Ökologisches und biologisches Bauen

KfW 60 mit hohem Lehmanteil

Hallo,
ich möchte möglichst viel Lehm im Haus haben, aber trotzdem KFWA 60 (oder Äquivalent) als Ziel in den Raum stellen.
Hat das schon jemand probiert - bzw noch besser - realisiert? Wenn möglich sollte der Leichtlehm auch Anwendung in den Aussenwänden (Holzständer) finden. Materialien wie Holzfaserplatten etc scheinen ja durchaus geeignet.
Grob könnte ein Aufbau wiefolgt aussehen (innen->aussen):

  • Lehmputz
  • Leichtlehm
  • Holzfaserdämmung
  • Holzweichfaserplatte
  • dann Kalkputz oder Holzschalung

Ich wäre an Erfahrungen interessiert.
(Nebenbei spreche ich schon mit verschiedenen Architekten und Lehmbauern, also keine Angst, ich will nicht "alleine" bauen).
Gruß
Matthias

Name:

  • Matthias
  1. So viel Lehm wie nötig...

    ...für Feuchtigkeitsausgleich und Speichermasse
    Lehm als Innenputz kann sinnvoll sein für den Feuchtigkeitsausgleich (aber nicht überbewerten!) alles was weiter aussen in der Konstruktion ist hat keinen nennenswerten Einfluß mehr auf das Wohnklima, ausser eben die Wärmedämmung und da ist Lehm wahrhaftig nicht ein ideales Material, auch mit Zuschlagstoffen als Leichtlehm wird daraus kein Dämmstoff der sinnvoll irgendeinen KFWA-Standard unterstützt. Da muß also eine nennenswerte Dämmstärke an echtem Dämmstoff rein, Holz- oder Zelluloseschüttung, Weichfaserplatten, Hanf, was auch immer....
    Ich würde das Holzfachwerk/Ständerwerk komplett ausdämmen und innen davor eine dünne Schale aus Lehmbaustoffen stellen.
    Zusammen mit den Lehm-Innenwänden gibt das so viel Masse, daß das dadurch sicher angestrebte Wohnklima-Ziel zuverlässig erreicht wird. Man kann dann auch eine wassergeführte Wandheizung in den Lehmputz einarbeiten für eine echte Bauteilaktivierung!
    Gruß aus der pragmatischen Passivhausecke
    Arno Kuschow

  2. vielen Dank...

    Ja wir durften schon mehrmals in einem Stampflehmhaus wohnen (etwas südlichere Gefilde). Daher ist das Klima schon ein wichtiges Ziel, welches wir erreichen wollen.
    Ein weiteres Ziel sollte es sein, ein paar Sachen gemeinsam mit Freunden und Bekannten im Haus zu machen (also nur die einfachen Sachen, wie das Stapeln von Grünlingen in den Innenwänden). Leichtlehm stampfen wäre auch "nett". Aber wenns nicht geht, dann gehts nicht.
    Ja, Wandheizung im Lehmputz steht auch auf der Liste... :)
    Was ist mit "Holz- oder Zelluloseschüttung" gemeint? Sind das die eingeblasenen Sachen wie Isofloc?
    Hanf klingt auch interessant...

  3. ja, mit Schüttungen etc. ...

    meine ich auch zum Beispiel isofloc, gibt aber auch reine Holzfasern etc. .... der Markt ist da unterdessen recht umfangreich.
    Hanf gibt es als Plattenware und auch als Rollen und als Stopfhanf seit einiger Zeit aus bayerischer Fertigung von thermo-Hanf. Verwende ich häufig und führe es lagermäßig, sehr angenehmes Material!
    Lehm-Innenputz mit Wandheizung hab ich bei einem Projekt auch schon gehabt, gibt auch Lehmbauplatten vorgesehen mit Fräsungen für Heizschlangen oder sogar komplett bestückt ....
    Lehm ist für Aussenwand auch mehr im Süden zu gebrauchen. Im Norden ist durch Feuchtigkeit und die dann entstehende Verdunstungskälte aus dem Material Lehm häufig als kalt empfunden, beschränkt sich sinnvoll also auf innere Anwendung.
    Gruß aus der pragmatischen Passivhausecke
    Arno Kuschow


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