Baustelle

2. Verlegung/Einbau der Rohrleitung auf der Baustelle

2.1 Anlieferung der Stahlbetonrohre
Der Empfänger prüft vor dem Abladen jede Lieferung auf Vollständigkeit und Übereinstimmung mit der Bestellung. Außerdem werden die Beschaffenheit und Hauptabmessungen der Rohre, Formstücke, Schachtbauteile sowie das Zubehör kontrolliert. Der ordnungsgemäße Zustand wird durch die Unterschrift des Poliers auf dem Lieferschein bestätigt. Beim Abladen der Formstücke kommen nur spezielle Hebezeuge zum Einsatz. Schlagartige Beanspruchung der Bauteile, Fallenlassen, Abrollen oder Schleifen auf dem Boden sollten vermieden werden. Die Ablagerung der Rohre muß mindestens 60 cm vom Grabenrand entfernt erfolgen.

Prüfen der Lieferung Abladen der Formstücke

2.2 Herstellen des Rohrgrabens
Vor dem Rohrgrabenaushub muß die Sohlentiefe entsprechend dem geplanten Gefälle der Leitung festgelegt werden. Dazu werden jeweils am Anfang und am Ende des Bauabschnittes Grabenvisiere aufgestellt und mit Hilfe eines Nivelliergerätes entsprechend dem geplanten Rohrleitungsgefälle einnivelliert. Zwischen diesen beiden Visieren werden auf der Geraden alle 10 m, an Winkelpunkten und Höhenbrechpunkten zusätzliche Grabenvisiere, ca. 3 m neben dem auszuhebenden Rohrgraben angebracht. Nach Abschluß dieser Arbeiten kann mit dem Rohrgrabenaushub begonnen werden. Zunächst wird der Oberboden (Humus) mit dem Kettenbagger, der mit einer Humusschaufel bestückt ist, abgetragen und neben dem Rohrgraben bis zum Wiedereinbau gelagert. Der Aushub mit verdichtungsfähigem Material lagert neben dem Graben und das nicht zur Verfüllung geeignete Material wird abtransportiert. Die richtige Rohrgrabentiefe wird mit einem Visierkreuz überprüft und nötigenfalls korrigiert. Ab ca. 1,25 m Rohrgrabentiefe wird der Graben aus sicherheitstechnischen Gründen im Winkel von 45° abgeböscht.

Beginn des Aushubs Einheben des Verbaus Fertigstellung des Aushubs

2.3 Verlegen der Rohre
Im Regelfall eignet sich der anstehende Boden als Rohrleitungsauflager. Handelt es sich um felsigen und steinigen Untergrund, wird der Rohrgraben ca. 15 cm tiefer ausgehoben und eine Schicht Kabelsand eingefüllt und anschließend verdichtet. Danach wird die Höhenlage der Rohrgrabensohle überprüft und gegebenenfalls durch Einfüllen oder Wegschaufeln von Sand korrigiert. Es ist darauf zu achten, daß jedes Rohr satt auf seiner ganzen Länge, jedoch nicht auf etwaige Muffen aufliegt. Deshalb werden sogenannte Muffenlöcher ausgehoben. Der Rohrleger säubert die Muffe des zuletzt verlegten Rohres, dann wird das bereits seitlich neben dem Rohrgraben liegende Rohr mit Hilfe eines Gurtes vom Hydraulikbagger in den Graben abgesenkt, das Ende des zu verlegenden Rohres mit dem Gleitmittel bestrichen und wiederum vom Hydraulikbagger in die Muffe des vorhergehend verlegten Rohres geschoben. Der Rohrleger überprüft nun mit einem Taster den korrekten Sitz der Dichtung. Die so verlegte Rohrleitung ist schließlich noch nach Seite und Höhe einzufluchten. Seitlich wird nach dem Auge ausgerichtet, der Höhe nach durch das Aufsetzen des Rohrkreuzes und Visieren über die Rohrgrabenprofile. Das Rohrkreuz ist um den Außendurchmesser der Rohre kürzer als das Grabenkreuz. Ist die Lage der beiden Rohre in Ordnung, paßt der Rohrleger das nächste Rohr ein und es werden die verlegten Rohre mit dem Kabelsand eingebettet.

Kontrolle des Gefälles Anschlußrohr Aufbringen des Gleitmittels

2.4 Sichern der Krümmer und Abzweiger gegen Ausweichen
Das Sichern wird in der Regel mit Beton durchgeführt, den man zwischen Rohr und Grabenwand einbringt. Dieser muß das Rohr soweit umfassen, daß es nicht mehr ausweichen kann. Beim Einbringen ist darauf zu achten, daß die gegen die Grabenwand abstützende Betonfläche symmetrisch zur Rohrachse liegt, gegebenenfalls muß also das Widerlager tiefer als die Grabensohle und das Rohrauflager gründen. Liegt der Krümmer in der Vertikalen, so ist bei erdwärts gerichteter Resultierenden der Beton unter das Rohr zu geben, bei aufwärts gerichteter Resultierender so viel Beton um und über das Rohr zu bringen, daß das Betongewicht schwerer als die resultierende Kraft ist.

2.5 Einmessen der verlegten Leitung
Vor dem Verfüllen des Rohrgrabens muß die jetzt noch sichtbare Leitung nach Lage und Höhe aufnehmen. Dabei müssen alle horizontalen und vertikalen Leitungsbrechpunkte sowie Abzweige, Armaturen, Widerlager und Einbauteile eingemessen werden. Dazu verwendet man meistens das Bogenschnittverfahren, d.h. der aufzunehmende Punkt wird von zwei bekannten Punkten, z.B. Grenzsteine, Strommasten, Kanaldeckel aus, eingekreuzt.

2.6 Verfüllen des Rohrgrabens
Beim Verfüllen ist zu beachten, daß der Rohrgraben nicht nachsackt, denn dadurch werden bei Straßen die Verkehrsgefahren verringert und ebenso die Stoßbeanspruchungen der Rohrleitungen durch den Verkehr vermindert. Das Wiedereinfüllen muß mindestens bis 30 cm über dem Rohrscheitel sehr sorgfältig geschehen. Unter dem Schüttgut dürfen sich keine Steine befinden. Anschließend wird schichtweise das Material eingefüllt und mit dem Vibrationsverdichter verdichtet. Zum Schluß stellt man den ursprünglichen Zustand der Oberschicht wieder her.

Verfüllen des Rohrgrabens Schichtweises Verdichten Herstellung der Oberschicht

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  1. Alumni - Jahrgang 2002: Das Macher-Team
    Johann Baptist Hirtreiter - ATV-DVWK-Merkblatt 145 - Aufbau und Anwendung von Kanalinformationssystemen - e) Grafische Anwendungen und Auswertungen
  2. Alumni - Jahrgang 2000: Millennium-Team
    Stephan Schmidberger - GPM Grillhösl Projekt Management GmbH - Bauleitung
  3. Alumni - Jahrgang 2001: Number-One-Team
    Markus Geyer - Gesetzliche Änderungen Bebauungspläne ab dem 01.01.2001 - Modell 4