Suchefunktion BAU.DE Forum Modernisierung / Sanierung / Bauschäden 3381-2: Rissbildung im Mauerwerk durch Leichtmauermörtel LM 21

Modernisierung / Sanierung / Bauschäden

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  1. vielen dank .. 16.08.05
    das: "vollmundigen und teilweise auch selbstherrlichen Werbeaussagen der Industrie"
    würde ich ja nie sagen - nicht über steinhersteller, nicht über mörtelhersteller
    und schon garnicht über fertighaushersteller ;-)
    danke, renate :-)
    +
    ps:
    es geht auch anders, als mit billigstem murks.
    aber da schreiben sich jdb, sepp, ralf und einige anderen die finger
    wund :-( .. nur: was hilft´s?
    renate, such mal (blauer knopf rechts oben) nach "awg" oder
    "beratungsresistent" -
    da wird vielleicht klar, wie/warum bauherrengewollt murks entsteht.
    Name: Markus L. Sollacher   E-Mail-Adresse anzeigen  

  2. Murks sollte ja genau vermieden werden, Herr Sollacher, 17.08.05
    deshalb haben wir ein renommiertes und seriöses Bauunternehmen aus unserer Region ausgesucht. Wir waren sogar bereit, einen relativ hohen Preis für unser Haus zu bezahlen (3.600,-DM/qm - ohne Grund und Boden!) in der Hoffnung dafür Qualität zu erhalten - wir haben zu keinem Zeitpunkt den Preis zu drücken versucht, weil wir davon ausgegangen sind, dass Qualität nunmal ihren Preis hat. +
    In juristsicher Hinsicht könnte dieser Firma vermutlich nicht einmal etwas vorgeworfen werden, denn die sog. Regeln der Technik/DIN-Vorschriften dürften eingehalten worden sein. Dennoch haben wir - und mit uns noch etliche andere - diese Rissproblematik. +
    Leider haben wir dieses Forum erst nach dem Einzug in unser Haus entdecken können (da vorher kein Internet). Wir haben inzwischen viel dazugelernt - leider zu spät. Ich bleibe deshalb bei meinem Vorwurf, dass der kollektive Wärmedämm-Wahn letztlich mitverantwortlich ist, dass die Kombination von porosierten, auf Wärmedämmung getrimmten großformatigen Steinen mit ebensolchem Mörtel (LM 21), bei fehlender Stoßfugenvermörtelung und viel zu hartem Kalk-Zement-Putz beinahe zwangsläufig zu den genannten Rissmängeln führen muss -es sei denn, man versteckt die so entstandene Bruchbude hinter einer dicken Styropor-Putz-Schicht und nennt diesen Unfug auch noch Wärmedämmverbundsystem. +
    Heute wissen wir, dass es sinnvoller ist, die statischen Aufgaben eines Mauerwerks von den Wärmedämm-Aufgaben zu trennen, in dem man z.B. zweischaliges Mauerwerk verwendet - nur kommt diese Erkenntnis für uns und viele andere zu spät. Wir haben eben den den bauphysikalischen Realitäten nur unzureichend Rechnung tragenden - und übrigens bis heute unveränderten!- Werbeaussagen der Steinhersteller Vertrauen geschenkt, weil wir -naiv wir damals waren- davon ausgegangen sind, dass es sich bei diesen Aussagen um empirisch gesicherte Erkenntnis seriöser Unternehmen handelt.
    Es gibt eben nicht allzuviele Bauunternehmer wie z.B. Herr Thalhammer, denen es ein Anliegen ist, in Kenntnis dieser Umstände trotzdem eine gute Arbeit abzuliefern, indem sie mit Kreativität und großem praktischem und theoretischem Können die Schwachstellen der heutigen Baupraxis ausgleichen (siehe z.B.
    Deckenauflager a la Thalhammer).
    Renate

  3. Nachtrag - Für Herrn JDB 18.08.05
    Wenn heutzutage ein Automobilhersteller sich angesichts steigender Kraftstoffpreise entschliessen würde, sein Produkt im Bereich tragender Teile leichter zu machen um dadurch Kraftstoff zu sparen, und sich dann nach einiger Zeit Risse am Fahrzeug bilden würden, dann käme doch wohl niemand auf die Idee, dem Käufer vorzuwerfen, er sei gewissermassen selbst schuld an der Misere, weil er als Käufer nicht über ingenieurwissenschaftliche Kenntnisse verfügt hat und demnach das Produkt ohne Hinzuziehung eines Ingenieurs nicht hätte kaufen dürfen. Richtig ist vielmehr, dass nach derzeit geltender Rechtslage der Automobilhersteller für die von ihm verursachten Mängel haftet (siehe immer wieder stattfindende Rückrufaktionen verschiedener Hersteller)und der Käufer darauf vertrauen kann, ein mängelfreies Produkt zu erwerben.
    +
    Diese Grundsätze gelten in unserer Volkswirtschaft für nahezu jeden Bereich des Wirtschaftens - mit Ausnahme der Bauwirtschaft! Dort wird der Kunde nur allzugern gern als preisdrückender Erpresser hingestellt, der im Mangelfall dann auch zurecht immer selbst schuld ist, wenn er den Werbeaussagen verschiedener Hersteller Vertrauen schenkt.
    +
    Wenn Sie, Herr JDB schreiben, dass "doch wohl jedem klar ist, dass ein Alleskönner bluten muss, wenn er an Rohdichte zwecks Dämmung abnehmen soll", dann frage ich mich ernsthaft, weshalb das den Experten der Baustoffindustrie offenkundig nicht klar ist.
    Weshalb werden dann solche Steine/Baustoffe unter Zuhilfenahme
    beschönigender und zum Teil irreführender Werbeaussagen verkauft? Oder sollte etwa jeder potentielle Bauherr bevor er eine Kaufentscheidung trifft, zuerst ein paar Semester Ingenieurwissenschaften (Fachrichtung Bauwesen und Statik) studiert haben?
    Die Antworten zu diesem Thema waren für mich jedenfalls sehr aufschlussreich.
    Renate

  4. Der Vergleich ist schrottig. 18.08.05
    Vergleiche Automobilindustrie - Baugeweberbe hinken besonders gern.
    -
    Um einen hier gewesenen Goßmeister zu zitieren: "Steht doch da."
    -
    Grundsätzlich wär's ok gewesen !!!
    Höhere Ansprüche an die Planung und Ausführung kamen jedoch leider zu einem Zeitpunkt, an dem der Bauherr die Verantwortung für die Einhaltung des Baurechts bekam. Dumm nur, dass er diese schamlos ausnutzte.
    Name: Herr JDB   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.super-billig-bau.de

  5. Und wieder einmal ist's der verantwortungs- und charakterlose Bauherr... 18.08.05
    Der Vergleich Bauindustrie - Automobilindustrie ließe sich beliebig auf nahezu jeden anderen Bereich unserer Volkswirtschaft erweitern, z.B. die Möbelindustrie oder Elektrogeräteindustrie. Auch dort würde der risseproduzierende Möbel/Elektrogeräte-Unternehmer in die Verantwortung genommen und nicht etwa der Kunde.
    +
    Sie sehen also, Herr JDB - das Problem bleibt. Es bringt uns auch nicht weiter, wenn wir auf die Argumente der Gegenseite nicht eingehen wollen oder es zumindest versuchen. Ich für meinen Teil sehe mich durch diese Diskussion in meiner skeptischen Auffassung mehr als bestätigt.
    +
    Vielleicht gelingt es eines Tages tatsächlich einmal auf juristischem Weg Teile der übermächtigen und teilweise selbstherrlich auftretenden Bauindustrie und deren Vertreter in die Schranken zu weisen bzw. für den "grenzwertigen" Schrott, den sie zum Teil produzieren und für den sie auch noch vollmundig werben, in die Pflicht/Haftung zu nehmen.
    Nach den bisher gemachten Erfahrungen scheint dieser Wunsch allerdings eher illusionär zu sein.
    Ich für meinen Teil möchte die Diskussion deshalb an dieser Stelle beenden und bedanke mich für die rege Teilnahme.
    Renate

  6. zum Vergleich Bau / Auto 18.08.05
    Geben Sie (bzw. Ihr Automobilingenieur) dem Hersteller vor, aus welchen Materialien, in welcher Karrosserieform usw. er das Fahrzeug bauen soll?
    Oder Anders:
    Haben Sie Ihr Haus vor der Übernahme vielen Crashtests und extremsten Wetterbedingungen in der Klimakammer unterzogen?
    Machen Sie mit Ihrem Haus regelmäßig eine Inspektion beim Fachbetrieb?
    Warscheinlich nicht...
    Jedes Haus ist ein Unikat, selbst "gleiche" Fertighäuser sind (z. B. durch unterschiedlichen Baugrund usw.) kaum vergleichbar. Die Entwicklung eines neuen Modells im KFZ-Bereich kostet ein vieltausendfaches des Einzelpreises; wieviel der Baukosten bekommt der Architekt?
    Auch sind die Autobauer u. a. durch Käuferwunsch meißt weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus ausgestattet, Wie sieht es im Baubereich aus? Wer zahlt mehr z. B. für höhere statische Reserven durch aufwendigere Konstruktionen?
    ...
    Sie sehen, der Vergleich hinkt gewaltig, unabhängig davon ist Ihr Ärger aber verständlich...
    Name: Martin Halbinger   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.mh-bau.de
 

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