Einbringen
Für jedes Betonieren gilt, dass die Betonierleistung der Verarbeitungsleistung der Kolonne und die Zahl der Rüttler und deren Bedienungspersonal dem Antransport des Betons angepasst sind. Der Schalungsaufbau mit seinen Verankerungen und der Bewehrungsaufbau müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass innerhalb einer Wand wenig Behinderungen beim Einbringen des Betons vorhanden sind. Anker und Haken sollten deshalb möglichst untereinander angeordnet sein.
Vor dem Einbringen des Betons sind die Schalungen von allen losen Materialien (Bindedrahtreste, Abstandhalter, Nägel, Holzspäne usw.) zu reinigen und ggf. vorzunässen. Wasserlachen, auch nach Regenfällen, sind zu entfernen, z. B. durch Ausblasen mit ölfreier Druckluft.
Grundsätzlich muss Beton eingebracht und verdichtet sein, bevor er ansteift. Beim Einbringen darf er sich nicht entmischen. Stürzt Beton in Wand- und Stützenschalungen frei herab, so wächst mit der Fallhöhe die Entmischungsgefahr besonders bei dichter waagerechter Bewehrung. Daher sollte der Beton bei Fallhöhen über 2 m durch Fallrohre zusammengehalten werden. Diese sind - wie Rutschen oder Verteilerschläuche von Pumpleitungen bis kurz über die jeweilige Einbaustelle zu führen. Bereits bei der Planung sind genügend Öffnungen in der Bewehrung für das Einführen der Schüttrohre vorzusehen. Durch möglichst kurze Abstände der Einfüllstellen lässt sich die Bildung von Schüttkegeln vermeiden.
Unabhängig von der Art des Einbringens ist darauf zu achten, dass Bewehrung, Einbauteile und Schalungsflächen eines später zu betonierenden Abschnitts nicht durch Beton verkrustet werden. Soweil es die Verhältnisse des Bauteils erlauben, ist der Beton in möglichst gleichmäßig dicker Schicht mit waagerechter Oberfläche zu schütten. Als Richtmaß für die Schütthöhe bei Verdichtung durch Innenrüttler können 50 cm gelten.
Schüttgeschwindigkeit des einzubringenden Betons - vor allem für Stützen und Wände - und Tragfähigkeit der Schalung sind aufeinander abzustimmen. Bei Schalungen für Fließbeton muss darauf geachtet werden, dass sich ein höherer Betondruck auf die Schalung als bei weichem Beton ergibt. Nach Möglichkeit ist der Betoniervorgang insbesondere bei Sichtbeton nicht zu unterbrechen.
Wände, Stützen und hohe Unterzüge sind vor den in diese einbindenden Konstruktionsglieder wie Platten, Balken oder Riegel zu betonieren.
Muss z. B. bei Säulenfüßen oder bei Anschlüssen von Wänden an Decken an trockenen, älteren Beton anbetoniert werden, so ist dieser vorher genügend lang anzufeuchten. Damit lässt sich verhindern, dass dem jungen Beton Wasser entzogen wird. Zum Zeitpunkt des Anbetonierens muss die Oberfläche des älteren Betons etwas abgetrocknet sein und nur noch matt feucht glänzen. Um in einer solchen Arbeitsfuge eine bessere Verbindung der Betonschicht zu erhalten, empfiehlt es sich, die Anschlussmischung mit weniger Grobkorn herzustellen.
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