Suchefunktion BAU.DE Forum Keller 2268: Injektionsverfahren/feutchte Kellerwand

Keller

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Raumtrockner gegen feuchte Keller

Injektionsverfahren/feutchte Kellerwand 22.02.07
Wir renovieren derzeit ein älteres Haus. Die Kellermauern sowie ein Großteil des Erdgeschosses sind ca. 100 Jahre alt. Der Keller ist v.a. aus Sandstein gebaut, darüber Ziegel und Holzständer.
Nun ist die eine Kellerwand (sowie ca. 1,5 m der daran angrenzenden Kellerwände)sichtbar und fühlbar feucht, schwankend zwischen 1m und 1,50 Höhe, Salzkrusten sind erkennbar. Die Feuchtigkeit hat im EG zur Schimmelbildung geführt. Wir haben zunächst einmal sämtliche Abwasser und Wasserleitungen ausgetauscht, da diese mehr oder weniger getröpfelt haben und im Keller eine Art Sauna entstehen ließen. Ebenso ausgetauscht haben wir einen Teil der Holzdecke, da sie durch das (wohl jahrelange) feuchte Klima völlig vermodert war.
Nun, wir heizen seit ca. drei Monaten das EG und OG, will die Kellerwand bei allen bisher getroffenen Maßnahmen nicht trocken werden. Die "sichtbare" und "fühlbare" Feuchtigkeit der Kellerwand stieg im Januar an, nun nimmt sie wieder ab.
Wir haben daher drei Firmen für Trockenlegungsmaßnahmen kommen lassen. Alle haben mit ihren Messgeräten (ohne Bohrung) einen hohen Feuchtgehalt gemessen, alle drei gehen davon aus, dass die Feuchtigkeit von Außen kommt.
Da jedoch an der Außenseite unseres Hauses der Nachbar seine asphaltierte Hofeinfahrt hat und die Sympathie nicht gerade überspringt, ist es für uns fast unmöglich, von Außen aufzubuddeln und hier eine Sperre einzulegen. Zumal die Sperre dann sicherlich auch an den anderen Hausseiten angebracht werden sollte und wir auf einer Seite direkt an der Straße (bzw. Gehweg) sitzen.
Die Firmen haben uns daher zum Bohrlochinjektionsverfahren geraten, der eine mit Harz, der andere Acryrl und der Dritte hat etwas von Schleierinjektion erzählt. Kosten zwischen 4500-8500 Euro.
Natürlich verdienen alle ihr Geld damit.
Der feuchte Keller ist für uns ansich nicht das Problem, weil wir ihn ohnenhin nur zum Lagern von Wein und Kartoffeln brauchen. Wir wollen jedoch das Haus von Außen dämmen und befürchten, dass uns das Dämmmaterial in Kürze schimmelt. Außerdem befürchten wir, dass sich auch im EG wieder Schimmel bilden könnte. Ungeschickterweise soll ausgerechnet an dieser "gefährdeten" Wand unsere Küchenzeile angebracht werden.
Meine Fragen daher:
1. Wo bekomme ich eine neutrale Beratung für unser Problem? Auch zum Thema Schimmelbekämpfung.
2. Hat denn jemand schon gute Erfahrungen mit dem Bohrlochinjektionsverfahren gemacht? Im Internet lese ich nur Schlechtes oder die Werbung der Firmen.
3. Altenrativlösungen bekannt?
Besten Dank für ein paar Erfahrungsberichte und Hinweise.

  1. ... 22.02.07
    Hallo
    Das meiste hast du dir doch selbst beantwortet!
    Du hast drei Abdichtungsfirmen kommen lassen, womit verdienen die ihr Geld und was werden sie anbieten?
    Woher bekommst du eine Beratung die Unabhängig ist?
    Richtig, von einem unabhängigen Sachverständigen der keine Produkte verkauft !!!
    Zu deinem Problem:
    Das Haus ist sehr alt, den Feuchteeintrag hatte es schon immer.
    Sicher wäre es sinnvoll zu ermitteln warum jetzt mehr Feuchte vorhanden ist als früher. Wäre es nämlich schon immer so "nass" gewesen wäre das Haus keine 100 Jahre alt.
    Da du den Keller nicht groß nutzen willst gibt es auch andere Möglichkeiten für die Abtrocknung. Diese Injektionen vor allem im Sandstein eventuell mit Hohlräumen ......... würde ich nicht machen.
    Gruß Michael
    Name: Michael Lehmann   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.nlbauservice.de

  2. ...aber die Außendämmung 22.02.07
    Sicher, wir können mit der feuchten Kellerwand leben. Es gibt jedoch zwei Probleme:
    1. Es ist in unserem Haus auch Holz verbaut, das, wenn das Wasser ansteigt, auch feucht wird.
    2. Wir wollen einen Vollwärmeschutz anlegen und ich befürchte, dass unser Haus danach richtig gut schimmelt.
    Fazit: ein bisschen trockener muss es schon noch werden bzw. Feuchtigkeit sollte nicht wieder auf Kellerdeckenhöhe kriechen.
    3. Wie können wir die Wand trocknen? Ein Gipser hat uns einen Gasheizer in den Keller gestellt. Die Wand war nach einem Tag heizen oberflächlich knackig trocken und eine Woche später so nass wie nie zuvor. Lag es nun am Wetter oder an dieser "Trocknungsmethode"?
    Wo finde ich einen unabhängigen Sachverständigen im Raum zwischen Freiburg und Karlsruhe. Einen Architekten??? Wir hatten vor dem Hauskauf eine Architektin da. Sie hat die hauptsächlichen Schäden und Probleme des Hauses gar nicht angesprochen, dafür gedanklich sämtlich Wände versetzt. Wie finde ich also als blutiger Laie einen kompetenten und unabhängigen Sachverständigen?
    Name: Baufrau  

  3. Feuchtigkeit 22.02.07
    Hallo
    Natürlich muss die Feuchtigkeit raus oder mindestens so weit reduziert werden, dass keine Schäden entstehen.
    Die anderen Sanierungsmaßnahmen wie die Isolierung müssen warten.
    Entscheidend ist jedoch wie du die Feuchtigkeit in den Griff bekommst. Habe schon geschrieben, dass ich von diesen Injektionen für viel Geld nichts halte.
    Oftmal reicht eine vernünftige Sanierung des Kellers (alter Putz/Farben runter) und eine sinnvolle Be-und Entlüftung (keine Dauerlüftung) aus. Das Haus steht ja schon ewig und das auch ohne Chemie.
    Zu der Trocknung durch deinen Bekannten:
    1. Vermutlich war es ein Propangasbrenner, der macht zwar warm setzt aber auch jede Menge Wasserdampf frei, die Luftfeuchtigkeit wird weiter erhöht.
    2. Die Wände sind jetzt ja richtig nass, vermutlich durch falche Benutzung (Jahrelang), sie brauchen Wochen um wieder auf ein "normales" Niveau zu kommen, eine Woche bringt da gar nichts.
    (Hier hilft auch keine Chemie)
    Gruß Michael
    Name: Michael Lehmann   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.nlbauservice.de

  4. Das wichtigste geht dabei fast unter. Woher kommt die Feuchte? 22.02.07
    Abdichtungsarbeiten im Keller
    Wenn Keller feucht sind ist es mit dem angenehmen und gesunden Wohnklima vorbei.
    Der Modergeruch verbreitet sich im Haus, die Wände und der Boden fangen an zu schimmeln, das Werkzeug und andere Materialien aus Eisen fangen an zu rosten.
    Die Wärmedämmung nimmt mit zunehmender Feuchte sehr schnell ab.
    Weil nun dies alles dazu beiträgt, dass die Schimmelpilze vermehrt wachsen, wird sicherlich auch noch falsch gelüftet, d.h. in der Regel zu lange. Dies deswegen, weil eben dieser Modergeruch aus dem Keller entfernt werden soll. Auch das hat jedoch verhängnisvolle Folgen.
    Die Nutzung ist somit sehr stark eingeschränkt.
    An den Wänden zeigen sich Feuchteschäden und Ausblühungen. Es kommt zu Farbabplatzungen an den Oberflächen und zum Teil werden auch die Putze geschädigt. Das Wasser läuft die Wände entlang, der Belag auf dem Boden fängt an zu faulen.
    Dies bedeutet jedoch auch gleichzeitig eine Verschlechterung der Wärmedämmung. Häufig wirken beim Auftreten solcher Feuchtigkeitsschäden auch verschiedene Ursachen zusammen.
    Wie vermeidet man solche Schäden und Durchfeuchtungen?
    Es müsse einige Punkte beachtet werden. Die Außenwände müssen beim Neubau gegen das Eindringen von Feuchtigkeit von außen her geschützt sein, in der Regel geschieht dies durch Abdichtungen die in der Norm 18195 und 18336 erwähnt werden. Darüber hinaus gibt es eine Reihe Merkblätter und Regelwerke von Firmen die spezielle Produkte und Lösungen dafür anbieten.
    Beim Altbau ist jedoch auch aus Kostengründen eine Abdichtung von innen möglich und in der Regel einer Außenabdichtung aus Kostengründen vorzuziehen. Überwiegend ist es sowieso nur Kondenswasser, das die Oberflächen schädigt.
    Die Kellerwände kühlen bei Feuchteschäden stärker aus, außerdem ist darauf zu achten, dass an der Außenseite eine Wärmedämmung in ausreichender Form notwendig ist. Bei Hanglagen ist das Wasser durch Drainagen abzuführen. Auch hierfür gibt es für den Neubau Normen z.B. DIN 4108 u. 4095 sowie 18308.
    Im Altbaukeller ist auch die Überlegung wichtig, dass nichts zu faulen anfängt.
    Wenn ein Holzboden vorhanden ist oder Holz bzw. Kartons gelagert sind (Regale etc.) kommt es sehr oft durch diese hohe Feuchte zu Fäulnisschäden und auch zur Bildung von Hausschwamm. An den Oberflächen der Wände lagern sich z. B. bauschädliche Salze an und nehmen ebenfalls vermehrt Wasser auf.
    Fast jeder kennt die Effekte von Schwitzwasser.
    Im Sommer beschlagen bei Gewitter oder sehr starken Regenfällen die Autoscheiben, beim Betreten eines Lokales be-schlägt die Brille, oder eine Flasche beschlägt, wenn Sie aus dem Kühlschrank genommen wird. Alles Erscheinungen, die jeder kennt.
    Dem Entstehen von Tauwasser und Schimmelpilzen auf der inneren Oberfläche von Außenwänden liegt ein einfacher physikalischer Vorgang zu Grunde. Warme Raumluft kühlt an kälteren Wandoberflächen soweit ab, dass der in der Raumluft enthaltene Wasserdampf auf der Wand zu Wasser kondensiert. Dieses jedoch saugt die Oberfläche der Wand sofort auf und dadurch lässt man sich täuschen, man sieht nichts. Deswegen sollten insbesondere im Frühling und Sommer die Kellerfenster möglichst geschlossen bleiben.
    Die Mauern bekommen eine "gute" Wärmeleitfähigkeit.
    Dies kann jedoch durch eine innenliegende Abdichtung und eine innenliegende Wärmedämmung behoben werden. Dadurch wird auch das teure Aufgraben von außen nicht mehr notwendig.
    Die inneren Wandoberflächen dürfen nicht soweit abkühlen, dass es bei normaler relativer Luftfeuchtigkeit von ca. 60 - 70 % zu Schwitzwasserbildung kommt.
    Wenn die Wandoberflächen und der Boden den Anforderungen an die Wärmedämmung entsprechen, verändert sich dies jedoch sehr oft im Bereich der Kellerdecken die schlecht gedämmt sind. Es kommt im Bereich des Deckenauflagers von neuem zu Kondenswasserschäden.
    Innenliegende "falsche" Wärmedämmungen
    Eine nicht unerhebliche Fehlerquelle ist es wenn Möbel, Schränke, Regale an der Außenwand stehen und somit eine Erwärmung der Wandoberflächen verhindern. Es wirkt genauso wie eine innenliegende Dämmung.
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    Heizen und Lüften
    Des weiteren ist darauf zu achten, dass bei Kellerräumen die höherwertig genutzt werden die dementsprechende Beheizung und Lüftungsmöglichkeit geschaffen werden muss. Ein Heizkörper im Keller ist meistens nicht ausreichend, erst recht nicht, wenn Möbel die Außenwände verstellen!
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    Messen der Feuchtigkeit
    Woher weiß man nun, welche Feuchtebelastungen in den Räumen sind. Die einfachste Art ist die Messung mit einem Hygrometer. Hier sollte nicht gespart werden, sondern durchaus Geräte verwendet werden, die justiert werden können. Diese Geräte sind im Handel schon ab ca. 30€ zu erhalten. In Verbindung mit einem guten Thermometer können wir nun ein behagliches und gut funktionsfähiges Raumklima durch Lüften bzw. Heizen herstellen.
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    Die Ursache muss gefunden und beseitigt werden.
    Feuchte und nasse Baustoffe haben wie vor schon erwähnt eine wesentlich schlechtere Wärmedämmung als trockene, deswegen ist vorab genau zu ermitteln, woher die Feuchte kommt. Wie vor beschrieben kann es sich um Kondenswasser, oder um Wasser von außen handeln. Am Schadensbild ist das jedoch nicht so leicht zu erkennen!
    Nur wenn es sich um eine undichte Fuge handelt wird das Wasser irgendwann eindringen und als Wasserlacke am Boden sichtbar sein. Diese Undichtigkeiten kann man mit sehr dünnflüssigen Kunststoffen auf Epoxyd oder Polyurethanharzbasis auch von innen abdichten oder verpressen. Dies ist ein spezielles Verfahren was von Fachfirmen durchgeführt werden kann.
    Eine Innenabdichtung mit dem I-Bau - Saniersystem ©, (= im November 1998 beim Patentamt unter Nr.: 295 21 952.1 als Gebrauchsmuster eingetragen) d.h. Aufbringen einer dichten Noppenbahn an der Innenseite und dem anschließenden Verputzen mit Sanierputz bringt eine wesentliche Reduzierung der Feuchtebelastung im Keller. Ein Großteil der Feuchteabgabe erfolgt normalerweise durch die Außenwand sowie die angrenzenden Zwischenwände.
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    In vielen Fällen, insbesondere bei Gebäuden aus Beton, ist somit ein Luftentfeuchter eine sinnvolle und ausreichende Maßnahme um die Luftfeuchte zu reduzieren. Diese Geräte (kosten je nach Leistung zwischen 300 bis 800 €) sind in der Lage und "ziehen" aus einem normalen Keller, eines Ein- oder Zweifamilienhauses am Tag ohne weiteres 10 bis30 Liter Wasser. Wie sollen dann wenige Tropfen eventuell eindringendes Wasser noch ein Problem darstellen?
    Da ich zu diesen Themen schon ausführliche Beiträge verfasst habe möchte ich für die weiterführende Literatur auf meine Homepage unter Schriften verweisen.
    Name: Edmund Bromm   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.isarbautenschutz.com

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