Schimmel: Oberfläche feucht, Mauerwerk trocken, dennoch Gebäudeschaden?20.01.06
Liebe Forumsteilnehmer,
wir haben ein Schimmelproblem in einer vermieteten Wohnung. Die Wohnung befindet sich im Obergeschoß, darüber befindet sich eine Dachgeschoßwohnung. Das Baujahr des Hauses ist 1981 und besteht aus 30 cm starken Hochlochziegel Typ W 800. Von außen ist das Haus verputzt.
Vor 4,5 Jahren wurde wegen Folgeschäden (Schimmel)aufgrund eines Brandes im Dachgeschoß die in der Wohnung vorhandene Innendämmung herausgenommen und ein normaler Innenwandputz angebracht. Gleichzeitig erfolgte eine Sanierung des Bades, der Bodenbeläge und sämtlicher Leitungen.
Im ersten Winter nach dem Einzug vor 4 Jahren berichtete uns die Mieterin über Kondenswasser an den Scheiben aller Fenster. Ein damals anwesender Gutachter, der eine abschließende Schimmelsporenmessung vornahm, wertete dies als positives Zeichen, da dies zeige, daß die Fenster der kälteste Punkt im Raum seien. Bei angemessenem Heizen und Lüften würde sich dies geben, da es sich auch noch um Restfeuchtigkeit der vorangegangenen Sanierung handeln würde.
Jetzt im vierten Winter meldet uns die Mieterin einen Schimmelbefall in der nordwestlichen Außenwandecke im Zimmer ihres Sohnes (24)und dass das nach Westen ausgerichtete Holzfenster (Isolierglas) im Gegensatz zu den anderen Fenstern immer noch starke Kondenswassererscheinungen aufweist.
Wie uns die Mieterin weiter berichtete, trat an der Außenwandecke an einer kleinen Stelle bereits letzten Winter Schimmel auf, den sie erfolgreich mit einem Schimmelspray behandelte. Weil der Befall diesen Winter größere Ausmaße annahm, hat sie uns den Schimmel gemeldet.
Ein uns vom Gesundheitsamt empfohlener Gutachter stellte jetzt fest, dass sich die Feuchtigkeit nicht über die gesamte Außenwandecke erstreckt. Oberflächlich gemessen beginnt die Feuchtigkeit ca 50 cm über dem Fußboden und endet ca 50 cm vor der Decke.
Bohrungen in das Mauerwerk an der Außenwandecke ergaben an zwei verschiedenen Stellen, dass das Mauerwerk an den oberflächlich feuchten Stellen trocken ist.
Ansatzweise wurde von mir bei der Begehung auch im Fensterbereich Schimmel festgestellt.
Der Gutachter schloß wegen des Befalls auf einen Wasser- bzw. Gebäudeschaden: Würde es sich um ein Heizungs- und Lüftungsproblem handeln, so würde sich die Feuchtigkeit über die gesamte Raumecke erstrecken und nicht nur oberhalb des unteren bzw. unterhalb des oberen Bereiches auftreten. Nachdem Schäden an wasserführenden Leitungen ausgeschlossen werden konnten, empfahl er uns eine Untersuchung der Fassadenbeschichtung an dieser Stelle auf Lücken. Der Mieterin wurden Lüftungs- und Heizungsmaßnahmen angeraten.
Es stellen sich uns folgende Fragen:
1. Müßte bei einem Gebäudeschaden von außen die Feuchtigkeit nicht auch in die Tiefe gehen?
2. Kann es sein, dass sich die Feuchtigkeit in einem anderen Teil des Mauerwerks befindet, wo nicht gemessen wurde?
3. Müßte bei einer fehlerhaften Beschichtung in diesem Bereich nicht auch in einer anderen Jahreszeit Schimmel auftreten (z.B. in einem verregneten Sommer)?
4. Welche anderen bauseitigen Mängel könnten vorliegen?
5. Hätte bei bauseitigen Mängeln der Schimmel nicht bereits in den ersten zwei Jahren nach Einzug auftreten müssen - schon wegen der Sanierungsfeuchte?
Für eine Beantwortung der Fragen bzw. weitere Anregungen wären wir sehr dankbar, da uns das erneute Aufkommen von Schimmel in dieser Wohnung sehr beunruhigt.
Zur weiteren Information: Der Zugang zu dem Zimmer erfolgt über einen nach Südwesten ausgerichteten Wohnraum, der zum FLur hin offen ist. Der Zugang zu dem Bad mit Zwangsentlüftung und der Küche mit Dunstabzug ins Freie befindet sich in diesem Flur. Die Küchentür wurde von der Mieterin herausgenommen.
Mit freundlichen Grüßen
Name: Britta A.
Ursache für feuchte Innenwandecke?21.01.06
Guten Abend,
da ich leider noch keine Antwort erhalten habe, bitte ich nochmals um Hilfe. Kurzfassung meines Problems:Oberflächlich wurde von einem Gutachter (Baubiologe) an einer Außenwandecke, an der Schimmel aufgetreten ist, ca 50 cm über dem Fußboden bis ca 50 cm vor der Decke Feuchtigkeit gemessen. Bohrungen in das Mauerwerk an der Außenwandecke ergaben an zwei verschiedenen Stellen, dass das Mauerwerk an den oberflächlich feuchten Stellen trocken ist.
Der Gutachter schloß wegen des Verlaufs der Feuchtigkeit auf Lücken in der Fassadenbeschichtung: Würde es sich um ein Heizungs- und Lüftungsproblem handeln, so würde sich die Feuchtigkeit über die gesamte Raumecke erstrecken und nicht nur oberhalb des unteren bzw. unterhalb des oberen Bereiches auftreten. Folgende Fragen stellen sich mir:
1. Müßte bei einem Gebäudeschaden von außen die Feuchtigkeit nicht auch in die Tiefe gehen?
2. Kann es sein, dass sich die Feuchtigkeit in einem anderen Teil des Mauerwerks befindet, wo nicht gemessen wurde?
3. Müßte bei einer fehlerhaften Beschichtung in diesem Bereich nicht auch in einer anderen Jahreszeit Schimmel auftreten (z.B. in einem verregneten Sommer)?
4. Welche anderen bauseitigen Mängel könnten vorliegen?
5. Hätte bei bauseitigen Mängeln der Schimmel nicht bereits in den ersten zwei Jahren nach der Sanierung wegen der damit verbundenen Feuchtigkeit auftreten müssen?
Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
Name: Britta A.
erste Anworten25.01.06
Hallo Britta,
zu Ihren Fragen:
1. Müßte bei einem Gebäudeschaden von außen die Feuchtigkeit nicht auch in die Tiefe gehen?
>Ja, dass ist soweit korrekt. Allerdings sind zwei Stellen nicht >als ausreichend repräsentativ für die Gesamtwand zu sehen. Hier >fehlen detaillierte Angaben zum Zustand Ihre Gebäudes.
2. Kann es sein, dass sich die Feuchtigkeit in einem anderen Teil des Mauerwerks befindet, wo nicht gemessen wurde?
Ja, siehe Antwort zu Frage 1.
3. Müßte bei einer fehlerhaften Beschichtung in diesem Bereich nicht auch in einer anderen Jahreszeit Schimmel auftreten (z.B. in einem verregneten Sommer)?
>Frage: Was für eine Beschichtung?
4. Welche anderen bauseitigen Mängel könnten vorliegen?
>Zum Beispiel Wärmebrücken, eindringendes Wasser von Außen, >Lüftungsprobleme, zu geringe Oberflächentemperaturen in >Teilbereichen...
5. Hätte bei bauseitigen Mängeln der Schimmel nicht bereits in den ersten zwei Jahren nach der Sanierung wegen der damit verbundenen Feuchtigkeit auftreten müssen?
>Nicht zwangsläufig. Schliesslich wissen wir noch gar nicht, >woher die Feuchtigkeit denn nun genau stammt.
Generell:
es kommen eine Menge Einflüsse zum Tragen. In Ihrem Fall würde ich dringend empfehlen, einen qualifizierten Bausachverständigen für Schäden an Gebäuden oder Wärmeschutz hinzuzuziehen. Adressen finden Sie zumeist über die örtliche IHK oder die Landesingenieurkammern bzw. die WTA.
Haben Sie beispielsweise schonmal daran gedacht, Langzeitmessungen des Raumklimas an verschiedenen Punkten oder eine bauphysikalische Überprüfung der Gesamtkonstruktion nebst Wärmebrückenuntersuchung und allgemeiner Feuchtebilanz anzustrengen?
Das Schimmelsporen in der Wand sind wissen Sie ja bereits dadurch, dass Schimmel an der Wand aufgetreten ist. Deswegen wundere ich mich über den Einsatz eines Baubiologen. Ich schlage Ihnen als Zielsetzung vor, die Ursache korrekt ermitteln zu lassen.
Name: Alexander SchroerE-Mail-Adresse anzeigenhttp://www.schroer-bau.de
Bausachverständiger www.p-funke.de02.02.06
Guten Tag,
ich kann Ihnen in Ihrem komplexen Fall unbdingt nur raten, sich einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Feuchtigkeit ( Holz- und Bautenschutz ) zu nehmen. Denn wie Ihre Fragen vielfälltig sind, so gibt es an jedem Objekt auch verschieden Schadenmöglichkeiten somit auch Antworten zur Beseitgung.
Als vorsichtig! Schauen Sie mal bei den Handwerkskammern nach.
Viele Grüße aus Hannover
Name: Peter FunkeE-Mail-Adresse anzeigen
@Bausachverständiger www.p-funke.de02.02.06
ist Ihnen diese Art der Auftraghascherei nicht selber ein wenig peinlich?
Schreiben Sie Ihren Status so wie wir alle unter Teilnehmer / besondere Quali. und dann muss doch wohl gut sein oder?
Name: Mark CardenE-Mail-Adresse anzeigenhttp://www.sv-carden.de
Er hat es doch nur gut gemeint...04.02.06
Jeder macht doch für sich ein wenig Werbung, ich auch..
Was ist daran schlecht?
Es sollte deswegen hier über diesen Punkt nicht weiter disskutiert werden.
Generell könnte das einmal an anderer Stelle ausführlicher besprochen werden.
Danke und einen schönen Abend.
Name: Edmund BrommE-Mail-Adresse anzeigenhttp://www.isarbautenschutz.com