Von der Dreifachverglasung zum Passivhausfenster

Von der Dreifachverglasung zum Passivhausfenster

Von der Dreifachverglasung zum Passivhausfenster

Schon seit einigen Jahren sind dreifach verglaste Fenster mit Wärmeschutzverglasung auf dem Markt. Trotzdem war es noch ein weiter Weg bis zu Fenstern, die dem Passivhausstandard entsprechen. Der Gesetzgeber fordert dafür ein Fenster, das in seiner Gesamtheit den U-Wert von 0,8 unterschreitet. Was bedeutet das?

Zunächst zum U-Wert. Dieser gibt in W/(m²K) an wie viel Wärme pro Quadratmeter Fläche verloren gehen kann. Bei einem Fenster setzt sich dieser Wert aus zwei unterschiedlichen Werten zusammen. Ug (für Englisch glass) gibt den Wert für die Glasfläche an sich an. Uf (für Englisch frame) steht für den Wärmeverlust im Bereich des Rahmens. Beide Werte zusammen genommen ergeben den Uw-Wert (für Englisch window) für das ganze Fenster, der den oben genannten Wert von 0,8 W/(m²K) erreichen oder unterschreiten muss, soll das Fenster als Passivhausfenster gelten.

Wie werden U-Werte von unter 0,8 erreicht?

Dafür ist zunächst einmal eine dreifache Wärmeschutzverglasung notwendig. Die beiden so entstehenden Luftkammern werden mit Edelgas, meist Argon, gefüllt und die Scheiben innen mit Silber bedampft. Die Scheiben werden von Abstandshaltern in Position gehalten. Damit auch diese den U-Wert der Verglasung nicht beeinträchtigen, ist man von den früher verwendeten Abstandshaltern aus Aluminium abgekommen. Diese hatten eine zu gute Leitfähigkeit für Wärme, was dazu führte, dass am Übergang von Glas zu Rahmen eine Wärmebrücke entstand. Heute sind die Abstandshalter aus kunststoffummanteltem Edelstahl (TGI-Spacer) oder aus einem Composite Kunststoff (Swiss-Spacer-V), in den als Dampfsperre eine Edelstahlfolie eingearbeitet ist. Diese haben einen so guten U-Wert, dass Glasfläche und Abstandshalter zusammen einen Wert von um die 0,5 W/(m²K) erreichen.

Auch bei der Rahmenkonstruktion übernimmt bei Kunststofffenstern hauptsächlich Luft die Isolationsfunktion. In die Rahmenprofile sind mehrere in sich geschlossene Luftkammern eingearbeitet und weil Luft ein sehr schlechter Wärmeleiter ist, ergibt das einen sehr guten U-Wert. Beim Novo-Royal von fensterhandel.de sind es zum Beispiel sechs Luftkammern, die für den Rahmen mit einer Bautiefe von 84 Millimeter einen Uf-Wert von 0,95 erreichen. Zusammen mit dem Ug-Wert von 0,5 ergibt das einen U-Wert für das ganze Fenster von unter 0,8, also Passivhausstandard.

Und was ist eigentlich dieser Passivhausstandard?

Ein Passivhaus darf einen Heizwärmebedarf von 15 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter Wohnfläche nicht überschreiten. Das entspricht in etwa dem Energiegehalt von 1,5 Litern Heizöl. So ist es in den Zertifizierungskriterien des Passivhausinstituts Darmstadt festgelegt. Es gibt noch einige weitere technische Kriterien, aber kurz gesagt ist es so, dass ein Passivhaus eigentlich nur für den Notfall eine Heizung braucht. Es ist so gut gedämmt und nimmt über Fensterflächen nach Süden so viel Wärme auf, dass die Abwärme der bewohnenden Menschen, technischer Geräte und der Beleuchtung für ausreichend Wärme sorgen. Durch eine Lüftungsanlage wird die Wärme aus der Raumluft zurück gewonnen, bevor diese nach außen abgegeben wird. Damit Fenster im Passivhaus verwendet werden können, müssen sie die oben beschriebenen Kriterien erfüllen. Dabei ist der Einsatz des Passivhausfensters aber nicht auf das Passivhaus beschränkt. Fenster sind immer der Punkt an einem Haus, an dem am meisten Energie verloren geht, denn schließlich sind sie Öffnungen, wenn auch noch so gut gedämmt. Deshalb ist auch in einem Haus, das nach den gesetzlichen Vorgaben der Energieeinsparverordnung gebaut ist, ein Passivhausfenster nicht fehl am Platze.