Beton mit technischen Anforderungen

4.1 Allgemeines

Bei Betonflächen mit technischen Anforderungen hat man es im anwendungstechnischen Sinn mit der Kontroverse zur gestalteten Einheit zu tun.Wenngleich die Aufgabenstellung technisch funktioneller Betonflächen eindeutig zu sein scheint, so können sich bezüglich der Qualität, d.h. z.B. der Planebenflächigkeit, des Porenanteils, der Flächenstruktur u.a. dann Auffassungsunterschiede ergeben, wenn Nachfolgegewerke anstehen. Dazu gehören z.B. im Rahmen von Innenausbauten Maler, Plattierer, Putzer etc., also Gewerke, für welche die ausgeschalte Fläche Ausgangsbasis für die eigene Leistung ist. Diese Gewerke haben eigene Normen, um deren Abstimmung es im Zusammenhang mit den Rohbaubelangen gehen muss. Überschneidungen sind dabei kaum zu vermeiden und so muss es für alle Gewerke ein Anliegen sein, unklare Begriffe praxisbezogen zu analysieren.

 

wasserbauliche Anlage

Innenausbaufläche

Bild 14: Betonflächen mit technischen Anforderungen

oben ) Beipiel: wasserbauliche Anlage (widerstandsfähig)

unten ) Innenausbauflächen

 

4.2 Streichfähige Betonflächen

Streichfähige Betonfläche bedeutet in Anlehnung an DIN 18363 (Maler-Norm) und unter Berücksichtigung der zulässigen Toleranz gemäß DIN 18202/5 Zeile 6 eine rohbetonbezogene optimale Planebenflächigkeit. Der Porenanteil entspricht -schalungsbedingt- einer "nicht saugenden" Hautplatte, d.h. er soll so gering sein, dass dem Nachfolgegewerk als Nebenleistung eine Fleckspachtelung ausreicht.

Die Betonfläche bleibt nach wie vor eine Rohbauleistung. Das bedeutet u.a., dass Toleranzversprünge, entsprechend zulässiger Dickenabweichungen der Schalungsplatten gemäß DIN 68791 oder normale Gratbildungen u.a. vom Nachfolgegewerker anzuerkennen sind, sofern nichts anderes im LV gefordert wird.

 

streichfähige Betonfläche

streichfähige Betonfläche

Bild 15: Streichfähige Betonflächen

 

4.3 Streichfertige Betonflächen

Eine streichfähige Betonfläche setzt eine Qualität voraus, bei der praktisch gegenüber der Rohbauleistung die Vorbereitungsarbeiten des Innenausbaus integriert sind. Bezüglich der Planebenflächigkeitstoleranzen sind Gratbildungen und Versprünge zu beseitigen oder auszugleichen. Vorhandene Poren sind zu verspachteln.

 

streichfertige Betonfläche

streichfertige Betonfläche

 

Bild 16: Streichfertige Betonflächen

 

4.4 Streichfähiger oder streichfertiger Sichtbeton

Dies ist eine Ausführung, die generell in den Bereich der gestaltenden Betonflächen einzuordnen ist und darüber hinaus in die Gruppe " Betonflächen mit nachträglicher Behandlung" gehört. Bezüglich der Betonflächenqualität wird sie von der Schalung bestimmt und erhält von ihr die Struktur, als Basis für einen folgenden Anstrich. Auch die Planebenflächigkeitstoleranzen entsprechen dem Sichtbetonbereich, sofern im LV keine zusätzlichen Forderungen gestellt sind.

 

4.5 Tapezierfähige Betonflächen

Eine tapezierfähige Betonfläche entspricht sinngemäß der streichfähigen Ausführung, wobei es im Zusammenhang mit hochwertigen Tapeten wichtig ist, die anfallenden Vorarbeiten einem Innenausbaufachmann zu überlassen.

 

tapezierfähige Betonfläche

Bild 17: Tapezierfähige Betonflächen

 

4.6 Tapezierfertige Betonflächen

Eine tapezierfertige Betonfläche entspricht sinngemäß der streichfertigen Ausführung. Hier ist es besonders wichtig, die Vorarbeiten von einen Innenausbaufachmann durchführen zu lassen.

 

4.7 Spachtelarbeiten

Spachtelarbeiten gehören normalerweise in den Verantwortungsbereich des Innenausbauers, sofern es nicht darum geht, im Sinne von Mängelrügen berechtigte Toleranzabweichungen, Porenbildungen o.ä. zu neutralisieren.

 

Spachtelarbeiten

Bild 18: Spachtelarbeiten

Wenn weitergehende Flächenabweichungen, z.B. Gratbildungen oder Versprünge auftreten, ergibt sich seitens des Nachfolgegewerkers gegenüber dem Rohbauunternehmer die berechtigte Forderung von Spachtelarbeiten. Unter diesen Gesichtspunkten ergeben sich folgende Begriffe:

4.7.1 Spachtelfähige Fläche

Eine spachtelfähige Fläche bedeutet praktisch eine Rohbetonfläche, die ganzflächig zu spachteln ist. Dabei sind schalungsbedingte Porenbildungen im ganzen Bereich zugelassen.

4.7.2 Teilspachtelung

Eine Teilspachtelung ergibt sich für den Rohbauunternehmer, wenn bei festgelegten Poreneinschränkungen schalungs- und arbeitsbedingte Abweichungen der Rohbauflächen und Toleranzüberschreitungen, partiell von mehr als ca. 1 m² bis ca. 25% der jeweiligen Flächeneinheiten, vorliegen. Bei größeren Flächenabweichungen kann der Auftraggeber eine ganzflächige Spachtelung der jeweiligen Einheit vom Rohbauunternehmer fordern. Vorraussetzung dafür ist, dass bezüglich der zulässigen Toleranzen nach DIN 18202/5 eine zweifelsfreie Leistungsbeschreibung vorliegt.

4.7.3 Fleckspachtelung

Die Fleckspachtelung entspricht inhaltlich der Teilspachtelung, jedoch für einen Flächenbereich, der kleiner ist als 1m² der jeweiligen Einheit. Hauptsächlich davon betroffen sind Schalungsstöße und partielle Porenabweichungen. Die Voraussetzungen zu einer leistungsmäßigen Harmonisierung zwischen Rohbau- und Innenausbaubelangen bzw. anderen Gewerken ist eine fach- und materialgerechte, ins Detail gehende Leistungsbeschreibung.

In jedem anderen Fall, also bei eventuellen Unklarheiten, ist es Aufgabe des Auftragnehmers, gemäß VOB/B § 4 Absatz 3 solange fachliche Bedenken anzumelden, bis Übereinstimmung besteht. Die praxisbezogene Aufgabe des AN sollte es sein, Alternativvorschläge zu unterbreiten und er sollte seinen schriftlichen Einspruch mit dem Hinweis abschließen: "Sollten wir ggf. nicht von Ihnen (dem Planverfasser) hören, sehen wir darin Ihr Einverständnis zu unserem Vorschlag".

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  1. Alumni - Jahrgang 2001: Number-One-Team
    Alexandra Oslislo - Studienarbeit im Fachgebiet Wasserbau - Studienarbeit im Fachgebiet Wasserbau
  2. Alumni - Jahrgang 2000: Millennium-Team
    Stephan Schmidberger - Berufsbild Projektsteuerer - Ausführungsplanung und Realisierung
  3. Alumni - Jahrgang 1999: Dream-Team
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