Injektionsverfahren/feutchte Kellerwand22.02.07
Wir renovieren derzeit ein älteres Haus. Die Kellermauern sowie ein Großteil des Erdgeschosses sind ca. 100 Jahre alt. Der Keller ist v.a. aus Sandstein gebaut, darüber Ziegel und Holzständer.
Nun ist die eine Kellerwand (sowie ca. 1,5 m der daran angrenzenden Kellerwände)sichtbar und fühlbar feucht, schwankend zwischen 1m und 1,50 Höhe, Salzkrusten sind erkennbar. Die Feuchtigkeit hat im EG zur Schimmelbildung geführt. Wir haben zunächst einmal sämtliche Abwasser und Wasserleitungen ausgetauscht, da diese mehr oder weniger getröpfelt haben und im Keller eine Art Sauna entstehen ließen. Ebenso ausgetauscht haben wir einen Teil der Holzdecke, da sie durch das (wohl jahrelange) feuchte Klima völlig vermodert war.
Nun, wir heizen seit ca. drei Monaten das EG und OG, will die Kellerwand bei allen bisher getroffenen Maßnahmen nicht trocken werden. Die "sichtbare" und "fühlbare" Feuchtigkeit der Kellerwand stieg im Januar an, nun nimmt sie wieder ab.
Wir haben daher drei Firmen für Trockenlegungsmaßnahmen kommen lassen. Alle haben mit ihren Messgeräten (ohne Bohrung) einen hohen Feuchtgehalt gemessen, alle drei gehen davon aus, dass die Feuchtigkeit von Außen kommt.
Da jedoch an der Außenseite unseres Hauses der Nachbar seine asphaltierte Hofeinfahrt hat und die Sympathie nicht gerade überspringt, ist es für uns fast unmöglich, von Außen aufzubuddeln und hier eine Sperre einzulegen. Zumal die Sperre dann sicherlich auch an den anderen Hausseiten angebracht werden sollte und wir auf einer Seite direkt an der Straße (bzw. Gehweg) sitzen.
Die Firmen haben uns daher zum Bohrlochinjektionsverfahren geraten, der eine mit Harz, der andere Acryrl und der Dritte hat etwas von Schleierinjektion erzählt. Kosten zwischen 4500-8500 Euro.
Natürlich verdienen alle ihr Geld damit.
Der feuchte Keller ist für uns ansich nicht das Problem, weil wir ihn ohnenhin nur zum Lagern von Wein und Kartoffeln brauchen. Wir wollen jedoch das Haus von Außen dämmen und befürchten, dass uns das Dämmmaterial in Kürze schimmelt. Außerdem befürchten wir, dass sich auch im EG wieder Schimmel bilden könnte. Ungeschickterweise soll ausgerechnet an dieser "gefährdeten" Wand unsere Küchenzeile angebracht werden.
Meine Fragen daher:
1. Wo bekomme ich eine neutrale Beratung für unser Problem? Auch zum Thema Schimmelbekämpfung.
2. Hat denn jemand schon gute Erfahrungen mit dem Bohrlochinjektionsverfahren gemacht? Im Internet lese ich nur Schlechtes oder die Werbung der Firmen.
3. Altenrativlösungen bekannt?
Besten Dank für ein paar Erfahrungsberichte und Hinweise.
...22.02.07
Hallo
Das meiste hast du dir doch selbst beantwortet!
Du hast drei Abdichtungsfirmen kommen lassen, womit verdienen die ihr Geld und was werden sie anbieten?
Woher bekommst du eine Beratung die Unabhängig ist?
Richtig, von einem unabhängigen Sachverständigen der keine Produkte verkauft !!!
Zu deinem Problem:
Das Haus ist sehr alt, den Feuchteeintrag hatte es schon immer.
Sicher wäre es sinnvoll zu ermitteln warum jetzt mehr Feuchte vorhanden ist als früher. Wäre es nämlich schon immer so "nass" gewesen wäre das Haus keine 100 Jahre alt.
Da du den Keller nicht groß nutzen willst gibt es auch andere Möglichkeiten für die Abtrocknung. Diese Injektionen vor allem im Sandstein eventuell mit Hohlräumen ......... würde ich nicht machen.
Gruß Michael
Name: Michael LehmannE-Mail-Adresse anzeigenhttp://www.nlbauservice.de
...aber die Außendämmung22.02.07
Sicher, wir können mit der feuchten Kellerwand leben. Es gibt jedoch zwei Probleme:
1. Es ist in unserem Haus auch Holz verbaut, das, wenn das Wasser ansteigt, auch feucht wird.
2. Wir wollen einen Vollwärmeschutz anlegen und ich befürchte, dass unser Haus danach richtig gut schimmelt.
Fazit: ein bisschen trockener muss es schon noch werden bzw. Feuchtigkeit sollte nicht wieder auf Kellerdeckenhöhe kriechen.
3. Wie können wir die Wand trocknen? Ein Gipser hat uns einen Gasheizer in den Keller gestellt. Die Wand war nach einem Tag heizen oberflächlich knackig trocken und eine Woche später so nass wie nie zuvor. Lag es nun am Wetter oder an dieser "Trocknungsmethode"?
Wo finde ich einen unabhängigen Sachverständigen im Raum zwischen Freiburg und Karlsruhe. Einen Architekten??? Wir hatten vor dem Hauskauf eine Architektin da. Sie hat die hauptsächlichen Schäden und Probleme des Hauses gar nicht angesprochen, dafür gedanklich sämtlich Wände versetzt. Wie finde ich also als blutiger Laie einen kompetenten und unabhängigen Sachverständigen?
Name: Baufrau
Feuchtigkeit22.02.07
Hallo
Natürlich muss die Feuchtigkeit raus oder mindestens so weit reduziert werden, dass keine Schäden entstehen.
Die anderen Sanierungsmaßnahmen wie die Isolierung müssen warten.
Entscheidend ist jedoch wie du die Feuchtigkeit in den Griff bekommst. Habe schon geschrieben, dass ich von diesen Injektionen für viel Geld nichts halte.
Oftmal reicht eine vernünftige Sanierung des Kellers (alter Putz/Farben runter) und eine sinnvolle Be-und Entlüftung (keine Dauerlüftung) aus. Das Haus steht ja schon ewig und das auch ohne Chemie.
Zu der Trocknung durch deinen Bekannten:
1. Vermutlich war es ein Propangasbrenner, der macht zwar warm setzt aber auch jede Menge Wasserdampf frei, die Luftfeuchtigkeit wird weiter erhöht.
2. Die Wände sind jetzt ja richtig nass, vermutlich durch falche Benutzung (Jahrelang), sie brauchen Wochen um wieder auf ein "normales" Niveau zu kommen, eine Woche bringt da gar nichts.
(Hier hilft auch keine Chemie)
Gruß Michael
Name: Michael LehmannE-Mail-Adresse anzeigenhttp://www.nlbauservice.de