Wer hat Erfahrung mit

Streif-Haus und Schimmelbildung?

Darauf stoße ich immer wieder, aber bekomme dann doch wieder keine Antworten. Ich denke, bei dieser Fragestellung sollte Anonymität zulässig sein. Aber bitte nicht ganz anonym, sondern mit Kunstnamen zur besseren Unterscheidung

  1. Willste mal ne ehrliche Antwort?

    auch ein bischen anonym.

    Name:

    • MoRüBe
  2. Leider (?) keine Erfahrung,

    aber ein Artikel aus dem Netz, der allerdings vermutlich einem Fachmann ohnehin bekannt ist:
    Eigentlich ein schönes Haus, das die Firma Streif vor 30 Jahren gebaut hat. Eigentlich: Denn so richtig wohl fühlen sich die Heintkes nicht in ihren vier Wänden. Es ist weniger der starke Modergeruch, der sie stört. Den nehmen sie selbst schon gar nicht mehr wahr - fünf Jahre, nachdem sie hier eingezogen sind. Es ist vielmehr die Angst. Die Angst, vielleicht in einem Haus zu wohnen, das krank macht. Susanne Heintke:
    "Wir haben also ständig laufende Nasen. Nebenhöhlenprobleme treten immer wieder auf, auch heftigere Fälle. Und Schwindel - zwar etwas leichter aber es kommt immer wieder. Müde sind wir eigentlich auch immer. Ich nehme also an, es ist darauf zurückzuführen." Nämlich auf das eigene Haus. Doch Susanne Heintke will es genau wissen. Fachleute sollen herausfinden, wo der Modergeruch herkommt, mit Hilfe von Spürhund Simson. Er findet den Schimmelpilz auch dort, wo man ihn nicht sieht. Das Streif-Fertighaus: Für Simsons feine Nase ganz offensichtlich pure Reizüberflutung. Unser Beispiel: Kein Einzelfall, so die Erfahrung von Wolfgang Lorenz. Sein Institut für
    Innenraumdiagnostik arbeitet im Auftrag der Kassenärztlichen
    Vereinigung Westfalen/Lippe. Dr. Wolfgang Lorenz
    "Wir finden drei Hauptprobleme in Fertighäusern vergleichbarer
    Konstruktion. Das ist einmal die Verwendung von Holzschutzmitteln. Andererseits die Verwendung von Spanplatten in den Wänden, die dann
    Formaldehyd emittieren können. Und auch Schimmelprobleme, Bakterienprobleme durch Feuchtigkeitsschäden." Ortswechsel: Die Praxis von Dr. Peter Binz, Nervenarzt in Trier. Er wirft dem Unternehmen Streif vor, in der Vergangenheit mit hoch giftigen Stoffen hantiert zu haben. Rund 20 ehemalige
    Streif-Mitarbeiter sind bei ihm Patient. Aber auch Bewohner von
    Streif-Häusern. Auffallend: Symptome, wie rasende Kopfschmerzen, Gedächtnislücken oder starke Persönlichkeits-Störungen stellt Binz bei beiden Patientengruppen fest. Dr. Peter Binz, Nervenarzt
    "Das ist so ein typisches Bild eines schwer vergifteten Mannes. Solche
    Bilder sehe ich bei Streifarbeitern, aber auch bei Leuten, die in diesen Häusern wohnen. Natürlich gibt’s das auch bei vielen anderen
    Vergiftungen. Sie sehen, dass diese großen Ausfälle mitten im Gehirn und vor allem in der Schläfenregion. Das sind klassische Bilder eines gestörten Stoffwechsels." Vorwürfe, die so gar nicht zum Werbe-Slogan der Firma Streif passen wollen. Ein Haus voller Leben? Oder doch eher ein Haus voller
    Schadstoffe? Plusminus fragt nach. Natürlich - so Streif - habe man
    Holzschutzmittel eingesetzt. Dies sei schließlich zum Teil bis in die 90er Jahre zwingend vorgeschrieben gewesen. Und auch Probleme mit
    Modergeruch und Schimmelpilz gibt Streif zu. Allerdings:
    Jörg-Achim Vette, Streif AG
    "Im Moment kann ich ihnen dazu keine Statistik vorlegen. Wenn sie bedenken, dass wir Häuser, die ca. 30 Jahre alt sind in erheblicher
    Stückzahl gefertigt haben, sehe ich noch keine signifikante Häufung, die darüber Aufschluss geben würde."
    An Einzelfälle aus vergangenen Tagen mag dieser Mann nicht glauben. Michael Kohler: der Schrecken einer ganzen Branche; Gründer der
    "Schutzgemeinschaft streitbarer Fertig-Haus-Bauherren". Von seinen
    Gegnern besonders gefürchtet: Kohlers Medienauftritte. Die sind wenig
    Geschütz auf; lässt an den Häusern der Marke Streif kein gutes Haar.
    Michael Kohler:
    "Nehmen wir zum Beispiel die Wärmedämmung, nehmen wir zum Beispiel die
    Außenwände: Dabei handelt es sich meiner Meinung nach um einen grundlegenden konstruktiven Fehler, der letzten Endes dafür sorgt, dass es in diesem Fall zu feuchtigkeitsbedingten Schäden kommen kann, wie
    Schimmelpilzbildung und ähnliches."
    Grundlegende konstruktive Fehler? Und das möglicherweise nicht nur bei seinem eigenen Streif-Haus, Baujahr 93? Die These Kohlers birgt
    Sprengstoff. Denn bei konstruktiven Mängeln greifen
    Gewährleistungsfristen von bis zu 30 Jahren. Mögliche Folge für Streif:
    Eine Prozessflut.
    Jörg-Achim Vette, Streif AG
    "Der Gutachter hat auf eindeutiges Befragen des Gerichtes zwei mal wiederholt, dass es sich bei der Formulierung im Gutachten bezüglich der konstruktiven Mängel ausschließlich um das Haus des Herrn Kohler handelt, und diese Dinge in keinster Weise auf andere Häuser
    übertragbar sind."
    Fakt ist: Streif wurde in diesem Fall vom Landgericht Hamburg zu umfangreichen Sanierungsarbeiten verurteilt. Allerdings: Die Richter sprachen nicht von konstruktiven Mängeln. Der Fall geht jetzt in die nächste Instanz. Nicht alle Hausbesitzer haben einen solch langen Atem. Doch was tun, mit einem Haus in dem es stinkt, in dem Schimmel und schlimmere Schadstoffe die Lebensqualität vermiesen? Die Firma Streif bietet bei der Sanierung solcher Fälle ihre Hilfe an. Zahlen muss allerdings oft der Kunde. Dabei scheint fraglich, ob eine Sanierung immer Sinn macht.
    Hans-Henning Otto, Umweltmediziner
    "Als ich hier rein gekommen bin, hat es so gestunken. Ob das zu sanieren, ist bezweifele ich. Ich jedenfalls möchte hier nicht drin wohnen. Eigentlich kann man der Familie nur raten, das Haus abzureißen." Die Familie - die nicht vor die Kamera möchte - hat sich entschieden. Auf den Kosten für den Abriss wird sie wahrscheinlich sitzen bleiben.
    Dieser Text gibt den Inhalt des Beitrags der Sendung [plusminus vom 28.03.2000 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

    Name:

    • Kai Krüger
  3. OK, dann meine Meinung...

    ... und ausschließlich meine Meinung, keine Verbindung zu STREIF oder irgendwelchen anderen Holzständer-Erbauern. 1.Der grundlegende konstruktive Mangel meiner Meinung nach liegt häufig in der Verwendung von Außenputz, welcher direkt auf die Außenwand aufgebracht wird. Beim kleinsten Haarriss kann Wasser ungehindert auf die Konstruktion auftreffen. Es gibt, wenn man so will, keine Luftschicht zwischen Vorhangschale und Ständerwerk, die ein Abtrocknen ermöglicht. 2. Aufgrund der Winddichtigkeit der Gebäudehülle findet eine entsprechend erforderlich Luftwechselrate nicht mehr statt. Dadurch werden Schimmelpilzbildungen, gerade wenn auch noch konstruktive Mängel dazu kommen, positiv beeinflußt. Wenn dann auch noch Formaldehyd und sonstiges dazu kommt, finden wir hier idealen Nährboden für vorstehend beschriebene Krankheiten. Da manchmal auch noch Möbel, Teppichböden usw. ausdünsten, ist das ganze ein Rattenschwanz ohne Ende. Übrigens, mir sind weitere Hersteller bekannt, die ähnliche Probleme haben/hatten...

    Name:

    • MoRüBe
  4. Interessanter Artikel

    mehr zum Thema findet man bei http://www.Intrinet.de oder in eine Suchmaschine Schutzgemeinschaft streitbarer Fertighausbauherren eV eingeben. Haben Sie noch weitere Artikel gefunden? Wäre wichtig für mich, siehe Beitrag 2070.Hallo MoRüBe, Sind auch Menschen bekannt, die saniert haben? Ein weiteres Problem besteht darin, dass warme Innenraumluft durch Öffnungen in der Folie(Versorgungs und Entsorgungs Leitungen usw.) in die Mineraldämmung eindringt und dort kondensiert.Hat jemand ein Video von Herrn Kohlers Auftritt in der Fernsehsendung von Jürgen Fliege vom 01.07.1999? Bin für jede Info dankbar. Grüsse an alle

    Name:

    • Mark Cern
  5. Danke für die Antworten

    Ich hoffe, es werden noch mehr. Natürlich habe ich eine Grund für die Frage, den ich aber nicht bekannt geben will. Ich bitte um Verständnis. Mir geht es in der Tat um konstruktive Fehler.
    Hallo anonyme MoRüBe :-) Danke für den Hinweis mit dem Außenputz. Diesen Aspekt habe ich übersehen. Meiner Ansicht nach kommen zu den stellenweisen Luftundichtigkeiten noch konstruktive Wärmebrücken hinzu.

    Name:

    • Martin Beisse
  6. verputzte Fassade an unserem Neubau

    Hallo Herr Beisse,
    Ich weiß nicht, was die Nachbarn empfehlen, kann Ihnen aber den Fassadenaufbau an unserem Neubau mal kurz darstellen:
    Von Außen nach innen:

    1. Putz (Röfix mit kleinen Styroporkügelchen o.ä., ist glaub' ich ein Dämmputz)
    2. Heraklith-Platten als Putzträger, 35 mm dick (nicht stark ->hab' ich schon gelernt ;-) )
    3. Lattung
    4. DWD-Platte (äußerer Abschluß der Wandkonstruktion)
      Die Konstruktion ist auf der Unterseite abgeschlossen, d.h. eine Durchlüftung im Bereich der Lattung ist nicht möglich. Nach Aussagen unseres Herstellers bei der Werkplanbesprechung "kann die Luft dort eingesperrt werden". Der Putz wurde auch bis an die Dachschalung bzw. die Dachsparren gezogen.
      Vielleicht hilft Ihnen dies was. Rückfragen beantworte ich Ihnen auch gerne per mail.

    Name:

    • Horst Richter
  7. Ähh, und die Wärmedämmung

    Danke erstmal, aber wie gehts dann nach innen weiter? Ich gehe nach wie vor von einem bauphysikalischen Kostruktionsfehler aus. Bis jetzt haben wir ja schon drei Punkte:
    Wärmebrücke durch Holzstützen
    Mangelfhafte Luftdichtigkeit
    Fehlende Durchlüftung / Undichte Fassade
    Von daher interessiert mich natürlich der weitere Aufbau. Wenn ich so das Forum verfolge, ist offensichtlich die Bauphysik ohnehin das Stiefkind des Baus.

    Name:

    • Martin Beisse
  8. Tschuldigung MB - wohl nicht richtig gelesen

    Hallo Herr Beisse,
    Eins noch voraus: wir haben KEIN Streif-Haus
    Hab' mich nur auf die Anmerkung von MoRüBe mit dem Außenputz bezogen. Der Wandaufbau von außen nach innen:

    1. DWD-Platte
    2. Holzständer 160 mm mit eingeblasener Dämmung aus Holzfasern (Emfacell)
    3. OSBA-Platte als Dampfbremse, alle Fugen/Anschlüsse mit Siga Sicrall bzw. Siga Rissan abgeklebt
    4. 60 mm Installationsebene, die mit Flachs (Heraflax) zusätzlich gedämmt wird. Holzriegel der Installationsebene haben wir waagerecht angebracht. Damit läuft die Dämmung der Installationsebene über die "Wärmebrücke" Holzständer und die 260er Gipskartonplatten lassen sich ohne Zuschnitt senkrecht verarbeiten.
    5. 20 mm Gipskartonplatten (Rigips "Die Dicke")
      Sehen Sie in dem Aufbau irgendwelche Probleme? Wir sind bisher mit der Bauausführung und der Qualität voll zufrieden.
      B-D-T wird am 24.3 gemacht, werde die Ergebnisse dann hier im Forum bekanntgeben.
      Weitere Infos jederzeit. Interessiert auch der Dachaufbau?
      Viele Grüße aus dem (noch) sonnigen Bayern

    Name:

    • Horst Richter
  9. hmm, tja

    Hallo Herr Richter,
    ich hab nur ein bißchen Probleme mit der 60 mm Dämmung raumseits der Dampfbremse. Das sind bei gleicher WLG deutlich mehr als 20 % des Dämmvolumens. Wenn dann die Einlasdämmung noch eine schlechtere WLG hat, wird das noch komplizierter.
    ich übergebe wieder an Herrn Beisse.
    MfG
    stefan ibold

  10. 20 % - Grenze ->wo gibt's denn Hintergrund-Infos

    Hallo Herr Ibold,
    Danke für die Infos. Hätt' ich eigentlich auch schon selber drauf kommen können. Das mit den 20 % hab' ich ja auch schon hier im Forum gelesen. Muß nochmal nachschauen, was denn emfacell für eine WLG hat.
    Mich interessiert jetzt aber, warum denn diese 20 %-Grenze existiert. Was hat die denn für Auswirkungen? Gibt's irgendwo einen Link auf Hintergrund-Infos, die auch für Bauforums-geschulte Laien verständlich sind?
    Auf jeden Fall werd' ich unseren Hersteller mal auf das Thema ansprechen. Ist ja dessen Vorschlag gewesen. Im ersten Angebot waren's zwar nur 40 mm, aber selbst das wären ja schon 25 % gewesen.
    Danke schonmal

    Name:

    • Horst Richter
  11. bei mir ;-))

    Hallo Herr Richter,
    ein Versuch der Erklärung.
    Eine Dampfbremse/-sperre funktioniert nur in Verbindung mit der Wärmemdämmung. Das Prinzip ist so, daß die Temperatur an der raumseitigen Fläche der Dampfbremse/-sperre so hoch sein muß, daß Tauwasser nicht ausfällt, die Luft also die Feuchtigkeit noch halten kann.
    Wird nun raumseits der DS zusätzlich dämmendes Material aufgebracht, sinkt die Temperatur im Bereich der raumseitigen Fläche soweit ab, sie wird ja nicht mehr aufgeheizt, daß sie die Feuchtigkeit nicht mehr halten kann, Tauwasser fällt aus.
    Ich hoffe, daß das verständlich war.
    MfG
    stefan ibold

  12. Danke - klar und verständlich

    Hallo Herr Ibold,
    ist einfach und verständlich erklärt. Die genaueren Formeln will ich gar nicht wissen, enthält wahrscheinlich wieder einen Haufen kryptischer Symbole.. (uaaaa!)
    Wird also dann zum Problem, wenn witterungsbedingt zwischen innen und außen ein deutlicher Temperaturunterschied herrscht. In unseren Breitengraden also die meiste Zeit des Jahres ;-( Die Dampfbremse oder Dampfsperre hindert also die "feuchtigkeitsschwangere" Luft aus dem Innenraum daran, in die gedämmte Wandkonstruktion einzudringen. Wenn innen aber zuviel Dämmung, fällt Tauwasser bereits vor der Dampf... aus?
    Werden Luftschicht, Heraklith-Platte und Putz da mitgerechnet oder bleiben die außen vor?
    Wie sieht's denn mit den GKP aus? Kann mich an Beiträge im Forum erinnern, daß auch damit eine funktionierende Luftdichtschicht erstellt werden kann. Meinem Trockenbauer trau' ich das schon zu, aber das Problem sind dann ja wieder die Steckdosen und Leitungsdurchführungen (tut mir leid, Herr Küppers)
    Sehe schon, daß wird nicht ganz so einfach!

    Name:

    • Horst Richter
  13. Nachgeguckt ->emfacell hat WLG 045 ;-(

    Hallo Herr Ibold,
    grade nachgeschaut: emfacell hat WLG 045, Heraflax hat WLG 040. Könnte also Probleme geben?
    Sitze grade vor der emfacell-Broschüre von Faist, Ausgabe 1/99. Dort werden Außenwandkonstruktionen mit Dicke der Holzkonstruktion von 140, 160, 180, 200 und 300 mm vorgestellt. Auf allen diesen Konstruktionen wird eine Installationsebene von 50 mm vorgeschlagen, die mit Flachs gedämmt wird. Das wäre ja - zumindest bis 200 mm - genauso falsch wie unsere Konstruktion. Interessant?
    ein etwas ratloser Bauherr

    Name:

    • Horst Richter
  14. hmm

    Hallo Herr Richter,
    ich nehme an, die 50 mm resultieren aus der Einbautiefe von Lichtschaltern und Steckdosen. Die Dämmung vermindert dann die Wärmebrücke der Ständerkonstruktion.
    Das Problem geht noch weiter. Nicht aus der angeordneten Dicke der inneren Dämmung resultieren die 20% sondern aus dem Dämmvolumen. D. h., als Beispiel ohne stimmige Zahlen: 20 cm WLG 040 entsprechen 15 cm WLG 030. Damit wird die Problematik deutlich. Sie haben die größere Dicke mit der schlechteren WLG Außen und die schon allein von der Dicke her gesehene zu große und dann auch noch bessere Dämmung Innen. Das sollte man mal genau ausrechnen.
    ABER, wenn die innere Bekleidung wie auch immer luftdicht ausgeführt ist, dann wird das trotzdem wohl funktionieren. Denn Diffusion ist peanuts gegen Konvektion.
    Ach nowas, hätte ich fast vergessen; als Dämmvolumen zählt selbstverständlich alles, was irgendwie Wärmedurchfluß verhindert bzw. einschränkt. Folglich also auch eine Gipskartonbekleidung.
    MfG
    stefan ibold

  15. Mal eine allgemeine Frage...

    ... die ich als völliger Laie (ich habe auch erstmal gar nicht vor zu bauen) habe: Tretten diese doch recht komplizierten Probleme (generell und überwiegend) nur bei solch "neuen" Konstruktionen, wie es die Fertighäuser sind, auf? Passiert das häufig auch bei so "alten" Bauweisen wie Massivhäuser aus Ziegel oder Poroton, oder sind die als unproblematisch (im Vergleich) anzusehen?

    Name:

    • H. Müller
  16. Nochn' Artikel zur eigentlichen Fragestellung

    Sonntag, 28. Februar 1999
    Bitte nicht husten
    Wenn der Nachbar im Fertighaus jedes Geräusch mithören muß Von Christiane Neumann und Hans-Jörg Evert
    Raus aus der Plattenbauwohnung und rein in die eigenen vier Wände. Die Berliner Familien Rienow und Axmann haben sich diesen Wunsch vor zwei Jahren erfüllt und bezogen ein Doppelhaus in Fertigbauweise am Marzahner Grohsteig. Die Kinder haben ihre eigenen Räume, die Eltern schätzen die eigentlich ruhige Lage in der kleinen Siedlung. Aber die Idylle ist getrübt, von Ruhe kann keine Rede sein. «Wir hören jedes Wort von unseren Nachbarn», sagt Mike Rienow (34). Beide Familien sind sich einig: der Hersteller des Fertighauses, die Streif AG, hat nicht für ausreichenden Schallschutz gesorgt. «Ich habe zur Probe in die Trennwand des Doppelhauses gebohrt. In der Wand waren nur Mineralfasern für die Wärmedämmung, nichts für den Schallschutz», sagt Rienow. So bekommt jede Familie jeden Huster der anderen mit. «Liege ich im Schlafzimmer, kann ich problemlos die Unterhaltung von Familie Rienow im Wohnzimmer belauschen», erzählt Sabine Axmann (33). Selbst Gespräche auf der Straße und im Garten könne man hören. «Obwohl das Haus zehn Meter von der Straße entfernt steht», sagt Andre Axmann (35). Mike Rienow und Andre Axmann zeigten die Mängel beim Hersteller an. «Danach kam ein Vertreter der Firma vorbei und sagte, alles würde den Richtlinien entsprechen», erinnert sich Mike Rienow. Freunde gaben den Tip, das Haus verklinkern zu lassen, um Ruhe zu bekommen. Kostenpunkt: etwa 30 000 Mark pro Familie. «Das Geld haben wir nicht», sagt Mike Rienow. Er arbeitet bei der BVG, sein Nachbar bei der BSR. Schon der Hausbau kostete jede Familie fast 500 000 Mark. Beliebiger Ärger beim Hausbau? Der Hamburger Michael Kohler geht in seiner Kritik viel weiter. Er behauptet, daß viele Fertighäuser in Deutschland weitreichende Konstruktionsfehler aufweisen und steht wegen seines Streif-Fertighauses im Rechtsstreit. Kohlers Fehlerliste ist imposant. «Aus Steckdosen, Deckenlampen und selbst den Sanitärinstallationen zieht kalte Luft ins Haus», sagt er. Bei einem Luftdichtigkeitstests wurden im Haus Windgeschwindigkeiten zwischen Stärke eins (leichter Zug) und Stärke vier (mäßige Brise) gemessen. «An windigen Tagen schweben Mineralwollfaserpartikel aus der Dämmschicht durch die Räume», berichtet Kohler. Solche und ähnliche Beschwerden gingen ihm aus dem gesamten Bundesgebiet zu, seit er 1997 die «Schutzgemeinschaft streitbarer Fertighausbauherren» gründete. Nach seinen Angaben haben ihn bisher 1300 entnervte Bauherren um Rat gefragt, etwa 50 davon aus den neuen Bundesländern und Berlin. Auch Dorothea Dycke hatte einen Traum von einem kleinen Haus im Grünen, in dem sie ihren Lebensabend verbringen kann. Gemütlich und behindertengerecht sollte es sein. Denn die gebürtige Münchnerin, die ein Beinleiden hat, wollte sich nach dem frühen Tod ihres Mannes möglichst lange ohne fremde Hilfe versorgen. Auch sie entschied sich für ein Fertighaus. Ein Grundstück war bald gefunden, mit dem Bau beauftragte Dorothea Dycke eine in der Region ansässige Firma. Luftzug der Windstärke vier im Wohnzimmer
    «Versprochen wurde mir ein Haus, das ganz auf meine persönlichen Wünsche zugeschnitten ist», erzählt die 69 jährige. Baubeginn war 1993. Doch das Haus (Logo: Gebaut fürs Leben, solide, wertbeständig) war alles andere als das. «Im Wohnzimmer zieht es durch die Rollokästen wie Hechtsuppe, die Heizung läßt sich nicht regeln, die Fensterrahmen haben Risse.» Auch von behindertengerecht kann keine Rede sein. Die Türstöcke sind zu eng, Schlaf- und Badezimmer zu klein. Nie und nimmer werde sie sich in ihrem Alterssitz ohne fremde Hilfe mit einem Rollstuhl bewegen können, sagt Frau Dycke. Die Beseitigung solcher Mängel ist teuer. Für sein eigenes Haus, das nicht bewohnbar ist, veranschlagt Kohler 190 000 Mark. Die Streif AG bestreitet nicht, daß das Haus erhebliche Fehler aufweist. «Die Mängel bei Herrn Kohler sind aber beim Aufbau entstanden, nicht durch die Konstruktion unserer Häuser», sagt Frank Weise, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Kohler habe alle Nachbesserungsvorschläge abgelehnt, zudem kosten die Nachbesserungen nicht 190 000, sondern nur 120 000 Mark. Der Streit zwischen Kohler und dem Fertighausproduzenten wird mittlerweile erbittert geführt. «Lassen sich Konstruktionsfehler nachweisen, werden millionenschwere Forderungen auf die Firma zukommen», sagt Kohler. Die Streif AG, Tochterunternehmen des Baukonzerns Hochtief AG, setzte 1998 266 Millionen Mark um und baute bislang 70 000 Fertighäuser in Deutschland. Der Hamburger behauptet weiter, das Unternehmen wollte ihn mit einem hochdotierten Angebot als Kritiker mundtot machen. Konter von Streif: Kohler hätte bei Gesprächen mit der Firma unverschämt hohe Geldforderungen gestellt. Eine außergerichtliche Einigung ist nicht in Sicht. Für den Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) steht die Qualität der Fertighäuser in Deutschland nicht in Frage. Insgesamt setzte der Industriezweig im vergangenen Jahr 3,9 Milliarden Mark um; etwa 14 000 Fertighäuser wurden 1998 errichtet. Besonders in den neuen Bundesländern sind Fertighäuser beliebt.
    «Der Streit zwischen Kohler und Streif ist ein Einzelfall. Wäre alles so schlimm, wie Herr Kohler behauptet, würden Hunderttausende Hausbesitzer klagen», meint Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des BDF. «Die Bauherren sind Privatleute, meist Familien. Sie haben kaum finanzielle Rücklagen und Nerven, um langwierige und teure Prozesse zu führen», sagt Kohler. Im Fall der Marzahner Familien Rienow und Axmann trifft das zu. «Auf einen Prozeß mit ungewissem Ausgang kann ich mich nicht einlassen», sagt Mike Rienow. Er und sein Nachbar hoffen auf eine gütliche Einigung. Die Firma Streif versprach der Berliner Morgenpost, nochmals bei den Familien zu prüfen. Dorothea Dycke schaltete zuletzt entnervt Rechtsanwälte ein. Ihr Traumhaus war zum Alptraum geworden. In einem Gutachten heißt es, daß Dorothea Dyckes Haus «weder nach den allgemeinen Regeln der Baukunst noch nach dem Stand der Technik geplant und erstellt wurde». Eine fachgerechte Beseitigung der Mängel würde 54 500 Mark kosten. Geld, das die Rentnerin wahrscheinlich selbst berappen muß. Denn gegen die Firma, die das Haus errichtete, ist inzwischen das Konkursverfahren eröffnet worden. Quelle: Berliner Morgenpost
    Die Fertighausfirma Streif ist mittlerweile an eine Firma Parter GmbH verkauft worden. Quelle: Der Spiegel Ausgabe 7/2001 Seite 108
    So: Und nun mal zur Entspannung http://www.popie.de ansehen! ;-))) * ganzbreitgrins*

    Name:

    • Mark Cern
  17. Für Herrn Müller

    Das Problem hat nichts mit der Tatsache "Fertighaus" als solches zu tun. Das kann überall auftauchen, auch in Massivhäusern und insbesondere bei nachträglicher Dämmung von Altbauten.
    Wie Sie aus dem Artikel weiter oben entnehmen können, geht es hier aber um grundsätzliche Konstruktionsfehler im Unterschied zu handwerklichen Fehlern. Klar, wenn in einem Fertighaussystem von vornherein der Wurm drin ist, taucht natürlich auch immer das gleiche Problem auf.
    Zu Ihrer Beruhigung: gut geplante Fertighäuser haben das Problem nicht, solange handwerklich nicht gepfuscht wird.

    Name:

    • Martin Beisse
  18. Schimmelgeruch

    Hier einmal eine Bitte an die interessierten Mitleser:
    Wenn Sie in Ihrem Bekanntenkreis jemanden haben, dessen Kleidung oder sonstiger Besitz (Sporttasche oä) einen unbekannten Geruch verbreiten, scheuen Sie sich bitte nicht, Ihn/Sie, darauf anzusprechen! Viele FH-Besitzer nehmen den Geruch selbst nicht mehr wahr da ein bestimmter Stoff die Geruchsnerven lähmt! Ich habe den Namen gerade nicht präsent... Wenn der Schaden erst einmal festgestellt wurde, kommen plötzlich, von überall dle Bestätigungen. 'Das haben wir schon gerochen, aber wir haben es nicht gewagt, euch darauf anzusprechen...' Wurde mir schon von einigen geschädigten berichtet. Uns ging es ebenfalls so, leider. Ich werde diese Bitte in die anderen Beiträge kopieren. Grüße von

    Name:

    • Mark Cern

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