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Trockenausbau mit Gipskartonplatten: Kein Problem für Heimwerker

Trockenausbau mit Gipskartonplatten: Kein Problem für Heimwerker

Für Heimwerker ist der Innenausbau der eigenen vier Wände mit einer bestimmten Methode verbunden: dem Trockenausbau. Verständlich, schließlich ist Gipskarton ein Material, welches leicht zu handhaben ist und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Wer dieses Material noch nicht zu schätzen weiß, den möchten wir mit diesem Artikel überzeugen.

Gipskarton: Eine Erfindung Großbritanniens

Gipskartonplatten kennen die meisten Menschen aus US-amerikanischen Filmen, wenn ein harmloser Schlag eine ganze Wand zertrümmert. Die Wand besteht nicht aus Pappe, wie man annehmen könnte, sondern Gipskarton. Dieses Material, dort drywall genannt, wird in den Staaten in fast allen Häusern zum Innenausbau genutzt.

Auch wenn Gipskarton in den USA beliebt ist, haben die Amerikaner das beliebte Material nicht erfunden. Die erste Gipskarton-Fabrik gab es 1888 in Rochester, Großbritannien. Das Patent für die Gipskartonplatte wurde am Ende doch in den USA von Augustine Sackett im Jahr 1894 angemeldet. Die industrielle Fertigung begann erste nach der Jahrtausendwende beginnend mit dem Jahr 1910.

Die verschiedenen Gipskartonplatten-Arten

Seit der Patentanmeldung im Jahr 1894 hat sich bei den Gipskartonplatten viel getan. Sie gibt es in den verschiedensten Größen und Dicken. Heimwerker werden beim Kauf aber auch farbliche Unterschiede bemerken: Weiße, blaue, grüne und rote Platten sind erhältlich. Jede Farbe bedeutet, dass die Rigipsplatte eine besondere Eigenschaft besitzt.

  • Imprägnierte Gipskartonplatte: Die grüne Platte besitzt einen speziellen Kern, der gegen Feuchtigkeit imprägniert ist. Sie kommt überwiegend in Nassräumen zum Einsatz.
  • Feuerschutzplatte: Der Gipskern dieser Variante ist mit Glasfasern armiert, sodass sie eine gute Brandschutzmaßnahme ist und rund um Feuerstellen verbaut wird.
  • Schallschutzplatte: Sie bieten einen besseren Schallschutz als Standardplatten. Der Unterschied liegt im Bereich von zwei bis vier Dezibel (dB).
  • Thermoplatten: Sie werden zur Erhöhung der Wärmeleitfähigkeit verwendet. Sie kommen zum Einsatz, wenn Decken- oder Wandheizsysteme eingebaut werden.
  • Strahlenschutzplatte: Eignet sich für Menschen, die strahlungsarm leben möchten. Es können Ruhezonen innerhalb eines Hauses kreiert werden, wo weder GSM, WLAN noch DVB-T eindringt (Schlafzimmer z.B.).

Nachhaltigkeit beim Kauf von Gipskartonplatten

Beim Kauf von Gipskartonplatten machen sich wenige Heimwerker Gedanken darüber, woher der Gips stammt. Gips ist ein häufig vorkommendes Mineral der Klasse Sulfate. Zwar ist Gips weit verbreitet, viele Lagerstätten sind aber mit Beimengungen versehen, sodass diese zunächst entfernt werden müssen. Diese aufwendigen Prozesse belasten die Umwelt.

Neben dem natürlich vorkommenden Gips gibt es eine Alternative, sogenanntes REA-Gips, welches aus Rauchgasentschwefelungsanlagen als Nebenprodukt gewonnen wird. Rauchgase werden bei dem Prozess mit Kalk vom Schwefel gereinigt. Chemisch gesehen ist REA-Gips mit natürlichem Gips identisch. Der Vorteil liegt darin, dass Ersteres reiner ist und die Umwelt weniger belastet.

Heimwerker sollten aus diesem Grund Gipskartonplatten kaufen, die dieses alternative Gips verwenden, welches reiner und umweltfreundlicher ist. Damit leisten sie einen nennenswerten Beitrag zum Umweltschutz.

Die Beplankung im Trockenbau

Bei der Wahl der Gipskartonplatten und Unterkonstruktion müssen Heimwerker von Anfang an überlegen, ob sie einfach oder doppelt beplanken möchten. Die klassische Frage, die sich Heimwerker stellen, lautet: Wie viel Gewicht trägt eine Leichtbauwand? Kann man an ihr auch den schweren Küchenoberschrank befestigen? Grundsätzlich ist alles möglich, wenn man von Anfang an richtig plant - insbesondere bei der Unterkonstruktion.

Die einfache Beplankung ist überall dort zu empfehlen, wo leichte Objekte aufgehängt werden: Bilder, leichte Regale, Lautsprecher sowie anderer Wandschmuck. Beginnend mit mittelschweren Lasten wird eine Doppelbeplankung benötigt.

Als Daumenregel helfen folgende Tipps:

  • Einfache Beplankung: 40 Kilogramm pro Meter (kg/m) Wandlänge
  • Doppelte Beplankung: 70 Kilogramm pro Meter (kg/m) Wandlänge

Mehr als 70 kg/m entsprechen schweren Lasten. Hier werden bereits Traversen benötigt. Eine Dreifachbeplankung ist nicht möglich.

Das passende Werkzeug für das Trockenbau-Vorhaben

Rigipsplatten lassen sich leicht verlegen, weil sie leicht zu handhaben sind und wenig Werkzeug erfordern. Zur Grundausstattung gehört klassisches Heimwerker-Werkzeug wie etwa Bleistift und Maßband aber auch eine Wasserwaage.

Die weitere Werkzeugwahl hängt von der Art der Unterkonstruktion ab. Man unterscheidet zwischen dem Holz- und Metallständerwerk. Die Werkzeuge sollten folglich zur Verarbeitung dieser Materialien geeignet sein. Im Grunde reichen eine Blechschere sowie eine Säge.

Für die Verarbeitung der Gipskartonplatten selbst benötigen Heimwerker lediglich ein hochwertiges Cuttermesser und ausreichende Ersatzklingen sowie einen leistungsstarken Akkuschrauber inklusive Ersatzakkus. Eine Stichsäge kann praktisch sein, wenn es darum geht, bestimmte Formen, für Steckdosen zum Beispiel, auszusägen.

Grundlagen und Tipps zum Verlegen von Gipskartonplatten

Das Verlegen von Gipskartonplatten ist Teamarbeit. Alleine werden Heimwerker nur wenig Arbeit verrichten, sodass mindestens ein Helfer zur Seite stehen sollte. Gemeinsam mit diesen sollte man zunächst die Unterkonstruktion planen. Diese ist die größte Arbeit beim Trockenbau. Passend zur Unterkonstruktion werden dann die am Anfang des Artikels beschriebenen Gipskartonplatten gewählt. Im Badezimmer beispielsweise kommen die speziellen imprägnierten Platten zum Einsatz.

Sind Vorüberlegungen, Planungen und die Beschaffung des Materials abgeschlossen, beginnt das eigentliche Verlegen. Das zweite Paar Hände wird sich hier bemerkbar machen und die Arbeit um ein Vielfaches vereinfachen - insbesondere beim Befestigen der Platten. Dieser Artikel bietet genauere Tipps zur Montage der Gipskartonplatten.