
    Aber gut - die Verarbeitung würde klappen wenn sauber geplant und gearbeitet wird, das ist richtig. Wobei die Alternativen zahlreich und oftmals wesentlich besser sind.
    Ein besonderer Grund für mich persönlich - und sicher auch viele andere - diesen Stoff am besten aus der Dämmung oberhalb des Erdberührten Bereichs zu verbannen ist vielmehr:
    Polysterol in Verbindung mit Putzen ist - zumindest bis dato nicht recyclebar. Muss das Zeug aus irgendwelchen Gründen von der Wand ist es Sondermüll oder genauer ausgedrückt Endlagermüll. Zwar wird aktuell intensiv daran gearbeitet aber bis zum heutigen Tag gibt es definitiv keine zuverlässige Recyclierung des Stoffes (wohlgemerkt als Abruch vom WDVS). Die angesprochene Forschung bezieht sich auf eine Maschinentechnik die den Polysterolkern aus den putzverklebten Platten herausschneidet, d.h. dass selbst hier unabbaubarer Müll übrig bleibt. Dazu kommt noch, dass wir für die Herstellung Ressourcen verbrauchen die wir grundsätzlich und bekanntermaßen nicht unerschöpflich haben (Erdöl!) und im Vergleich zu den möglichen Alternativen Unmengen von Herstellungsenergien verbrauchen.
    Meiner Ansicht nach sollten diese Punkte bei jeder Argumentation gegen diesen Baustoff im Vordergrund stehen. Wer bei der Planung oder Verarbeitung auch an die Zukunft denkt, sollte besser alternative Dämmmaterialien verwenden und damit meine ich Stoffe die nicht umweltschädlich sind, weder bei der Herstellung noch bei der Verarbeitung, Nutzung oder beim späteren Abriss. Möglichkeiten gibt es schließlich viele und die Verarbeitung ist i.d.R. identisch oder gar einfacher.
    Ergo das Argument Millionen von Quadratmeter und am längsten benutze Dämmmaterial ist - bitte nicht böse sein - ein Werbefrase die nicht viel besser als die Kühlschrankargumentation ist.
    ;-)
    Name: Gerhard Holzmann   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.gerhard-holzmann.com

  4. noch etwas... 29.02.08
    >>Und wer glaubt, daß er bei Verwendung eines "diffusionsoffenen" WDVS nicht mehr lüften muss, weil die Wand atmet ja, der hat irgendetwas nicht ganz richtig verstanden... <<
    Da gebe ich Ihnen natürlich uneingeschränkt recht, wobei ich schreiben würde "...ja, der hat gar keine Ahnung...". Derjenige der den Begriff "atmende Wand" in die Welt gesetzt hat, sollte noch heute nackt am Pranger stehen - das dürfte wahrscheinlich der größte Blödsinn sein der die letzten 100 Jahre an Begrifflichkeiten im Bauwesen erfunden wurde.
    Wer mich fragt, ob denn die Wand atmet, bekommt mittlerweile die Antwort: "Das fragen Sie am besten Ihren Hausarzt".
    Name: Gerhard Holzmann   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.gerhard-holzmann.com
 

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