Suchefunktion BAU.DE Forum Fenster und Außentüren 1748-1: reflektiert Einfachverglasung die Wärmestrahlung?

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  1. cool ! 02.06.04
    Dann wären wir wieder beim Anfang wo ich schrieb, dass die k-plus Scheibe der (ehemaligen) Flachglas AG sehr wohl Wärme reflektieren kann. Hätte vielleicht dabei schreiben sollen dass diese Scheiben (weiß gar nicht ob es die noch gibt) beschichtet sind um im Falle eines zu beachtenden Denkmalschutzes bei Kastenfenstern oder anderen einfachverglasten Fenstern den u-Wert der Scheibe von 5 auf unter 2 zu bringen.
    -
    Das aber ist sicher ein Sonderfall bzw. -glas, den man nicht verallgemeinern kann und das ich weiter oben hätte ausführlicher beschreiben sollen.
    Name: Klaus-Hermann Ries   E-Mail-Adresse anzeigen   http://khries.de

  2. na ob das klappt,, 02.06.04
    den U-Wert einer Einfachglasscheibe zu halbieren, könnte man ja mal mit einer Schwanschen Alufolie statt der Scheibe oder einer innen mit Alufolie beklebter Scheibe abschätzen oder testen.
    Wer macht doch gleich gerne solche lustigen Experimente?
    Name: Energiesparer  

  3. Einfachglas??? 03.06.04
    Glas hat ein "lambda" von ca. 0,9 W/(K m). Nehmen wir eine 5 mm dicke Scheibe an, so wird R etwa 0,055 Km²/W, kann also vergessen werden.
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    Es bleiben also nur die beiden Wärmeübergangswerte. Für wenig reflektierende Obeflächen gilt Rsi = 0,13 Km²/W, Rse = 0,04 Km²/W. Damit wäre:
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    R = (0,13 + 0,055 + 0,04) Km²/W = 0,225 Km²/W, daraus folgt U = 4,44 W/(m²K).
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    Würde das Glas innen 100 % reflektieren, so bliebe innen nur der konvektive Anteil übrig mit Rsic = 0,4 Km²/W, eine zusätzliche Beschichtung außen ändert nicht viel, da der Wärmeübergang hauptsächlich durch Konvektion bestimmt ist:
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    R = (0,4 + 0,055 + 0,04) Km²/W = 0,495 Km²/W, daraus folgt U = 2,02 W/(m²K).
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    Ein Wert unter 2 W/(m²K) kann also nur bei idealen Wärmereflexionsschichten und außen kein Wind erreicht werden:
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    R = (0,4 + 0,055 + 0,4) Km²/W = 0,855 Km²/W, daraus folgt U = 1,17 W/(m²K).
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    Aber alle diese Annahmen sind nicht realistisch. Sowohl eine Antireflexbeschichtung mit 100 % als ein auch immer windstilles Wetter. Bei 50 mm Glasstärke könnte auch die Glasstärke eine Rolle spielen.
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    Summa sumarum: Ein Einscheibenglas unter (3 ... 4) W/(m²K) ist unrealistisch.
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    Name: Ebel  

  4. tja dann .... 04.06.04
    Das sah die Flachglas vor ein paar Jahren völlig anders, aber leider habe ich keine Unterlagen mehr von dem Glas.
    Name: Klaus-Hermann Ries   E-Mail-Adresse anzeigen   http://khries.de

  5. Zur weiteren Differenzierung meiner wohl etwas zu kernigen TV-Ansage 04.06.04
    empfehle ich mal den Besuch der u. a. Links
    Weiterführende Links:
      - http://www.konrad-fischer-info.de/23bausto.htm
      - http://www.konrad-fischer-info.de/213baust.htm
    Name: Konrad Fischer   http://www.konrad-fischer-info.de

  6. Zu kernig??? (Fenstertausch, Wärmedämmung) 04.06.04
    Herr Fischer, Ihre Wortwahl "etwas zu kernig", ist wohl etwas mehr als eine leichte Untertreibung - Ihre TV-Ansage war schlicht und einfach falsch. Vielleicht haben Sie schon mal den Vorschlag ausprobiert die von einer warmen Herdplatte ausgehende Wärmestrahlung mit einem gläsernen bzw. einem metallenen Spiegel zu spiegeln. Dazu wird der Spiegel 45° über die von der Kochstelle gehalten und die Wärmestrahlung nach horizontal gespiegelt. Hält man vor dem Herd sein Gesicht in die gespiegelte Wärmestrahlung, wird man feststellen, daß Glas viel weniger Wärmestrahlung gespiegelt hat, als der Metallspiegel - und das obwohl auch der Metallspiegel nicht 100 % reflektiert. Ihre Behauptung Glas reflektiere 100-prozentig ist damit eindeutig falsch.
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    Herr Fischer, eine einfache Frage: Warum wurden früher Doppelfenster gebaut und warum sind Abdichtungsmaterialien in Baumärkten ein Renner?
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    Einige Architekten sollten den Ratschlag beherzigen: "Schuster bleib bei deinen Leisten.", d.h. auch wenn die Physik am Bau eine große Rolle spielt - ein Architekt ist ein Architekt und in der Regel kein Physiker.
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    Herr Fischer, auch wenn Sie ein Physiklaie sind, vielleicht wissen Sie doch (wie auch viele andere Physiklaien), daß beim Kondensieren und Gefrieren von Wasser Wärme frei wird - und zwar genau so viel wie zum Tauen und Verdampfen (Sieden) gebraucht wird - das folgt schon aus dem Energieerhaltungssatz. Wer noch Einscheibengläser kannte, kannte auch Eisblumen am Fenster. Wo ist denn die Wärme (vom Kondensieren und Gefrieren) bei diesen Fenstern geblieben? Natürlich ist sie durch die Fensterscheibe ins Freie gegangen. Warum beschlagen heute Isolierglasfenster zeitweise von außen? Ganz einfach: Wenn die Wärme von der Außenoberfläche der Scheibe konvektiv abgeführt wird und abstrahlt (die Abstrahlung ist dabei wichtig) wird die Außenoberfläche unter den Taupunkt abgekühlt und von innen kommt nicht genug Wärme nach, um die Abkühlung zu verhindern - und dann soll kein Unterschied zwischen Einscheiben- und Isolierglas sein?????
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    Bei den Fenstern ist auch die Änderung der Heiztechnik zu beachten. Früher wurde raumluftabhängig geheizt und gekocht (Kohleofen, Kamin, Gasherd usw.). Damit wurde durch die Feuerstelle Luft durch die (in diesem Zusammenhang notwendigen!!!) Fensterspalte gezogen - heute sind aber meistens raumluftunabhängige Wärmequellen.
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    Herr Fischer bezüglich Ihrer, (und Prof. Meiers) Behauptungen ist u.a. im letzten Jahr durch Artikel in "Bauen im Bestand" (B+B) gezeigt worden, daß diese Behauptungen Unsinn sind. Die Messungen Ihres Freundes Bossert (bei der EMPA) haben gezeigt, daß die Wärmedämmung wirklich die Wirkung hat, die die Wissenschaft voraus sagt und Ihre Voraussagen von Ihnen und Ihrer Gruppe widerlegt.
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    Sie verweisen in Ihren Links auf viele Seiten Unsinn hin. Auf alles einzugehen hat keinen Sinn, aber einige Ihrer Behauptungen sind widerlegt.
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    Die Aufstellung einiger Widerlegungen (entsprechend der Reihenfolge der Links):
    • Die von Prof. Meier aufgestellte Liste seiner Fehler - von mir kommentiert
    • Analyse des "Lichtenfelser Experiments"
    • Strahlung und Thermodynamik sind eine Einheit - ein Faktor 2 ist falsch
    • Vergleich Bosserts Messung mit Meiers Vorhersagen
    • und weitere Aussagen - auch zu Unsinn, der verbreitet wird.
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    Weiterführende Links:
      - http://www.ing-buero-ebel.de/U-Ent/U-Wert.htm
      - http://www.ing-buero-ebel.de/Arbeiten/Lichtenfels/Licht.htm
      - http://www.ing-buero-ebel.de/strahlung/index.htm
      - http://www.ing-buero-ebel.de/vergleich/keff_meier.htm
      - http://www.ing-buero-ebel.de/ing.htm
    Name: Jochen Ebel   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.Ing-Buero-Ebel.de/ing.htm

  7. Tja, Herr Fischer 05.06.04
    dem beitrag von Herrn Ebel ist wohl kaum etwas hinzuzufügen.
    Sie sind schon ein "kerniger" Typ. Alle Achtung!
    Name: Energiesparer  

  8. Herr Fischer hat nun einsichtig 05.06.04
    seine Beschreibungen von der Funktion eines Einfachfensters (auf seinen Internetseiten nun tatschlich) geändert, ohne seine dann auch völlig falsche Schlussfolgerung
    "Wer also zum Austausch oder Aufdoppeln der alten Einfachfenster oder Neueinbau von Doppelscheibenfenstern rät, muß hinzufügen: Nicht aus energetischen Gründen!"
    auch mur in Frage zu stellen.
    Ein wahrhaft kerniger Argumentationskünstler.
    Name: Energiesparer  

  9. bisher fand man bei Fischer folgende völlig unhaltbare Erklärung 06.06.04
    Feuchte- und Energieproblematik am Fenster
    1. Die Wärmestrahlung wird von jedem Glas nahezu vollständig reflektiert - hier leisten Doppeltverglasungen keine Verbesserung. Sobald die Bausanierung bzw. die Neubauheiztechnik auf die Hüllflächentemperierung setzt, spielt ja die Strahlungswärme und nicht der Wärmeverlust durch Konvektion die entscheidende Rolle. Vergleiche aus der Praxis belegen, daß der Energieverbrauch in Wohnungen mit Einfachglas und Wärmeschutzglas identisch ist (z.B. Energiesparen an Baudenkmälern, Tagung des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Bonn 2002, Diskussionsbeitrag). Wer also zum Austausch oder Aufdoppeln der alten Einfachfenster oder Neueinbau von Doppelscheibenfenstern rät, muß hinzufügen: Nicht aus energetischen Gründen! Denn wieso kam es in der guten alten Zeit zur Erfindung von Kastenfenstern? Weil den besseren Herrschaften in der Bel Etage der Pöbel auf dem Pflaster vor der Hütte zu laut lärmte und das Vornehmsein der aufgestiegenen Bourgeoisie störte. Und deswegen sind Kastenfenster seit eh und jeh das Allerbeste betr. Schallschutz. Neben der massiven Wand. Auf dem flachen Land war das kein Problem. Wo es winters zu sehr pfiff und wehte, behalf man sich bestenfalls mit Läden oder Winterfenstern. Auch die sind auch heute noch sinnvoll. Notfalls als Witterungsschutz für den historischen Einfachfensterbestand.
    Weiterführende Links:
      - http://www.ziegelphysik.de
    Name: energiesparer  

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