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Baufinanzierung

Finanzierung einer DHH: 1. Wie vorgehen 2. Ist das koscher?

Hallo liebe Forumianer,
wir haben unser Wunschobjekt gefunden und es geht nun darum, eine möglichst günstige Finanzierung zu bekommen. Wir sind beide sehr vorsichtige Menschen und wollen ja nichts falsch machen.
Unsere Parameter:
Hauskosten 170.000 EUR,
Kaufnebenkosten ca. 5,5%, also ca. 10.000 EUR,
Eigenkaputal nach Abzug der Kaufnebenkosten: 10.000 EUR,
Eltern geben wahrscheinlich noch 10.000 EUR dazu.
Mein Mann will als alleiniger Eigentümer und Darlehensnehmer auftreten.
Ich glaube anhand dieser Zahlen nicht, dass sich die Banken um uns reissen werden. Ich weiss, dass man bei Ablehnung eines Antrages auf Berufsunfähigkeitsversicherung in eine Wagnisdatei aufgenommen wird und keine Chance mehr hat, bei anderen Versicherern aufgenommen zu werden. Gibt es bei der Immobilienfinanzierung ähnliches Vorgehen seitens der Banken? Nur bei einer Bank konnten wir einigermassen genaue Konditionen anonym in Erfahrung bringen, bei anderen muss man zur Ermittlung der Konditionen einen Antrag stellen, mit allen erdenklichen Angaben zur Person, Einkommens- und Vermögensverhältnissen und der Immobilie. Das Angebot wird per Post zugesandt und ist verbindlich. Ich bin ziemlich sicher, dass bei diesem Vorgehen irgendein Eintrag in die Schufa vorgenommen wird. Zuviele Einträge in der Schufa, auch wenn sie nicht unbedingt Finanzierungsablehnungen darstellen, werden wahrscheinlich als Negativmerkmal aufgefasst, stimmt das?
Fragen:
1. Vorgehen
Wieviele Banken darf man kontaktieren, um die o.g. Problematik nicht entstehen zu lassen?
Ist es ratsam, alle Anträge an einem Tag loszuschicken?
Kann eine unabhängiger Vermittler bessere Ergebnisse erreichen? (Seine Provision mit eingerechnet)
Wenn ja - wie finde ich einen Unabhängigen und woran erkenne ich, dass er ein solcher ist?
2. Finanzierungsangebot bei Ebay:
Unter Artikel Nr. 4469735742 wird eine günstige Finanzierung angeboten. Sehr grosse Berührungsängste mit Ebay habe ich eigentlich nicht - kaufe und verkaufe dort gelegentlich, hauptsächlich Kindersachen. Aber Finanzierung? Lohnt es aus Ihrer Sicht, mit dem Anbieter Kontakt aufzunehmen? Klings das Angebot serios?
Ich bedanke mich im voraus für Ihre Mühe und warte gespannt auf die Tipps

Name:

  • Aglaja
  1. Welche Punkte sind wichtig bei der Finanzierung und wie gehe ich vor

    Als erstes sollten Sie für sich ermitteln wo Ihre persönliche Höchstgrenze für die monatliche Belastung liegt.
    Dann ist zu klären was ist Ihnen wichtig, lange Zinsfestschreibung, sind Sondertilgungen geplant ...
    Sie haben natürlich die Möglichkeit sich selbst auf den Weg zu machen und diverse Angebote von Banken einzuholen. 1. Ist dieses ein sehr Zeit- und arbeitsaufwendiges Programm. Auch sollten Sie alle Banken darauf hinweisen, dass sie sich für das Erstangebot keine Schufa-Auskunft einholen.
    Ein "echter" unabhängiger Berater hat in der Regel Zugriff auf viele Finanzierungsanbieter. Er wird mit Ihnen Ihr individuelles Finanzierungskonzept aufstellten und dann für Ihr Finanzierungskonzept den idealen Finanzierungspartner suchen. Er nimmt Ihnen also die Arbeit der Angebotseinholung und den Vergleich unterschiedlicher Angebote ab. Auch unterstützt er Sie bei der Erstellung Ihres Finanzierungskonzeptes. Für die Bezahlung eines unabhängige Beraters gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten: entweder auf Honorarbasis oder durch eine Provisionszahlung von der finanzierenden Bank. Diese Provision ist dann in Ihrer Kondition mit eingepreist.
    Wie erkennen Sie jetzt einen guten Berater?
    Dieses ist sehr schwierig. Gegenfrage: Wie erkennt man einen ehrlichen Menschen? Einige Punkte die man vielleicht mit einbeziehen kann sind folgende:

    • Welche berufliche Qualifikation hat der Berater
    • Welche Erfahrung hat der Berater im Bereich der Immobilienfinanzierung
    • Ist er wirklich unabhängig
    • Besteht eine Vermögensschadenshaftpflicht für evtl. Beratungsfehler
    • Geht er auf Ihre persönlichen Vorgaben ein und berücksichtigt er Ihre zukünftige Lebensplanung.
  2. Eigenes Wissen ist besser als jeder Berater

    Zur Ihrer Frage wie man einen guten Berater erkennt.
    Ganz einfach. Man erkennt ihn nicht.
    Es gibt eine Menge guter Bücher über das Thema Hausbau und auch Baufinanzierung. z. B. das Buch Baufinanzierung der Stiftung Warentest.
    Je mehr Sie selbst wissen, desto weniger benötigen Sie Rat. Ein guter Berater sollte Ihr bisheriges Wissen abklären und dort ergänzen, wo es notwendig ist. Sie sollten Ihre Entscheidungen vollkommen selbst treffen können. Wenn Sie am Ende einer Beratung immer noch eine Produktempfehlung benötigen, sind Sie nicht gut beraten worden. Ein guter Berater muß nicht unbedingt eine tiefergelegte Oberklassenlimusine fahren und ist auch nicht zu vermuten, wenn er mindestens 100 Euro pro Beratungsstunde abgreift. Verlangt er Provision in igendeiner Form, lebt er vom Verkauf. Lebt er vom Verkauf kann er nicht unabhängig ( was ist unabhängig ?) beraten. Dann braucht er auch eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung.
    Und ich garantiere, daß auch trotz dieser Versicherung Leute reingelegt werden und die Versicherung nicht leistet.
    Ich erachte ganz pauschal Ihr Eigenkapital als zu gering.
    Die Schufa-Angst können Sie vernachlässigen, da erkenne ich eher andere Hinternisse.
    Das war jetzt womöglich nicht das, was Sie hören wollten- aber ehrlich.

  3. Zusatzinfos & Probleme reparabel?

    Schönen Dank für Ihre Auführungen, liebe Finanzexperten.
    In den Eckpunkten, die Herr Dittmer angesprochen hat, haben sich unsere Vorstellungen ziemlich gefestigt:

    • wir wollen ein Annuitätendarlehen aufnehmen;
    • die Schuld soll innerhalb von max. 20 Jahren getilgt sein;
    • die Rate soll bei maximal 1000 EUR monatlich liegen;
    • eine Zinsfestschreibung möglichst über die gesamte Laufzeit ist angestrebt;
    • auf die Option der Sondertilgungen verzichten wir, es sei denn sie kostet nur einen ganz minimalen Zinsaufschlag;
    • wir gehen davon aus, dass in 10 Jahren eine gesetzliche Möglichkeit besteht, das Darlehen ohne Vorfälligkeitsentschädigung aufzulösen, indem man die gesamte Restschuld zurückzahlt - ist es richtig? In diesem Falle hätten wir bedingt eine Möglichkeit der Sondertilgung - indem wir das überschüssige Geld bis dahin anlegen (sollte es wider Erwarten vorhanden sein).

    Wo sehen Sie unsere Hindernisse, Herr Witzgall? Ist es Ihrer Meinung nach nachteilig, dass mein Mann das Darlehen alleine aufnimmt? Ich tauche dann schließlich auch nicht im Grundbuch auf... Wäre es besser in solch einem Fall, ein Ehevertrag zu haben? Oder müssen wir beide den Darlehensvertrag unterschreiben?
    Bei geringem Eigenkapital ist wohl die Bonität entscheidend, daher gebe ich einige Zusatzinfos zu unserer persönlichen Situation und Planung:

    • mein Mann ist Angestellter im öffentlichen Dienst, mit einem unbefristeten Vertrag und ca. 13 Jahre Arbeitsverhältnis;
    • sein monatliches Nettoeinkommen beträget 2850 EUR;
    • wir haben ein Kind (6 Jahre);
    • ich bin zur Zeit de facto arbeitslos;
    • ich möchte auf jeden Fall arbeiten, meine Zielvorstellung ist es, 1000 EUR nach Hause zu bringen; auch mit 400 EUR netto bin ich zufrieden (diese Summe sollte nach Abzügen für Steuerklasse 5, Krankenkasse und Babysitter verbleiben);
    • ein weiteres Kind werden wir uns wohl nicht mehr leisten können;
    • es bestehen keine Verbindlichkeiten und keine weiteren Einkünfte; auch keine LVA oder Bausparverträge.

    Bietet unsere Situation Aussicht auf Erfolg bei der Suche nach einer Finanzierung? Wo sind die wunden Punkte? Kann man Abhilfe schaffen?
    Für weitere Anregungen bin ich Ihnen, liebe Experten, sehr dankbar.

    Name:

    • Aglaja
  4. Ihre Angaben reichen nicht

    wenn Sie meinem Rat folgen (ich habe fachlich u. a. auch mit Finanzierungen zu tun und bin kein Experte) und sich entsprechende Literatur kaufen, werden Sie auch wissen, was ich gemeint habe. Ohne etwas Hintergrundwissen wirds für Sie unmöglich das solide auf die Beine zu stellen.
    Ihre Finanzierung im Forum zu "basteln" ist nicht möglich.
    Die Gründe dafür erfahren Sie z. B. auch im Archiv.

  5. Nur ein Ehepartner als Darlehensnehmer

    Viele Banken werden bei einer Immobilienfinanzierung auf die Mitverpflichtung des Ehepartners bestehen. Die einzige Ausnahme ist, wenn Gütertrennung vereinbart wurde. Hier ist den Banken dann die Trennungsvereinbarung vorzulegen.
    Auf Ihre Frage: Hat die Finanzierung Aussicht auf Erfolg? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Banktechnisch gesehen ist eine Finanzierung möglich. Aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Der entscheidende Punkt ist, ob die Finanzierungsgröße in Ihre persönliche Finanzplanung passt. Um hier zu einem Ergebnis zu kommen, werden weitere umfangreiche Detailinformationen benötigt (Gesamtkostenaufstellung Hauskauf, ggf. Kosten neue Küche, Umzugskosten, Renovierung usw., Ihre individuelle Haushaltsrechnung wie Lebenshaltungskosten, Kfz-Kosten, Versicherungsbeiträge usw., welche Kostenpositionen werden sich durch den Umzug verändern ...). Sie sehen es ist sehr umfangreich und ist in einem Forum nicht abschliessend zu beantworten. Jede Immobilienfinanzierung ist immer eine Maßanfertigung und ist für jeden einzelnen anders, da die persönliche Situation und Einstellung von entscheidender Bedeutung ist. Wir reden hier über große Beträge und eine große Verantwortung für Sie. Und genau deshalb ist es wichtig, dass Sie hier eine fachkundige unabhängige Beratung in Anspruch nehmen. Natürlich kostet eine Beratung Geld, sei es nun Honorar oder Provision, doch entscheidend ist doch für Sie, dass Sie eine Entscheidung treffen, die Sie auch in Zukunft ruhig schlafen lässt und wo Sie mit einem guten Gefühl zu "ja" sagen können und alle Punkte berücksichtigt wurden.


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