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Ökologisches und biologisches Bauen

Kfw 40 (bzw. Effizienzhaus 55) Standard möglich nur mit Fernwärme?

Guten Morgen!
Wir möchten gerne ein Effizienzhaus 55/KFWA-40-Haus bauen um das günstige Kfw-Darlehen in Anspruch nehmen zu können. Da wir leider in unserem Baugebiet Fernwärme abnehmen müssen, kommt eine Wärmepumpe oder Holzpelletanlage nicht in Frage.
Der Primärenergiefaktor der Fernwärme beträgt 0,70 und laut Aussage der Stadtwerke lässt sich damit auch ohne Solar und Wärmepumpe ein Kfw-40-Standard erfüllen.
Der nun von uns beauftragte Statiker ist jedoch der Meinung, dass dies nicht richtig ist und noch Wärmepumpe oder Holzpellts nötig wären. Er ist ja der Fachmann.
Aber ich würde trotzdem gerne noch ein paar andere Meinungen dazu hören.. Vielen Dank schonmal dafür!

Name:

  • Andreas
  1. Was soll denn das werden

    wenn Sie sowieso Fernwärme abnehmen MÜSSEN, warum dann noch einen weiteren Energieerzeuger rein. Das ist doch wirtschaftlich und ökologisch absolut nicht sinnvoll.
    Ausser Sie wollen einen Backup haben, falls mal Fernwärme ausfällt. Da würde ich dann aber eher Kaminofen, Kachelofen, Kochherd oder Pelletsofen fürs Wohnzimmer etc. nehmen.
    Da ich aber kein KFWA-Experte bin, könnte es natürlich sein, dass der Mann recht hat, und zwar um den KFW-Standard zu erreichen. Energietechnisch wird ja wohl die Fernwärme ausreichen um die Hütte warm zu bekommen.
    Aber wenn das die einzige Lösung ist, dann viel Erfolg. Das hört sich für mich nicht prickelnd an. Dann lieber kein KFW und woanders sparen. Kredite gibts auch woanders.
    Keine Rechtsberatung, nur Laie.

  2. KfW 40/60

    Hallo
    KFWA 40 ist mit Fernwärme "mindestens" so einfach zu erreichen wie mit einer WP.....
    Zusätzlich ein zweites Heizsystem einzubauen ist m.M. nach "absoluter" Quatsch, vermutlich auch in Ihrem Fall verboten.
    Ich vermute mal das der "Statiker" noch nicht so viele KfW 40/60 Häuser berechnet/geplant hat...
    Gruß

  3. Auf jeden Fall sollten Sie sich für 1 ...

    Auf jeden Fall sollten Sie sich für 1 System entscheiden. Welches, hängt auch von den Betriebskosten ab. Ich kenne auch so ein Baugebiet, wo sich viele aus mittelfristiger Sicht für die erst mal teurere, aber im Betrieb deutlich günstigere WP entschieden haben. Lassen Sie sich von Ihrem Planer eine Wirtschaftlichkeitsberechnung machen.

  4. Technik & Gebäudehülle zusammen ergeben KfW-40!

    .....bei Primärenergiefaktor 0,7 geht KFWA-40 mit einer guten Holzrahmenbaukonstruktion definitiv ohne Probleme solange Sie kein Haus in Form von "Kühlrippen" bauen, habe jüngst eine Stadtvilla in Berlin gebaut für die schon gut über 0,8 gereicht hätte für KfW-40.....eh jetzt wieder die Steinbauer jaulen: irgendwie kriegt man das auch mit einer pseudomassiven Konstruktion hin wenn das Grundstück genug Platz für die "Burgmauern" hat ;-))
    Weitere Tricks sind nur nötig, wenn die Gebäudekonstruktion zu wenig Dämmung zulässt! Hat Ihr Statiker da vielleicht Vorgaben oder Vorlieben bei den Baustoffen die zu seiner Aussage führen?
    Oder gibt es da einen Kostendruck, der keine bessere Konstruktion zulässt?
    ..... ich frage das so bewusst, weil ich vor kurzem eine konkrete Anfrage in präzise der gleichen Form hatte und ich nicht mal in die Nähe der Auftragserteilung kommen konnte weil ein anderer Anbieter angeblich für um die 90.000,-€ ein schlüsselfertiges KfW-40-Haus angeboten hat und das wahrscheinlich nur mit dem Pellet-Primärenergiefaktor in die Nähe von KfW kam, nicht daß sich hier doch wieder unsere Wege kreuzen und mein Angebot in Wirklichkeit das bessere war ;-))) .....
    Bitte bedenken Sie, daß KfW-40 kein Selbstzweck ist sondern langfristig Ihre Energiekosten senken soll. Primärenergie ist da nur ein Baustein in der Berechnung, bezahlen müssen Sie aber Endenergie und da hilft nur die beste mögliche Gegäudehülle und kein kreatives Berechnungsprogramm, das irgendwie eine Zahl kleiner gleich 40 ans Ende der Kalkulation schreibt!
    Gerade bei Fernwärme sollten Sie das beachten, da Sie dem Monopolanbieter ausgeliefert sind und nur über den kleinstmöglichen tatsächlichen Verbrauch Ihre Kosten niedrig halten können.
    Auf jeden Fall stimme ich den Vorredners zu, daß eine zweite vollwertige Heizungsanlage neben der Erdwärme nicht zu rechtfertigen ist. Was Sie auf jeden Fall machen müssen (und sollten !!!) ist eine kontrollierte Wohnungslüftung mit WRG und wenn Sie dann noch ein wenig Unabhängigkeit vom Energieversorger wollen den Kaminofen (mit externer Verbrennungsluftzuführung !). Aus Spaß an der schönen Technik kann man dann noch die Brauchwasserbereitung mit einer kleinen Solaranlage unterstützen, aber nur eine "Kleine" ! damit das Kosten/Nutzen-Verhältnis nicht zu sehr strapaziert wird.
    Gruß aus der pragmatischen Passivhausecke
    Arno Kuschow

  5. nur kleine Schreibfehlerkorrektur ....

    ....eh mir jemand aus Schadenfreude ne lange Nase zeigt: ich meinte natürlich Fernwärme und nicht Erdwärme als erste Heizungsanlage, neben der eine zweite Anlage nicht zu rechtfertigen ist .....
    Gruß
    Arno Kuschow

  6. nur kleine Schreibfehlerkorrektur ....

    ....eh mir jemand aus Schadenfreude ne lange Nase zeigt: ich meinte natürlich Fernwärme und nicht Erdwärme als erste Heizungsanlage, neben der eine zweite Anlage nicht zu rechtfertigen ist .....
    Gruß
    Arno Kuschow

  7. @Andreas: Was sagt denn Ihr Planer? Der muss ...

    @Andreas: Was sagt denn Ihr Planer? Der muss sich doch auch schon ein paar Gedanken gemacht haben. Nach Ihrer Formulierung "der Statiker..." gehe davon aus, dass es 2 Personen sind.
    Herr Kuschow hat viele Möglichkeiten aufgezeigt (natürlich konnte er sich als Vertreter der Holzrahmenfraktion nicht verkneifen, auf "Burgmauern" und "pseudomassive Konstruktionen" hinzuweisen), sicherlich gibt es noch mehr Möglichkeiten. Man kann nahezu alles mit allem kombinieren, Sie wollen aber das Optimum für sich. Lassen Sie sich das für IHR Haus und IHRE Bedürfnisse planen. Egal mit welcher Bauweise, Effizienzhaus 55 ist kein Hexenwerk.

  8. Wandstärke ist eben ein Thema beim Energiesparen ....

    ...und eine (locker) passivhaustaugliche Aussenwand im Holzrahmenbau kommt bei angenommener Putzfassade in meinem Standard mit einer Gesamtstärke von ca. 38 cm aus, einschließlich einer sauberen Installationsebene, doppelter innerer Beplankung für Solidität und sommerlichen Wärmeschutz und einer 10 cm starken Überdämmung der Fensterrahmen etc. ..... also in der Gesamtdimension eine normal erscheinende Wand mit klassischer Anordnung der Fenster innerhalb der Konstruktion und keinerlei Problemen mit der Befestigung von Anbauteilen etc. .... das ist ja in anderen threads hier ein großes Problem bei zu starken WDVSA-Systemen vor massiven Tragwerken .... das war nur meine Intention, und klar, ein bisschen Ironiemodus sollte man bei mir mit einkalkulieren ;-))))
    Gruß
    Arno Kuschow


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