Hallo,
wir wollen Dreischicht-Fertigparkett direkt auf den Estrich schwimmend verlegen. Dampfbremse ist schon eingeplant, aber was ist mit der Feuchtigkeit von oben?
Wenn wir das Parkett an den Kanten verleimen, dann ist es durch die Versiegelung ja schon mal so einigermaßen wasserdicht. Aber an den Rändern, an denen sich die Dehnungsfuge befindet, da würde Wasser ja auf die Sperrfolie direkt unter das Parkett laufen. Gibt es einen Weg, die Ränder irgendwie abzudichten, z.B. mit Silikonfugen? Die Sockelleisten lassen ja jeden Tropfen Wasser ungehindert durch. Mir ist bewusst, dass Fertigparkett nicht für feuchte Räume geeignet ist, aber mal ein Glas Wasser verschütten oder beim Pflanzen gießen was daneben schütten kann doch immer mal passieren.
Freue mich über jeden Tipp.
Kann man Fertigparkett abdichten
BAU-Forum: Estrich und Bodenbeläge
Kann man Fertigparkett abdichten
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Feuchtigkeit und Parkett
Parkett - wie außerdem alle Fußböden aus Holzwerkstoffen- ist nicht für die "Unter-Wasser-Verlegung" geeignet!
In etwas abgeschwächter Form heißt dies:
Nutzungsbedingt kann nicht immer ausgeschlossen werden, dass lokal Feuchtigkeit in konzentrierter Menge (wie beispielsweise getränke etc.) auf die Parkettoberfläche gelangt.
Bei derartigen Fällen ist die Flüssigkeit schnellstmöglich mit geeigneten Mitteln wieder von der Oberfläche aufzunehmen.
Dem Parkett wird dies in den meisten Fällen wohl kaum schaden!
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Etwas anderes ist jedoch ein hier beispielhaft einmal aufgeführter Wassereimer zu sehen, aus welchem sich - da umgestürzt - große Wassermengen über die Parkettfläche ergießen.
Hierbei handelt es sich - abstrakt ausgedrückt - um einen nutzungsuntypischen Vorgang. Derartige Wassermengen können die Parkettfläche seitlich über die Bewegungs- / Randfuge unterlaufen und zu Schäden am Parkett führen.
Die Ränder abzudichten, z.B. mit Silikonfugen, geht in den meisten Fällen einher mit einer Behinderung der Längenausdehnung des Parkettwerkstoffes. Die Bewegungsfugen können ihre Aufgaben dann nicht oder nur noch sehr eingeschränkt ausüben. Vor einer Verfüllung der Bewegungsfugen mit einem elastischen Füllstoff kann daher nur gewarnt werden.
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Dennoch gibt es einen praktikablen Weg:
Die Sockelleisten nach der Parkettverlegung anbringen, den Übergang zwischen Sockelleiste und Parkettoberfläche mit einem farbgleich auf die Holzfärbung abgestimmten elastischen Füllstoff abdichten und diese Abdichtung nach ca. 24 Stunden mit einem dünnen Cuttermesser parallel und unterhalb des Sockelfußes durchtrennen.
Derartig präpariert dichtet der Füllstoff zwar gegen einen eventuellen Feuchtigkeitseintritt über die Seiten ab - er behindert dennoch nicht die Längenausdehnung der Parkettebene!
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MfG Sachverständigenbüro für Fußbodenkonstruktionen -
Hi Klaus!
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elastische Fugmasse
Grundsätzlich ist eine elastische Abdichtung zwischen Sockelleisten und Parkettoberfläche technisch NICHT zwingend notwendig. Besteht allerdings ein Bauherrenseitig "subjektiv erhöhtes Sicherheitsinteresse" (Wasser unterläuft über Randbereiche das Parkett) oder bestehen bei toleranzkonformen Unebenheiten in der wandnahen Fußbodenoberfläche optisch störend wirkende Fugen zwischen Sockelleisten und Parkettoberfläche, so KANN eine elastische Abdichtung vorgenommen werden.
Welcher Füllstoff letztendlich zur Anwendung kommt, ist eher unbedeutend, wenn die elastische Fugmasse (wie beschrieben) abschließend durch Horizontalschnitt getrennt und ein Kraftschluss so vermieden wird!
Geeignet sind eine Vielzahl von elastischen Füllstoffen, so beispielsweise ein Acrylat ("A 221") der OTTO CHEMIE in Fridolfing. -
Der Bauherr
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Wasser auf Parkett
Das ist vollkommen richtig, wurde aber zuvor auch so von mir beschrieben. Flüssigkeiten (als Laache) haben auf Parkett überhaupt nichts verloren! Dazu gehören allerdings auch inkontinente Haustiere, leider ist dies kein Einzelfall.
Die Durchtrennung des elastischen Füllstoffes unter der Sockelleiste ist dagegen problemlos praktizierbar. Füllstoff aufbringen, glätten und am Folgetag oder danach horizontal parallel zum/unter dem Sockelfuß entlang schneiden.
(Meist dient diese Methode jedoch nur dazu, den Bauherrn mit seinem Sicherheitsbedürfnis "ruhig zu stellen". Notwendig ist dies nicht.) -
Hier sind wir ja unter uns, Klaus. <img loading="lazy" src="/bilder/smilies/wink.png" title=";-)" alt=";-)" width="15" height="15">
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Halt! Mein Fehler.
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Fuge durchschneiden
Gibt es denn einen Grund, die Fuge durchzuschneiden. Was passiert, wenn man die Sockelleiste einfach so verfugt? Und ist bei einer Fläche von 12 m² überhaupt so viel Dehnungsfuge erforderlich?
Dass man auf Parkett keine Flüssigkeiten ausbringen sollte ist mir schon klar. Realistisch ist aber, dass im Laufe eines Parkettlebens doch mehrere Wassergläser, Pflanzentöpfe etc. umkippen oder überlaufen. Da genügt eine ungeschickt gegossene Pflanze im Randbereich, und das Wasser läuft am Rand unter das Parkett. Sowas muss ja nicht sein, wenn man es verhindern kann. -
Überhöhtes Sicherheitsdenken
Noch einmal definitiv, wie zuvor mehrfach direkt und auch indirekt bereits ausreichend beschrieben:
Was Sie mit Ihrem Parkett machen, wie Sie es nutzen, bleibt vollkommen Ihnen überlassen! Die Fachleute in diesem Forum können nur Hinweise geben.
Genauso, wie es in einem Autofahrerleben nicht möglich ist, über viele Jahre hinweg ohne Blessuren am Fahrzeuglack durch die Welt zu fahren, genauso unmöglich ist es, dass eine Parkettoberfläche in ihrem Nutzungsleben nicht mit einem Unglücksfall wie einem umgeschütteten Glas oder ähnlichem konfrontiert wird. Das muss und wird eine Parkettebene klaglos überstehen. Allerdings gehört ein umgestürzter (gefüllter) Wassereimer nicht dazu!
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Wenn es nun darum geht, dass nicht verhindert werden kann, dass bei der Pflanzenpflege Wasser überläuft etc. dann haben Sie angesichts der durchaus nachvollziehbaren Folgen für einen Holzwerkstoff den hieraus ggf. entstehenden Schaden selbst zu verantworten. Im Mietinnenverhältnis zudem gegenüber dem Vermieter.
Wie bereits beschrieben, ist auch die Randfugenabdichtung einer Parkettebene mit einem elastischen Füllstoff nicht standardmäßig durchzuführen. Eben weil dem Nutzer des Parketts zuzumuten ist, auf sein Nutzungsverhalten derartig Einfluss zu nehmen, dass die Parkettfläche eben NICHT geschädigt wird. Beispielsweise dadurch, sich bereits im Vorfeld seiner Aktivitäten Gedanken über mögliche Auswirkungen seines Tuns zu machen. Und entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Sie können sicher sein: Es ist praktisch möglich, derartige feuchtigkeitsbedingte Parkettschäden durch organisatorische Maßnahmen und durch bewusstes Handeln zu verhindern!
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Selbstverständlich kann auch ein Autofahrer sein Gefährt angesichts der ständigen Bedrohung eines Lackschadens mit einer dicken Außenpolsterung umgeben. Ungewöhnlich, sicherlich. Doch ebenso ungewöhnlich bzw. übertrieben erscheint es, wenn lieber die Randbereiche eines Parketts mit elastischen Abdichtungen "abgeschottet" werden sollen, als dem gegenüber auf leicht aufgeständerten Aufnahmetellern (zwecks Unterlüftung der Aufstandsflächen) zu verhindern, dass überschüssiges Gießwasser nicht auf den Fußboden gelangt.
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Noch einmal: kein Mensch auf dieser Welt kann Sie daran hindern, aus Angst vor dem Eindringen von Feuchtigkeit/Nässe ein Parkett zu den Sockelleisten hin elastisch abzudichten. Sinn macht das aus ausreichend begründeten Aspekten nicht, wenn die Möglichkeit besteht, bewusst mit und auf seinem Parkett zu leben. Dichten Sie es ab, wenn Sie diese Maßnahme für erforderlich und die gutgemeinten Ratschläge von Fachleuten in diesem Forum als unsinnig oder für übertrieben halten!
Doch tragen Sie dafür Sorge, dass sich dieser Naturwerkstoff bei raumklimatisch bedinger Feuchtigkeitsaufnahme (durch die Luftfeuchtigkeit, nicht das Gießwasser!) auch spannungsfrei in die Randfugen ausdehnen kann. Um mehr ging es in den Beiträgen zu diesem Thema nicht.
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Mit nun abschließendem Gruß zu diesem Thema
Sachverständigenbüro für Fußbodenkonstruktionen
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