Suchefunktion BAU.DE Forum Heizleisten / Sockelheizleisten 33-2: Heizleisten im Holzhaus

Heizleisten / Sockelheizleisten

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  1. Hallo aus jeder Aussage kann man etwas herausholen ... 16.09.04
    Hallo,
    aus jeder Aussage kann man etwas herausholen, das in bestimmten Fällen ungeeignet ist. Deshalb gibt es Fachleute, an die man sich wenden kann als Kunde.
    '
    Sie schreiben:
    >Es ist nicht klar ob die zeitliche oder örtliche
    >Gleichmäßigkeit gemeint ist. Die örtliche Gleichmäßigkeit
    >verändert sich dadurch nicht, für die zeitliche
    >Gleichmäßigkeit ist sie nicht nötig, da das auch durch
    >Regelung erreicht werden oder ggf. verhindert werden kann.
    '
    Klar. Die Vor- und Nachteile einer schweren oder leichteren Bauweise werden soweit ich weiß in der Rubrik "Bauphysik" erörtert.
    '
    Sie schreiben:
    >> Bei sehr dichten Mauern (z.B. Altbau) bzw. relativ hohem U-Wert kann zur
    >> besseren Luftströmungsentwicklung eine Reflektionsfolie hinter der
    >> Heizleistenkonstruktion vorgesehen werden.
    >Das ist falsch. Durch die Reflexionsfolie an der Wand wird die >Wärmestrahlung reflektiert, die Wand bleibt kühler und der >Wärmeverlust durch die Wand wird geringer. Aber wegen der >geringeren Wandtemperatur wird die Luftströmung eher behindert.
    '
    Wenn ich alle Aspekte der Terminologie aufzählen würde, wäre der Beitrag noch länger (ich denke, er war schon ausführlich). Deshalb habe ich mich darauf beschränkt, darauf hinzuweisen, dass bei eben genannte Fällen (Masse, relativ hoher U-Wert) Reflektionsfolien eingesetzt werden können. Das die Luftströmung von der Energieabgabe (egal an welche angrenzende Oberfläche) abhängt, habe ich schon beschrieben. Weiteres kann in einem Gespräch das der Kunde mit dem Heizungsfachmann führt, erklärt werden.
    '
    Sie schreiben:
    >Für die Wohnqualität ist das Anfassen der Wände nicht
    >notwendig, denn das macht man nur zum Ausprobieren. Die
    >Wärmeempfindung des Menschen ist gut untersucht und birgt
    >keine Geheimnisse mehr.
    Damit würden Sie behaupten, dass es keinen Sinn macht, Musterhäuser oder Musteranlagen, Referenzobjekte zu besuchen.
    Und dass man einfach den Behauptungen diverser Texte oder Fachleute glauben schenken soll. Sie schreiben am ende, dass sie gegen Werbeaussagen sind (wer nicht?). Doch woher weiß der unbedarfte Kunde, ob die Aussagen eines Wissenschaftlers nicht aufgrund des Auftrages einer Firma entstanden?
    Deshalb ist es immer gut, sich zu informieren, auch praktisch zu erfahren - auch wenn es für Fachleute keine Geheimnisse mehr geben sollte (denn manche werden auch gut gehütet oder verdeckt).
    '
    Sie schreiben:
    >> Zudem bereits gesagten kann ich noch hinzufügen, dass gerade Heizleisten bei
    >> feuchten (Alt-)Bauten verwendet werden, da durch das höhere Temperatur- bzw.
    >> Dichtegefälle im Heizleistenbereich eine eventuelle Feuchtigkeit besser
    >> abgeführt werden kann.
    >Das ist ein gefährlicher Vorschlag. Wenn die Isolierung des
    >Hauses nicht in Ordnung ist, so daß laufend Feuchtigkeit
    >nachströmt, kommt es zu einer Versalzung des Mauerwerks mit
    >anschließender Zerstörung, da mit dem Flüssigkeitsstrom Salze
    >transportiert werden. Durch das Verdampfen der Flüssigkeit
    >wird der Feuchtestrom beschleunigt und damit auch die
    >Salzanreicherung - das Wasser verdunstet, aber das Salz nicht.
    '
    Natürlich. Trotzdem kann der Effekt bei sanierten (!) Gebäuden (z.B. neue vertikale Isolierung) genutzt werden (ich habe schon erfahren, dass Kunden dann später, nach der Trocknung z.B. außen isolieren und dann auch die Heizleisten mit geringerer Vorlauftemperatur betrieben werden können). Die spezielle Herausforderung der Trockenlegung wird allerdings auch in einem anderen Forumskapitel behandelt und soweit ich herausgelesen habe, betrifft sie den Fragesteller nicht.
    '
    Sie schreiben über den Coanda-Effent.
    Es geht nicht um die ohnehin klare Aufwärtsbewegung der wärmeren, nicht so dichten Luft, sondern um das mögliche Anlegen der Luft in die waagrechte (bzw. je nachdem teilweise oder hauptsächliche Richtungskorrektur)kurz nach dem Austritt aus dem oberen Luftaustritt.
    Dazu auch folgender Link zur besseren Verdeutlichung: http://www.flugtheorie.de/19COANDA.HTM
    Die Abbildungen der Firma Variotherm sind vereinfacht dargestellt und sind für das leichtere Verständnis der Wirkungsweise erstellt worden.
    '
    Sie schreiben:
    >> Die Bauart der Heizleisten ist so konstruiert, das sie bei richtiger Dimensionierung
    >> eben "nur" den "Wärmeschleier" erzeugt.
    >Eine Wärmeschleieranlage wird z.B. bei offenen Türen (z.B.
    >Kaufhäusern) eingesetzt. Dazu wird durch Gebläse eine Walze
    >erzwungen, wo warme (innen) und kühle (außen) Luftströmung
    >tatsächlich dicht aneinander liegen - aber wie gesagt, dazu
    >sind leistungsstarke Gebläse erforderlich, die nun bei
    >Heizleisten gerade nicht vorhanden sind.
    Die Heizleisten ohne Gebläse (es gibt auch z.B. Bodenkanalheizungen, auch mit Gebläse; wird auch bei Quell-Luftanlagen etc. verwendet) arbeiten mit der natürlichen Konvektion. Diese reicht für den beschriebenen Effekt.
    Der Effekt wurde schon mehrmals gemessen und Infrarotbilder dazu können im von mir zuvor geschriebenen Link angesehen werden: http://www.variotherm.at/03_produkte/033_hl/00_fs_33.htm
    '
    Sie schreiben:
    >> Durch die hinaufströmende warme Luft und die wärmebeinhaltende Eigenschaft
    >> (siehe oben Wärmeeindringungskoeffizient und "schwarzer" [oder realgrauer ...]
    >> Strahler) des Holzes kann dieser Energieabfluß vermieden werden.
    >Da warme Luft strahlungsmäßig völlig unbeteiligt ist, kommt es
    >nur auf die Wandtemperatur an. Bei allen Heizungsarten hat die
    >Wandtemperatur (wenn die Wand ausreichend gedämmt ist) nur
    >einen geringen Unterschied zur Lufttemperatur im Raum (ca. 1
    >K - 2 K). Bei umlaufenden Heizleisten und Wandheizung wird es
    >leicht über, bei anderen Heizungen leicht unterhalb liegen -
    >aber die Differenzen sind praktisch unmerklich.
    Der Wärmeeindringkoeffizient betrifft nicht das Heizungssystem sondern - in diesem Fall - die Wandoberfläche. Der Kunde fragt nach dem Zusammenspiel von Holzoberflächen und Heizleisten. Holzoberflächen verhalten sich sehr wohl anders als verputzte Flächen, und dies beschreibt auch der Wärmeeindringkoeffizient.
    '
    Sie schreiben:
    >> Beide Häuser lassen sich selbst bei längerer Abkühlung (z.B. wegen Abschalten
    >> der Heizung während tageweiser Abwesenheit) durch die Heizleisten binnen
    >> kurzer Zeit angenehm beheizen.
    >Das trifft für jede Heizung zu, wenn die Oberfläche einen
    >geringen Wärmeeindringkoffizienten (b-Wert, z.B. Holz) hat, da
    >sich die Wandoberflächen relativ schnell erwärmen und ist kein
    >besonderes Kennzeichen der Heizleisten.
    Nunja, das andere Haus ist wie geschrieben ein Altbau mit verputzer Innenoberfläche (Wochenendweise genutzt). Mit Einzelöfen oder punktuell installierten Heizkörpern unter den Fenstern konnten wir das Gebäude nie so schnell behaglich beheizen. Natürlich kann man mit Heizkörpern auch die Raumluft auf 20°C bekommen. So ein Haus haben meine Schwiegereltern, die vis a vis wohnen und ich kann sagen, dass sich sehr wohl große Unterschiede zwischen der 1. Bauart des Hauses und der 2. Heizsystemauswahl ergeben. Dort lehen wir uns im Winter nämlich nie gerne mal an die (isolierte) Wand an. Nicht nur deswegen empfinde ich die Kombination Holz als Baustoff mit Heizleisten als Wärmeabgabesystem als sehr gute Ergänzung der Eigenschaften.
    '
    Sie schreiben:
    >Mit diesen Ausführungen will ich nicht gegen Heizleisten
    >polemisieren, wer gerne welche haben will - warum nicht. Aber
    >jeder sollte übertriebene Werbeaussagen als das betrachten, >was sie sind: Werbeaussagen. Praktisch ist mit jedem richtig!!!
    >dimensionierten Heizsystem ein angenehmes Innenraumklima zu
    >erzeugen.
    '
    Nicht jede Aussage über ein System (welches auch immer) ist eine Werbeaussage. Selbsterfahrung ist eine der wichtigsten Ergänzungen im Leben. Ich habe schon in Heizkörper-Wohnungen, in einem Fußbodenheizungs-Haus, einem Fußbodenheizungs-Büro, einem Wandheizungs- und Wandkühlungsbüro, auf einem Heizleisten-Arbeitsplatz sowie Heizleistenwohnraum gearbeitet bzw. gelebt.
    Außerdem nutzen wir auch vertikale zentralbeheizte Strahlungswände in unserem Haus. Unser Heizsystem ist bivalent, d.h. wir nutzten zur Gas-Zentralheizung auch einen zentral gesetzten holzbefeuerten Herd.
    Die richtige (!) Dimensionierung ist in jedem Fall das Um und Auf. Dennoch ist - im extremsten Fall - der Unterschied zwischen einer (Normaltemperatur-) Heizkörperheizung und einer (Niedertemperatur-) Wandheizung/kühlung sehr groß.
    '
    Aber wie sie schon gesagt haben: Warm kann ein Raum auf viele Arten werden ...
    '
    Sonnige Grüße
    Angelika Fischer
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