Suchefunktion BAU.DE Forum Honorar für Architekten- und Ingenieurleistungen 470: Architekt verrechnet sich bei Kostenschätzung

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Architekt verrechnet sich bei Kostenschätzung 06.06.08
Hallo,
wir haben im Dez 07 eine Kostenschätzung vom Architekten bekommen. Darin enthalten war Summe gesamt Netto u. Summe gesamt Brutto. Summe gesamt Brutto war unser Grundlage für die Finanzierung u. wurde auch von der Bank angefordert. Nun habe ich zufällig rechnerisch festgestellt, dass der Architekt mit 16% USt die Summe gesamt Brutto errechnet hat. Was kann ich jetzt tun? Architekt macht keine Lösungsvorschläge. Uns fehlen nun 9 T€ in der Finanzierung u. einige Posten der Kostenschätzung werden nun auch zusätzlich teuerer.
Das ist doch schon grob fahrlässig - oder nicht?
Gruß
ratlos
Bundesland B-W

  1. Die Kostenschätzung... 07.06.08
    ...ist, wie der Name schon sagt, eine noch sehr ungenaue Kostenermittlung und darf letztendlich um bis zu +/- 20% von den tatsächlichen Kosten abweichen.
    .
    Kostenabweichungen kann man auf verschiedene Weise kompensieren, z. B.:
    - mehr Eigenleistung
    - geringerer Ausbaustandard (billigere Materialien)
    - Umplanung
    - ...
    .
    Name: Christian Wolz   E-Mail-Adresse anzeigen  

  2. Dass teileweise die Kosten teuerer werden z. B. ... 07.06.08
    Dass teileweise die Kosten teuerer werden z. B. aufgrund schwankender Stahlpreise.... kann ich ja verstehen, aber wieso soll ich nun mit Einsparungen u. niedererem Standard fortfahren, nur weil er zu blöd ist seine Excelvorlage anzupassen. Dieser Fehler hat meiner Meinung nichts mit Kostenerhöhungen innerhalb der Kostenschätzung zu tun, die mit 20% noch im Rahmen liegen würden. Oder?
    Wir haben seit Januar 07 - 19% USt u. im Dezember haben wir an keinen anderen Steuersatz mehr zu denken.
    Name: ratlos  

  3. Wenn Ihnen bereits jetzt 9Tsd 07.06.08
    Euro fehlen, dann dürfte das knapp werden. Denn meist kommen noch mehr ungeplante Ausgaben dazu.
    Reserve ist sicherlich ne gute Idee. Unabhängig mal von dem 16/19% Problem.
    Name: kho  

  4. Hallo, mir geht es nicht um das Problem ... 07.06.08
    Hallo,
    mir geht es nicht um das Problem Reserve oder nicht. Mir geht es hier um das Problem ob das ein Haftungsfall für den Architekten ist. Das ist ein Fehler der nicht hätte passieren dürfen.
    Gruß
    ratlos

  5. Es kann Ihnen doch wurschtegal sein... 07.06.08
    ... ob nu 16/19/48 % Moms drin sind oder nicht. Für Sie als Endkunden steht da eine Summe von 230.000 Euro als Kostenschätzung. So und von dieser Endsumme kann er, wie oben schon gesagt, abweichen. Also, warum soll er haften? Andersherum: er kann sich ja auch irgendwoanders vertan haben, zu Ihren Gunsten. Geben Sie Ihm dann das Geld? Und welcher Nachteil entsteht Ihnen? Das Sie, wenns teurer geworden wäre nicht gebaut hätten???
    Name: Rüdiger und Monika Berg   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.berg-schwedenhaus.de

  6. zu Ihren Fragen: 07.06.08
    1. "Was kann ich jetzt tun?"
    - sich freuen, dass es nur 3% sind und brav die Rechnungen bezahlen.
    x
    2. "Das ist doch schon grob fahrlässig - oder nicht?"
    - Nein, ist es nicht.
    x
    3. "...Kostenschätzung zu tun, die mit 20% noch im Rahmen liegen würden. Oder?"
    - geringer Standard oder sonst was, wen interessiert´s, entweder Du hast die Asche oder nicht. Das sind sowieso Kosten.
    x
    4. "Mir geht es hier um das Problem ob das ein Haftungsfall für den Architekten ist."
    - Nein, ist es nicht. Es ist Dein Problem, ganz für Dich alleine.
    Gruß
    Name: Herr Ber-180-Sob  

  7. Nix tun, 08.06.08
    sondern
    a) froh sein, so 'billig' zu merken, daß der Archi wohl manchmal etwas nachlässig ist (und ziemlich dämlich war, seinen Kunden mit so etwas zu verärgern)
    b)" ...enthalten war Summe gesamt Netto u. Summe gesamt Brutto." Soll Leute geben, die es grob fahrlässig finden, das nicht nachzurechnen...
    Den Ärger über den Archi vergessen und dankeschön sagen, falls er es schafft, einigermaßen im geplanten Kostenrahmen zu bleiben (nur den Bruttobetrag der Kostenschätzung für die Finanzierung zu planen ist nämlich auch etwas fahrlässig).
    Laiengruß
    VL
    Name: P#V Leue  

  8. ein bißchen muß.... 08.06.08
    .
    ...man auch selber mit aufpassen!!!
    .
    Zwar sind die 3 % Unterschied natürlich ein Fehler (logisch), aber wem passiert nicht mal ein Lapsus???? Und gerade beim Bauen, wo zig Gewerke, zig Fachleute und Nichtfachleute zusammenarbeiten kann so etwas schon mal passieren. Sollte natürlich nicht.
    .
    Nun hatten Sie ja die Kostenschätzung vorliegen. Und so was liest ma sich natürlich auch mal durch. Ihnen ist's ja auch nicht gleich aufgefallen. Also: so what?!
    .
    Mir scheint hier dem Kollegen sollen mal eben 9 Teuro abgezogen werden, weil er hier einen Fehler gemacht hat. Das wird aber nicht hinhauen! Sorry.
    .
    Gruß
    .
    Thomas Bock
    Name: Thomas Bock   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.architekt-bock.de

  9. Aus dem Fehler lernen .... 09.06.08
    ... und nächstesmal einen Fachmann nehmen, welcher auch für seine Fehler haftet: Einen Bauträger.
    Name: Herr Baumann  

  10. Guter Witz.... 10.06.08
    Klar - wenn ein Bauträger sich verkalkuliert hat, ist er Sozialamt und schenkt seinem Vertragspartner das Geld.
    Und die Kinder bringt der Klapperstorch - oder wie
    ***********
    HIER hat der Bauherr die Wahl, ob er die fehlende Summe irgendwo einsparen oder nachfinanzieren will.
    Beim Bauträger bekommt er irgendwo eine Reduzierung, ohne das er davon erfährt oder Einfluß darauf hätte.
    +++++++++++
    Was ist wohl besser???
    MfG
    Name: Ralf Dühlmeyer   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.duehlmeyer-architektur-planung.de

  11. interessant ist, ... 10.06.08
    Moin,
    .
    dass hier unisono erklärt wird, dass der Rechenkünstler KEINEN Fehler gemacht hat, weil, dass kann ja mal passieren. 9.000 Euro sind für mich ne Stange Geld und dann mit einem geringeren Standard oder einem höheren Eigenleistungsanteil zu kommen finde ich gelinde gesagt schon unverschämt.
    Am meisten ärgert mich aber, dass derselbe Rechenkünstler dem Handwerker, der sich irgendwo mal vertan hat, erklären wird, dass er sich gefälligst an sein Angebot zu halten hätte und ihm dann noch u. U. vorwirft, weshalb er keine Nachtragsangebote oder sonstwas erstellt hätte.
    Und so ganz nebenbei erhöht sich ja die Entgeltung für den Rechenkünstler selber auch, denn die wird gem. HOAI doch prozentual von der tatsächlichen Bausumme berechnet, oder nicht mehr?
    .
    si
    Name: Stefan Ibold   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.planungsgruppe-dach.de

  12. Schätzung <> Angebot 10.06.08
    Hallo Herr Ibold,
    ich denke das Problem ist, dass eine Kostenschätzung und ein Angebot grundsätzlich verschiedene Dinge sind.
    .
    Bei einer Schätzung müsste jedem klar sein, dass die realen Zahlen abweichen können...
    .
    Wenn Sie Ihr Auto in die Werkstatt bringen und dem Meister sagen "was sind denn die geschätzten Kosten", dann akzeptieren Sie doch auch, wenn es etwas teurer wird oder ?
    .
    S.
    Name: Sven Tejcka   E-Mail-Adresse anzeigen  

  13. grundsätzlich 10.06.08
    Moin,
    .
    stelle ich fest, dass der Rechenkünstler sich deutlich nach der Erhöhung der MWST ( zeitlich betrachtet) bei eben dieser "vertan" haben will.
    Und weiter stelle ich leider fest, dass sich diverse "Fehler" bei Kostenschätzungen und den nachfolgenden "Näherungen" durchlaufend einschleichen und seltenst ein Bauvorhaben zu den ursprünglich ermittelten Preisen fertiggestellt wird. Warum - so frage ich mich - gehen die Künstler immer so knapp an die Sache ran?
    Der Einwand weiter oben, dass BT oder BÜ da die bessere Variante wäre, ist in Volkes Mund nicht von der Hand zu weisen. Insofern stellen sich die Archis oft selber nachhaltig ein Bein.
    .
    si
    Name: Stefan Ibold   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.planungsgruppe-dach.de

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