3.5. Stützsysteme von Steilwällen

Maßgebend für den Querschnitt und die Struktur des Steilwalls ist das Stützsystem. Einstürze von Steilwällen haben deutlich gemacht, daß gerade auf frisch geschüttetem Boden, auch dem Lastfall "ungleichmäßige Setzungen" eine erhebliche Bedeutung zukommt. Es lassen sich vier verschiedenen Stützsysteme unterscheiden:

Das Stützregal oder die Stützwabe

Bei diesem Stützsystem ruht das Füllmaterial (Humus, Kies) auf horizontalen oder annähernd horizontalen Tragebenen. Diese Tragebenen können Stahlbetonböden am Rand des Steilwalls (Regal) oder durch schalldicht aufeinandergestapelte Rohre, deren äußere Form rechteckig oder sechseckig (Wabe) ist, sein. Die erforderliche Mindesttiefe der Tragebenen ergibt sich aus der natürlichen Böschungsneigung des Füllmaterials und der in Wallmitte aus Gründen der Schalldämmung mindestens erforderlichen Dicke der Füllung (siehe Bild).

Die Verdichtung der Steilwallfüllung wirft bei Wabensystemen Probleme auf. Treten stärkere Setzungen ein, dann wird dadurch unter Umständen die Schalldichtigkeit des Steilwalls beeinträchtigt. Bei Regal oder Wabensystemen kann die direkt zur gegenüberliegenden Straßenseite reflektierende Fläche des Stützsystems relativ klein gehalten werden. Steilwälle mit Regalstützsystemen sind aufgrund von Hallraumuntersuchungen schon als hochabsorbierend eingestuft worden.

Stützregal

Stützregal (Stützwabe)

Die Stützbohle

Stützbohlen aus Stahlbeton mit rechtwinkligem oder winkelförmigem Querschnitt geben dem Füllmaterial eher einen seitlichen Halt. Dadurch vergrößert sich im allgemeinen der Anteil der zur gegenüberliegenden Straßenseite reflektierenden Flächen der Stützkonstruktion und die direkt vom Schall getroffenen Böschungsflächen der Steilwallfüllung werden entsprechend kleiner. Dennoch erscheint es möglich, mit diesem Stützsystem Steilwälle absorbierend auszubilden.

Stützbohle

Stützbohle

Der Stützkäfig

Bisher sind zwei Stützkäfigsysteme für Steilwälle entwickelt worden. Der Drahtgitterkäfig, gewissermaßen eine Kombination von Gabione und Wallhecke und der Käfig aus gelochten Betonplatten. Das bisher angebotene Drahtgittersystem weist allerdings zusätzlich zum äußeren Drahtgitter noch ein inneres Stützsystem aus Bimbsbeton auf.
Während das Stützgerüst des Drahtgitters als Reflektor kaum in Erscheinung tritt, werden die Reflexionseigenschaften des Steilwalls mit Betonplatten weitgehend von den Betonplatten bestimmt. Ohne Sondermaßnahme sind diese Systeme als reflekrierend eingestuft. Ein mit Humus erstellter Steilwall ist als absorbierend eingestuft worden.

Stützkäfig

Stützkäfig

Stapel aus Bottichen oder Rahmen

Stapelt man die aus der Gartengestaltung bekannten Bottiche oder Rahmen versetzt übereinander, dann ergibt sich ein bepflanzbarer Steilwall, bei dem die Reflexion fast ausschließlich von den Bottich - oder Rahmenwänden bestimmt wird. Sind diese Außenseiten schallhart, dann sind solche Steilwälle als reflektierend einzustufen.

Es empfiehlt sich, Steilwälle, die unmittelbar neben der Straße angeordnet werden, im unteren Teil als Betongleitwand auszubilden. Diese Gleitwand ist so zu bemessen, daß sie von Fahrzeugen nicht durchbrochen werden kann. Ihre Formgebung verringert die Verzögerungen, die Insassen kollidierender Fahrzeuge erleiden. Vor solchen Steilwällen sind keine Schutzplanken eforderlich.

Bottiche oder Rahmen

Bottiche oder Rahmen

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  1. Alumni - Jahrgang 2001: Number-One-Team
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