Suchefunktion BAU.DE Forum Modernisierung / Sanierung / Bauschäden 3412: Salpeter

Modernisierung / Sanierung / Bauschäden

Willkommen bei den Fachleuten für trockene Mauern!
Werbung: Willkommen bei den Fachleuten für trockene Mauern!

Salpeter 15.09.05
Buenas dias,
vorne weg: es handelt sich um ein Haus direkt am Meer, bzw 100 Meter davon weg auf den Kanaren.
Dieses Haus weist an 50% der Wände im Erdgeschoss sowie erstem Stock Salpeter an den unteren Rändern der Wände auf. Das meiste hat sich hinter den Holzleisten "versteckt".
Das Haus hat keinen Keller und keine dicke Bodenplatte, aber eine horizontale Sperre im unteren Mauerwerk.
Die Feuchtigkeit dringt aller Wahrscheinlichkeit über die Terassenplatten von außen ein. Daher würde ich versuchen handbreit eine Fuge zu fräsen rund ums Haus, damit man an das untere Mauerwerk der Außenwand besser rankommt.
Nun die Fragen:
1) Welches Mittel wäre das beste dann auf die Außenwand im unteren Bereich aufzutragen
2) Welches Mittel wäre das beste innen auf die großzügig weggemeisselten Salpeterstellen zu streichen, um einen weiteren Austritt zu verhindern
3) Was kann ich tun um die Feuchtigkeit von unten zu verhindern.
Da das Haus keine Bodenplatte hat, aber von unten mit Vulkansteinen aufgefüllt wurde müsste zwar bestens gewährleistet sein dass die Feuchtigkeit bestens nach unten abweichen kann, dennoch ist großflächig der Boden des Ergeschosses leicht feucht. Die Fliesen hebten sich schon partitiell.
Das Haus wurde vor 30 Jahre gebaut, ist gemauert und hat den typisch kanarischen Spritzputz innen und außen an den Wänden ( sehr "intelligent" vom Bauherrn keine Bodenplatte machen zu lassen sowie diese atmungsdestruktive Bauweise zu wählen )
Wir suchen eine Lösung die einige Jahr hält, da wir in 5 Jahren kernsanieren werden.
Gracias für Ihre Mühen
Name: Don Franco  

  1. Hört sich kompliziert an 15.09.05
    Generell scheint in das Mauerwerk einiges an Feuchtigkeit einzudringen, was wahrscheinlich während der (kurzen?) Regenperioden auf den Kanaren geschieht.
    Wichtig wäre es zu wissen, wie tief die Mauern in den Boden eingebunden sind.
    Grundsätzlich sollte Ihr Ziel auf jeden Fall erst einmal sein, das Wasser vom Haus wegzuhalten. Sie müssten also eine Art Ringdrainage einbauen sowie die Mauern zumindest in den Bereichen an die man herankommen kann mit einer Dickbeschichtung plus Drainmatte (z.B. megadrain) schützen. Diese Konstruktion bietet den grossen Vorteil, dass damit gleichzeitig ein Abfluss des Oberflächenwassers erfolgt.
    Weiterhin sollten Sie den entstandenen Graben mit einem wasserdurchlässigeren Boden verfüllen. Im Bereich der Drainage wäre vielleicht sogar vulkanische Schlacke geeignet, wenn Sie die bekommen können. Ansonsten tut es auch grober Sand, den sie schön verdichten müssen.
    Von Innen können Sie einen Sanierputz aufbringen, um die Struktur des Mauerwerks langfristig zu verbessern.
    An welche Baustoffe können Sie denn lokal herankommen? Ist wahrscheinlich auch eine Frage, der Sie Aufmerksamkeit widmen sollten.
    Generell würde ich an dieser Stelle noch einfügen wollen, dass aufgrund der lokalen Gegebenheiten und Bauweisen Sie sicherlich keinen Standard wie in Deutschland erwarten können, auch nach der Sanierung nicht. Sie können allerdings den jetzigen Zustand um einen guten Teil verbessern.
    Name: Alexander Schroer   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.schroer-bau.de

  2. Wohl war 15.09.05
    Buenas, es wurde richtig erkannt, dass gute bis sehr gute Baustoffe hier nahezu nicht oder nur schwerst zu bekommen ist. Ferner ist unverständlich, dass gerade weil hier nahezu jeder mit Salpeter zu kämpfen hat, sich der Baustil nicht veränderte UND es wirkungsvolle Baustoffe dagegen und dafür gibt.
    Bei der Sanierung der Bäder in den ersten Stockwerken mussten wir die Flüssigstreichdichtung von Ardex einfliegen lassen, da nicht erhältlich. Es gibt zwar das komplette Weberprogramm welches aber stark zu wünschen übrig lässt.
    Für uns wäre wichtig zu wissen, welche Baustoffe, Materialien wir aus Deutschland einfliegen lassen müssen. ein 20-30cm breites "Schacht"/Spalt um das Haus herum wäre realisierbar.
    Die Mauerung ist so zuverstehen, dass der Boden mit Vulkanstein verdichtet wurde und hierauf das Mauerwerk gesetzt wurde, ein ca. 30cm starker, armierter "Balken" wurde unter die Außenmauern gesetzt. Der Boden selbst ist eine dünne Schicht Beton, worauf gefliest wurde, d.h. wenn Sie innerhalb der Räume die Fliesen entfernen, entdecken sie eine dünne Schicht Fliesenkleber und dann 3 cm Beton, darunter das Vulkangestein und das wars !!
    don franco

  3. Wenn jeder mit Salpeter zu kämpfen hat 15.09.05
    dann würde sich ja beinahe eine Generalübernahme aus Deutschland anbieten. Die richtigen Materialien könnte man dann gleich mitbringen...;-)
    Das der Baustil sich nicht geändert hat ist insofern zu erklären, als das in anderen Ländern die Präferenzen nicht so sind wie in Deutschland. Die Ansprüche an ein Haus sind einfach anders, auch die Materialien sind oft nicht verfügbar, gerade auf einer Insel muss man mit dem Leben was dort vorhanden ist. Kosten spielen sicherlich auch eine Rolle - bei 100m vom Meer entfernt zahlt man wohl am Ehesten für die gute Lage.
    Sie müssten eine Mengenabschätzung per Aufmaß machen. Dann können Sie bestellen, am besten ein wenig zuviel.
    Die Drainmatten gibt es meist nur auf grossen Rollen und nur über den Hersteller, da dieser einen eigenen Vertrieb unterhält.
    Ich gebe Ihnen einfach mal die Firmennamen, damit sie die Anfrage direkt an die Hersteller senden können. Lassen Sie sich auch Informationen über die Werkzeuge geben, da Sie den Kram sonst nicht vernünftig verarbeitet bekommen. Besonders Putz und Dickbeschichtung brauchen Aufmerksamkeit bei der Verarbeitung.
    - Colbond für Drainmatten
    - Deitermann für Dickbeschichtung
    - Marmorit für Sanierputzsysteme
    Weiterführende Links:
      - http://www.colbond.com
      - http://www.marmorit.de
      - http://www.deitermann.de
    Name: Alexander Schroer   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.schroer-bau.de

  4. So nebenbei, es ist sicher kein Salpeter, sondern Chlorit! 17.09.05
    Und außerdem sollte es Tauwasser sein, was Sie beachten müssen.
    Durch die hohe Luftfeuchte kommt es zu Kondenswasser im bodennahen Bereich.
    Den Teil Ihrer Beobachtung, dass Wasser die Wände auch über die Anschlüsse erreicht sehe ich auch so. Außen abdichten wie Sie schon vorhaben.
    Daraus abgeleitet, kann die Wand auch wieder trocknen und bekommt eine "schlechtere" Wärmeleitfähigkeit und somit entsteht kein (oder zumindest weniger) Kondenswasser mehr.
    Ansonsten sollte ein Sanierputz für die Reparatur angewendet werden.
    Name: Edmund Bromm   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.isarbautenschutz.com
 

Kennwort

Sollten Sie einen neuen Beitrag erzeugen wollen und noch kein Kennwort haben,
so müssen Sie sich zuerst registrieren lassen.


BAU.DE - Suche - Forum - Inserate - Baulexikon - Gästebuch
© + Impressum + Nutzungsbedingungen