Suchefunktion BAU.DE Forum Modernisierung / Sanierung / Bauschäden 3747: Existiert statisches Risiko bei Injektionen in Kellerwand aus Hohlblocksteinen?

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Existiert statisches Risiko bei Injektionen in Kellerwand aus Hohlblocksteinen? 26.08.06
Hallo allerseits,
seit ein paar Jahren haben wir das Problem, dass unsere Kellerwände (Haus 10x11m, BJ64) an einigen Stellen feucht sind und bei Starkregen sogar an 2 Stellen Wasser eintritt (bis zu 10l pro Regenguß). Nun haben wir ein Angebot der Fa. ISOTEC (s. Link), die eine Innenabdichtung mit Horizontalsperre (Stearin-Injektion unter der Kellerdecke) anbringen wollen. Bei der Gelegenheit wurde auch festgestellt, dass der Keller aus Hohlblocksteinen(!) gemauert wurde.
Jetzt meine eigentliche Frage: Wenn für die Injektion fast die gesamte Kelleraußenwand alle 10-12cm mit 23mm Bohrlöchern versehen wird, stehen (nach meinem Gefühl, sorry bin kein Statiker) die Chancen doch sicher nicht schlecht, dass die gesamte Hütte instabil wird, oder? Der ISOTEC-Mann sagt "alles kein Problem" ... aber stimmt das wirklich? Nochmal zur Erinnerung: Hohlblocksteine, die Bohrungen würden die Steine bis auf einen Rest von ca. 5cm durchtrennen.
Bin für Hilfe dankbar.
Michael
Weiterführende Links:
  - http://www.isotec.de/
Name: Michael Tietsch  

  1. Was sollte denn mit der Injektion erreicht werden? 26.08.06
    Sie glauben doch nicht im ernst, dass Sie damit den Keller dicht bringen.
    Hier hilft nur - an den undichten Stellen aussen aufgraben und abdichten.
    Name: Edmund Bromm   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.isarbautenschutz.com

  2. Gemäß dem ISOTEC-Verfahren wird die Kellerwandinnenseite in einem ... 27.08.06
    Gemäß dem ISOTEC-Verfahren wird die Kellerwandinnenseite in einem aufwändigen Verfahren komplett abgedichtet, allerdings mit der Folge, dass das Wasser in der Wand hochsteigt. Damit dieses jedoch nicht in das Erdgeschoss gelangen kann, wird unterhalb der Kellerdecke mittels Stearin-Injektion eine horizontale Kapillarsperre eingebracht. Zunächst werden in die bewussten Bohrlöcher Heizstäbe eingebracht, die das Mauerwerk im Bereich der späteren Injektion austrocknen und die dann saugfähige Mauer mit Stearin getränkt. (Details s. ISOTEC-Link)
    Meine Frage ging aber um die Stabilität des Hauses (die leider nicht beantwortet wurde, darum noch mal zusammengefasst):
    Wenn für die Heizstäbe und anschließende Injektion alle 10-12cm 2,3cm dicke Löcher gebohrt werden, die noch dazu so tief sind, dass nur ca. 5cm vom Stein stehen bleibt (quasi der letzte Rest von Außenwand), kann das bei Hohlblocksteinen überhaupt funktionieren? Selbst wenn man nicht alle Bohrlöcher gleichzeitig setzt, kann mir nicht vorstellen, wie man die Statik anschließend wieder hinbekommt, ohne die Steine komplett auszugießen o.Ä. - wobei hiervon nichts im Angebot (und hier geht es immerhin um rund 31.000€) steht. Meine besondere Sorge gilt halt der Tatsache, dass es nicht nur um eine Wand, sondern praktisch um alle 4 Kelleraußenwände geht, die gelöchert werden müßten.

  3. Statisch ist dies sicher kein Problem, aber was soll der Unsinn? 27.08.06
    Sie können solche Hohlblocksteine zwar mehr oder weniger mit was auch immer auffüllen, jedoch keine sichere Abdichtung erreichen!
    Und weiter behaupte ich, dass eine sogenannte Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchte, ebenfalls nichts bringt, außer einen guten Umsatz der ausführenden Firma.
    Hohlblocksteine aus Beton haben nämlich keine (so gut wie keine = bzw. zu vernachlässigende) kapillare Saugfähigkeit.
    Ob diese Art - einer Abdichtung - die die Lehrmeinung von ISOTECH ist, (kann ich mir nicht vorstellen) sondern nur von jemanden, der zwar solche Produkte verarbeitet will, aber von der Sache nichts versteht.
    Name: Edmund Bromm   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.isarbautenschutz.com

  4. Gemäß dem ISOTEC-Verfahren wird die Kellerwandinnenseite in einem ... 27.08.06
    Gemäß dem ISOTEC-Verfahren wird die Kellerwandinnenseite in einem aufwändigen Verfahren komplett abgedichtet, allerdings mit der Folge, dass das Wasser in der Wand hochsteigt. Damit dieses jedoch nicht in das Erdgeschoss gelangen kann, wird unterhalb der Kellerdecke mittels Stearin-Injektion eine horizontale Kapillarsperre eingebracht. Zunächst werden in die bewussten Bohrlöcher Heizstäbe eingebracht, die das Mauerwerk im Bereich der späteren Injektion austrocknen und die dann saugfähige Mauer mit Stearin getränkt. (Details s. ISOTEC-Link)
    Meine Frage ging aber um die Stabilität des Hauses (die leider nicht beantwortet wurde, darum noch mal zusammengefasst):
    Wenn für die Heizstäbe und anschließende Injektion alle 10-12cm 2,3cm dicke Löcher gebohrt werden, die noch dazu so tief sind, dass nur ca. 5cm vom Stein stehen bleibt (quasi der letzte Rest von Außenwand), kann das bei Hohlblocksteinen überhaupt funktionieren? Selbst wenn man nicht alle Bohrlöcher gleichzeitig setzt, kann mir nicht vorstellen, wie man die Statik anschließend wieder hinbekommt, ohne die Steine komplett auszugießen o.Ä. - wobei hiervon nichts im Angebot (und hier geht es immerhin um rund 31.000€) steht. Meine besondere Sorge gilt halt der Tatsache, dass es nicht nur um eine Wand, sondern praktisch um alle 4 Kelleraußenwände geht, die gelöchert werden müßten.

  5. Was tun? 27.08.06
    Statisch also kein Problem - gut zu hören (wenngleich ich immer noch skeptisch bin).
    Aber irgendwie höre ich aus den Beiträgen (zu ähnlichen Themen)hier im Forum heraus, dass die ganze Abdichterei sowieso ein Schmarrn ist. Was soll man aber tun? Aufgraben ist nicht, ohne z.B. die angrenzende Doppelgarage abzureißen. Hütte abreißen wäre vielleicht technisch die sauberste Lösung, gibt aber mein Sparschwein nicht her. Das geschilderte Problem (abgesehen von den Hohlblocksteinen, die hier außer bei unserem Haus nirgens in der Nachbarschaft verwendet wurden) haben doch aber viele. Gibt es irgendwo eine vernünftige Info-Quelle, wo man eine Kurzübersicht über die Alternativen mit Pros & Cons beziehen kann? Irgendwie ist das immer durch die Brille der speziell bietenden Firma beschrieben - verständlich, aber in meiner Situation nicht unbedingt zielführend.
    ((Ich sehe gerade, dass mein voriger Beitrag 2-mal erscheint. Keine Ahnung wieso, trotzdem sorry))

  6. @Edmund Bromm 27.08.06
    Hallo, habe mir einige Ihrer Texte (von http://www.isarbautenschutz.com) ausgedruckt und werde sie jetzt studieren. Schaut recht umfassend aus - bin gespannt!

  7. Insbesondere die Schrift mit der Nr.14 und 12 27.08.06
    Denn die alles entscheidende Frage zu einer Abdichtung ist: wieso ist immer nur die Wand feucht?
    Sicher, bei Ihnen läuft auch noch bei starkem Regen Wasser rein und dies ist ein eigenes Problem und hängt mit der feuchten Wand nicht zusammen. In der Regel ist bei diesen Baustoffen keine Wärmedämmung vorhanden und es kommt oft zu Tauwasserbildung.
    Dazu auch das Bild auf meiner Homepage unter Aktuell.
    Dies war Kondenswasser und war nach 2 Tagen weg. Ich hatte nur einen Luftentfeuchter aufgestellt.
    Es wäre gut, wenn dazu Bilder eingestellt werden könnten.
    Ansonsten an mich mailen.
    Name: Edmund Bromm   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.isarbautenschutz.com

  8. Schleierinjektion und Flächeninjektion 30.08.06
    könnten das Problem - wesentlich günstiger - lösen.
    mfg.
    Name: Jürgen Hoppensack   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.aquatex-gmbh.de

  9. Immer wieder der Versuch völlig untaugliche Verfahren anzubieten. 31.08.06
    Es gibt halt einige "Bautenschützer" die einfach behaupten - ist günstiger, aber nicht sagen können wie so etwas funktioniert.
    Es bleibt fragwürdig und schleierhaft.
    Es gibt keine Materialien die diese Probleme so einfach lösen können. Abgesehen von den Kosten.
    Dazu nochmals mein Beitrag:
    Viele der Hausbesitzer sind erschüttert, wenn sie feststellen, dass Ihr Keller feucht wird, oder gar Wasser eindringt. Diese Not macht sich eine Reihe von Firmen zu Nutze und versprechen dem Hausbesitzer zu helfen in dem sie den Keller abdichten.
    Sehr oft kann man erleben, dass ein sehr billiges Angebot erstellt wird und auch, dass sich dieses Angebot als sogenanntes Einsteigerangebot herausstellt. Die Rechnung fällt dann meist wesentlich höher aus.
    .
    Eine wasserdichte Wanne
    Besonders diffizil ist die Angelegenheit, wenn die Hausbesitzer der Meinung waren, bei ihrem Haus handelt es sich um eine dichte Wanne. Die Enttäuschung ist auch groß, wenn man bei Untersuchungen feststellt, dass statt Beton (der als Ortbeton gegossen wird), es sich um Betonsteine (die vermauert wurden), handelt.
    Hier eine nachträgliche Abdichtung herzustellen ist fast ausgeschlossen. Es helfen die schönsten Versprechungen und Urkunden auch nicht darüber hinweg, dass es insbesondere an der Statik des Gebäudes liegt, dass keine nachträglichen Abdichtungen hergestellt werden können.
    Es gilt nämlich die Gesetzmäßigkeit, dass der Wasserdruck nur aufgenommen werden kann, wenn eine dementsprechende Verankerung oder der Wasserdruck mit einem "Gegengewicht" ausgeglichen wird. Dies bedeutet auch, dass z.B. wenn davon auszugehen ist, dass außen ein Meter Wassersäule über dem Kellerfußboden ansteht bei einer nachträglichen Abdichtung mindestens 50 cm Beton aufgefüllt werden müsste. Da dieser doppelt so schwer ist, reicht die Hälfte der Wasserhöhe. In den meisten der Fälle ist dies jedoch technisch nicht machbar.
    .
    Eine ganz andere, aber auch wichtige Betrachtung ist, dass wenn Wasser in ein Gebäude eindringt nie genau kontrolliert werden kann, woher dieses Wasser kommt. Außerdem, wenn diese eine Stelle abgedichtet wird, könnte es durch das ansteigen des Wassers an einer anderen Stelle, die bisher nicht betroffen war, wieder austreten. Dies dadurch, weil durch die bisherige Fehlstelle eine Entlastung vorgenommen wurde. Es baut sich also ein erneuter Druck auf und Wasser kann an anderer Stelle eindringen.
    Genauso problematisch bleibt bei Undichtigkeiten in Beton, dass es sich dabei um sogenannte Kiesnester handeln könnte, wobei ebenfalls davon auszugehen ist, dass wenn eine Stelle dicht ist, dann an einer anderen Stelle das Wasser eindringen kann.
    .
    Die Grundwasserstände unterliegen erheblichen Schwankungen.
    Nach einer Verpressung wird so manchen Bauherrn oft suggeriert, die bis dahin erfolgte Abdichtung war schon ein Erfolg. Dabei handelte es sich nur um das zurückweichen des Wasserstandes.
    Zu berücksichtigen ist außerdem noch, dass oft nach dem das Grundwasser sich wieder absenkt, die eigentliche Fehlerquelle nicht mehr zu ermitteln ist. Oft kann man diese falsche Einschätzung jedoch erst nach einem erneuten ansteigen des Grundwassers feststellen, was jedoch auch Jahre dauern kann. Die dadurch notwendigen Nacharbeiten sind somit kein erneuter Mangel. Es ist denkbar, dass mehrmals eine Verpressung durchgeführt werden muss.
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    Der Keller kann von innen abgedichtet werden
    Nun solle nicht der Einruck erweckt werden, eine nachträgliche Abdichtung von der Innenseite ist in jedem Falle auszuschließen. Es gibt durchaus Fälle bei denen eine Abdichtung sinnvoll ist, jedoch bedarf es hier sehr guter Fachkenntnisse und auch ein gewissermaßen ehrliches Verhalten. Insbesondere auch die Information an den Hausbesitzer, was machbar und was nicht machbar ist.
    So ist es durchaus denkbar, wenn z.B. während der Bauzeit zwischen der Schalung bei dem Erstellen des Betoniervorganges entweder ein Stück Holz oder auch ein Metall oder sonstiger Gegenstand in diese Schalung fällt, so dass diese keine ausreichende Betonüberdeckung aufweist, zu einer Undichtigkeit führen kann. Eine solche Fehlerstelle ist, wenn sie erst gefunden ist, ohne Problem abzudichten.
    Ganz anders sieht es aus, wenn z.B. zwischen der Bodenplatte und der aufgehenden Wand kein Fugenband verwendet wurde. Es kann dann schon bei den geringsten Setzungen oder auch den thermischen Bewegungen zu einer Undichtigkeit wegen geringfügigen Bewegungen kommen.
    Hier ist oft eine Abdichtung möglich. Jedoch schon ungleich problematischer und dies setzt ebenfalls sehr viel Fachwissen voraus. Ob hier die Teilnahme an einem Firmen/Herstellerlehrgang ausreicht habe ich gewisse Zweifel.
    .
    Selbstverständlich spielen auch die Materialauswahl und die qualifizierte Ausführung durch die Handwerker eine wichtige Rolle.
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    Der deutsche Holz- und Bautenschutzverband DHBV, ein Zusammenschluss von qualifizierten Fachbetrieben, hat für solche Arbeiten ein Merkblatt bzw. ein Empfehlungsblatt für die Bearbeitung solcher Probleme herausgegeben. So dass sich auch der nicht so fachkundige, an Hand der Beschreibung orientieren kann welche Maßnahmen durchgeführt werden müssen. Auch einige Materialhersteller haben ihre Verarbeitungsrichtlinien mit solch qualifizierten Merkblättern ausgerüstet.
    Jedoch bleibt die Problematik wie oben beschrieben und deshalb sollte genau und sorgfältig geprüft werden, welche der Maßnahmen zum Erfolg führen ! .....können.
    Normenwerke; Merkblätter; Verarbeitungshinweise. Siehe auch: http://www.wta.de/
    Name: Edmund Bromm   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.isarbautenschutz.com

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