Suchefunktion BAU.DE Forum Bauplanung / Baugenehmigung 2612: provokante Frage: Warum immer Architekt?

Bauplanung / Baugenehmigung

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provokante Frage: Warum immer Architekt? 09.02.05
Möchte jetzt einmal eine sicherlich etwas provokante Frage hier im Forum zur Diskussion stellen:
Wenn man die Antworten zu den Grundriss-Diskussionen hier im Forum liest, lautet zumindest jeder 3.Eintrag sinngemäß "..nochmal mit Architekt durchgehen.." oder ähnlich.
Wenn ich jetzt mal aus meiner eigenen Erfahrung schildern darf - wir haben ohne Architekt gebaut:
Wir haben (wie viele hier im Forum) unser "Traumhaus" auf Papier gebracht; sind damit dann zu unserem am Ort ansässigen Bauunternehmer und haben diesen Entwurf vorgelegt. Der hat dann gesagt, was auch technischer Sicht nicht geht (z.B. Spannweite Decken, Tragwände usw.) oder auf was er aus praktischen Gründen achten würde (übereinanderliegende "Naßräume" wg. besserer Leitungsführung, Größenverhältnisse usw). Gut. Damit sind wir nach Hause marchiert und haben unseren Entwurf entsprechend umgezeichnet. Dies ging 3-4 mal so bis wir es dann so hatten, wie es aussehen sollte. Der Bauunternehmer hat den Eingabeplan gefertigt (wahrscheinlich billiger als jeder Architekt), den Antrag auf Baugenehmigung gefertigt, so dass wir nur noch unterschreiben mussten und ab damit ans Bauamt der Kommune. Für die ganzen Planungssitzungen (wie gesagt 3-4 mal je c. 2-3 Std.) verrechnete er nicht 1 Cent.
Das ist übriges kein Einzelfall; wüsste bei uns im Ort eigentlich in den letzten Jahren nur einen Neubau, den ein Architekt geplant hat. Nicht böse gemeint, aber genau das ist das einzige Haus, das total verschachtelt, unpraktisch und sehr teuer wurde (naja, Architektenbau eben). Ansonsten ist es bei allen Neubauten im Ort so, wie bei uns. Warum soll man also immer einen teuren Architekten einbeziehen, der dem Bauherrn nicht unbedingt mehr Vorteile bringt als ein gestandener Bauunternehmer?
Name: Alexander Beck   E-Mail-Adresse anzeigen  

  1. wenn ich 09.02.05
    einfach gestrickt bin, dann bin auch mit wenig zufrieden. Ich weiß ja schließlich nicht, was alles möglich gewesen wäre.
    -
    Schön, dasse zufrieden bist, aber nu is auch gut.
    Name: Herr JDB   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.super-billig-bau.de

  2. nicht gleich böse sein 09.02.05
    Genau das habe ich befürchtet - bitte nicht gleich eingeschnappt sein; habe ja zugegeben dass es etwas provokant ist.
    Finde es auch icht ganz fair, einfach jemanden persönlich abzuqualifizieren und zu sagen jemand sei "einfach gestrickt". Das Haus besteht nicht nur aus vier Wänden und ein paar Fenstern, sondern hat durchaus auch einige optische "Schmankerl" die über das "einfache" 08/15-rinzip deutlich hinausgehen. Habe leider keine eigene Homepage, so dass ich (wenn ich das technisch hier richtig verstanden habe) auch meine Pläne hier nicht einstellen kann - würde ich gerne machen. Wäre auf die Kommentare durchaus gespannt.
    Name: Alexander Beck   E-Mail-Adresse anzeigen  

  3. Ich pflichte trotzdem JDB bei: 09.02.05
    .
    Für Leute wie Sie, die sich mit Mittelmaß zufrieden geben, ist der Weg, den Sie und ihre Dorfmitbewohner beschritten haben, sicherlich ausreichend und auch OK. Sie sind damit zufrieden und somit ist gegen diese Methode nichts, aber auch gar nichts einzuwenden.
    .
    Es gibt aber auch niveauvollere Zeitgenossen, denen diese Art des Wohnens nicht ausreicht und die auf wahre Wohnqualität Wert legen. Die bauen dann eben mit Architekt.
    .
    mfg, Ortwin
    Name: Ortwin Duddeck  

  4. Und Sie glauben wirklich... 09.02.05
    Werter Fragesteller
    dass Ihr Bauunternehmer ein Sozialamt ist:
    >wahrscheinlich billiger als jeder Architekt, verrechnete er nicht 1 Cent<
    Au weia. Der wusste doch ganz genau, dass Sie keinen anderen Bauunternehmer mehr fragen, alleine aus Angst, dann die dicke Rechnung für den Bauantrag zu kriegen. Kein anderer BU, keine anderen Preise, also in die Vollen.
    Aber wahrscheinlich glauben Sie mir das auch nicht.
    MfG
    Name: Ralf Dühlmeyer   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.duehlmeyer-architektur-planung.de

  5. ...nicht ganz 09.02.05
    @Herr Dühlmeyer
    Ganz so ist es nicht Hr. Dühlmeyer; ich hatte auch noch 2 Angebote (Kostenvoranschläge) für den Rohbau von weiteren regionalen Bauunternehmen. Davon war einer teurer und einer billiger als unser ortsansässiger.
    Wir haben uns dann für den ortsansässigen entschieden, obwohl er knapp 10TEUR teurer war, weil
    a) man seine Arbeitqualität kennt
    b) man auch bei späteren Arbeiten mal schnell bei ihm im Ort was holen kann, wenn ein Sach Zement fehlt,
    c) weil er uns kennt und er sicher bestrebt ist, im Ort keine schlechte Arbeit abzuliefert bzw. uns über den Tisch zu ziehen - wäre nicht ruffördernd für ihn.
    Name: Alexander Beck   E-Mail-Adresse anzeigen  

  6. zur Klarstellung noch schnell 09.02.05
    Was ich noch sagen wollte:
    Ich bestreite sicher nicht, dass es je nach Einzelfall sinnvoll bzw. notwendig ist, einen Architekten hinzuzuziehen.
    Ich bin lediglich der Meinund, dass es für ca. 80 % der Einfamilienhäuser keinen Architekten bräaucht. Bei besonders "ausgefallen" Objekten auf jeden Fall, keine Frage.
    Ich gehe aber davon aus, dass z.B. in diesem Forum sich auf viele "normale" Häuslebauer tummeln und Fragen bzw. Pläne einstellen, für die es die kostenintensive Zusatzkomponente "Architekt" nicht unbedingt bräuchte.
    Name: Alexander Beck   E-Mail-Adresse anzeigen  

  7. Gegenfrage - wie ohne? 09.02.05
    Das frage ich mich immer wieder. (Natürlich) sind wir unter Freunden und Bekannten die einzigen, die einen freien Architekten für die Planung, Ausschreibungen und Bauphase gewählt haben. Bei schwieriger Grundstückssituation (Haus < 7,5 m breit) und ausgeprägten Vorstellungen davon, wie wir leben wollen und was uns gefällt.
    *
    Die Planung erfolgte in Etappen, obwohl uns schon der erste Entwurf überzeugt hatte, es dauerte noch viele Wochen und Überlegungen auf beiden Seiten, bis alles "saß". Unser Architekt hat den B-Plan für uns voll genutzt und sogar einen nutzbaren Spitzboden herausgeholt, hat erkennbar durchdacht geplant, immer auch das Grundstück mit betrachtet...hat Detaillösungen gefunden, die oft mit wenig/ohne Aufpreis einen großen Gewinn an Nutzen und Ästhetik bringen (Beispiel gerundeter Eingangsbereich, sichtbar im Wohnzimmer und von außen am Eingang, sieht wunderschön und einladend aus, kostete 100 € mehr, Beispiel Treppenaufgang zur einläufigen Treppe, steigt mit 1,25 m Breite und schräger Wandkante ein, so daß er großzügig ist, materiell keine Kosten, aber Planerleistung, und das geht, um unseren Architekten zu zitieren "immer so weiter").
    *
    Der Punkt ist, daß unser Architekt das Haus mindestens so gut und schön bauen will wie wir. Und das sieht und merkt man.
    *
    Auf der Gegenseite können wir auch die Kosten steuern und in bereichen, wo es uns egal ist, gute einfache Lösungen wählen. Dabei sind wir immer gut beraten.
    *
    Zur Zeit sind wir am Bauen, und das läuft, vom Architekten koordiniert und begleitet, sehr gut. Er bereitet alles vor, mit genug zeitlichem Vorlauf, und hat den Ablauf straff in der Hand. Ende April kann ich vielleicht im Rücblick sagen, wie's gelaufen ist.
    *
    Meine Frage lautet: Wie ohne? Wer hätte es so optimal planen sollen, wieso hätten wir auf die Kenntnisse und das Können verzichten sollen, wie hätten wir die Kontrolle hinbekommen ohne verhedderte Nerven und vermurkste Details?
    *
    P.S. Wie die normalen Häuser, auch die Traumhäuser mit den besonderen optischen Schmankerln, so aussehen, kann ich überall betrachten. Uns hätte das nicht überzeugt.
    Name: Frau Ind-295-Sim  

  8. Allegorie 09.02.05
    Diskussion ist müßig. In der autosuggestiven Frage steckt bereits die Anwort: "Warum soll man also immer einen teuren Architekten einbeziehen, der dem Bauherrn nicht unbedingt mehr Vorteile bringt als ein gestandener Bauunternehmer?" Er bringt keinen Vorteil, steht doch schon da. Das Teure wird autosuggestiv weiter vertieft als die "kostenintensive Zusatzkomponente Architekt". Also ist auch klar: kostet nur.
    -
    Das ist wie mit dem Mann, der in die Stadt fährt um sich ein paar Ski zu kaufen. Tchibo liegt strategisch günstig am Beginn der Fußgängerzone und das Beste: hat eine Sorte Ski im Angebot. Der Mann schaut sie sich an und denkt für sich: die taugen mir, warum also noch weiterlaufen zum Fachgeschäft? Das bringt mir nichts und - das steht in meinem Inneren sowieso fest - es muss im Fachgeschäft bestimmt teurer sein.
    -
    Rein wirtschaftlich: Wer am Markt vorbei einen 6-stelligen Auftrag bekommt, kann leicht Zugaben machen. Der Möbelverkäufer macht mir auch den Einrichtungsplan umsonst, wenn ich ihm dann seine Möbel abkaufe. Ich werde am Büro ein Schild anbringen: Geiz macht blöd! Hier Fotokopien/Bauordnungen/Baugesetzbücher umsonst, warum zum teuren Copyshop/Buchhandel gehen? Bin sicher, das beflügelt potenzielle Kunden, mir einen Planungsauftrag zu geben.
    Name: Bruno Stubenrauch   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.archiFee.de

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