Suchefunktion BAU.DE Forum Dach 2048: Dampfbremse bei nachträglicher Innendämmung unter Holz-Flachdach

Dach (Eindeckung, Dämmung, Ausbau etc.)

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Dampfbremse bei nachträglicher Innendämmung unter Holz-Flachdach 31.01.04
Ich möchte im Haus (BJ 1970) nachträglich Wärmedämmung einbringen.
Es handelt sich um ein Flachdach. Leider kenne ich den genauen Dachaufbau ab obere Schalung nicht ganz genau, aber mir wurde gesagt das Dach sei Wärmedämmtechnisch schonmal nachgerüstet worden. Aufbau von oben nach unten: Bitumendichtung (ca. 3 Jahre alt), PS-Gefälledämmung (ca. 3 Jahre alt), alte PS-Dämmung, alte Dampfsperre, 2,5 cm Schalung, Tragbalken, Sparschalung, Rabbitzdecke. Die Rabitzdecke und Sparschalung möchte ich entfernen und Flachswolle zwischen die Deckentragbalken bringen. Darunter soll eine GK-Decke eingebracht werden. Ist es notwendig innenseitig, also unter die Balken noch eine Dampfsperre einzubringen? Ich würde denken daß ja. Andererseits wird bei abgehängten GK-Decken aus Schallschutzgründen ja auch manchmal Dämmung ohne Dampfsperre aufgelegt. Wie ist die Meinung?
Wahrscheinlich steht hier im Forum irgendwo schon die Antwort, aber ich habe jetzt 2 Stunden geforscht und nicht das richtige gefunden.
Bin auch mit dem Hinweis auf den richtigen link sehr zufrieden... :-)
Name: Hans Sander  

  1. Dampfbremse ja - nein 31.01.04
    Wir empfehlen auf jeden Fall die Einbringung einer Dampfbremse -
    technische Fragen dazu beantwortet Ihnen auch gerne das Infotelefon
    von http://www.proclima.de;
    wenn Sie - begrüssenswerterweise - einen nachwachsenden Daemmstoff dazu verwenden (Flachs, Hanf oder Schafwolle) beachten Sie die staatliche Förderung bis Ende 2004 von 40 Euro pro Kubikmeter Dämmstoff ( natureplus - geprüfte Produkte;
    30 Euro einige weitere Produkte). Infos und das Antragsformular für die Förderung erhalten Sie auf Wunsch gerne von mir zugemailt.
    Weiterführende Links:
      - http://www.proclima.de
    Name: Josef Spritzendorfer   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.spritzendorfer.de

  2. also ja, und wie ist das bei Leckagen im Dach, sammelt sich Wasser auf der Folie bis die Decke runterkommt? 1.02.04
    Hallo Herr Spritzendorfer, danke für den Hinweis zur Förderung von natureplus-Dämmstoffen. Kannte ich schon :-), hilft aber anderen Lesern sicher noch.
    Mir ist bekannt, daß der Aufbau von Wand / Dach von innen nach aussen immer diffusionsoffener werden muss. Da ich ja nun ziemlich weit aussen meine alte Dampfsperre habe, muss ich wohl nun innen eine extrem dichte Dampfsperre einbringen, richtig?
    Soweitsogut. Schwierig wirds nun bei evtl. Leckagen im Dach. Da sammelt sich das Wasser dann an der tiefsten Stelle der Folie und irgendwann wird das Gewicht so groß, dass die Decke runterkommt? Wie sind denn da die Erfahrungswerte? Hat jemand da einen Tip?

  3. zwischen Dämmung und Bitumendichtung muß Hinterlüftung möglich sein 1.02.04
    Ohne dass Feuchtigkeit nach außen abtrocknen kann, haben auch die Dampfbremsen (100%ige Dampfsperren gibt es in der Praxis nicht)keinen Sinn, da die Bitumenbahn auf jeden Fall den größten Diffusionswiderstand haben wird. Es muss also irgendwie hinterlüftet werden, sonst haben Sie den altbekannten Effekt dass immer zu Beginn von Tauwetter, die Reifschicht, welche sich an der Dachhaut bildet, durch die Dämmung tropft und ein undichtes Dach vortäuscht.
    Name: Manfred Weigl   E-Mail-Adresse anzeigen  

  4. sacht mal.... 1.02.04
    Moin,
    ...Bauphysik für Anfänger hier???
    .Der eine schreibt den Lockruf nach nachwachsenden Dämmstoffen. Am Thema vorbei; 6- setzen :(
    .
    Der andere schreibt was von Tauwasser und Reifschicht unterhalb der Abdichtung.
    Am Thema vorbei; 6-setzen :(
    .
    Erstmal lesen, dann denken und dann antworten.
    .
    Grundsätzlich darf nicht mehr als 20% des Dämmvolumens raumseits der Dampfsperre angeordnet werden.
    Wenn sie es aber - und das ist möglich - raumseits einer weiteren Dämmung eine weitere Dampfsperre anordnen, dann kann das funzen.
    Es gibt Dampfsperren aus dem Schwimmbadbau. Die sind aus Alu-Bahnen und können ähnlich einer Tapete verarbeitet werden.
    Das gefiehl mir damals recht gut.Shit ist nur, daß ich andauernd den Namen des Herstellers vergesse, da müsste ich mich nochmals schlau machen.
    .
    Grüße
    stefan ibold
    Weiterführende Links:
      - http://dachmurks.de
      - http://sachverstand-dach.de
    Name: Stefan Ibold   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.planungsgruppe-dach.de

  5. Hinterlüftung, nee! 2.02.04
    Bei einem Flachdach macht eine Hinterlüftung nicht wirklich sinn. Da hier der thermische Auftrieb fehlt wird sich erst ab 15-20 cm Höhe der Hinterlüftungsebene überhaupt etwas bewegen. Mit Sicherheit eher nicht zu gebrauchen. Was die absolut dichten Bahnen aus dem Schwimmbadbau anbetrifft: Ampack z.B. hat eine Bahn, die einen sd-Wert von über 1800 m hat (Ampack Sisalex 514). Da aber Konstruktionen nicht unbedingt sicher sind, wenn die Bauteilschichten ein Diffusionsgefälle von innen nach außen beschreiben, sollte mittlerweile auch hinlänglich bekannt sein.
    Das Wichtigste ist in allererster Linie, dass die Konstuktionen luftdicht sind. Da 100 %ige Luftdichtheit auch immer so ne Sache sind und gerade beim Sanieren im Bestand auch solche Effekte wie z.B. Flankendiffusion auch mit berücksichtigt werden müssen, sind diffusionsdichte Schichten auf der Innenseite der Konstruktion nicht empfehlenswert. Hier macht es viel mehr Sinn und bietet wesentlich mehr Sicherheit, wenn auf der Innenseite Bahnen angeordnet werden, die eine Rücktrocknung von Feuchtigkeit aus der Konstruktion heraus ermöglichen ohne den Versuch (und mehr ist es nicht) unternehmen zu wollen Luft- und dampfdicht bauen zu wollen. Unterdrucktest bei derartigen Konstruktionen ist mehr als sinnvoll.
    Grüße
    Name: Michael Förster   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.proclima.de

  6. dicht oder offen, das ist hier die Frage... 2.02.04
    Vielen Dank für die schnellen Antworten.
    Beide Varianten klingen irgendwie einleuchtend. Die Flanken sind natürlich problematisch. Ist es realistisch, daß die anfallende Feuchte durch die "offenere Dampfbremse" samt GK-Decke zum Raum hin abtrocknet?
    Hans Sander
    Name: Hans Sander  

  7. dicht oder offen, das ist hier die Frage... 2.02.04
    Vielen Dank für die schnellen Antworten.
    Beide Varianten klingen irgendwie einleuchtend. Die Flanken sind natürlich problematisch. Ist es realistisch, daß die anfallende Feuchte durch die "offenere Dampfbremse" samt GK-Decke zum Raum hin abtrocknet?
    Hans Sander
    Name: Hans Sander  

  8. Ja, 3.02.04
    die Richtung des Diffusionsstroms ist vom Überfluss zum Mangel, also Winter wie Sommer vom feucht warmen zu trockenen gerichtet. Im Winter also aus dem Gebäude heraus und im Sommer aus der warmen Konstruktion in das kühlere Gebäudeinnere.
    Grüße
    Name: Michael Förster   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.proclima.de

  9. nur mal so 3.02.04
    Moin,
    eine Hinterlüftung der NEU eingebrachten Dämmung macht ja nun überhaupt keinen Sinn, denn dann würde die alte und vorhandene Dämmung ja nicht mehr mit genutzt werden können.
    Fällt also flach.
    .
    Im Grunde hat Herr Förster nicht ganz Unrecht. Luftdicht!!!! muß die untere Konstruktion sein, absolut luftdicht. Allerdings gebe ich hier in diesem speziellen Fall zu bedenken, daß die bereits vorhandene Dampfsperre dicht sein kann und deshalb kaum ein weiterer Luftaustausch stattfinden wird, auch wenn die neue Dampfbremse undicht sein sollte.
    .
    Zum Thema Flankendiffusion:
    Hier ist natürlich die vorhandene Unterkonstruktion maßgeblich.
    Bei Kalkzementputz wird diese Diffusion wohl sehr geing sein.
    Und die Rückdiffusion aus der Konstruktion heraus, Herr Förster, wie soll die funzen wenn ich noch eine Dampfsperre habe und darüber, also außenseitig, noch Dämmung, die verhindert, daß Wärme in die weitere innere Konstrukion gelangt?
    .
    Was würde denn gegen diesen Aufbau sprechen?
    Innenbekleidung mit kleiner Inst-schicht, Dampfsperre auf GKP, WD und dann ohne Luftschichten der vorhandene Aufbau.
    Müsste man sicherlich mal mit Glaser durchrechnen.
    Aber so aus dem Bauch heraus: so ab einem inneren Sperrwert > 2,5m ist der weitere Aufbau ansich fast egal, außer bei einer Sauna oder einem Schwimmbad oder einer Großküche.
    .
    Grüße
    stefan ibold
    Name: Stefan Ibold   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.planungsgruppe-dach.de

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