Rund um den Garten

Gartenteich erden?

Hallo,
Gartenteiche legt man heute mittels Folie oder als Plastik-Fertigteiche an. Demzufolge ist das Teichwasser gegenüber dem Erdreich weitestgehend elektrisch isoliert. Häufig werden Filter, Wasserspiele und Beleuchtungen direkt im Wasser betrieben. Wäre es nicht sinnvoll, mittels eines über den Rand gelegten Erdungsbandes den Teich elektisch zu erden?

Wie komme ich auf diese Frage: Wir betreiben die Außensteckdosen unseres Hauses über einen FI-Schutzschalter und mußten schon zweimal unsere Teichpumpe wechseln, weil nach mehreren Betriebsmonaten der FI-Schutzschalter regelmäßig anzusprechen begann. Nachmessen mit dem Multimeter ergab einen hohen, aber messbaren Widerstand zwischen einer Phase und dem Nulleiter des Teichpumpen-Schukosteckers, der zu einem Fehlerstrom führte.
Was kann demzufolge passieren, wenn ein am Teichrand im feuchten Gras knieendes Kind ins Teischwasser greift, wenn die Isolation eines der im Teich betriebenen Elektrogeräte einen Isolationsschaden hat und die Geräte nicht über FI-Schutzschalter betrieben werden! Gerade wenn Elektrogeräte mehrere Jahre lang den Winter über im Teich bleiben (z.B. Eisfreihalter-Sprudler), ist ja die Beanspruchung der Kabel sehr hoch.

Name:

  • Karl
  1. Zitat: Was kann demzufolge passieren, wenn ...

    ... ein am Teichrand im feuchten Gras knieendes Kind ins Teischwasser greift, wenn die Isolation eines der im Teich betriebenen Elektrogeräte einen Isolationsschaden hat und die Geräte nicht über FI-Schutzschalter betrieben werden!

    UNZULÄSSIG!!!

    hier was zum Schutz von neu installierten Steckdosen (also auch im Innenbereich)

    VDE 0100-410 schreibt spätestens ab 01.02.2009 eine Absicherung ALLER Steckdosen über einen (oder mehrere) RCD vor, die von Laien benutzt werden könnten..

    Was verstehen sie unter Nulleiter? Wenn Neutralleiter, dann ist der Widerstand zw. der Phase vollkommen normal. Wenn Schutzleiter, dann entsteht ein für den FI messbarer Fehlerstrom.

    Erdungband ist nicht praktikabel. Betriebsmittel (Pumpe, Strahler usw). haben, wenn sie für den Einsatzort geeignet sind, ausreichenden Schutz.
    Empfehlung: Betriebsmittel regelmässig auf Beschädigungen und Funktion überprüfen.

    Gruß

    Th. Groß

  2. Schutzleiter für Unterwassergeräte

    Entweder ist der Schutzleiter und die damit verbundenen Gehäuseteile gegen "aussen", d.h. das Wasser, worin sich das Gerät befindet, vollständig isoliert, oder das Gerät braucht keinen Schutzleiter (erkennbar am doppelten Quadratsymbol auf dem Typenschild).
    In der Dokumentation sollte explizit stehen, dass das Gerät für den Dauereinsatz unter Wasser im Aussenbereich geeignet ist (Schutzart IP 68).
    Wenn ein Teil des Stromes über Schutzerde abfliesst ist das in jedem Fall ein unzulässiger Betriebszustand, d.h. das Gerät ist dann defekt oder für den Einsatzzweck nicht geeignet.
    Ein Fehlerstromschutzschalter wird jeden solchen Strom als das was er ist, nämlich als Fehlerstrom, erkennen und auslösen.

  3. Interessante Frage - aber nicht ganz treffsicher

    Ich finde die Fragestellung sehr interessant, aber die ursprüngliche Frage oben und auch die Antworten treffen nicht genau in's Schwarze. ;-)
    In der Frage wird die Problematik sehr gut beschrieben, geht dann aber mit "...und die Geräte nicht über FI-Schutzschalter betrieben werden" am Problem vorbei. Natürlich dürfen die Geräte nur über einen FI-Schalter betrieben werden, wie Herr Groß richtig schreibt.
    Das doppelt schutzisolierte Gerät ("doppeltes" Quadratsymbol) und die Schutzklasse IP68 schützen nicht vor Defekten, um die es in der Frage geht.
    Die Empfehlung von Herrn Groß, die "Betriebsmittel regelmässig auf Beschädigungen und Funktion" zu überprüfen, hilft nicht wirklich. Wenn durch kleine Risse Wasser in das Pumpengehäuse eindringt, sieht man das nicht unbedingt. Hab das selber bei einer kleinen Brunnenpumpe erlebt. Der FI-Schalter löste reproduzierbar aus. Ich hab die Pumpe herausgeholt, äußerlich trocknen lassen. Mir war es trotz eingehender Untersuchung nicht möglich herauszufinden, wo das Wasser eingedrungen war.
    Das Fazit von Herrn Paulsen, "Ein Fehlerstromschutzschalter wird jeden solchen Strom als das was er ist, nämlich als Fehlerstrom, erkennen und auslösen." stimmt natürlich, aber in der Frage geht es um ein defektes Gerät, das sich im Wasser befindet und zum Erdreich hin durch die Teichfolie isoliert ist.
    Problem: Wenn wirklich kein Grashalm und kein Zweiglein der umgebenden Bepflanzung in das Wasser hängt, kein Schmutz am Rand des Teichs einen Kriechstrom erlaubt, ist der Augenblick, in dem "ein am Teichrand im feuchten Gras knieende Kind ins Teischwasser greift", der erste in dem ein Fehlerstrom fließt. Und zwar über das Kind.
    Dieser Gedanke ist in der Tat ziemlich beunruhigend und mir fällt spontan nicht Besseres ein, als wirklich einen korrosionfesten Leiter der draußen tief genug in der Erde steckt, in das Teichwasser ragen zu lassen - also das künstlich isolierte Teichwasser bewußt zu "erden".
    Keine Ahnung, welches Metall sich dafür eignet, denn es sollen sich ja auch keine Salze o.ä. daraus lösen, die die Fische krank werden lassen. Kupfer scheidet bestimmt aus, Zink geht vielleicht...?
    Vielleicht findet sich etwas günstigeres als ein Erdungsband aus Gold. ;-)

  4. Trenntrafo

    ... damit sich, wenn nur einer der beiden Leiter Wasserkontakt hat, keine Spannung gegen Erde aufbauen kann;
    oder Niederspannungsgeräte verwenden.


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