Fusspunkt und Sockelbereich im Holzbau
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1. Allgemeine Problemstellung
Im Sockelbereich eines Holzbaues müssen verschiedene Problemstellungen beachtet und fachgerecht gelöst werden. Unabhängig von den Baustoffen, die für die tragende Unterkonstruktion (Beton, Mauerwerk oder Balkenlage auf Fundamenten) gewählt wurden, stellt der erdnahe Bereich im Holzbau eine Problemzone dar, da der Baustoff Holz gegen ständiges Durchfeuchten empfindlich ist und sich in Folge sogar zersetzen kann. Anforderungen Im Übergang zwischen dem Fundamentbereich und der Rohbaukonstruktion aus Holz müssen Toleranzen aufgenommen werden. Gerade Fundamente und Bodenplatten aus Stahlbeton erfüllen in der Regel nicht die Anforderungen an Massgenauigkeit, die in der DIN 18202 gefordert werden. Der Ausgleich kann erfolgen, indem man das Schwellholz auf ein Mörtelbett auflegt. Dafür ist eine Stärke der Ausgleichsschicht von mindestens 2 - 3 cm zu beachten, die dann nach Erfordernis abgeglichen werden. Toleranzen Die andere Möglichkeit, Unebenheiten in Betonbodenplatten auszugleichen, besteht im Unterkeilen der Schwelle im Bereich unter den Ständern. Dafür sind aufgrund der geringen Querpassung am besten Hartholzkeile geeignet. Der Bereich zwischen den Keilen unter der Schwelle, der keine Last erhält, wird mit Feuchtigkeit Aufsteigende Feuchtigkeit entsteht aus der Baufeuchte aufgrund von Anmachwasser und durch die aufsteigende Bodenfeuchtigkeit aus der Unterkonstruktion. Ein wirksamer Schutz ist eine Bitumenpappe unter dem Schwellholz, z. B. R500 besandet. Darüber hinaus muss aber auch der Spritzwasserbereich des Mauerwerks- oder Betonsockels dauerhaft vor eindringender Feuchte geschützt werden. Dies erfolgt auf dem Mauerwerk mit einem zweilagigen Sockelputz oder einem wasserabweisenden mindestens zweimaligen Sockelanstrich auf dem Beton. Spritzwasser Aufgrund der Bodennähe gefährdet auch das vom Erdreich zurückspritzende Regenwasser den Sockelbereich. Auf einen ausreichenden Abstand der Holzteile zum Erdreich ist daher zu achten. Einen zuverlässigen Schutz bildet ein Abstand der untersten Holzteile von 30 cm über dem Erdreich. In einzelnen Fällen ist aus Bei den Ausführungsbeispielen im folgenden Kapitel werden die verschiedenen Möglichkeiten zum Schutz der Konstruktion im Detail aufgezeigt. Hinterlüftung Es ist grundsätzlich sinnvoll, die Aussenverschalung zu hinterlüften, um dort entstehende Feuchtigkeit abziehen zu lassen. Belüftungsöffnungen im Sockelbereich sollten mindestens 2 ‰ der Fassadenfläche betragen. Man geht davon aus, dass ein Mindestquerschnitt von ca. 2 - 3 cm vorhanden sein muss. 2. Detaillösungen für den Sockelbereich 2.1 Holzkonstruktion auf Bodenplatte Statische Beanspruchung Bei einer Unterkonstruktion aus Beton, d.h. in der Regel einer Bodenplatte oder Kellerdecke, ist bereits bei der Planung der Toleranzausgleich zwischen den beiden Konstruktionen zu beachten. Ein weiteres konstruktives Problem stellt die Befestigung der Schwelle auf dem Stahlbeton dar. Neben den aus dem Eigengewicht und den Verkehrslasten resultierenden Vertikallasten treten aufgrund des Winddruckes horizontale Kräfte und Sogkräfte auf, die über die Schwelle sicher in den Untergrund abgeleitet werden müssen. Verankerung Arbeitstechnisch einfach und relativ sicher zu bewerkstelligen ist ein Verdübeln des Schwellholzes auf der Bodenplatte. Nach dem Toleranzausgleich und dem Ausrichten der Konstruktion werden die Schwellen durchbohrt und die Verankerungen eingebaut. Der Keller ist in Bild 1 gedämmt und verputzt. Die Aussenverschalung steht in dieser Ausführung deutlich über die Kellerwand über. Durch den Abstand zum Erdreich ist die Unterkante der Dämmung und der Verschalung nicht mehr durch Spritzwasser gefährdet. Bild 1: Verankerung des Schwellholzes auf der Bodenplatte mit durchgebohrten Dübeln (Schwerlastdübel) Gedämmte Kelleraussenwand Direktes Durchschrauben der Schwelle, wie in Bild 1 gezeigt, scheitert allerdings oft am zu geringen Randabstand der Dübel. Die Prblematik ist vor allem bei gedämmten Kellern gravierend, wenn die Holzkonstruktion darüber hinaus aus gestalterischen Gründen noch möglichst wenig über die Kellerwand überstehen soll. Es besteht dann die Möglichkeit, die Ständer mit L - förmigen Stahllaschenauf dem Untergrund zu verankern. Dafür müssen die Traghölzer auf der Baustelle ca. 4 -5 mm ausgenommen werden, damit die Beplankungen wiederum bündig aufgesetzt werden können. Bild 2: Aufgrund des nicht ausreichenden Randabstandes wird die Schwelle mit einer L - förmigen Stahllasche auf der Kellerdecke befestigt. Teilweise ist es aus gestalterischen Gründen nicht erwünscht, dass die Kelleraussenwand im Sockelbereich verputzt oder mit einem Anstrich versehen wird. Soll darüber hinaus auch auf ausladende Verblechungen verzichtet werden, besteht die Möglichkeit, diesen Bereich mit einer wasserbeständigen Platte, z. B. aus Faserzement, zu verkleiden. Verschiedene Ausführungen in unterschiedlichsten Farbrichtungen sind hier denkbar. Der Übergang in Bild 3 der Holzkonstruktion zum Kellergeschoss ist mit einem gekanteten Blech verkleidet, das unter die senkrechte Lattung geschoben wird. Dieser Bereich ist allerdings durch den ausreichenden Abstand zum Erdreich nicht durch Spritzwasser gefährdet. Bild 3: Der Sockelbereich ist mit Hartschaumdämmung gedämmt und darüber mit Faserzementplatten verkleidet. 2.1.1 Knapper Bodenabstand Geringer Bodenabstand Gestalterische Gründe (z. B. Häuser in Hanglagen) zwingen teilweise zu geringen Bodenabständen. Hier sollte besonders beachtet werden, dass der Gebäudeanschluss mit Kies ausgeführt werden muss. Dieser bewirkt eine Streuung des auftreffenden Wassers und verhindert darüber hinaus, dass Humussäuren aus dem Erdreich die Hölzer zusätzlich belasten. Eine Kiespackung ist glatten Belägen oder Platten auf jeden Fall vorzuziehen. Die Sickerfähigkeit des darunterliegenden Bodens muss gewährleistet sein. In den folgenden Details werden zum Schutz der Aussenverschalung und der Konstruktion verschiedene Lösungen vorgeschlagen. Das Abstrahlblech kann, wie in Bild 4, als Bodeneinstandsblech ausgeführt sein und bis in die Kiesschicht reichen. Nach oben wird es bis unter die Lattung geführt und schützt dann auch den Fusspunkt der Konstruktion. Statt einer Massivholzschalung wurde hier eine Verkleidung mit wasserbeständigen Furnierholzplatten gewählt. Bild 4: Eine Verblechung auf einem abgeschrägten Holzkeil bewirkt, dass das auftretende Spritzwasser in einem kontrollierten Winkel abgeleitet wird. Bild 5: Liegt die Oberkante der Rohdecke unter dem Gelände, muss dem Fusspunkt der Holzkonstruktion besondere Aufmerksamkeit gegen eindringende Bodenfeuchtigkeit zuteil werden. Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass die Sickerfähigkeit des Bodens erhalten bleibt und stehendes Wasser vor der Aussenwand diese nicht zusätzlich belastet. Dies ist mit Kiespackungen oder Drainagematten vor der Kelleraussenwand in der Regel sicher zu erreichen. Ein Bodeneinstandsblech auf einer Schweissbahn, dass unter die Lattung geschoben wird, gewährleistet, dass der gefährdete Bereich bis zu einer ausreichenden Höhe geschützt ist. Wie in Beispiel 3 ist die Schalung in wasserbeständigen Furnierholzplatten ausgeführt. Allerdings ist die Haltbarkeit bei allen Holzmaterialien umso mehr eingeschränkt, je geringer der Abstand Schalung - Oberkante Terrain ausgebildet ist. Erst ab ca. 30 cm findet eine deutliche Reduzierung der Gefährdung statt. Eine Acodrain - Rinne, wie in Bild 6 bewirkt, dass die wasserführende Ebene nach unten versetzt ist und führt das im Fassadenbereich anfallende Wasser kontrolliert ab. In Bild 7 ist die Aussenwand aus Holz gedämmt und verputzt. Diese Aussenhaut ist gegen Feuchte unempfindlicher als eine Verschalung mit Holz. Daher kann der Abstand zum Erdreich auf ca. 15 cm verringert werden. Die Dämmung erhält im unteren Bereich ein Anschlussprofil, auch der Keller ist gedämmt und verputzt. Bild 6: Die Holzverschalung kann bis unmittelbar über das Gelände geführt werden, wenn vor dem Gebäude eine Acodrain - Rinne angeordnet wird. Bild 7: Eine Holzkonstruktion kann auch gedämmt und verputzt werden. 2.1.2 Sockelbereich bei Terrassen oder Flachdächern Hier sind die Dichtungsbahnen als besondere Vorkehrung 20 - 30 cm über die wasserführende Ebene hochzuziehen. Der Bahnenabschluss wird mit einem Klemmprofil an der Aussenwand befestigt, die Bahnen sind darüber hinaus mit einer Verblechung vor mechanischer Beschädigung und Sonneneinstrahlung zu schützen. Die Holzverschalung sollte diesen Abschluss ca. 5 cm überdecken. Wenn die untersten Bretter keinen ausreichenden Abstand (30 cm) zur Belagsoberkante aufweisen können, ist es von Vorteil, wenn diese unkompliziert austauschbar sind. Bild 8: Bei niveaugleich verlaufenden Bauteilen, wie Terrassen oder Flachdächern, ist ein genügender Abstand zur Geländeoberfläche in der Regel nicht zu bewerkstelligen. 2.2 Holzkonstruktion auf Balkenlage Soll das Gebäuden nicht unterkellert werden, wird die Rohbaukonstruktion auf Holzbalken aufgesetzt. Diese Massivholzbalken lagern auf Fundamenten aus Stahlbeton. Der wichtigste Punkt, der bei dieser Lösung beachtet werden muss, ist die ausreichende Hinterlüftung der Balken. Dies wird gewährleistet mit Lüftungsöffnungen, die zum Schutz vor Insekten und Kleintieren mit Lochblechen oder Gittern geschlossen werden. Am Auflager dient eine Bitumenpappe zum Schutz vor Feuchtigkeit. Der Abstand von 30 cm von Oberkante Gelände bis zur Unterkante der Holzverschalung muss auch hier eingehalten werden. Die Fuge zwischen Fundament und Balken kann, wie in Bild 9, mit einer Holzwerkstoffplatte geschlossen werden, auf der eine Schweissbahn und ein Blech aufgebracht ist. Bild 9: Die Rohbaukonstruktion liegt auf einer hinterlüfteten Balkenlage auf. Bei Hanglagen wird empfohlen, eine Aufkantung im Fundamentbereich auszuformen, die die Balkenköpfe vor Feuchtigkeit schützt. Wichtig sind wiederum die Lüftungsöffnungen, umdie Traghölzer ausreichen zu belüften (siehe Bild 10). Bild 10: Teilweise kann es nötig sein, den Abstand der Oberkante Fussboden und der Aussenverschalung zu verringern. 2.3 Stützenfüsse Auch Holzstützen in Aussenbereichen sollten entsprechend den vorangegangenen Ausführungen einen Abstand von mindestens 15 cm zur Geländeoberkante aufweisen. Bei grossen Dachüberständen kann dieser Abstand jedoch auf wenige Zentimeter verringert werden. Sind die Stützen dem Schlagregen ausgesetzt, ist Die Stahlstange ist mit höhenverstellbarem Gewinde ausgestattet. Die Last der Holzstütze wird von der Stahlplatte übernommen. Bild 11: Stützenfuss mit industriell gefertigtem Stahlteil Individuelle Stahlfüsse können vom Schlosser gefertigt werden. In diesem Falle ist es nötig, den Nachweis für ausreichende Tragfähigkeit vom Statiker nachrechnen zu lassen. Bild 12: Stützenfuss mit T-förmiger Anschlussplatte Die Lagesicherung erfolgt mit Stabdübeln nach statischer Erfordernis. Das halbkugelförmige Fundament besitzt den Vorteil, dass das Spritzwasser in verschiedene Richtungen abgeleitet wird und somit die Unterkanten gleichmässig belastet werden. In der Regel werden die Stützenfüsse auf der Bodenplattebzw. Auf dem Stützenfundament verankert. Bei geringen Vertikallasten (z. B. Vordächer im Aussenbereich oder Balkonstützen) ist es auch möglich, die Stützen auf den Estrich zu setzen. Dafür wird eine Druckverteilungsplatte in den Estrich eingebaut. Der Vorteil besteht in der durchgehenden, intakten Abdichtungsebene (siehe Bild 13). Bild 13: Stützenfuss mit Druckverteilerplatte Eine Holzstütze mit geringer Last kann in Einzelfällen auf den Estrich gesetzt werden. Die Abdichtungsebene bleibt dann durchgehend erhalten. |
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Markus Urban - Solarkocherprojekt in Simbabwe - Zukunftsaussichten