@Herr Beck09.02.05
es ist durchaus richtig, dass viele EFH´s insb. im ländlichen Raum in der von Ihnen beschriebenen Weise geplant und erstellt werden. Kenne selbst einige davon und muss H.JDB insofern widersprechen, als das stellenweise durchaus ordentliche und gut durchdachte Entwürfe umgesetzt wurden. Das Gleiche wünsche ich Ihnen für Ihr Haus.
Jedoch kommen (bei den gelungenen EFH´s) mehrere Faktoren zusammen, welche nicht immer gegeben sind:
Ein Bauherr, der zumindest soviel Laienwissen hat, das er mitreden kann.
Ein BU, der bestenfalls sein ehemaliger Schulkamerad ist und selbst guckt, dass er seinen Ruf in der Umgebung nicht kapput machen lässt.
Dito gilt für die meisten Handwerker (ebenfalls aus der Umgebung und optimal im Freundeskreis des Bauherrn)
Das ist jedoch die Ausnahme; hier im Forum können und wollen die Profis nur allgemeingültige Tipps in Anlehnung an die annerkannten Regeln der Baukunst und Technik geben.
Sind wir doch mal ehrlich und schauen uns die Entwürfe im DIG an:
I.d.R. mit einem ARCON-Billig-Ableger für 19,95 € gezeichnet und alle Grundsätze von Architektur und / oder Statik missachtet.
Der beste Hinweis kann dann nur der sein, Rat beim Profi einzuholen, alles andere wäre fahrlässig.
Es dürfte ebenfalls eher ein Glücksfall für Sie sein, wenn der planende BU sich nicht seine Auslagen für die Planung in irgendeiner Form von Ihnen wiederholt.
Ich glaube auch nicht, dass Sie selbst wirklich eine Preistransparenz hatten, im Vergleich mit einer Gewerkeweise erfolgten Ausschreibung mit 5-10 Bietern/Gewerk wie es i.d.R. ein Archi gemacht hätte.
Ich glaube und wünsche Ihnen im Gegensatz zu den Vorrednern, dass Sie keinen 08/15 Entwurf verwircklicht haben oder wenn doch sie damit recht gut leben können. Der Maßstab guter Architektur ist jedoch gerade nicht die "Standardkiste" 9*9 m mit 38° Satteldach und Freisitz mit Betonsäule und vielleicht noch ein Esserkerchen. Gute Architektur für EFH´s ist für meine Begriffe optimal auf die gegebenen Geländestruktur/Bauplatz eingehen, pfiffige Details und hohen Wohnwert entwickeln, einen optischen Hingucker zu erstellen der nicht immer den Örtlichkeiten angepasst sein muss und dennoch nicht negativ auffällt - und bei alldem noch bezahlbar ist.
Gruß
Name: Achim MantelE-Mail-Adresse anzeigen
Nachtrag...09.02.05
weil gerade von H. Stubenrauch ein gutes Posting kam...
Das Wissen und die Erfahrung, die ein Archi i.d. R. sich im Laufe seines Berufslebens angeeignet hat, kann kein Laie sich innerhalb von 1-2 Jahren aneignen, in denen er sich (hoffentlich) um sein EFH Gedanken macht. Meist werden ja bei einer vorgehensweise, wie Sie es praktiziert haben, all jene Fehler beim Bauen gemacht, welche ein Archi hätte vermeiden können. Mal ehrlich...trotz "guter BU" haben sie sich nicht manchmal alleine Gefühlt und sind mit Dingen konfrontiert worden, wo sie einen guten Rat gebraucht hätten. Waren wirklich alle Details an Ihrem Hause durchdacht oder wurde auf den Eingabeplan einfach losgemauert?
Ich kehre Ihre Argumentation um und behaupte das weit mehr als 80% eigentlich einen Archi bräuchten und hinterher schlauer sind...
Gruß
Name: Achim MantelE-Mail-Adresse anzeigen
auch entschuldigend..09.02.05
der subversiven dauerentschuldigung des fragenden hinterherdenkend muß man zugeben, dass es nicht unbedingt ein architekt mit titel und so sein muß. auch bauunternehmer können ganz ordentlich planen. mein onkel war planender maurermeister. seine entwürfe der 60/70 iger jahre waren nicht schlecht - klar!
mies und corbu und eineige andere klassiker waren keine akademischen archis und auch keine ingenieure. anything goes!
rein ergebnisorientiert denkend würde mich viel mehr der entwurf als die subversion hinter dieser frage interessieren. ist das machbar? man weiß ja nicht mal über was man redet?
volksmusik? alleinunterhalter mit begleitautomatik? mundharmonika? mp3-player mit lichtorgel?
Name: Herr BluecherE-Mail-Adresse anzeigen
Jau, der Entwurf muss her!09.02.05
Jetzt bin ich auch neugierig. Vielleicht kann Ihr Unternehmer oder ein Bekannter Ihren Entwurf für Sie ins Internet bringen? Bitte, bitte, immer mehr Menschen wollen mehr wissen! Ich weiß nämlich, dass es manchmal sehr entwurfsbegabte Laien gibt. Also bin ich ohne Vorurteil.
Name: Torsten StodenbergE-Mail-Adresse anzeigenhttp://www.stodenberg-schwedenhaus.de
Frage der Voraussetzungen09.02.05
Hallo,
die Frage Architekt oder BT ist sicherlich nicht mit den hier vorgebrachten Pauschalurteilen zu beantworten. Mit Architekt zu bauen ist keine Garantie für ein gelungenes Haus und eine stress-und problemlose Bauzeit. Gerade hier im Forum gibt es genug Beispiele dafür, dass es auch bei Architektenhäusern übel schief gehen kann und völlig an den Wünschen und vor allem Budgets der BH vorbei geplant wird.
Was doch viele Bauherren schreckt, ist doch die Vorstellung, dass es hoppla mal 25000 Euro teurer geworden ist (erinnere an den Fall, wo die MwSt vergessen wurde). Hier sind es doch einfach die Bauträger, die ihre Kundschaft in Punkto Preisrahmen besser bedienen können. Das dies allzu häufig zu Lasten der Qualität geht und dies dann der Laie nicht überblicken kann, steht auf einem anderen Blatt. Ob es tatsächlich nennenswert teurer ist, mit Architekt zu bauen, glaube nicht unbedingt. Man sollte sich jedoch bewußt sein, dass viele BT mit Entwürfen, die den Standard verlassen, in vielen Fällen überfordert sein werden.
Ob die Diskussion des Grundrisses des Fragestellers hier was bringt, wage ich zu bezweifeln. Offensichtlich ist er sehr zufrieden mit seinem Haus und wird es wohl auch bleiben, wenn es hier einigen Architekten auch nicht gefallen würde.
Gleichwohl würde ich den meisten empfehlen, einen Architekten bei ihren Hausbauwünschen einzuschalten. Zumindest sollte die meisten ein Erstgespräch suchen, damit sie sich bewußt für die eine oder andere Lösung entscheiden können. Externe Hilfe in Gestalt einer unabhängigen Baubetreuung brauchen sowieso die meisten Bauherren.
Gruß
Name: Dirk Trost
Planung einsparen wirklich billiger?09.02.05
@Herr Beck, woher nehmen Sie eigentlich die Gewißheit, das Günstigste zu erhalten. Wenn Ihr ortsanssässiger BU die 10 000 € Mehrkosten als Projektierungskosten hätte haben wollen, und der ortsfremde BU dieselbe Qualität geliefert hätte, wäre das zumindest kostenneutral gewesen. Also muß ihre eigene Überzeugung nicht stimmen und wenn sie stimmen würde, ist sie nicht verallgemeinerungsfähig.
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Aber wenn so etwas in die Welt gesetzt wird, fallen sicher einige potentielle Bauherren darauf rein.
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Sie sollten mal überlegen, wo wären denn Einsparpotentiale (nicht in Geld sondern in Zeit)? Der Bauunternehmer muß sich nicht in die Pläne einarbeiten, weil er sie selbst gemacht hat und eine zweite, weil er die Planung auf seine eigene Technologie zugeschnitten hat.
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Aber dann kommen schon die Fragen. Hat er auch die Statik gemacht? Hat er den EnEV-Nachweis gemacht (bei Ihrer Frage im Forum scheint er dafür nicht kompetent zu sein)? Glauben Sie, daß jemand der Planung und Statik sehr selten macht, weniger Zeit dafür braucht als jemand für den das täglich Brot ist? Wird er sich auch soviel Planungsprogramme (mit deren Zeiteinsparung) zulegen wie ein Planer, der die ständig braucht?
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Braucht ein Bauunternehmer weniger Stundenlohn als ein Planer? Braucht er ohne Planungssoftware weniger Zeit als ein Planer mit Planungssoftware? Wie sieht es mit der Gewährleistung nach der Ablauf der Unternehmergewährleistung aus? Ein Teil der Kosten sind die Kosten für Berufshaftpflichtversicherung und die Kosten der Software.
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Wenn das alles bedacht wird gibt es nur eine Schlußfolgerung: im Einzelfall ist ein Schnäppchen günstiger - in der Regel nicht. Allerdings glaubt fast jeder, das er beim Bauen das große Los gezogen hat. Warum soll aber das große Los günstiger verteilt sein als beim richtigen Lotto? In Wirklichkeit ist das nicht so, sonst gäbe es nicht so viel Ärger.
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Name: Jochen EbelE-Mail-Adresse anzeigenhttp://www.Ing-Buero-Ebel.de/ing.htm